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Dick

ahd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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28 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Dick

Bd. 1, Sp. 1479
Dick, -er, -este, adj. et adv. welches eine Art der körperlichen Ausdehnung im Gegensatze der Länge und Breite ausdruckt; und zwar, 1. Eigentlich, da dieses Wort, 1) diese Ausdehnung überhaupt andeutet, ohne Rücksicht auf ihren Umfang. Mit dem Worte dick betrachtet man alsdann die Theile, welche einen Körper ausmachen, nicht wie sie an und neben einander, sondern wie sie über einander liegen. Es ist in dieser Bedeutung nur als ein Nebenwort in Gesellschaft solcher Ausdrücke üblich, wodurch das Maß dieser Ausdehnung bestimmt wird. Der Baum ist drey Fuß dick. Eines Fingers, oder einen Finger dick. Eines Messerrückens dick. Obgleich der Genitiv, besonders im Oberdeutschen, im Sing. häufig vorkommt, so findet im Plural doch nur allein der Accusativ Statt. Die Mauer ist viele Ellen dick, nicht vieler Ellen. Er ist so dick, als er lang ist. Dieser Baum ist dicker, als jener da. Dick in dieser Bedeutung als ein Beywort zu gebrauchen, z. B. ein vier Zoll dickes Bret, für ein Bret, welches vier Zoll dick ist, klingt unangenehm. Nur der Superlativ kann füglich als ein Beywort gebraucht werden. Das dickste Bret unter allen. 2) Eine beträchtliche Dicke habend, sehr dick, wegen der Menge der über einander befindlichen Theile einen großen Raum einnehmend; als ein Bey- und Nebenwort. (a) Eigentlich. Ein dickes Brot. Ein dickes Buch. Ein dicker Bauch. Das dicke Bein, S. Dickbein. Der dicke Darm, der Dickdarm, der große Darm in den thierischen Körpern, von welchem der blinde Darm, der Grimmdarm und der Mastdarm Theile sind. (b) Figürlich, so wohl für geschwollen, im gemeinen Leben. Ein dickes Bein haben, ein geschwollenes. Einen dicken Backen haben. Als auch für unempfindlich, gleichfalls nur im gemeinen Leben. Ein dickes Fell haben, gegen die Züchtigungen abgehärtet seyn. S. Dickhäutig. Dicke Ohren haben, Es. 6, 10, gegen alle Vorstellungen unempfindlich seyn. Ja Ps. 119, 70 kommt auch ein dickes, d. i. fühlloses, Herz vor. 2. Figürlich. 1) Aus vielen und nahe an einander befindlichen Theilen bestehend. Ein dicker Wald. Eine dicke Wolke. Eine dicke Finsterniß, 2 Mos. 10, 22. Der Lärm der Unruhe verfolgt die Freunde des Friedens durch die dicksten Schatten. Eine dicke Luft. Die Luft ist hier sehr dick. Die Bäume stehen hier sehr dick, sehr nahe an einander. Das Getreide wird dicke stehen, Ps. 72, 16. S. Dicht. Besonders, 2) wegen Menge der über einander befindlichen Theile einen größern Zusammenhang habend; vornehmlich von flüssigen Körpern, im Gegensatze des dünn oder flüssig. Dickes Blut haben. Dickes Bier. Die Tinte ist sehr dick. Der Saft wird dick. Dicke,[] d. i. geronnene, Milch; in Niedersachsen Plundermilch, Plumpermilch, in einigen Oberdeutschen Gegenden Schlocken. S. Milch und Käse. Durch dick und dünn, im gemeinen Leben, durch Sümpfe und Moräste. Besonders wird das Neutrum als ein Hauptwort oft von dem Bodensatze flüssiger Körper gebraucht. Das Dicke des Bieres, des Kaffees, der Tinte u. s. f. 3. Oft, als ein Adverbium. Diese Bedeutung ist im Hochdeutschen völlig veraltet, aber nicht in den Oberdeutschen Kanzelleyen, wo dickbemeldt, dickbesagt, dickmahls u. s. f. für oft gemeldet, oft besagt, oftmahls noch häufig vorkommen. Ottfried, Willeram, Notker, und alle Oberdeutsche Schriftsteller der ältern Zeiten gebrauchen thiko, diccho, thicco, und dikke sehr häufig für oft. Das Schwed. tikla hat gleiche Bedeutung. Densius bedeutete bey den Römern in den ältern Zeiten gleichfalls oft; in den barbarischen Jahrhunderten kommt spissus in eben diesem Sinne vor, wovon auch die Italiäner ihr spesso haben. Anm. Dick, Nieders. dick, lautet bey den ältern Fränkischen und Alemannischen Schriftstellern thicco, thicko, im Angels. dicce, im Holländ. dick, im Dän. tyck, im Schwed. tjock, im Engl. thick, im Isländ. thicke, und im Bretagnischen teo, tew. Wachter hält das Gothische takeu, in den folgenden Jahrhunderten im Oberdeutschen dichten, berühren, tangere, Griech.θεγω, für das Stammwort. So wahrscheinlich diese Ableitung ist, so scheinet doch das noch im Nieders. befindliche Zeitwort dijen, aufschwellen, ausgedehnet werden, noch mehrern Anspruch auf die Verwandtschaft mit diesem Worte zu haben. S. Gedeihen, Dicht. Dick kann im gemeinen Leben mit vielen Haupt- und Beywörtern zusammen gesetzet werden, wenn ihre dicke Beschaffenheit bezeichnet werden soll. Dickfüßig, dickbäckig, dickblütig, dickköpfig, dickbeinig, dicköhrig, dickschälig, der Dickkopf, der einen dicken Kopf hat, der Dickbauch u. s. f.
4501 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    dick

    Althochdeutsches Wörterbuch

    dick- s. auch thiggen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dickAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    dick , Adj. Vw.: s. dicke (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dick

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Dick , -er, -este, adj. et adv. welches eine Art der körperlichen Ausdehnung im Gegensatze der Länge und Breite ausdruck…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    dick

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 dick 1 die körperl Ausdehnung (Umfang, Querschnitt) bezeichnend, meist nach präzisen Maßangaben, in der geol Beschreib…

  5. modern
    Dialekt
    dick

    Bayerisches Wörterbuch · +11 Parallelbelege

    dick Band 3, Spalte 3,1657–1661

  6. Sprichwörter
    Dick

    Wander (Sprichwörter)

    Dick 1. Dick und rund, denn hast gleich ein Pfund. – Kirchhofer, 353. Sagt die Spinnerin, wenn's beim Garn aufs Gewicht …

  7. Spezial
    dick

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    dick adj. 1 (stark) gros (-sc, -ssa) 2 (beleibt) gras (-sc, -ssa), toch (toc, tocia) 3 (zähflüssig) toch (toc, tocia) 4 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dick

906 Bildungen · 792 Erstglied · 108 Zweitglied · 6 Ableitungen

dick‑ als Erstglied (30 von 792)

dickaderig

SHW

dick-aderig Band 1, Spalte 1501-1502

Dickarsch

SHW

Dick-arsch Band 1, Spalte 1501-1502

dickarschig

SHW

dick-arschig Band 1, Spalte 1501-1502

dickbackig

SHW

dick-backig Band 1, Spalte 1501-1502

Dickbauch

SHW

Dick-bauch Band 1, Spalte 1501-1502

dickbauchig

SHW

dick-bauchig Band 1, Spalte 1501-1502

dickbeerig

SHW

dick-beerig Band 1, Spalte 1501-1502

Dickbein

SHW

Dick-bein Band 1, Spalte 1501-1502

dickblütig

SHW

dick-blütig Band 1, Spalte 1501-1502

Dickbuckel

SHW

Dick-buckel Band 1, Spalte 1501-1502

dickbäckig

SHW

dick-bäckig Band 1, Spalte 1501-1502

Dickdarm

SHW

Dick-darm Band 1, Spalte 1501-1502

Dickdürr

SHW

Dick-dürr Band 1, Spalte 1501-1502

Dickes

SHW

Dick-es Band 1, Spalte 1501-1502

dickfellig

SHW

dick-fellig Band 1, Spalte 1505-1506

Dickfresser

SHW

Dick-fresser Band 1, Spalte 1507-1508

Dickfuß

SHW

Dick-fuß Band 1, Spalte 1507-1508

Dickhäuter

SHW

Dick-häuter Band 1, Spalte 1507-1508

dickhäutig

SHW

dick-häutig Band 1, Spalte 1507-1508

Dickkopf

SHW

Dick-kopf Band 1, Spalte 1507-1508

dickköpfig

SHW

dick-köpfig Band 1, Spalte 1507-1508

dickleibig

SHW

dick-leibig Band 1, Spalte 1507-1508

Dickmacher

SHW

Dick-macher Band 1, Spalte 1507-1508

dick als Zweitglied (30 von 108)

regendick

KöblerMhd

*regendick , Adj. nhd. „regendick“ Hw.: s. regendicke E.: s. regen (3), dick W.: nhd. DW-

Ädick

MeckWBN

Wossidia Ädick m. trichterförmiges Netz im Sack der Zeis', welches das Entweichen der Fische verhindert Ro Rostock@Ribnitz Ribn ; Wi; Äddig …

Aantenwädick

MeckWBN

Wossidia Aantenwädick m. Enterich Gü Güstrow@Groß Upahl GUp .

Ackerpüddick

MeckWBN

acker·pueddick

Wossidia MeckWB Ackerpüddick m. Engerling Gü, Ma, Ro, Wi, vereinzelt Pa, Sta, Wa. Syn. s. Tüffelbutt.

armsdick

DWB

arm·s·dick

armsdick , dick wie ein arm, von der dicke des arms: der baum ist schon armsdick; mit armsdickem knüttel schlagen.

bei(n)dick

Idiotikon

bei(n)dick Band 12, Spalte 1251 bei(n)dick 12,1251

bodeⁿdick

Idiotikon

bodeⁿdick Band 12, Spalte 1251 bodeⁿdick 12,1251

bratzeⁿdick

Idiotikon

bratzeⁿdick Band 12, Spalte 1252 bratzeⁿdick 12,1252

brī(w)dick

Idiotikon

brī(w)dick Band 12, Spalte 1252 brī(w)dick 12,1252

bürsteⁿ(s)dick

Idiotikon

bürsteⁿ(s)dick Band 12, Spalte 1252 bürsteⁿ(s)dick 12,1252

chatzeⁿdick

Idiotikon

chatzeⁿdick Band 12, Spalte 1249 chatzeⁿdick 12,1249

chraseldick

Idiotikon

chraseldick Band 12, Spalte 1250 chraseldick 12,1250

chresse(ch)dick

Idiotikon

chresse(ch)dick Band 12, Spalte 1250 chresse(ch)dick chresses- 12,1250

chressi(ch)dick

Idiotikon

chressi(ch)dick Band 12, Spalte 1250 chressi(ch)dick chressig- 12,1250

chrigeldick

Idiotikon

chrigeldick Band 12, Spalte 1250 chrigeldick 12,1250

chrisdick

Idiotikon

chrisdick Band 12, Spalte 1250 chrisdick 12,1250

chriseldick

Idiotikon

chriseldick Band 12, Spalte 1251 chriseldick 12,1251

chriselidick

Idiotikon

chriselidick Band 12, Spalte 1251 chriselidick 12,1251

chriseⁿdick

Idiotikon

chriseⁿdick Band 12, Spalte 1250 chriseⁿdick 12,1250

chrishageldick

Idiotikon

chrishageldick Band 12, Spalte 1249 chrishageldick 12,1249

chrisliⁿgeⁿdick

Idiotikon

chrisliⁿgeⁿdick Band 12, Spalte 1251 chrisliⁿgeⁿdick 12,1251

chruseldick

Idiotikon

chruseldick Band 12, Spalte 1251 chruseldick 12,1251

chrättlisdick

Idiotikon

chrättlisdick Band 12, Spalte 1251 chrättlisdick 12,1251

chrës(s)leⁿdick

Idiotikon

chrës(s)leⁿdick Band 12, Spalte 1250 chrës(s)leⁿdick 12,1250

chrëseldick

Idiotikon

chrëseldick Band 12, Spalte 1250 chrëseldick 12,1250

Ableitungen von dick (6 von 6)

Bedick

MeckWB

Bedick m. Name des Maulwurfs im Reim Wo. V. 1, 53d.

dicke

DWB

dicke , f. ahd. dickî, mhd. dicke. 1 1. crassitudo Dasypod. 43 c . Maaler 90 a . Schönsleder L 2. im volk hört man auch dickte. dieser kürbi…

erdicken

DWB

erdicken , crassescere, dick werden.

undicke

KöblerMhd

undicke , Adv. nhd. selten E.: s. un, dicke L.: Hennig (undicke)

verdicken

DWB

verdicken , verb. dick machen, in den wörterbüchern erst bei Adelung. 1 1) transitiv: er verdickte die säule, so dasz sie das gebälk tragen …

verdickung

DWB

verdickung , f. 1 1) das dickmachen: damit der vervielfältigung und selbst der verdickung der bücher .. gleichwohl in etwas gewehret werde, …