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Blühen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Blühen

Bd. 1, Sp. 1085
Blühen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben zu sich nimmt, einen Schein von sich geben, mit einem lebhaften Scheine sichtbar werden. 1. In der weitesten Bedeutung, in welcher man nur noch im gemeinen Leben sagt, eine Person blühe wie eine Rose, wenn sie eine lebhafte, muntere Gesichtsfarbe hat. Auf ähnliche Art sang unter den Schwäbischen Kaisern Herzog Johann von Brabant: Swenne si wellent lachen us bluenden muindelin rot. Und ein anderer Schwäbischer Dichter lobt an einem Orte die blühende Zucht, d. i. die Schamröthe. Figürlich nennt man auch eine lebhafte, fruchtbare Einbildungskraft, eine blühende Einbildungskraft. Ehedem war dieses Wort in mehrern Fällen üblich. Wenn aber der Aussatz blühet in der Haut, und bedecket die ganze Haut, 3 Mos. 13, 12, ausbricht, zum Vorscheine kommt. 2. In engerer Bedeutung, welche heut zu Tage zugleich die üblichste ist, ist dieses Zeitwort dem Pflanzenreiche eigen, und bedeutet, die zur Erzeugung neuer Pflanzen nöthigen Theile der Befruchtung entwickeln und sichtbar machen, weil die dazu gehörigen Blätter gemeiniglich allerley lebhafte, angenehme Farben haben. 1) Eigentlich. Die Bäume blühen. Wenn das Korn blühen wird. Die Nelken, die Rosen haben noch nicht geblühet. Von dem Blühen des Hopfens ist in einigen Gegenden schöpfen üblich. S. dieses Wort. 2) Figürlich. (a) Das Wasser blühet, wenn sich bey der Sommerwärme ein grünlicher Schlamm auf die Oberfläche still stehender Wasser ansetzet. (b) In den Schmelzhütten blühet das Kupfer, wenn es im Erkalten kleine Bläschen bekommt, welches ein Zeichen seiner Reinigkeit ist. (c) Sich in einem Zustande befinden, von dem man Gutes hoffen kann, in der höhern Schreibart. So wohl von dem Lebensalter des Menschen. Das blühende Alter, die Jugend. Er ist[] nicht mehr der blühende Jüngling, den die Gesundheit, die Freude und Lebhaftigkeit überall zu begleiten schienen, von Brawe. Ein junger, blühender und ehrbegierger Mann, Weiße. Als auch von dem Glücke. Jetzt blühet sein Glück, jetzt hat er Gelegenheit sein Glück zu machen. Wer weiß, wo noch mein Glück blühet? (d) Überhaupt, sich im Wohlstande, in den besten Umständen befinden. Die Wissenschaften blühen. Das Land ist glücklich, in welchem die Künste blühen. Nur in süßer Einsamkeit Blühet die Zufriedenheit, Weiße. Jeder Segen, der mir blüht, Blüht mir schöner und gedoppelt, wenn ein Böser ihn nicht sieht, Haged. Anm. Dieses Wort lautet bey dem Ottfried bluen, blyen, bey dem Notker pluon, bey dem Willeram bluoien und bluouuen, im Nieders. bleuen, bloien, blöggen, im Holl. bloyen, im Angels. blowan, im Engl. to blow. Um die Abstammung dieses Wortes haben sich die Sprachforscher wenig bekümmert. Indessen ist kein Zweifel, daß es nicht zu der großen Familie derjenigen Wörter gehören sollte, welche zu laen, luhen, lugen, Griech. λαειν gehören, und insgesammt den Begriff des Scheinens oder Sichtbar werdens haben, zuweilen aber auch active für sehen gebraucht werden. S. auch Glühen. Bluette bedeutet noch jetzt im Französischen einen Funken. Man kann daher blühen, als das Stammwort ansehen, wovon so wohl blecken und blicken, als auch blöden und bluten bloß Intensiva oder Iterativa sind. S. diese Wörter. Was dieses bestätiget, ist, daß im Oberdeutschen auch Blast und Blust für Blüthe üblich sind, welche Wörter von Blüthe bloß der Mundart nach verschieden sind. S. Antlitz, Blitz und Lassen. Das B ist hier wieder die Partikel be, welche vor den Mitlautern ihr e so gerne wegwirft. Indessen ist dieses b doch schon seht alt, indem es schon in dem Griech. βλυειν, βλυζειν, pullulare, befindlich ist. Im Schwedischen bedeutet blia, active, sehen. Die Blühezeit, die Zeit da die Bäume blühen, ist nur im Oberdeutschen üblich. Im Hochdeutschen sagt man dafür die Blüthzeit, oder Blüthe.
3788 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blühen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Blühen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben zu sich nimmt, einen Schein von sich geben, mit einem lebhaften S…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    blühen

    Goethe-Wörterbuch

    blühen öfter synkopiert ‘blühn’; auch subst; häufig PartPräs (auch präd, einmal superl, vereinzelt subst); mehrf in reih…

  3. modern
    Dialekt
    blühenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    blühen schw. : wie schd. 1. von den Pflanzen; die Blume blihn [ LU-Alsh , allg.]. Die Wingert blihn schää [BZ-Heuchh, ve…

  4. Sprichwörter
    Blühen

    Wander (Sprichwörter)

    Blühen 1. Es blühet nichts immerdar. – Henisch, 425. 2. Was am ersten (schönsten) blüht, wird am ersten welk. – Henisch,…

  5. Spezial
    blühen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    blü|hen vb.intr. 1 (Blüten haben) florí (-rësc) 2 ‹fig› florí (-rësc), crësce (crësc, chersciü) 3 ‹pop› (passieren) soze…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bluehen

12 Bildungen · 3 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

bluehen‑ als Erstglied (3 von 3)

blühendroth

DWB

bluehend·roth

blühendroth : schau, wie blühendroth der abend gegen morgen zieht. J. Paul Hesp. 3, 235 .

blühendweisz

DWB

blühendweisz : zwei gute seelen im blühendweiszen lebensmai. Tit. 2, 71.

bluehen als Zweitglied (5 von 5)

abblühen

DWB

abblühen , deflorescere, ausblühen, zu ende blühen: das korn, der wein hat jetzt abgeblüht; ihre schönheit blüht schon ab; abgeblühte rosen,…

aufblühen

DWB

auf·bluehen

aufblühen , florere, florem pandere: die knospe blüht auf, geht auf; ist über nacht aufgeblüht; neu aufblühende kräuter. Voss; was kümmert m…

ausblühen

DWB

aus·bluehen

ausblühen , 1) efflorere, erblühen: der ausblühende frühling dieser beiden welten ist die liebe. Tieck ges. nov. 4, 269 ; ausblühn will ich …

entblühen

DWB

ent·bluehen

entblühen , 1 1) efflorescere: aus dem kampf gieng endlich der sieg hervor, und der kraft entblühte die milde. Schiller 51 a ; doch fürchte …

verblühen

DWB

verb·luehen

verblühen , verb. bis zu ende blühen, welk werden, ahd. farbluojan Graff 3, 241 , aus dem Notkerischen ferbluot erschlossen; mhd. verblüejen…

Ableitungen von bluehen (4 von 4)

beblühen

DWB

beblühen , sich, flores induere: wie sich der fels beblüht, wie sich die weide zieht, treibet gemach. Göthe 40, 384 .

entblühen

DWB

entblühen , 1 1) efflorescere: aus dem kampf gieng endlich der sieg hervor, und der kraft entblühte die milde. Schiller 51 a ; doch fürchte …

erblühen

DWB

erblühen , efflorere, efflorescere, mhd. erblüejen, erblüegen: do erblüete ir liehtiu varwe, dô si diu mære rëhte bevant. Nib. 239, 4 ; nhd.…

verblühen

DWB

verblühen , verb. bis zu ende blühen, welk werden, ahd. farbluojan Graff 3, 241 , aus dem Notkerischen ferbluot erschlossen; mhd. verblüejen…