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bluehen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

blühen

Bd. 2, Sp. 154
blühen , florere, ahd. pluohan, pluojan, pluon (Graff 3, 239); mhd. blüejen, blüen, bluon (Ben. 1, 215); alts. blôian, blôan, nnl. bloejen; ags. blôvan, engl. blow. allen nord. sprachen gebricht das einfache wort und in der goth. ist es nicht [] zu ersehen; im ags. rühren blôvan florere und blâvan flare dicht aneinander und beide bilden das praet. stark bleov, von blôvan lautet das part. praet. blôven, von blâvan blâven; im engl. blow, praet. blew fallen sie ganz zusammen. auch ist nahe verwandtschaft zwischen blühen und blasen, dem buchstab und dem begriffe nach nicht zu verkennen, die blume bricht und geht aus der knospe wie die luft aus dem munde; lat. florere steht für flosere (wie flos floris für flosis), oskisch hiesz der junius flusalis = floralis, blütezeit, flosere aber liegt unserm blasen (oben sp. 68), flare unserm blähen und blühen parallel (vgl. θάλλω, θαλῶ); wie natürlich sind im engl. blow beide vorstellungen geeinigt. zur seite stehen sich auch die subst. bluost und blâst, sie erinnern an βλαστός, βλάστη keim, sprosz, blatt, zugleich an βρύω blühe, spriesze. bemerkenswerth ist die übereinkunft des welschen blodeuo blühen, armor. bleuni. da den Gothen blasen blêsan lautete, darf man für blühen blôvan mutmaszen, praet. baiblôv = ags. bleov. wir haben nur die schwache flexion, ahd. pluohta, pluota, mhd. bluote, nhd. blühte, denn in diesem worte ist das h kein dehnendes, obschon es ausfallen kann. in blio, bleo steht der diphthong ab dem von blô, bluo, sonst gemahnt blühen an gefärbt sein und in blume werden wir mehrfach die vorstellung von bunt enthalten sehen. 11) blühen von pflanzen, den gipfel des wachsthums erreichen: der weinstock hatte drei reben und er grünete, wuchs und blüete. 1 Mos. 40, 10; gleichwie ein gras, das da früe blüet und bald welk wird. ps. 90, 6; ein mensch ist in seinem leben wie gras, er blüet wie eine blume auf dem felde. 103, 15; wenn der mandelbaum blühet. pred. Salom. 12, 5; ich bin hinab gegangen, zu schawen ob der weinstock blühet, ob die granatepfel grüneten. hohelied 6, 10; das wir sehen, ob der weinstock blühet und augen gewonnen habe. 7, 12; und das gefilde wird frölich stehen und wird blühen wie die lilien. Es. 35, 1; sihe der tag, sihe er kompt daher, er bricht an, die rute blühet (ἰδοὺ ἡμέρα κυρίου! εἰ καὶ ῥάβδος ἤνθηκε). Ez. 7, 10; ich wil Israel wie ein thaw sein, das er sol blühen wie eine rose. Hos. 14, 6; und sollen unter seinem schatten sitzen und blühen wie ein weinstock. 14, 8; blühet wie die lilien und riechet wol. Sir. 39, 18; im bluost der reben, so die reben blüend, der seind vil in disen landen, besunder in welschen landen. Keisersb. s. d. m. 45a; oder hat euch auch kein reis geplüt? fastn. sp. 1419; sie fangen nicht an zu arbeiten, die bonen blüen dann. bienenk. 240b; die rose blüht, ich bin die fromme biene, ich rühre zwar die keuschen blätter an. Weise kl. leute 234; wenn die reben wieder blühen, rühret sich der wein im fasse. Göthe 1, 64; kennst du das land, wo die citronen blühn? 1, 177. so auch, der wein blüht, die äpfel, kirschen blühen. 22) blühen von menschen: kaum begann er zu blühn, fühlte sich selber kaum, als ihm röthe für sie schon entglühte. Klopstock 2, 58; sah nirgends blühen blum und laub, nur Suschen blühte mir. Bürger 32a; mein leib blühet. J. Paul Hesp. 1, 28; wenn ich auch erst in meinem zwanzigsten jahre blühete. 3, 203; innen blühten familien und auszen ulmen. Kampan. 19; der notar sah auf dem gesicht des jünglings ein ernstes, tiefes und schmachtendes leben blühen. flegelj. 2, 136; Winas angesicht blühte voll zarter morgenrosen. 3, 130. aber auch, er blüht im ganzen gesicht, ist ausgefahren. 33) die Griechen verstanden ἀνθεῖν vom keimenden, sprieszenden bart: πρίν σφωιν ὑπὸ κροτάφοισιν ἰούλους ἀνθῆσαι πυκάσαι τε γένυς εὐανθέι λάχνη. Od. 11, 320. im altfranz. epos heiszt aber barbe fleurie der greisende, weisze bart. doch sagen wir blühende locken für volle. auf dem scheitel blühet mir es winterlich schon. Klopstock 2, 94. 44) winter, lenz, tag und abend blühen: auf eises läng und breite da blüht der winter schön. Göthe 1, 25; der winter blühte für ihn am reichsten. J. Paul Fibel 15; am hellen nord, wo reif und flocke blüht. Voss poet. werke 251; [] der lenz glüht unter dem schnee und richtet sich bald auf aus dem grünen und blüht bis an die wolken. J. Paul Hesp. 2, 240; da jenseits der wandtapete der heitere tag, der schönste himmel blühte. Tit. 3, 80; groszer abend! nur im thale Tempe blühest du noch. Hesp. 3, 217; der Venusstern und ein wald blühen am schönsten am morgen und abend, auf beide treffen dann die meisten stralen der sonne. 1, 165; man sagt, ein gewitter blüht, wenn es sich zusammenzieht. und die segel blühen in dem hauche, und die sonne lockt mit feuerliebe. Göthe 2, 75. 55) glück und unglück blühen, wie sie wachen (myth. 822— 824); mein glück blüht; jetzt blüht mein waizen; wer weisz wo sein glück blühen wird; mein glücke das blühete mir. Schweinichen 1, 170; des sîn sælde immer blüete. Wh. 463, 9; erblick ich, dasz nur je den bürgern unfall blüht an guten glückes statt. Opitz 1, 170; ach, dasz mit ihm (dem schif) nur were gar versunken all unglück auch, das nun schon wieder blüht. Fleming 104 (106); wer wann glücke blühet, trotzt, zaget auch, wann glücke bricht. Logau 2, 10, 35; freuen sich wol, wenn es andern unglücklich gehet und sehen nicht, dasz ihr unglück auch vor der thür blühet. Butschky kanzl. 362; ohne befolgung des sinnes derselben blüht kein heil in unserer wissenschaft. Göthe 50, 31. 66) merk tugent plüt hie in der not, als in dem hag die rösle rot. Schwarzenb. 129, 1. 158, 2; gottes güt, die uns in allen dingen blüt. 152, 1; das du gott dienest durch sein güt, die stäts in allen dingen plüt. 155, 2; ewer werder nam grün, blü und wachs. H. Sachs I, 367a; sein fürstliches gemüt, darinnen gottsforcht blühet. Weckherlin 359; also sol dein nam, lob und ehr von tag zu tag lobreicher blühen. 384; wo brüder eins sind und sich brüderlich und freundlich mit einander vertragen, da grünen und blühen die herzen in güte und liebe. Schuppius 153; soll die seele sich entwickeln und in rechter grösze blühn. Hagedorn 2, 15; jeder segen, der mir blüht, blüht mir schöner und gedoppelt, wann ein böser ihn nicht sieht. 2, 29; des dichters, dessen lied unsterblich, gleich dem lenze, dem er es weihte, blüht. Gotter 1, 27; alte tiefe wünsche der brust standen auf einmal aufgewachsen da und blühten voll. J. Paul flegelj. 1, 114; der krieg blühet schön, bringet aber böse früchte. Butschky Patm. 690; wenn friede im lande blüht. Klinger 2, 93; oben blühete frische noth. J. Paul flegelj. 1, 91; es fällt ein schnee im halben mai, der zorn des herren blühet. Logau 3, 10, 87. 77) der aussatz blühet in der haut. 3 Mos. 3, 12, vgl.blume 10; der nagel blüht, wenn sich weisze flecken darin zeigen, welches an fingern der linken hand für günstig gilt. 88) das wasser blüht, wenn sich sommers auf still stehenden gewässern grüner schlamm ansetzt. 99) das kupfer blüht, wenn es nach dem schmelzen erkaltend kleine bläschen wirft. die kohlen blühen, wenn sie glühen: der apotheker sah immer froher ins blühen seiner kohlen hinein. J. Paul komet 2, 44. vgl.blume 9. 1010) bergmännisch, der gang blühet zu tage, das erz geht zu tage aus.
7324 Zeichen · 151 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blühen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Blühen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben zu sich nimmt, einen Schein von sich geben, mit einem lebhaften S…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    blühen

    Goethe-Wörterbuch

    blühen öfter synkopiert ‘blühn’; auch subst; häufig PartPräs (auch präd, einmal superl, vereinzelt subst); mehrf in reih…

  3. modern
    Dialekt
    blühenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    blühen schw. : wie schd. 1. von den Pflanzen; die Blume blihn [ LU-Alsh , allg.]. Die Wingert blihn schää [BZ-Heuchh, ve…

  4. Sprichwörter
    Blühen

    Wander (Sprichwörter)

    Blühen 1. Es blühet nichts immerdar. – Henisch, 425. 2. Was am ersten (schönsten) blüht, wird am ersten welk. – Henisch,…

  5. Spezial
    blühen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    blü|hen vb.intr. 1 (Blüten haben) florí (-rësc) 2 ‹fig› florí (-rësc), crësce (crësc, chersciü) 3 ‹pop› (passieren) soze…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bluehen

35 Bildungen · 3 Erstglied · 28 Zweitglied · 4 Ableitungen

bluehen‑ als Erstglied (3 von 3)

blühendroth

DWB

bluehend·roth

blühendroth : schau, wie blühendroth der abend gegen morgen zieht. J. Paul Hesp. 3, 235 .

blühendweisz

DWB

blühendweisz : zwei gute seelen im blühendweiszen lebensmai. Tit. 2, 71.

bluehen als Zweitglied (28 von 28)

abblühen

DWB

abblühen , deflorescere, ausblühen, zu ende blühen: das korn, der wein hat jetzt abgeblüht; ihre schönheit blüht schon ab; abgeblühte rosen,…

anblühen

DWB

anblühen , florescere, primum emittere florem: frühlingssäuseln am baum der anblüht. Klopst. 2, 51 .

aufblühen

DWB

auf·bluehen

aufblühen , florere, florem pandere: die knospe blüht auf, geht auf; ist über nacht aufgeblüht; neu aufblühende kräuter. Voss; was kümmert m…

ausblühen

DWB

aus·bluehen

ausblühen , 1) efflorere, erblühen: der ausblühende frühling dieser beiden welten ist die liebe. Tieck ges. nov. 4, 269 ; ausblühn will ich …

beblühen

DWB

beb·luehen

beblühen , sich, flores induere: wie sich der fels beblüht, wie sich die weide zieht, treibet gemach. Göthe 40, 384 .

daherblühen

DWB2

daher·bluehen

daherblühen vb. : 1523 ( bearbeitung ) Luther w. 12,299 W. 1700 Clüver geologia 155.

Dahínblühen

Campe

dahin·bluehen

◬ Dahínblühen , v. ntr. mit sein, verblühen, vergehen. Die Nosen blühen schnell dahin. Uneigentlich. Alle meine Freuden sind dahingeblühet. …

durchblühen

DWB

durch·bluehen

durchblühen , lange zeit blühen, überall blühen, mit duft erfüllen. wie ich mich auf erhub hin gende zu erkunden die grünen lüstigen durchpl…

emporblühen

DWB

empor·bluehen

emporblühen , surgere, efflorescere: ein höfling, der die phantasien von ihrer laun erforscht, und listig sie gewinnt, wird schnell durch si…

entblühen

DWB

ent·bluehen

entblühen , 1 1) efflorescere: aus dem kampf gieng endlich der sieg hervor, und der kraft entblühte die milde. Schiller 51 a ; doch fürchte …

erblühen

DWB

erb·luehen

erblühen , efflorere, efflorescere, mhd. erblüejen, erblüegen: do erblüete ir liehtiu varwe, dô si diu mære rëhte bevant. Nib. 239, 4 ; nhd.…

fortblühen

DWB

fort·bluehen

fortblühen , usque florere: im schatten sah ich ein blümchen stehn ... ich grubs mit allen den würzlein aus ... und pflanzt es wieder am sti…

Heranblühen

Campe

heran·bluehen

◬ Heranblühen , v. ntr . mit sein , heranwachsen und blühen, blühend heranwachsen. Die noch aus Staub allmählig keimend Zu paradiesischer Bl…

Hervorblühen

Campe

hervor·bluehen

◬ Hervorblühen , v. ntr . aus der Erde  dringen und emporblühen, aufblühen; eigentlich und uneigentlich. O du Jungfrau, die so altklug, aus…

Hinblühen

Campe

hin·bluehen

△ Hinblühen , v. ntr . mit sein , verblühen. Sie sind hingeblüht die schönen Rosen. Auch uneigentlich. Schnell blüht die Jugend hin. Das Hin…

nachblühen

DWB

nach·bluehen

nachblühen , verb. nachblühen, nachglänzen: wo im westen sank die sonne, blühn ihr nach röthen ... aus der nacht. Rückert ged. 2, 490 . hint…

überblühen

DWB

ueber·bluehen

überblühen , v. , mhd. überblüejen Lexer 2, 1609 . 1 1) mit blüthen bedecken: wie ist's doch möglich, dasz das alte gemäuer so überblüht ist…

umblühen

DWB

umb·luehen

umblühen , vb. , untrennbar, um — herumblühen, in gehobener sprache reich bezeugt: holde quelle, wandle langsam ... wie dein weidrich dich u…

verblühen

DWB

verb·luehen

verblühen , verb. bis zu ende blühen, welk werden, ahd. farbluojan Graff 3, 241 , aus dem Notkerischen ferbluot erschlossen; mhd. verblüejen…

vollblühen

DWB

voll·bluehen

vollblühen : schwer geht das erstarken der staaten, flüchtig ihr v., ekellangsam ihr niederfaulen Jean Paul 36, 9 H. —

vorblühen

DWB

vor·bluehen

vorblühen , verb. , selten gebraucht; vor andern, mehr als sie blühen, übertragen, vgl. lat. florere: weil sie ..., mit ihrem ansehn und ver…

vorüberblühen

DWB

vorueber·bluehen

-blühen , vorüber zeitlich ( oben 3): ( natur, ) die doch gleichmütig an unserem leben vorüber blüht Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 56…

waldesblühen

DWB

walde·s·bluehen

waldesblühen , n. , subst. inf.: eins sind diese dreie, eine freiheit ganz; flicht zu einem kranz, frühlings waldesblühen, heldenherzens glü…

wegblühen

DWB

weg·bluehen

wegblühen , verblühen und wegschwinden: blume, du stehst verpflanzet, wo du blühest ... werth, schnell wegzublühen, der blumen Edens beszre …

wi(e)deraufblühen

DWB

wiederauf·bluehen

wi(e)deraufblühen , vb. : die auferstehung der todten ... kam unter sie ( die Juden ) nur unter dem patriotischen begriff vom wiederaufblühe…

zublühen

DWB

zublühen , v. : die luft irrte trunken durch den baum, der sich über den vier freunden wölbte, sein wunder dem himmel zublühend H. Watzlik o…

Ableitungen von bluehen (4 von 4)

beblühen

DWB

beblühen , sich, flores induere: wie sich der fels beblüht, wie sich die weide zieht, treibet gemach. Göthe 40, 384 .

entblühen

DWB

entblühen , 1 1) efflorescere: aus dem kampf gieng endlich der sieg hervor, und der kraft entblühte die milde. Schiller 51 a ; doch fürchte …

erblühen

DWB

erblühen , efflorere, efflorescere, mhd. erblüejen, erblüegen: do erblüete ir liehtiu varwe, dô si diu mære rëhte bevant. Nib. 239, 4 ; nhd.…

verblühen

DWB

verblühen , verb. bis zu ende blühen, welk werden, ahd. farbluojan Graff 3, 241 , aus dem Notkerischen ferbluot erschlossen; mhd. verblüejen…