1BRAUSEN vb. mhd. brûsen.
mnd. brūsen;
mnl. brusen, brusscen,
nnl. bruisen
lassen sich auf germ. *brūs‐
‘brechen, krachen’ zu idg. *b
heru̯‐
‘sieden, wallen’ zurückführen (vgl. De Vries
nl. et. wb. 92b).
auch brauschen.
oft in verbindung mit sausen
vb. häufig substantiviert und als attributives part. präs.; vielfach bildlicher gebrauch mit poetisch motivierter vermischung verschiedener aspekte des bedeutungsspektrums. in bedeutung 1 a
seit dem 18. jh. zunehmende konkurrenz durch präfix‐ und partikelverben wie dahin‐, heran‐, vorbeibrausen. 1
in heftiger bewegung sein. a
sich mit hoher geschwindigkeit in eine richtung bewegen; schnell (dahin)fahren, rasen; in den ältesten belegen auch ‘gegen etwas anrennen, angreifen’: ⟨1297/8⟩ er kunde gêen zû prûsen/ wol, mit den heidenscheften/ torste er sich beheften
livländ. reimchr. 4390 M. ⟨u1330/40⟩ sî besamintin ein her/ unde nâmin hin dî kêr/ mit vîentlîchim prûsin Nicolaus v. Jeroschin
kronike 12007 S. 1632/3 die winde reißen aus/ und brausen durch die welt Fleming
ged. 1,50 LV. 1776/80 wo noch kein europerseegel braußte,/ .. wohnt auf einem eiland – er allein Schiller
1,22 nat. 1819
(der schafhirt,) der zur mitternachtsstunde mit schauer und entsetzen gesehen haben wollte, wie das fräulein auf einem besen brausend durch die lüfte fuhr E. T. A. Hoffmann
5,12 G. ⟨1895⟩ und um die biegung des weges braust der general, und hinter ihm das husarenregiment Liliencron
s. w. (1904)1,161. 1928 die elektrischen wagen klingelten und brausten Braun
zwei erz. 38. 1969 damals aber standen wir unten, und oben brausten die züge Seyppel
Conny 71. 2011 nach wenigen tagen brauste eine fahranfängerin des nachts mit vollgas und ausgeschaltetem licht in die insel
nürnb. ztg. (5.10), IdS-arch. b
stürmen, wehen; im part. präs. auch heftig, stark: ⟨13./14.jh.⟩ er bruset’ in dem huse, reht’ sam ein sturm wint
minnesinger 3,294b H. ⟨1544⟩ in dem lesen kompt der heilige geist: .. mit eim starcken brausen, das sie sich ohn zweifel geforchtet, das haus wurde einfallen
(nachschr.) Luther
w. 49,443 W. ⟨v1565⟩ er wird kein rohr sein, sondern ein wol eingewurtzelter baum wieder alles blasen, hauchen, sausen vnd prausen der winde Mathesius
Syrach (1586)1,93a. 1624 ach das der scharrfe nort so prauset ohne rhue Opitz
t. poemata 186 HND. 1712 prester, ist ein ungestümer brausender wind Marperger
natur‐lex. 1000. 1775 in einigen ist’s wie’n sturm, der durch ’n grossen wald braust Claudius
s. w. 1/2,105. 1846 einen schönren großartigen gießerraum, oder räume habe ich mir nie selbst im traume nicht gewünscht, die öfen haben einen brausenden zug Rauch
brw. 2,237 E. 1885 der sturm braust durch die täler Raabe
16,332 H. 1920 wie ein sturmwind braust Johann Christian Günther .. in die deutsche dichtung Klabund
kunterbuntergang 308 Sch. 1965 wenn so ein richtiger orkan über diese halbinsel brauste Kahlow
urlaub 37. 2005 ein heißer wind braust über die märkische landschaft
nürnb. ztg. (12.4.), IdS‐arch. c
tosen, aufbranden (von wasser): M/E15.jh. das wasser gieng zü prussen/ vnd schlüg zü ber vnmossen ho
erz. altdt. hss. 634 LV. 1523/4 eyn tieffe rufft der andern vber dem braüsen deyner flutt Luther
bibel 1,499 W. ⟨1560⟩ hört, wie das wilde meer thut sausen,/ mit grosser ungestüm thut prausen Sachs
11,419 LV. 1645 viel sind der meinung, daß das alte gedichte der strudel charybdis von den norwegischen meerschlund entstanden sey, welcher .. wasser, walfische .. und was vorhanden, mit solcher gewaltsamkeit, umdrehen und brausen in sich schlukket, daß es unaussprechlich Klaj
redeoratorien 179 W. 1672 habe ich nicht die brausende see gesehen ihre grausame wellen über meinen kopf werfen und ihren ungeheuren rachen aufsperren, mich zu verschlingen?
kunst über alle künste 38. 1724 das brausen des meeres entstehet durch das schlagen der wellen Ch. Wolff
gott, anm. 441. 1767 weit von seiner geliebten, kann der jüngling sich unter einen haufen gezückter schwerdter stürzen, oder den brausenden wellen trotzen Garve
vertraute br. (Leipz. 1801)213. ⟨1800⟩ den fels erschütternd,/ brauste der ozean, sang das grablied Klopstock
w. (1798)7,31. 1882 eine rede schwirrt und irrt und rauscht,/ flutet höher, höher stufenweis,/ braust wie meeresbrandung, füllt den kreis C.
F. Meyer
1, 258 Z./Z. 1914 ich fühle, wie es wogt und braust und brandet;/ und wie ein treibender am strande landet,/ so rett ich mich in eine ecke hin Lersch
abglanz 26. 1994 sie
(drachen) trudelten kreisten sirrten hoch in den lüften oder stürzten sich meschugge zuletzt in die brausende see Kirsch
leben 16. 2004 dann weicht die friedliche stille einem lauten brausen; ebbe hat eingesetzt, und der tidenhub presst das wasser durch den laguneneingang in den ozean hinaus
nat. geographic Dtld. 2,114a. d
sprudeln, brodeln. häufig bildlich für geistige, emotionale hochgestimmtheit: 1542 macht nicht so heiß das siedend öl/ welchs sunst hart gnug braust in der hell
sat. u. pasquille 21,113 Sch. ⟨v1565⟩ ein newer freund, spricht er, ist wie ein most. .. er .. prodelt, gieret, praust vnd saust im fasse Mathesius
Syrach (1586)1,55b. 1604 der brausende vnd gehrende wein Colerus
oecon. 2,27b. 1657 die liebe wenn sie neu, praust wie ein junger wein Silesius
wandersmann 130 HND. 1721 nur mercke ich noch an, daß der most sehr brauset, wenn man ihn in einen ort bringet, wo keine lufft ist Ch. Wolff
vers. 1,422. 1760 hüte dich vor diesen brausenden aufwallungen, die deinem herzen so natürlich sind Wieland
I 3,57 ak. 1827 man gießt das wasser, womit man frisch gebrannten kalk gelöscht hat, kurz nachher, wenn der kalk zu brausen und zu kochen aufhört, ab
engl. goldgrube 3/4,76. 1851 ich war bescheiden und wurde erst drechsler, bis sich der gährende, brausende künstlerdrang nicht mehr halten ließ Gutzkow
ritter (1850)4,310. ⟨1906⟩ das neue glücksgefühl ging brausend wie ein junger wein durch sein blut und durch seine gedanken Hesse
ges. dicht. (1952)1,465. 1954 finge sie doch endlich einmal zu brausen an, diese muffige, abgestandene, in essig eingeweckte welt Bergengruen
rittmeisterin 92. –
stark wirken, berauschen: 1657 der geist praust ja wie most: die jünger allesambt/ sind gleich dem trunkenen entzündt und angeflambt Silesius
wandersmann 95 HND. 1729 so brausender, als süsser most!/ du jährend marck der schlancken reben!/ geschenck des Bacchus: nectar‐kost! Hagedorn
ged. 22 DLD. 1794 dieses innere, fast schmerzliche brausen der freude raubte ihm anfangs das vermögen, den in griechischer schönheit aufgebaueten frühlingtempel in eine stille helle seele aufzufassen Jean Paul
I 4,100 ak. 1837 er
(wein) braust mir so im kopfe Kurz
brw. 22 K. 1854 sie trank nun mehreremal von dem brausenden weine, den sie in ihrem leben noch nie getrunken Keller
18,233 F. 1921 wermut mischte sich nun in den brausenden becher der freude G. Hauptmann
Anna 26. 1954 mich erfaßte und schüttelte eine stürmische freude, brausend wie föhn, gärgeruch, trunkenheit Bergengruen
rittmeisterin 49. e
schnell, unaufhaltsam dahinfließen, ‐strömen: 1576 die Limmat ../ erzeygt sich wild mit rauschen, praussen Fischart
1,140 DNL. ⟨v1664⟩ man hat diß blut gehämmt, als es sich brausend rührte Gryphius
trauersp. 754 LV. 1723 das wasser brausete heftig genug und schosse wie ein pfeil daher Messerschmidt
Sibirien 2,81 W. 1787 zu heftig braust das blut in deinen adern Schiller
5,2,202 G. ⟨v1809⟩ ein brausender strom von neuen gedanken und empfindungen öfnete sich den eingang in meine seele Pfeffel
pros. vers. (1810)5,22. ⟨1863⟩ lasset der sünde und der schande strom schießen und brausen Raabe
9,1,195 H. 1904 ein geradezu überwältigender brausender strom endlich der fesseln lediger geistiger kräfte tritt uns auf protestantischem boden in den 150 jahren entgegen Schubert
kirchengesch. 234. 1951 die ganze breite des riesigen boulevards ist nun erfüllt von einem brausenden menschenstrom Weinert
camaradas 182. 2008 im tal braust der fluß
Rhein‐ztg. (12.7.), IdS‐arch. 2
von emotionen, leben erfüllt sein. a
wüten, toben, eifern: 1525 wenn wo sie sich beschneiden liessen, nenneten wir sie nit mit rechte beschnidten jüden? ob sie gleich drumb schnaubten vnd prauseten Karlstadt
in: Luther
w. 18,121 W. ⟨v1565⟩ die gottlosen .. zoͤrnen, wuͤten, toben, prausen vnd schnauben, wie Saulus wider die christenheit Mathesius
Syrach (1586)2,13b. ⟨1634⟩ jetzt kan ich nicht genesen,/ muß heulen, wie ein grimmes thier/ für vngedult vnd schmertzen,/ für brausen, welches für vnd für/ mir wohnet in dem hertzen Opitz
geistl. poemata (1638) 207 faks. 1669 wie dieser tantz bald auß war, fieng die gantze höllische gesellschafft an zu rasen, zu ruffen, zu rauschen, zu brausen, zu heulen, zu wüten und zu toben, als ob sie alle toll und thöricht gewest wären Grimmelshausen
Simplicissimus 144 Sch. 1732 denn wenn er
(der bergmann) einen fremden spührt,/ der mit ihm gleichen endzweck führt,/ so fängt er trefflich an zu brausen Henrici
ged. (1727)3,427. 1791 was bin ich einzelner gegen die empörte menge? – ich höre schon den eiferer Xaira brausen Kotzebue
sonnen‐jungfrau 151. 1818 darauf soll sie
(die staatsklugheit) sinnen, wie sie die brausenden geister .. sänftigen und fassen möge in neuen formen Görres
13,30 Sch. ⟨1854⟩ und wer zählt die felsenblöcke,/ die ich brausend dort zerschmettre? Scheffel
5,52 P. 1914 von der kanzel aber brauste es weiter, und unter ihr sündigte Rudolf eine liebe, süße sünde Kröger
nov. 5,199. b
pulsieren, unablässige, lärmende betriebsamkeit entfalten; mitunter pejorativ (vgl. in saus und braus leben
). part. präs. auch turbulent, schnellebig: ⟨v1564⟩ wie mancherlay pasquilli vnnd famos buͤchel vor vnnd nach seinem todt von jhm felschlich gedichtet, was für rausen vnnd prausen der vngestuͤmen welt er vberstehen muͤssen
in: Staphylus
abfall (1565) a 3b. 1601 gutt gsell denck dran/ wie dwelt jetzt praust Höck
blumenfeld 43 HND. 1787 nach dem brausenden getümmel/ seufz’ ich müde nach der ruh Schubart
s. ged. 1,279. ⟨1843⟩ seine
(Franz von Assisis) bekehrung vom brausenden weltleben .. zog Clemens besonders an Auerbach
(1857)1,387. 1853 weit draußen vor dem ort noch hörte er das lärmen und brausen der leute Mörike
23,179 M. 1911 auf irgendeinem seiner sausenden und brausenden feste hat der bürgermeister ausgerufen: gott vernichte alle feinde des kaisers! Bahr
austriaca 17. 1980 nun hatte er es wieder mit der wirklichen, brausenden, sich ewig wandelnden welt zu tun Strittmatter
wundertäter (1957)3,21. c
vor tatendrang, übermut sprühen, sich begeistern. von 1 d
her: ⟨v1709⟩
(der soldat) stoltziert und braust auf gut soldatisch mit dieser baarschafft Abraham a
s. Clara
kramer-laden (1710)1, 161. 1755 man hat zwar exempel, daß ein junger richter, der in den ersten zwey jahren voll von seiner neuen weisheit, braust, im dritten jahre zu verstummen anfängt Rabener
sat. (1751)4,257. 1800 die jugend brauset, das leben schäumt,/ frisch auf, eh der geist noch verdüftet Schiller
8,54 nat. 1861 katzenmusiken und strassentumulte, die der brausenden universitätsjugend in ihrem kampfe mit dem gelehrten und dem bürgerlichen philisterthum unter umständen recht gut anstehen, sind in meinen augen äußerst zweideutige, ja gefährliche politische mittel Hebbel
I 10,235 W. 1915 je ruhiger es um ihn war, desto lauter sprach zu ihm der schmerz und die sehnsucht und das verlangen nach tollen und brausen in jungem übermut Haas
Triebl 99. 3
geräusche (unterschiedlicher lautstärke, qualität und wirkung) hervorbringen. a
vielstimmig (sehr laut) tönen, widerhallen, donnern, dröhnen: 1557 welche büchsen dieweil sie ein greuwlichs knaschlen vnd brausen von sich geben, nichts anders als wann es donnerschlaͤg waͤrendt Bech
bergkwerck 9. 1612 wenn ein grosses fest oder fürnemer sontag eintritt, so mus zu erst die grosse glocke im thurm prausen vnd stimmen Herberger
trawrbinden (1611)2,141. v1657 die ohren, taub von sausen,/ die hören hier trompet, her schwerdt und drommel brausen Gryphius
trauersp. 292 LV. 1742 es erhub sich ein brausendes zuruffen, und starkes händeklatschen der herrschenden poeten und kunstrichter Bodmer
in: samml. crit. schr. 3,199. ⟨v1791⟩ nur vernachlässigt er zuweilen seine chöre, die oft mehr brausen und toben, als durch richtige harmonien auf den hörer wirken Schubart
tonkunst 116 Sch. 1842 ‘bleib unter deinen Märkern!’ brauste es Alexis
Woldemar 3,222. 1859 schon braust die orgel, der gesang der menge fällt ein Raabe
2,146 H. 1920 drin brauste die unterhaltung Döblin
Wallenstein 1,148. 1964 etliche menschen in der brausenden kirche aber zitterten, auch wenn’s niemand merkte Graf
Banscho 145. 2004 es war ein prächtiges spektakel, umtost vom brausen, das herr Jacek den 4000 pfeifen entlockte
n. zürch. ztg. (23.9.)51d. b
in verbindungen wie es braust jmdm. in den ohren
stress‐ oder krankheitsbedingt unter meist von ohrgeräuschen begleiteten kreislaufproblemen leiden: ⟨1562/4⟩ wie er
(Luther) dißmals ein harten schwindel vnd groß sausen vnd prausen ein lange zeyt inn ohren fuͤlet Mathesius
ausgew. w. 23, 290 L. ⟨u1630⟩ der schweiß war auff der haut, das prausen in den ohren Opitz
op. [1689]2,36. 1729 vor sausen, brausen in den ohren/ ist hier mein spiritus erkohren Henrici
ged. (1727)2,182. 1777 beweiß das brausen in den ohren während des schlafs, das bey erwachen nur sehr schwach befunden wurde Lichtenberg
aphorismen 3,244 DLD. 1810 wenn’s mir doch nur ein wenig in den ohren brauste, oder das herzwasser lief’ mir Hebel
s. poet. w. 3,201 K. ⟨1895⟩ ein tödlicher schreck lähmte ihm auf augenblicke alle sinne; es brauste ihm vor den ohren, seine augen verdunkelten sich Heyse
[1924] III 3,493. ⟨1909⟩ es sauste und brauste ihm in den ohren und seine brust flog Löns
s. w. 8,172 C. 1965 mir brauste es in den ohren
wochenpost 5,13a. c
heftig (erregt) atmen, schnaufen, schnauben, niesen: A17.jh. spriz ihm salz in die nasenlöcher, sobaldt es brauset, so ist es gesundt Groenrodt
pferdearzneib. 79 H. ⟨1682⟩ es
(das pferd) soll haben .. grosse aufgeblasene und brausende nasenlöcher Hohberg
georgica (1687) 2,151b. 1719 wann gifftig stinckende nebel sind, zerscharren sie
(hirsche) die ameißhauffen, riechen darein und brausen von solchem starcken spiritu, reinigen durch das niesen ihr gehirn Fleming
jäger 1,94a. 1790 die wilde anarchie braust, wiehert, schüttelt die mähne
chronik 58 Sch. 1838 die mähne streicht er ihm, da fängt es
(das pferd) an zu brausen Rückert
Rostem 77. ⟨1937⟩ eine vom bunde freigemachte garbe wird einem in die arme gelegt, und man muß sie dem brausenden maul der maschine .. einschütten G. Hauptmann
ausgew. prosa 3,275 M. d
rascheln, rauschen, knistern: 1611 ach fürchte dich für menschen nicht, er ist nur ein prausendes rauschendes blat Herberger
trawrbinden 1,378. 1794 wie ein vollbelaubter wald immer brauset, ohne sich mit einzelnen aesten zu bewegen Jean Paul
I 3,205 ak. 1812 es war ein regnerischer sonntag, .. die tannenwälder brausten Uhland
brw. 1,289 H. ⟨1850⟩ die feder knarrt und das papier rauscht und braust Scheffel
4,9 P. 1918 wenn regen und sturm die menschen fortgefegt hatten, dann brausten die baumkronen Bartsch
dichter 8. 1962 sie trabten durch felder und wälder, durch tag und nacht. pfützen spritzten, wipfel brausten Marg
Demetrius 1,622. e
durch bewegung (in luft, wasser) geräusche hervorbringen; schwirren, summen: 1611 welche
(bienen) fein frisch vnd böse sind, .. stechen vnd brausen Colerus
oecon. 4,545. ⟨1740⟩ der paradießvogel ist gar klein von leibe; aber die bunte federn‐menge, womit er brauset, machet ihn einem grossen vogel gleich Lindenborn
Diogenes 1(1742)73. 1778 schützt sie wider hof und stadtleute, die .. gewohnt an italienische musik, .. keine biene schwärmen, keinen käfer brausen hören können Hippel
lebensläufe 1,253. 1835 ich höre stumm dem brausen des wasserrades zu Chamisso
w. (1836)6,240. ⟨1884⟩ das macht mir so wenig, wie dem müller das brausen der mühlenflügel Heyse
[1924] I 4,259. 1930 die schraube hinten braust dabei in der luft. schwere fahrt! G. Hauptmann
leidenschaft 2,84. 1964 das unaufhörliche brausen der bienen hinter onkel Dowids kinderschule Bobrowski
Levin 91. 2004 langsam verändert sich der luftdruck auf der bühne, und allerlei schwirren, sausen und brausen kommt auf
n. zürch. ztg. (24./25.4.)36a. 4
phraseologisch. –(in) sausen und brausen
im überfluß, verschwenderisch; vgl. in saus und braus
(1DWB 8,1927): 1522 und geht alle wellt yn fressen, sauffen .. frey, das es saußet und braußet Luther
w. 10,1,2,119 W. 1677 sie
(haben) mit Nabal etliche jahre in sausen und brausen gelebet Butschky
Pathmos 291. 1799 und es wurde manche liebe nacht/ in sausen und brausen zugebracht Kortum
jobsiade 1,47. ⟨1859⟩ auch Emil und ich hatten die ehre, bisweilen mit sausen und brausen zu dürfen Holtei
erz. schr. (1861)30,192. –
in verbindungen mit kopf
an schwindel, kopfschmerzen leiden; auch psychisch überfordert sein: 1560 so im der kopff hebt an zu prausen/ und im die ohren werden sausen Sachs
6,390 LV. 1669 der kopff fieng mir dahero an zu brausen und zu wüten, als ob er zerreissen wolte Grimmelshausen
Simplicissimus 107 Sch. 1794 was braust mir da im kopfe! Kotzebue
Wampum 49. ⟨1816⟩ weg da! mir braußt der kopf, ich bin schon toll Tieck
(1828)3,113. 1926 sein kopf braust
F. Wolf
kreatur 31. ⟨1955⟩ mir begann das gehirn zu brausen von dem ungewohnten druck des wassers, doch ihm schien die nähe des ziels nur größere kräfte zu verleihen Nossack
begegnung (1963)336. Redzich