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Aussetzen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Aussetzen v., trs., ntr.

Bd. 1, Sp. 338a
Aussetzen, v. I) trs. 1) Iwendig besetzen, bekleiden. Einen Hof mit Werksteinen, einen Brunnen mit Steinen aussetzen. 2) Aus einem Orte, Raume setzen. Waaren aussetzen, sie besonders setzen, um sie zu kaufen. Truppen aussetzen, aus dem Schiffe. Ein Boot aussetzen, es aus dem Schiffe ins Wasser hinablassen. Ein Leesegel aussetzen, in der Schifffahrt, das untere Ende desselben mit einer Spiere über die Seite des Schiffes hinausbringen.« S. Ein Kind aussetzen, es auf die Straße, an einen Weg  setzen oder legen und seinem Schicksale überlassen. Bäume aussetzen, verpflanzen. † Einen aussetzen, im Bergbaue, ihn aus seiner Vierung auf die Halde setzen. Uneigentlich. I der Gerichtssprache, einen aussetzen, ihn aus dem Besitze einer Sache setzen (exmittiren). Einen Preis aussetzen, für jeden, der ihn zu erwerben Lust hat, ausbieten. Eine Summe Geldes für die Armen aussetzen, bestimmen. ≠ I N. S. ein Glied aussetzen, es verrenken. I O. D. Die zur Seligkeit ausgesetzten (bestimmten) Menschen. »Man kann das Geld auf keinen bessern Wucher aussetzen (ausleihen), als wohlzuthun.« Dusch. ≠ I Schlesien, eine Tochter aussetzen, ausstatten. 3) Der Einwirkung einer Sache bloß stellen. Dem Wind und Wetter ausgesetzt sein. Sein Leben der Gefahr aussetzen. Auch bloß, sein Leben aussetzen. Die Sache ist noch großen Veränderungen ausgesetzt. So auch, sich aussetzen, sich der Einwirkung einer Sache bloß geben, sich Preis geben. Sich jeder Witterung aussetzen. Sich einer Gefahr aussetzen. Sich dem Tadel, dem Gelächter und Gespött Andrer aussetzen, wofür man auch bloß sich aussetzen sagt. »Ritter müssen sich niemahls aussetzen, Stöße oder Hiebe von schlechten oder ungleichen Feinden zu bekommen.« Waser. Beim Balltafelspiele sagt man uneigentlich, sich aussetzen, für, seinen Ball nach dem andern Ende der Tafel stoßen, damit der Gegenspieler darauf spielen kann. So auch im Schach= oder Königsspiele, den ersten Zug thun. 4) Die Fortsetzung einer Sache unterbrechen, mit der Fortsetzung inne halten. Die Geschäfte für einige Tage aussetzen. Eine Unterrichtsstunde aussetzen. Heute wird ausgesetzt, ruht das Geschäft  I der Arzeneilehre wird der Aderschlag, wenn er nicht regelmäßig ist und zu Zeiten inne hält, nicht gut ein aussetzender (intermittirender) genannt. Gleichwol kömmt dieser Ausdruck bei Schiller vor: »Eine Schäferstunde der Liebe ist ein aussetzender Aderschlag in der Freundschaft.« Siehe C. Verdeutsch. Wb. Intermittiren. 5) Tadeln. An der Sache ist nichts auszusetzen. Er hat an Allem etwas auszusetzen. 6) Auseinander setzen. I der Tonkunst. Die Stim= men aussetzen, was jede Stimme spielen oder singen soll, besonders schreiben. Dann † für vertheilen. Die Beete in einem Garten, die Blumen in einem Beete, die Sterne in einem Schmucke aussetzen. Bei den Tuchscherern, † die Blätter der Schere aussetzen, sie nach dem Schleifen zurecht richten. 7) Bis zu Ende setzen, in den Buchdruckereien. Einen Bogen aussetzen, ihn fertig setzen. II) ntr. mit haben. 1) I Bergbaue. Die Flötze, Gänge setzen aus, gehen zu Tage aus, und werden unter der Dammerde sichtbar. 2) I der Landwirthschaft, aufhören zu setzen, von alten Schafen, wenn sie aufhören Zähne zu setzen, die man dann fehlerhaft ausgesetzte Schafe nennt. — Das Aussetzen. Die Aussetzung.
3268 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aussètzen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Aussètzen , verb. reg. welches in gedoppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Inwendig durch Setzen bekleiden…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    aussetzen

    Goethe-Wörterbuch

    aussetzen mehrf -ez- u -ezz-; ein in DWb iSv ‘partir’ definierter Beleg aus FGA (WA I 37,265,26) wird in neuerer Forschu…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aussetzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Aussetzen , die Schiffsboote zu Wasser bringen.

  4. modern
    Dialekt
    aussetzenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    aus-setzen schw. : 1. 'aus einem Ort an den andern setzen, versetzen', vom Saftbeet ins Freiland oder ins Feld (Runkelrü…

  5. Sprichwörter
    Aussetzen

    Wander (Sprichwörter)

    Aussetzen Wenn he wat utseten hat, denn geit he schuln.

  6. Spezial
    aussetzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    aus|set|zen I vb.tr. 1 (sich selbst überlassen) arbandoné (-nëia) 2 (unterbrechen) sospëne (-ënn, sospenü), taié ia 3 (z…

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