dick,
adj. und adv. crassus. ahd. diki dik,
mhd. dicke dic,
altsächs. thicci,
altfries. thikke,
ags. þicca þic,
engl. thick,
niederl. dik,
altnord. þykr,
schwed. tjok,
dän. tyk,
neufries. tjock.
im 16
ten jahrh. noch häufig dicke,
fast immer bei Luther,
in der spätern zeit mitunter bei Lessing
und Möser.
in der bedeutung ist es mit dicht
nahe verwandt und wie dieses von dîhen
abzuleiten. dicht
ist nur der engere begriff und geht nicht leicht in dick
über, aber umgekehrt steht dick
öfter für dicht.
im mhd. berührte sich dick
mit grosz,
man sagte z. b. ein armgrôzez sper;
vergl. zum Rosengarten C. 1126
und Benecke
zum Iwein 430. 11.
zunächst crassus, was vollen umfang, volle ausdehnung hat, im gegensatz zu dünn. eine dicke mauer. ein dickes buch. ein dicker mann
ein wolbeleibter. der dicke darm
intestinum crassum. das dicke bein. fette speisen machen dick.
in der gemeinen sprache eine frau mit einem dicken bauch
eine schwangere Stieler 311. eine dick machen
schwängern, altschwed. gæra kunu dighra Weinhold
Schles. wörterb. 15
a. das gewitter naht sich, es fallen schon dicke tropfen. gebt mir einen dicken pfenning
im gegensatz zu blech- oder holmünze (
s. dickpfenning) Pauli 85
b. der wucherer gab im einen dicken pfenning
ders. für einen dicken pfenning 94
a. ein dicker penning
numus capitatus Chytraeus 524. ein dicker thaler
königsthaler, enthält drei groschen mehr als ein gewöhnlicher Frisch 1, 194
b.
s. dickthaler. sieben ehern wuchsen aus einem halm voll und dicke
1 Mos. 41, 5. 7. eine halle mit seulen und dicken balken
1 Könige 7, 6. (Absalom) reit auf einem maul, und da das maul unter eine grosze dicke eiche kam, behieng sein heubt an der eichen 2
Samuel 18, 9. und wird dicker hagel fallen aus dem zorn der donnerschläge
Weisheit 5, 23. wo sie einen hohen hügel oder dicken bawm ersahen, da selbs opferten sie ire opfer
Hesekiel 20, 28. ein bawm grosz und dicke
Daniel 4, 8. 17. dick von fleisch
torosus Dasypod. 314
d. dick
feist pinguis ders. ein dick bret wird für alter dünner Wolgemut 2, 282. der dicke schenkel oder füsz hat
crassipes Henisch 689. dasz man einen guten stock nehme und ihm wo die leute am dicksten sein (
am hintern) sein kleid gut ausklopfte Ettner
Unwürd. doctor 524. nicht dicke wie ein fasz, nicht hager wie ein querl. Lessing 1, 115. hier fiel eine dicke thräne herunter Klinger 1, 19. 2, 250. 10, 182. 5, 351.
sprichw. es geht nicht wie bei der äpfelfrau, dasz man sich den dicksten heraussucht Simrock 1564
a. man musz leiden das die laus im grinde sich dicke weide und in altem pelz auf stelzen gehe Henisch 1746.
wolbehagen, stärke und gute gesundheit drückt man durch dick und fett
aus, die kinder befinden sich wol, sie sind dick und fett geworden. dies pferd ist dick und fett
gras à pleine peau. fett und dick kann bald mager und schmal werden Henisch 689,
was auch bildlich kann verstanden werden. dicke haut
callus Nemnich
Lexicon nosolog. 22.
öfter bei substantiven, die ein bestimmtes masz bezeichnen, das auch gering sein kann. in der alten sprache war der genitiv nöthig, einer, drîer spannen dicke, dicker eines dûmen Benecke 1, 323. 324. durch ein pfort stark und grosz, wol dreier klafter dick H. Sachs 1, 278
d. dreier meilen dick 544.
dieser genit. ist noch heute üblich. man sagt eines messerrückens dick Stieler 311. die schminke liegt fingers dicke Lessing.
aber häufiger ist der accusativ, dieses brett ist einen finger, einen zoll dick. ich hab den grind drithalb finger dick fürwar Murner
Luther. narr 4261. ihre (
der stadt) mauren machte er aus eitel werkstücken, siebenzig ellen hoch und dreiszig ellen dick
Judith 1, 2. die wänd sind fünf schuoch dick Henisch 689.
bei vergleichungen, der mann ist so lang als er dick ist. mein kleinster finger sol dicker sein denn meines vaters lenden
ich will euch härter drücken als mein vater 1 Könige 12, 10. 33.
uneigentlich und bildlich geht es über in die bedeutung von angefüllt, voll, berauscht, aufgeschwollen, drückend, lästig, wüst, verhärtet, stark. bei unerträglichem geschwätz sagt man es wird mir dick unter den augen
und bezeichnet damit den verdrusz den man empfindet. ähnlich, ich habe es dick
ich mag es nicht länger anhören. sie singt den ganzen tag, ich habe es dick. dieses musikalische instrument hat einen dicken ton
einen vollen. es ist eine dicke (
volle, starke) meile
hört man bei Göttingen. fragt man am Harz wie weit bis dahin?
so antwortet man zwei stunden und die sind dicke;
bei Jena hört man die sind steif. der ochse hat sich dick, dick und voll, dick und satt gefressen. die kuh hat einen dicken (
vollen) euter. er ist krank, seine hände und füsze sind dick
angeschwollen. er hat einen dicken backen, ein dickes gesicht. er hat einen dicken kopf
das lernen wird ihm schwer. der hat ein dickes fell
er verträgt empfindliche, anzügliche reden. mit groszem starkem dickem glauben. Murner
Luther. narr 3930. grobe fette dicke gedanken Luther 3, 459
b. ir herz ist dick (
unempfindlich) wie schmehr, ich aber habe lust an deinem gesetze
Psalm 119, 70. verstocke das herz dieses volks und lasz ire ohren dicke sein und blende ire augen das sie nicht sehen mit iren augen, noch hören mit iren ohren, noch verstehen mit irem herzen, und sich bekehren und genesen
Jesaia 6, 10. sihe, des herren hand ist nicht zu kurz das er nicht helfen könne und seine ohren sind nicht dicke worden, das er nicht höre 59, 1. da er (
Jacob und seine nachkommen, das volk Israel) aber fett und satt ward, ward er geil. er ist fett und dick und stark worden und hat den gott faren lassen, der ihn gemacht hat
5 Mos. 32, 15. 16. der gottlose brüstet sich wie ein fetter wanst und machet sich fett und dick
Hiob 15, 27.
der mann der nicht länger auf der hofstätte seines herrn bleiben will, spricht vor zwei nachbarn dieser her thut mir zu dick (
nimmt sich meiner nicht an, achtet nicht auf mich), ich wil von diesem hern hinder den andern hern (
der hintersasz eines andern werden)
Weisth. 3, 486. dicke ohren haben
wenig einsicht und verstand haben, sich anstellen als höre, verstehe man etwas nicht Henisch 689. disz sprichwort trift die ubel horn und allzeit haben dicke orn Eyering 1, 811. dicke ohren machen
nicht hören wollen, sich den schein geben als höre man etwas nicht, der nachbar aber machte dicke ohren und schlug die bitte ab Zingerle
Kinder- und hausmärchen s. 30.
man sagt auch er hat ein dickes fell über den ohren.
dagegen er hats faustdick hinter den ohren
es ist ihm nicht zu trauen, er ist verschlagen und hinterlistig. die durch gut und gelt dick (
reich, mächtig), aufgeblasen, frech und prächtig versamblet gehen früh und spat Weckherlin 3. die (
Plato, Seneca, Cato) haben in zuvor durch sich beherzt gemacht, dasz er in dickster angst als höchster wollust lacht. Fleming 61. dicker unverstand Rompler 51. alsdann schrie er auf mit dickesten seufzer Schuppius 705.
im gemeinen leben sagt man von einem betrunkenen er ist dick,
was auch Frisch 1, 194
b anmerkt. Lessing
hat das aufgenommen, doch die thüre geht alleweile auf, woraus ich oft dicke und berauscht gegangen bin 3, 34. er ist dick, pudeldick, pudelhageldick, katzendick, sternblinddick Lichtenberg 3, 75. 76. es gab welche die seine kenntnis des griechischen in zweifel zogen, und es läszt sich leicht begreifen, dasz das griechische nicht sonderlich dick bei ihm sitzen konnte
ders. Vermischte schriften 5, 42. ich las mich dick und satt, bis ich vollkommen überzeugt war Thümmel
Reise 3, 164. das fräulein lacht 'ei, ei, wie ist dein witz so dick (
schwerfällig), man dächte doch das sollte ich verstehen'. Wieland
Oberon 5, 7. macht sich so einer dick (
zeigt er sich aufgeblasen, hochmütig), lieber himmel, wo kaltes blut herkriegen? Lenz 1, 161. dick thun
prahlen, sich brüsten. er thut mit seinem gelde dick. und redt mer goar von seim verdöinst, nauh thout er ober dick. Marx
Gedichte in Nürnb. mundart 67.
s. dickthuer, dickthun. heisa! drückte mich der alte. er küszte mich und meine wangen waren nasz. da ward meine brust dick (
beklemmt) drüber dasz ich nicht athem genug hatte. er ist gar gut, der alte Klinger
Theater 2, 349. weil ihm jetzt solche dicke (
wüste, schwere) träume um sein haupt schweben Herder
an Caroline Flachsland 1, 241. und endlich ward seine zersetzte und versiegte seele von schweren körpern in den dicken schlaf gedrückt und hinabgezogen J. Paul
Hesp. 3, 258. denn reiche leute, da ist die rind ums herz oft dick,
sind hartherzig. Kotzebue
Dramat. spiele 3, 54.
halb ironisch, zwischen beiden ist eine dicke (
starke) freundschaft. das sind dicke freunde. 44. durch dick und dünn gehen
heiszt eigentlich durch koth und wasser gehen, passer au travers de la boue, ohne sich darum zu kümmern; Stieler 311
übersetzt per saxa per ignes ambulare. auch engl. through thick and thin. er ritt ihm nach durch dicke und tief, durch wald und strauch Schütz
Beschreibung von Preuszen 75.
dann auch bildlich von dem, der ohne auf hindernisse zu achten auf sein ziel losgeht. ich bin tag und nacht darnach gangen über berg und thal, durch dick und durch dünn
Gespenst 221. durch dick und dünn, durch koth und wasser. Mich. Frank
Coburgisches friedens dankfest (1651) F ij
b. jetzt geht alles mit seidenen schuhen und strümpfen durch dicke und dünne Möser
Phantasien 1, 370. weil es mich däucht, dasz wir nicht recht klug sind, bei nacht und nebel so durch dick und dünn herumzuziehen Wieland 11, 178. nun gehts aufs neue los durch dick und dünn, vom sturm umsaust, vom regen überschwemmt 12, 335. was war zu thun? durch heck und buchen giengs fort die Daphne aufzusuchen durch dick und dünn, durch zaun und wand. J. Fr. Kind
Gedichte. er (
Leibgeber) braucht nun einmal auf seinen ewigen reisen ein treues wesen das durch glück und unglück, durch dick und dünn mit ihm geht, wie der saufinder thut J. Paul
Siebenkäs 4, 45. es sollte sich bei ihnen so recht erwahren per ardua ad astra
d. h. durch dick und dünn zum himmel Jerem. Gotthelf
Erzählungen und bilder 4, 287. 55.
dicht, spissus, densus, confertus. und diu vinsternisse dic brâhte im dô vil herten schric
Passional 215, 41
Hahn. dick wolken des blatzregens
Vocab. incip. teut. d 3. dick machen
densare, spissare das. spissus dick Diefenbach
Wörterb. v. 1470.
s. 256. durch die stauden und dicke dorn
Theuerd. 38, 57. begriff der held zuo seinem gelück ein stauden, die selbig was dick 59, 30. ein strauch der bald so grosz wird das er eine hütten gibt und dicken schatten Luther 3, 220. was unserm gesicht dick oder finster ist, als holz, stein und erz, das ist einem geist wie ein glas 3, 460. gleich wie das gras in einer grünen auen fein dick und voll stehet 6, 342
a. oben auf den bergen wird das getreide dick stehen
Psalm 72, 16. da hub sich donnern und blitzen und ein dicke wolken auf dem berge 2
Mos. 19, 16. schwarze dicke wolken 2
Samuel 22, 12.
Psalm 18, 12. die awen stehen dick mit korn
Psalm 65, 14. dicker staub
Nahum 1, 3. seine (
des heuchlers) saat stehet dicke bei den quellen
Hiob 8, 17. ein cederbaum von schönen esten und dicke von laub
Hesekiel 31, 3. sein wipfel stund unter groszen hohen dicken zweigen 31, 10. die vögel süsze sungen unter den dicken zweigen
Weisheit 17, 19. sie wurden aber auch mit blindheit geschlagen, mit so dicker finsternis uberfallen das ein jeglicher suchte den gang zur thüre 19, 16. dawider (
gegen die dürre) hilft ein dicker nebel 43, 24. sein blätter stehn dick zusammen Tabernaemont. 669. ein dicker bart
barba opaca Maaler 90
a. ein dicker rauch der gemach und langsam aufgat
tardus fumus ders. wie er mit seinem geschwader mannlich in die dicken feind gerent, ist er erstochen worden Fronsperger 3, 137
b. zum dicksten hinein es wagen Kirchhof
Wendunmut 230. du hast gelebet wie ein schwein, stäts geschlemmet zum dicksten ein Stricker G vij
a. davon so dicker staub sich hub Fuchs
Mückenkrieg 3, 237. hoch in dickes staubes dunst 3, 561. gute dicke tuch Henisch 688. dicke wolgewürkte leinwat von kleiner gesponst
tela bene densata ac tenui filo ders. dcike luft
densus concretus aer ders. ein see mit einem dicken nebel bedeckt oder überzogen 689. wann die dicken wolken fürüber sein, so wettert es anderst
ders. finster wald oder forst
ders. dicker regen
imber densissimus ders. dam, zaun dicke machen
condensare ders. von unseglicher hitz so umb die zeit ist, werden solche wasserwolken nidergedruckt im gebirge: das gibt einen dicken groszen schweren regen
Buch der liebe 190, 2. ein dickes (
ausgestopftes) haubtkissen
cervical confertum Stieler 311. es werte wenig noch dasz er am dicksten ort des waldes einen lerm und grosz getümmel hort. Werders
Ariost 11. 15, 7. da sah man den luft schwarz und dick voll pulver, bech und kugeln brennen Weckherlin 367. die dicke nacht Fleming 25. und da werd ich dich auf finden freund und eine dicke schaar die dir bunte kränze winden 443. ihre dicke schaaren Opitz 2, 14. lieb und geiz sind solche brillen welche dem der auf sie stellt, machen dasz das dickste schwarz für das zärtste weisz erhellt Logau 2. 4, 17. die andern die zugleich in einer ketten stehen und dick in groszer zahl in keiner ordnung gehen, das ist gefangen volk Fleming 143. die dicken lüfte blitzen A. Gryphius 1, 61. wie wenn ein dickes feld viel blumenarten zieht. Günther 380. tiefe hölen und heimliche löcher voll dicker finsternüs Butschky
Patmos 975. wo die gefahr am häufigsten, da ist am schwersten durchzukommen: wo die fischer am dicksten, da kan der fisch am übelsten entwischen 602. wan land und se mit eis und schne tick-tick wird überzogen Rompler 180 dicke finsternis herscht und rings war todesstille v. Halem
Eurydice. dicke hecken Hagedorn 2, 39. ein dick gesträuch 2, 82. im dicksten schatten 3, 34. vom dicken laub beschützt Zachariä
Poet. schriften 2, 290. die dicke mitternacht Gökingk 1, 120. der (für unser denken) mit dicker nacht erfüllte raum des übersinnlichen Kant 1, 125. als sie die insel mit geharnischten völkern dick besetzt sahen Heilmanns
Thucydides 476. denn wenn im getümmel der schlacht einer von den wichtigern helden in gefahr kömmt, aus der ihn keine andere als göttliche macht retten kann, so läszt der dichter ihn von der schützenden gottheit in einen dicken nebel oder in nacht verhüllen und so davon führen Lessing 6, 455. in rosen, wo sie am dicksten blühen, versteckt Wieland 21, 94. man sah es wie im traum, wenn bald eine dicke nacht über den garten rannte J. Paul
Hesp. 1, 119. tag wird es auf die dickste nacht Schiller 467. ein dicker wald Klinger 4, 3. sie (
die völker) drängen sich in dickem schwarm um ihn 1, 266. wenn plötzlich das wesen aller wesen den dicken dunkeln vorhang wegzöge, der uns seine geheimnisse verbirgt 11, 116.
wachtmeister. die herrn generäle und commandanten —
trompeter. es ist gar nicht geheuer, wie ich merke.
wachtm. die sich so dick (
zahlreich) hier zusammen fanden —
tromp. sind nicht für die langweil herbemüht. Schiller 320.
in Schlesien nennt man die dichtgebauten bauernhäuser die dicken häuser Weinhold 14
b.
dort heiszt auch hockerdicke
dicht auf einander hockend, bis se as wie besoffne fliega wärn hockerdecke drinne liega. Schönig
Glätzische ged. 4. 66.
bei flüssigen dingen, zähe, schwerflüssig, geronnen. das dicke (
der bodensatz) von der dinte. dicker saft
succus exudatus Frischlin 51. dicker schmeer.
bei Henisch, das dicke und trübe, so sich auf den grund setzet, die hefen. dick sein wie honig. dicke dinten, die nicht gern aus der feder gehet. dick werden
coagulari, coire in densitatem. milch wird dicke vom fewer. eine dicke milch machen
cogere lac in duritiem. dicker roter wein 688. 689. der dicke schaum vom moste
flores Stieler 311. dick bier
ders. kein faden war an allen tänzern trocken und in der athemlosen brust geschwellt begann das dicke blut zu stocken. Wieland
Oberon 5, 52. mischt und rührt es, dasz der brei tüchtig, dick und schleimig sei Schiller 572
b. der brei ist dick, dasz schon die kelle steht H. v. Kleist 1, 92. traurigkeit die das herz so dick wie das blut macht J. Paul
Unsichtb. loge 3, 104.
bildlich, und werden nicht noch andere zufälligkeiten das gift des luxus noch dicker kochen? J. Paul
Friedenspr. 19. 77.
das adverb. hatte schon im ahd. und mhd. auch die bedeutung von oft, häufig Graff 5, 112. Benecke 1, 323,
die man gern durch die wiederholung dicke und dicke, ofte und dicke, dicke und vil
verstärkte; man sagte auch dicker denne dicke.
sie dauerte in den folgenden jahrhunderten fort. und alle die wîle der mensche in diser zît ist, so mag er gar dicke ûs einem in das ander fallen, ja under tag und nacht etwie dicke
Theol. deutsch 22. dicke oder oft
sepius, oder dicker, öfter
multoties, crebro, frequenter, assidue Voc. theut. 1482 e 7
b. dick, oft und manigsmal
Voc. incip. teut. d 3. damit wir uns dick han erwert. Jac. Ruff
Etter Heini vorsp. 194. unordenung der vernunft ist dick und oft essen Keisersb.
Sünden des munds 5
a. du bist des dick innen worden 7
b. es geschicht gar dick das ein mensch der da geistliche ding betrachtet, der vertreibet dick den hunger, das er an kein essen denkt 10
b. und als dick du etwas kaufest oder verkaufest, so zühest du gott darzuo 21
b. also dick es (
das kind) lügt, so dick gib im ein schlecklin mit der ruoten 26
a. ich bin selbs dick dabei gewesen 35
b. wie wol da er ein kint gewesen ist, hat er sein muter dick angelacht als ein ander kint thuot 54
b. dick und dick thuon
ders. Bilger 76
a. ich han das von meiner groszmutter dick gehört Th. Plater 40. du armer narr, was tröstu dich, auf dein geleichen merk und sich, di findestu bei frummen dick den henker schleifen an dem strick. Schwarzenberg 138, 1. zu dem das mancher ee er stirbt durch spil an eer und gut verdirbt, als man vil dick gesehen hat 146, 2. mich oft und dick gar fast beschwert das tugent ist so gar unwert 156, 1
a. dann du mich vil valscher fart gefüret hast oft und dick
Theuerd. 24, 41. eim stiefvatter volgt dick und vil wer nit sim vater volgen will. Brant
Narrensch. c. 40, 19
und öfter. der wirt dest dicker von mir klagen
ders. er stund vor mir dick bleich und rot
Amor a v. er stunt vor mir dick in groszer clag
das. aber aus andacht und lieb zu den heiligen stetten wallen sie dick dahin Frank
Weltbuch 139
a. an diesem end ist David dick verborgen gelegen 174
a. oft und dick forthelfen Kirchhof
Milit. discipl. 94. welcher den apostolischen stuel, den endchristischen stuel und den teufelischen stuel, und was er noch schendlichers hat mügen erdenken, nicht aufhört so oft und dick zu nennen Luther 2, 287
a. es erschol gottes lob so dicke unter dem himel an allen orten 3, 256. es ist dick und oft erfaren 4, 339
a. man ist oft und dick innen worden 4, 349
a.
Tischreden 205
a. gar oft und dick
Ambras. liederb. 225, 345. das treib sie also dick und viel 253, 104. ich hab des sprichworts dick gelacht. Murner
Schelmenzunft 2
a. als sie treiben dick und oft 14, 8. bei den ist ganz zu erhoffen nicht, fürwar, sie sind so gar entwicht, ich zitter gleich, auch gibt sich dick (
geschieht es oft), wenn ich dran denk, das ich erschrick.
Tragedi von Heli B ij. als dick als das vor gericht zu klag und antwort kommet
Frankf. reformation 1, 5. §. 38. ich habs euch oft und dick gesagt
Buch der liebe 2
b. und warlich es hat mich gar oft und dick gereuwet 29
a. beschlossen sie unter einander wie sie oft und dick möchten einander sehen 36, 1. oft und dick redet Magelona mit ihrer ammen von ihrem allerliebsten Peter 36, 1. darumb sie denn der herr oft und dick gütlich straft 287, 4. sahe dasz sein weib oft und dick in des priors haus gienge 295, 3. es ist dick viel groszer unrath entstanden ausz sachen die man in geheim geredt, und darnach etliche sie geoffenbaret 314, 3. wer daran dick gedenket, des sele wirt gesunt. Uhland
Volksl. 882. denn mich gar dick des todes strick schrecklich umfangen hetten Ringwald
g L. 76. darum Demetrius Phalereus oft und dick den könig Ptolemeum ermanet hat
Livius von Schöfferlin 2
a. das die herrn des deutschen ordens oft und dick über euch klaget (
geklagt) Schütz
Beschr. von Preuszen 173. oft und dick
Boccaccio 1, 35
a. 2, 36. 11
a. 17
b. 96
a.
bei Henisch dick und vil
crebro. nicht dick
raro. du hast das dick und vil geredt. einer der dick und vil zu heimlichen dingen berüft wird. ich kumm dick und vil in rath 687.
diese bedeutung von dick
war am ende des 17
ten jahrhunderts in der schriftsprache beinahe erloschen: Stieler 311
sagt sie komme nur zuweilen vor, und Frisch 1, 194
im 18
ten erklärt sie für veraltet, sie zeige sich nur noch in den zusammensetzungen dickbesagt, dickmals; Steinbach
führt sie gar nicht mehr an. indessen dauert sie in Süddeutschland und in der Schweiz in der sprache des volks noch heute fort (Schmeller 1, 356)
und Wieland
hat sie einmal hervorgezogen, oft und dicke 21, 83.
im canzleistil noch dickbesagt dickbemeldt dickgenannt Stieler 311. Frank
gebraucht auch das adj. in dieser bedeutung, das nun Carolus dise trewlosigkeit aus forcht der peen von disen dicken abfällen abschrecket
Weltbuch 111
a. dann ir herschung nach dicker verwandlung hat den namen verendert 131
a.
so auch zum dickern mal.
auch im altfriesischen en thicke brand Richthofen 1072.