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Bêllen

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
37 in 24 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Bêllen

Bd. 1, Sp. 844
Bêllen, verb. reg. neutr. (ich belle, du bellst, er bellt; ich bellte; gebellt,) welches das Hülfswort haben erfordert, und heut zu Tage eigentlich von der lauten Stimme der Hunde und der Füchse, bey den Jägern aber auch von dem eigenthümlichen Laute der Rehe gebraucht wird. Der Fuchs bellt. Ein Hund der beißen will, bellt nicht. Figürlich bedeutet dieses Wort zuweilen auch mit einem lauten Geschreye zanken. Er hört den Zank nicht vor Gerichten bellen, Haged. Anm. 1. Bellen, bey dem Notker pillen, in dem alten Gedichte auf den heil. Anno, bellin, in dem Lateine der mittlern Zeiten baulare, ist nicht so wohl eine Nachahmung des Schalles welchen das Bellen der Hunde macht, als vielmehr eine allgemeine Benennung eines jeden lauten Schalles. Belle kommt noch bey den Schwäbischen Dichtern von einer Schelle vor. Das Holländ. bellen bedeutet schellen, das Angels. und Engl. Bell eine Glocke, und Peal das Getön, den Klang. S. Bellhammel. Einer der Schwäbischen Dichter nennet die geschwätzigen Frauenzimmer bey Hofe Hove bellen, gleichsam Hofschellen. In dem Nordstrandrechte Th. 2, Art. 35 wird bellen daher noch für laut schreyen, laut rufen, gebraucht. Wer da will, heißt es daselbst, Land kaufen, der soll laut rufen; wer da will Land sellen (verkaufen) der soll laut bellen, mit lauter Stimme biethen. Daß diese Bedeutung sehr alt sey, erhellet unter andern auch aus dem Lat. appellare. S. auch Spiel. Um deßwillen ist es auch von dem Laute mehrerer Thiere gebraucht worden. Das Engl. to bell bedeutet schreyen wie ein Hirsch, to bellow aber blöcken, brüllen, womit auch das Nieders. Frequentativum bölken, welches von dem Blöcken des Rindviehes gebraucht wird, das Schwed. bålla, mugire, das Isländ. baula und belja, und das Latein. balare, welches letztere nur von dem Schreyen der Schafe üblich ist, überein kommen. Im Oberdeutschen gehet dieses Zeitwort irregulär, ich belle, du billst, er billt; ich boll; gebollen. Einige Hochdeutsche Schriftsteller behalten solches gleichfalls; allein die reguläre Abwandelung ist doch weit gewöhnlicher. Anm. 2. Andere Mundarten und Sprachen haben andere Wörter, das Bellen der Hunde auszudrucken. Einige sind allgemeine Benennungen, wie das Schwedische skålla, und Isländ. gialla, welche mit dem Deutschen schellen und gellen überein kommen. Andere sind Nachahmungen des dadurch verursachten Lautes, wie das Griech. βαυζειν, das Latein. baubari, das Niedersächsische wouwen, das Altdeutsche wuwen, das Oberdeutsche baffen, bäffen, bäffzen, gautzen, gelfen, das Französ. abbojer, das Krainerische lajam, das Nieders. blaffen, das Dän. blaffe und bläffe, das Westphälische jeewken, jawken, u. s. f. S. auch Belfern.[]
2677 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bellenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    bellen swv. in erbellen, verbellen. zu bal.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bellensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    bellen , sw. V. nhd. Schelle rühren Hw.: s. bellen (2) E.: s. belle (1) L.: MndHwb 1, 201 (bellen), Lü 38a (bellen) Son.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bêllen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Bêllen , verb. reg. neutr. (ich belle, du bellst, er bellt; ich bellte; gebellt,) welches das Hülfswort haben erfordert,…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bellen

    Goethe-Wörterbuch

    bellen häufig subst u PartPräs; 3. SgPräs einmal ‘billt’ 2,208 Vs 4 (vielleicht lautmalend?) 1 von Hunden, auch mythol v…

  5. modern
    Dialekt
    bellen

    Bayerisches Wörterbuch · +11 Parallelbelege

    bellen Band 2, Spalte 2,219

  6. Sprichwörter
    Bellen

    Wander (Sprichwörter)

    Bellen 1. Das Bellen des Hundes dringt nicht in den Himmel. – Luther. Man bedient sich des Sprichworts, um die Verachtun…

  7. Spezial
    bellen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bel|len vb.intr. ladré (-ra), trá n lader.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bellen

72 Bildungen · 36 Erstglied · 32 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von bellen 2 Komponenten

bel+len

bellen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bellen‑ als Erstglied (30 von 36)

Bellenbaum

SHW

Bellen-baum Band 1, Spalte 683-684

Bellenholz

SHW

Bellen-holz Band 1, Spalte 683-684

Bellenbraut

RhWBN

bellen·braut

Bellen-braut f.: Trumpfdame im Kartensp., auch Aach , Heinsb . — Dazu 2. Spielgefährtin eines Knaben Aach-Breinig .

bellende

KöblerMhd

bell·ende

bellende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. bellend Q.: RAlex (FB bellende), Anno (1077-1081), LAlex, UvEtzAlex E.: s. bellen W.: nhd. bellend, (Part…

Bellenflür

RhWB

Bellen-flür bęləflȳərə Aach , Eup , Erk , MGladb ; bęl- Heinsb , Kemp , Geld Pl.: Apfelsorte, oval, gelb, am dickern Ende rot gesprenkelt; W…

Bellenfürzchen

RhWB

bellen·fuerzchen

Bellen-fürzchen -fȳətsχə Sieg-ODollend n.: sonderbar aufgeputztes Weib; sonderbar aussehendes, unanseheliches Ding.

Bellengarten

PfWB

bellen·garten

 Bellen-garten m. : ' mit Pappeln (Bellen) bestandener Garten '. a. 1555: durch das bruckell in die Böllen gerten [PfWeist. I 381 (NW-Ellst…

Bellengeck

RhWB

bellen·geck

Bellen-geck Köln m.: Hanswurst, Schellengeck, weil seine Kleider mit B. behangen waren; früher der Reimsprecher, Pritschenmeister der Bauern…

Bellenholz

RhWB

bellen·holz

Bellen-holz bęlə- Birkf-Herrst ; ba l ə Düss-Serm n.: Pappelholz.

bellen III

WWB

bellen III (meist) sw. V. ⟨ bellen ( Vch Sl , Nie Hh , Lin Sp , Bbr Hp Hr Hs Pr Ta Wb Ww , Min Bi Bö Jö Lb Os Qu Rd Sb Ws Wt , Sth Gh Hb Nb …

Bellenkarre

RhWB

bellen·karre

Bellen-karre Heinsb , Erk f.: K. mit einem Pferde bespannt, welches einen Schellenriemen trägt, bes. Mühlenkarre.

Bellenmäuschen

RhWB

bellen·maeuschen

Bellen-mäuschen -myskə Klev-Kessel n.: B. spelen, ein Verstecksp.; wenn das B. die Versteckten aufgefunden hat, laufen diese alle an den Sta…

Bellenmarkt

PfWB

bellen·markt

Bellen-markt m. : ' Markt an der Ruine der Beller Kirche bei Eckelsheim Kr. Alzey ', Bellemark. — Die ehemalige Kirche stand auf der schon 1…

bellen als Zweitglied (30 von 32)

abbellen

DWB

abbel·len

abbellen , instar latrantis canis recitare, herbellen: er hat seine predigt abgebellt, von lauten aber eintönigen rednern, sich abbellen, vo…

anbellen

DWB

anbellen , allatrare, anbeilen, anklaffen, anblaffen, nnl. aanbaffen, aanbassen, in der vorrede des Ssp. 90: ich ste zu rame sam ein wilt da…

anebellen

KöblerMhd

ane·bellen

anebellen , st. V. nhd. anbellen Hw.: vgl. mnd. anebellen Q.: ErzIII, Tauler, Schürebr (FB ane bellen), Barth (Ende 12. Jh.), LS, PassI/II, …

anegebellen

KöblerMhd

ane·gebellen

anegebellen , st. V. nhd. anfangen zu bellen Q.: Volmar (1249?) E.: s. ane, ge, bellen W.: nhd. DW- L.: MWB (ane gebellen)

dāwiderbellen

KöblerMhd

dāwider·bellen

dāwiderbellen , sw. V. nhd. widersprechen Q.: Brun (1275-1276) (bellen) (FB dāwider bellen) E.: s. dāwider, bellen W.: s. nhd. (ält.) widerb…

enbellen

MWB

enbellen Adv. ‘quer über, quer hindurch’ (Terminus der Heraldik; wohl zu afrz. en belin(e), vgl. Rosenqvist 2,230f.; s.a. enbellec ); nur Wh…

erbellen

DWB

erbel·len

erbellen , latrare, zu bellen anheben: als der dieb einbrach, erbollen die hunde und nöthigten ihn zur schnellen flucht; mhd. an einer stat …

gebëllen

Lexer

gebel·len

ge-bëllen stv. I, 3. BMZ wiederholt bellen Lampr. iedeʒ nâch sîner art gebilt Msh. 3, 307 a . du gebillest Krone 17774. swaʒ er in lûter sti…

Herbellen

Campe

herb·ellen

○ Herbellen , v. trs . mit bellender Stimme gleichsam hersagen. Auch als intrs . nach dem Redenden gerichtet bellen. Das Herbellen. Die Herb…

Jobellen

Wander

job·ellen

Jobellen Ik wuel in êne hen jobellen 1 , as'n Rüe de ûtlübbed 2 ward. – Lyra, 56. 1 )Vor Schmerz schreien, jaulen. 2 )Verschnitten.

nachbellen

DWB

nach·bellen

nachbellen , verb. , intransitiv, bellend nachfolgen. Kramer 2, 150 a ; mhd. der hunt bal im nâch. Teichner A 67 c . transitiv, in bellendem…

nāchbellen

KöblerMhd

nāchbellen , sw. V. nhd. nachbellen Q.: Teichn (1350-1365) E.: s. nāch, bellen (1) W.: nhd. nachbellen, sw. V., nachbellen, bellend nachfolg…

ȫverbellen

MNWB

oever·bellen

° ȫverbellen , ōver- (auer-) , swv. : c. A. p. (übertr.:) anschreien, beschimpfen, mit vlôkende ȫ. (Nic. Gryse Laienbibel 1, P 1 v ).

rabellen

DWB

rab·ellen

rabellen , verb. stehlen: do hat er ain jungen gesellen auszer dem schlosz geen sehen, der ain sack mit flaisch, brott und anderm gestollen …

verbellen

DWB

verb·ellen

verbellen , verb. waidmannsausdruck, von schweiszhunden, saufindern u. s. w., wenn sie ein angeschossenes oder sich zur wehr setzendes wild …

wedderbellen

KöblerMnd

wedder·bellen

wedderbellen , sw. V. nhd. „widerbellen“, ungestüm widersprechen ÜG.: lat. oblatrare? I.: Lüt. lat. oblatrare E.: s. wedder (2), bellen (2) …

widerbellen

DWB

wider·bellen

widerbellen , vb. , mhd. widerbellen; ahd. widarbellan; mnd. wedderbellen. das wie bellen ( s. teil 1, sp. 1451) ursprünglich stark flektier…

widerebellen

KöblerMhd

widere·bellen

widerebellen , st. V. nhd. zurückbellen, entgegen bellen, heftig widersprechen, eifern ÜG.: mlat. oblatrare Gl, rebellisare Gl Hw.: s. wider…

überbellen

KöblerMhd

überbellen , st. V. Vw.: s. überebellen*

überebellen

KöblerMhd

überebellen , st. V. nhd. hinausbellen über E.: s. über (1), bellen W.: nhd. DW- L.: Lexer 236a (überbellen), LexerHW 2, 1609 (überbellen)

Ableitungen von bellen (4 von 4)

bebellen

DWB

bebellen , allatrare: Momus heer mag ihn bebellen. Knittels sinnenfr. 1677 s. 19.

erbellen

DWB

erbellen , latrare, zu bellen anheben: als der dieb einbrach, erbollen die hunde und nöthigten ihn zur schnellen flucht; mhd. an einer stat …

gebëllen

Lexer

ge-bëllen stv. I, 3. BMZ wiederholt bellen Lampr. iedeʒ nâch sîner art gebilt Msh. 3, 307 a . du gebillest Krone 17774. swaʒ er in lûter sti…

verbellen

DWB

verbellen , verb. waidmannsausdruck, von schweiszhunden, saufindern u. s. w., wenn sie ein angeschossenes oder sich zur wehr setzendes wild …