Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
jucken swV.
2 ‘(etw.) kratzen, reiben’
1 ‘jucken’ bei Ausschlag, Räude u. ä.: swenne di hoden iucken uon der roten colera SalArz 63,9; jst he [Harnstein] in der blase. so ist im we ober halp der gemechte. vnde iuckit in di rore uorne vnde recket sich ebd. 58,52; mich juckent arm und diu bein Helbl 3,37; daz selbe vertribet der ougen iucken Macer 88,9. 19,7. – im Volksglauben in magischem Zusammenhang (vgl. Hwb. dt. Abergl. 4,788ff.): wan du solt niht geloben an zober [...] noh an die brawen und die wangen juken PrGeorg 5,1; wohl hierher (vgl. SchweizId 3,28 und 3,37f.): ob er sich danne unz in den tôt / zerret, des im gienge nôt, / mit joggen und mit weinen / [...] / er gêt von iu [den Ärzten] ân allen rât, / sô er iu niht ze geben hât BuchdRügen 741. – subst. Part.Präs. ‘Juckreiz’ di wermat ist gut wider den iuckenden, der von serer hut kumet Macer 3,21 u. ö. 2 ‘(etw.) kratzen, reiben’ ir sült die kel ouch jucken niht, / so ir ezzt, mit blozer hant; / ob ez aber also geschiht, / so nemet hovelich daz gewant / und jucket da mit, daz zimt baz TannhHofz 109; sueder mennische habet den sweren unde die geswst in demo antlizze [...] unde ob er di nase diche íuchet. so stirbet er in demo xxiii dage Capsula 13; do wirt ein peul als ain nuz und ravchet dy haut und iuchet sich da Albrant 1,24; Facetus 344; Jüngl 270. – hierher (?): eins mâles do er dem süezen man / sîn hût jucken began LvRegFr 3451
MWB 3,1 81,30; Bearbeiter: Luxner