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Abenteuer

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Abenteuer

Bd. 1, Sp. 26
Das Abenteuer, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein ungefährer Zufall, woran das Glück mehr Theil hat, als der Vorbedacht. In dieser Bedeutung ist das Wort noch bey den Handwerkern üblich, wo Abenteuer erwarten, oder sein Handwerk auf Abenteuer treiben, so viel heißt, als auf bestellte Arbeit warten, ingleichen Arbeit auf den Kauf verfertigen. In beyden Fällen bedeutet es so viel, als auf gut Glück arbeiten. 2) Ein seltsamer, wunderbarer oder gefährlicher Zufall, doch mehrentheils nur noch in scherzhaftem und verächtlichem Sinne. Ein Abenteuer wagen. Ein Abenteuer bestehen, jetzt nur noch im Scherze, eine gefährliche, oder seltsame Handlung unternehmen. Auf Abenteuer ausgehen, eine lächerliche, mißliche Sache unternehmen Anm. 1. Ehedem bedeutete Abenteuer auch, 1) eine herzhafte, männliche That; in welcher Bedeutung es sehr oft im Theuerdank vorkommt. Z. B. Kap. 115. Darumb sol ein yeder Man Sich kheiner abenthewer understan Aus Hochfart und eyteler eer. Und Kap. 57. Noch so wil ich mein abenthewer Versuchen gegen dem Held werth. Ingleichen die Erzählung einer wunderbaren Begebenheit. Conrad von Würzburg nennet sein Gedicht von Troja, eine Aventure. Der häufige Gebrauch, den die alten Romanenschreiber von diesem Worte machten, hat ihm endlich einen verächtlichen Nebenbegriff gegeben. 2) Die Begebung in die Gefahr eines Verlustes, und diese Gefahr selbst. So heißt es z. B. in der Würtenbergischen Landesordnung Tit. II: so wird er darum seine Abentheuer und Gefahr stehen müssen. Und in einer Sächsischen Verordnung von 1482 wird gesaget, daß man den Gastwirthen für ihre Sorge, Abenteuer und Mühe einen ziemlichen Gewinn gönnen sollte. 3) Eine seltsame, wunderbare Erscheinung. So heißt bey dem Opitz Ebentheuer so viel als ein Wunderthier, und Gryphius nennt die Irrlichter ein Abenteuer der Nacht. Noch einige andere gleichfalls veraltete Bedeutungen führet Frisch. h. v. an. 2. Abenteuer, in der Oberd. Mundart um 1377 Aventäwer, Nieders. Eventür, Dän. Eventyr und Aventyr, Schwed. Äfwentyr, beym Verel. Aefintyr, kommt seit mehrern Jahrhunderten in den Deutschen und Nordischen Mundarten vor. Die Abstammung dieses Wortes hat die Sprachforscher von jeher sehr gemartert und sie oft auf abenteuerliche Muthmaßungen geführet, wovon man die vornehmsten beym Ihre angeführet findet. Wachter nimmt für drey verschiedene Bedeutungen dieses Wortes auch drey verschiedene Ableitungen an. Wenn er es in der Bedeutung einer tapfern That von dem Goth. Aba, ein Mann, und dürren, wagen, herleitet: so scheint ihm das zu Statten zu kommen, daß im Theuerdank und dessen Zeitgenossen theuer und theuerlich beständig so viel als tapfer, und eine theuerliche Gethat, so viel als eine herzhafte That bedeuten. Allein Herr Ihre zeigt v. Äfwentyr, daß Wachter in Ansehung des Aba sehr unrecht daran ist. Das natürlichste ist also wohl, daß man es von dem Franz. Avanture, und dieß von dem Lat. Adventus oder Eventus herleitet, wovon adventura, eventura, adventurarius, eventurare u. s. f. im mitlern Lateine in allen obigen Bedeutungen häufig[] vorkommen. Dadurch läßt sich alsdann auch die Schreibart Ebenteuer rechtfertigen, welche in einigen Mundarten gewöhnlich ist. Allein das th, welches gemeiniglich in der dritten Sylbe geschrieben wird, läßt sich mit nichts vertheidigen. In den mitlern Zeiten sagte man bald die Abenteuer, bald das Abenteuer, und in Oberdeutschland ist es noch mehrentheils weiblichen Geschlechts; vermuthlich nach dem Muster des Franz. Avanture. Das Verbum abenteuern, wagen, sich mit jemanden abenteuern, mit ihm kämpfen, u. s. f. ist in der Hochdeutschen Mundart veraltet.
3606 Zeichen · 62 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abenteuer

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Das Abenteuer , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein ungefährer Zufall, woran das Glück mehr Theil hat, als der Vorbedacht…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Abenteuer

    Goethe-Wörterbuch

    Abenteuer wird bei G oft komplex gebraucht und ist nicht immer eindeutig festzulegen. G setzt A. häufig für ‘Erlebnis’, …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Abenteuer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Abenteuer (aus dem roman. aventura, aventure ), bisweilen Ebenteuer, ein ungewöhnliches, seltsames, unsicheres Wagniß od…

  4. modern
    Dialekt
    Abenteuer

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Abenteuer Band 1, Spalte 1,32–34

  5. Sprichwörter
    Abenteuer

    Wander (Sprichwörter)

    Abenteuer 1. Abenteuer ist selten allein. 2. Abenteuer ist selten geheuer. Vläm. : Avontuur is rond. 3. Abenteuer kommen…

  6. Spezial
    Abenteuer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Aben|teu|er n. (-s,-) 1 ( spannende, gefahrvolle Situation) aventöra (-res) f. 2 (Wagnis) vega (-ghes) f. , vagada (-des…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit abenteuer

44 Bildungen · 44 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von abenteuer

abenteuern + -er

abenteuer leitet sich vom Lemma abenteuern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von abenteuer 2 Komponenten

abent+euer

abenteuer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

abenteuer‑ als Erstglied (30 von 44)

Abenteuerbarchent

DRW

abenteuer·barchent

Abenteuerbarchent wie Abenteuertuch auf das anbringen, dass die von Weissenhorn abentheuer barchent würken und eine eigene schau haben, soll…

Abenteuerchen

GWB

abenteuer·chen

Abenteuerchen Ich war nicht weit von dem Orte, als mir das erste Abenteuergen aufsties. Ein Harfner ging mit seinem Töchtergen einem Mädchen…

ABENTEUERDRANG

DWB2

abenteuer·drang

ABENTEUERDRANG m. : ⟨1911⟩ der dunkle abenteuerdrang unserer familie Halbe [ 1917 ] 6,23. 1927 abenteuerdrang des neuen ritterstandes Hampe …

ABENTEUEREI

DWB2

ABENTEUEREI f. : 1891 keine bloße spielerei und abenteuerei Göhre fabrikarbeiter 10. ⟨1933⟩ mitten im .. aufruhr einer sinnlichen abenteuere…

Abenteuerer

Campe

abent·euerer

Der Abenteuerer , des — s, d. Mz. w. d. Ez., einer der auf Abenteuer ausgeht oder sie besteht; ehedem ein jeder, der etwas wagt, auch in gut…

ABENTEUERFAHRT

DWB2

abenteuer·fahrt

ABENTEUERFAHRT f. : 1899 abenteuerfahrt ( eines pilgers ) nach Portugal Häbler in: Künig v. Vach 53 H. 1949 die abenteuerfahrt ( herzog Erns…

ABENTEUERFROH

DWB2

abenteuer·froh

ABENTEUERFROH adj. : ⟨v1901⟩ ( wer ) fernen gegenden sehnsüchtig und abenteuerfroh entgegenfährt Haym leben ( 1902 ) 186. 1955 wir siedelten…

ABENTEUERGEIST

DWB2

abenteuer·geist

ABENTEUERGEIST m. : 1780 die reste des abentheuer- und rittergeistes Herder 9,318 S. 1955 n. dt. lit. 5,134. 1964 ein kleiner wirrkopf .. vo…

ABENTEUERGESCHICHTE

DWB2

abenteuer·geschichte

ABENTEUERGESCHICHTE f. : vereinzelt mhd. ‘ abenteuergeschehen ’ ⟨1314⟩ er sprach: ‘sit aventuͤr geschiht/ mich hat getragen her zu iu’ Johan…

Abenteuergut

DRW

abenteuer·gut

Abenteuergut Ware, die nicht die Prüfung durch die Behörde bestanden hat, bei der nicht durch irgendeine amtliche Maßregel die Gewähr für gu…

ABENTEUERHAFT

DWB2

abenteuer·haft

ABENTEUERHAFT adj. : 1854 eines .. abenteuerhaften .. erlebnisses Kapper Christen 1,127. 1912 ein ärmliches, etwas abenteuerhaftes, aber hof…

ABENTEUERHEFT

DWB2

abenteuer·heft

ABENTEUERHEFT n. : 1965 wildwest-filme und abenteuerhefte bz am abend ( 9.12. ) 3. 1965 Kraft menschen 96. H. Schmidt

ABENTEUERHUNGER

DWB2

abenteuer·hunger

ABENTEUERHUNGER m. : 1954 abenteuerhunger der jungen leser n. dt. lit. 6,164. 1956 frankf. allg. ztg. 114,12. H. Schmidt

ABENTEUERHUNGRIG

DWB2

abenteuer·hungrig

ABENTEUERHUNGRIG adj. : 1956 ein elternloser negerjunge – abenteuerhungrig und neugierig börsenbl. ( Leipz. ) h.18. H. Schmidt

Abenteuerig

Campe

abent·e·uerig

Abenteuerig oder abenteurig, — er, — ste, adj. u. adv. reich an Abenteuern. »Meine Reise war sehr abenteurig, ungeachtet nicht alles, was mi…

ABENTEUERIN

DWB2

ABENTEUERIN f. s. abenteurerin. H. Schmidt

abenteuerlich

DWB

abenteuer·lich

abenteuerlich , nnl. avontuurlijk, in allen mit abenteuer verbundnen bedeutungen, seltsam, ungereimt. der gruntzerteufel ist ein ebenteurlic…

abenteuerlich

FWB

aben·teuerlich,

1. ›weise, klug, vernünftig‹; keine Bedeutungsentsprechung bei abenteuer. Es stellt sich deshalb die Frage, ob das Wort in dieser Verwendung…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „abenteuer". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/abenteuer/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „abenteuer". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/abenteuer/adelung. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „abenteuer". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/abenteuer/adelung.
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