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bogen

ahd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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37 in 25 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bogen

Bd. 3, Sp. 137
Bogen, in der Geometrie ein Teil einer krummen Linie. Der B. ist stets größer als die seine Endpunkte verbindende gerade Linie oder Sehne. Über den Kreisbogen vgl. Kreis. In der Baukunst bezeichnet B. meist die krumme Linie, nach der die eine Öffnung überspannende Konstruktion ausgeführt wird, und weiter diese Konstruktion in ihrer Körperlichkeit selbst. Man unterscheidet den Bogenscheitel als den höchsten, den Bogenfuß als den tiefsten Punkt und den Bogenschenkel als den zwischen beiden gelegenen Teil des Bogens. Die vordere und hintere Fläche des körperlichen Bogens heißen die Bogenstirnen (Häupter), die obere und untere Fläche die Bogenleibungen. Steinerne B. werden durch Auskragung hergestellt (ältere Art) oder gewölbt, hölzerne meist aus einzelnen Bohlstücken zusammengesetzt, seltener aus gebogenen Bohlen oder Balken oder aus krumm behauenen Balken gebildet. B. aus Gußeisen werden meist aus einzelnen unter sich verschraubten Platten, solche aus Walzeisen meist aus einzelnen unter sich vernieteten Blechplatten und Profileisen zusammengesetzt. Bei den gewölbten B. (Mauerbogen) nennt man den im Bogenscheitel sitzenden Stein den Schlußstein, den unter dem Bogenfuße befindlichen obersten Teil des den schrägen, nach außen gerichteten Druck des Bogens aufnehmenden Widerlagers den Kämpfer. 200@@break Die Entfernung von Kämpfer zu Kämpfer nennt man die Spannweite, die Höhe des Scheitels über der Fußlinie (Kämpferlinie) den Stich (Pfeil) des Bogens. Tragbogen dienen unmittelbar zur Unterstützung einer aufliegenden Last; Entlastungsbogen vermindern den Druck einer Auflast, z. B. auf einem Fenstersturz, liegen also ganz im Mauerwerk; Gurtbogen teilen und verstärken Gewölbe oder übertragen deren Schub, treten also an Stelle der Widerlagsmauern. sobald zwei gewölbte Räume frei miteinander verbunden werden sollen; Schild-, Stirn- oder Wandbogen liegen gurtbogenartig vor geschlossener Wand; Strebebogen steigen, wie in der gotischen Baukunst (s. Tafel »Kölner Dom III«, Fig. 2 u. 3), einseitig an und übertragen den auf höhere Pfeiler ausgeübten Gewölbeschub auf niedriger liegende Widerlager (Strebepfeiler); Erd- oder Grundbogen verbinden, den Scheitel nach unten gekehrt, einzelne Grundpfeiler und verteilen dadurch deren Belastung auf eine größere Fläche des Baugrundes. Als Hauptbogenformen unterscheidet man: den Rund- oder Halbkreisbogen (Fig. 1, S. 137); den Flach- oder Stichbogen (Fig. 2 u. 3); den Ellipsenbogen, der ebenso aus einer halben Ellipse besteht wie der Rundbogen aus einem Halbkreis; den Korbbogen, der der bequemern Zeichnung wegen in der Praxis häufig an Stelle des Ellipsenbogens tritt und sich aus 3, 5, 7 etc. aus ebensoviel verschiedenen Mittelpunkten geschlagenen Kreisbogenstücken zusammensetzt (Fig. 6 u. 7 mit Andeutung der Konstruktion). Ein Spitzbogen entsteht durch Brechen der Kreisbogenlinie nach Fig. 4 und 5, wobei man den gedrückten (Fig. 4, mit ef >, höchstens = eh) und den schlanken Spitzbogen (Lanzettbogen, Fig. 5, mit ef < eh) unterscheidet. Ein gerader, aber gewölbter Sturz (Fig. 14) heißt ein scheitrechter B. Andre B. zeigen die Figuren 8–22. Bei dem verschobenen B. bildet die innere Leibung mit der einen Bogenstirn einen schiefen Winkel. Bei Brückengewölben mit gerade abgeglichener, entweder von beiden Seiten nach der Mitte steigender oder wagerechter Brückenbahn entsteht als Gleichgewichtskurve, also als ideeller B., der Klinoidenbogen, der am Scheitel flach abgerundet ist, und dessen Schenkel nach dem Bogenfuß hin eine fast gerade Form und eine stets mehr oder minder geneigte, aber nie lotrechte Lage annehmen. – Für die äußere Erscheinung der Bogenstirn sind zwei grundsätzlich verschiedene Auffassungen zu unterscheiden: der Faszien- oder Archivoltenbogen und der B. mit ausgesprochener Wölbfuge. Die erstere Art ist gewissermaßen nur gebogener Balken, sie gehört der Antike und den von ihr abgeleiteten Bauweisen an und besteht aus einem bogenförmig bearbeiteten Stein (Bogensturz), oder sie ist nur ausgekragt (Bogenstellung der Wasserleitung in Athen). Später wird diese Bogenform zwar auch durch Wölbung hergestellt, die Wölbfuge spricht aber dem Archivoltenprofil gegenüber formal wenig mit (Fig. 23). Der B. mit ausgesprochener Wölbfuge ist, wenn er auch schon früher vorkommt, die eigentlich mittelalterliche Bogenart. Die Bogenstirn wird bei ihm entweder nach oben durch die Leibungslinie begrenzt (Fig. 24), oder sie hat, so besonders in der Renaissance, eine in den Fugenverband der anschließenden Übermauerung überleitende Begrenzung (Fig. 25). Bei den spätern Stilperioden angehörigen, reichern, zusammengesetzten Bogenformen (Fig. 15–22) tritt dieser grundsätzliche Unterschied mehr zurück. Diese B., z. T. Spielereien von untergeordneter konstruktiver Bedeutung, werden überhaupt mehr durch der Form irgendwie angepaßten Steinschnitt als durch eigentliche Wölbung hergestellt.
4898 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    bogênsw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    bogên sw. v. , mnl. bogen; vgl. mhd. gebogen. — Graff III, 37. pog-: inf. -ên Np 56,7; part. prs. -ende Npgl ebda. sich …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bogenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    bogen swv. BMZ BMZ intr. einen bogen bilden, in bogen sich bewegen. sardinicus dâ swebende ist bogende ob den porten j.T…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bogen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    bogen, sw. v. beugen, biegen.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bogen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Bogen , des -s, plur. die Bogen, alles, was krumm gebogen ist, oder eine gebogene Gestalt hat. Besonders, 1. Ein jed…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bogen

    Goethe-Wörterbuch

    Bogen Pl für Bed B 1 gelegentl ‘Bögen’; üb die Hälfte der knapp 900 Belege in B 2 A Biegung, Gebogenes 1 bogenförmiger V…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bogen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Bogen , alte Waffe zum Abschießen der Pfeile; in der Geometrie ein Theil einer krummen Linie; in der Baukunst die Ueberw…

  7. modern
    Dialekt
    Bogen

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Bogen Band 2, Spalte 2,1580–1583

  8. Sprichwörter
    Bogen

    Wander (Sprichwörter)

    Bogen 1. Aus schlaffem Bogen fliegt kein Pfeil. Holl. : Slappe bogen zijn krachteloos. ( Harrebomée, I, 76. ) 2. Den Bog…

  9. Spezial
    Bogenm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Bogen , m лист , м (в книге)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bogen

638 Bildungen · 217 Erstglied · 418 Zweitglied · 3 Ableitungen

bogen‑ als Erstglied (30 von 217)

Bogenholz

SHW

Bogen-holz Band 1, Spalte 989-990

Bogenkorb

SHW

Bogen-korb Band 1, Spalte 989-990

Bogenkugel

SHW

Bogen-kugel Band 1, Spalte 989-990

Bogenlampe

SHW

Bogen-lampe Band 1, Spalte 989-990

Bogensäge

SHW

Bogen-säge Band 1, Spalte 989-990

Bogenweg

SHW

Bogen-weg Band 1, Spalte 989-990

bogenære

Lexer

bogen·aere

bogenære , bogener stm. bogenschütze Griesh. denkm. 31. Mh. 1,211. Cp. 11 ; bogenmacher Netz 11297. pogner oder armprostmacher Voc. 1482.

*Bogenarius

MLW

bogen·arius

* Bogenarius , -i m. ( MLW theod. MLW vet. bogenaere) vice cognominis MLW i. q. arcuarius — Bogenschütze, ‘ Bogner ’ : MLW Albert. Stad. ann…

Bogenbalken

RhWB

bogen·balken

Bogen-balken RhWBN b·ə.x- Erk-Rurich m.: Verbindungsbalken der beiden Mittelbalken im Seitengiebel des Fachbaues.

bogenberühmt

DWB

bogen·beruehmt

bogenberühmt , κλυτότοξος : dem bogenberühmten lykischen Phoibos. Bürger 213 b .

Bogenbetrag

GWB

bogen·betrag

Bogenbetrag Anzahl der sich ergebenden Druckbogen dieses Manuscript, dessen künftiger B. sich leicht ausrechnen läßt GWB B10,334,2 Schiller …

bogenbrücke

DWB2

bogen·bruecke

bogenbrücke f . (zu DWB2 2 ): 1785 Hirschfeld gartenkunst (1779)5,202. 2007 mannh. morgen (19.3.), IdS‐arch.

bogen als Zweitglied (30 von 418)

Ɉochbogen

Campe

Der Ɉochbogen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. in der Zergliederungskunst, ein Bein des Gesichtes, welches durch den Schläfenfortsatz verbunden…

Spannungsbogen

RDWB1

Spannung·s·bogen

Spannungsbogen m übertr. dem Redner ist es gelungen, einen ~ aufzubauen - оратору удалось создать напряжение, оратору удалось приковать к се…

Abzugsbogen

Campe

abzug·s·bogen

Der Abzugsbogen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. in den Buchdruckereien derjenige Bogen, welcher zur Probe und Durchsicht abgezogen wird. Poetevi…

AKTENBOGEN

DWB2

akten·bogen

DWB2 AKTENBOGEN m. DWB2 für akten verwendeter bogen papier: DWB2 1913 ich werde .. alle rein dienstlichen angelegenheiten auf sog. aktenboge…

Amphitheaterbogen

GWB

amphitheater·bogen

Amphitheaterbogen die letzte Gegend [ Wallis, bei Sion ] ward wie mit einem A. durch eine Reihe von Schneegebirgen geschlossen GWB 19,264,11…

Anbogen

RhWBN

An-bogen: in der Wend .: A. hollen einen Anlauf nehmen Bernk-Hunolst Merschd .

Anmeldebogen

LDWB2

An|mel|de|bo|gen m. (-s, ...bögen) formular d’anunzia m.

Armbogen

RhWB

arm·bogen

Arm-bogen RhWBN ęrəmsb:γə MüEif , Sieg-Fussh ; ęrəm- Bergh-Blatzh ; -b:γəl Köln-Poulh m.: 1. Ellenbogen. — 2. Ofenrohrkniestück Bo-Witters…

Augenbraunbogen

Campe

Der Augenbraunbogen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. in der Zergliederungskunst, diejenigen Theile des Stirnbeines unter den Stirnhöckern, welche…

Ausbeutbogen

Campe

Der Ausbeutbogen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. in den Bergwerken, ein gedruckter Bogen, auf welchem vierteljährig die Zubuße und Ausbeute beka…

Ausbeutebogen

DRW

ausbeute·bogen

Ausbeutebogen Zechenverzeichnis mit Angabe der zu verteilenden Ausbeute Veith,Bergwb. 38 Faksimile

ausbogen

DWB

aus·bogen

ausbogen , arcuare: das mit kleinen gebäuden umgebene rund in kleineren halbcirkeln ausgebogt. Göthe 28, 116 .

Ausgebogen

Herder

aus·gebogen

Ausgebogen , in der Heraldik eine Wappenfigur, die aus krummen, nach dem Felde sich biegenden Linien besteht.

aushängebogen

DWB

aushang·e·bogen

aushängebogen , m. plagula speciminis causa excusa, weil solche bogen an der presse ausgehängt werden: mir gefiel es gar nicht übel, meine w…

Aushängebogen

Herder

Aushängebogen , die ersten correkten Druckbogen, welche nicht in die Auflage mitgezählt werden, und dem Verfasser, Verleger u.s.w. zum Nachs…

Ausschußbogen

Campe

ausschuss·bogen

Der Ausschußbogen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. in den Buchdruckereien, ein fehlerhafter ausgeworfener Bogen.

Baschkirenbogen

GWB

baschkiren·bogen

* Baschkirenbogen Was dächten Sie, wenn .. ich Ihnen einen ächten B. in die Hände legte .. er ist noch in demselbigen Stande, wie er im Jahr…

Bausch und Bogen

Herder

Bausch und Bogen . Ein Kauf in B. u. B. (en bloc) ist ein solcher, der sich über eine ganze Partie von Waaren erstreckt, ohne nähere Ermittl…

Berichtigungsbogen

Campe

berichtigung·s·bogen

○ Der Berichtigungsbogen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. der zur Berichtigung der Druckfehler, eigentlich Setzfehler abgezogene Bogen einer Druc…

bilderbogen

DWB

bilder·bogen

bilderbogen , m. plagula figuris impressa, ein mit bildern bedrucktes papier. Logau 2, 243 braucht es vom thierkreis: hatte gleich den bilde…

Bindebogen

LDWB2

binde·bogen

Bin|de|bo|gen m. (-s, ...bögen) ‹mus› (bei Musiknoten) liadöra (-res) f.

Blahbogen

PfWB

blah·bogen

Blah-bogen m. : Pl. 'hölzerne oder eiserne Bogen, über die die Blahe gespannt wird', Blahbee (-bē) [ PS-Steinalb ], -bege (-begə) [ LU-Alsh …

Blitzebogen

PfWB

blitze·bogen

Blitze-bogen m. : ' Armbrust der Knaben ', Blitzebooe [ RO-Lettw ]. Diese Angabe gilt für 1932; 1957 galt an demselben Orte Flitzebooe, s. K…

Bolzbogen

RhWB

bolz·bogen

Bolz-bogen bltəb:m MGladb-Rheind ; btəb·ə.x Heinsb m.: Flitzbogen der Knaben.

Ableitungen von bogen (3 von 3)

erbogen

Lexer

er-bogen swv. BMZ sich gegen einem, sich widersetzen Mart. (= 2,70 swie dic erbroget gein im der kranke stoup).

gebogen

Lexer

ge-bogen swv. BMZ intr. mit dat. sich einem unterwerfen Diut. ( geistl. strît ).

verbogen

GWB

verbogen [bisher nicht publizierter Wortartikel]