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Winkel

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Winkel

Bd. 20, Sp. 672
Winkel (Angulus), in der Geometrie die Neigung, die zwei von einem Punkte (dem Scheitel) ausgehende gerade Linien (die Schenkel) gegeneinander haben. Man denkt sich den W. dadurch entstanden, daß sich der eine Schenkel um den Scheitel herum immer in demselben Sinne so lange dreht, bis er mit dem andern zusammenfällt, und nennt den Teil der Ebene, den der sich drehende Schenkel überstreicht, die Öffnung des Winkels. Um den W. zu bezeichnen, nimmt man auf jedem der beiden Schenkel einen Punkt an (in Fig. 1 A und B); ist dann O der Scheitel, so heißt der W. A O B, und man braucht die Öffnung nicht besonders anzugeben, wenn man ein für allemal festsetzt, daß der zuerst genannte Schenkel A O der erste sein soll, und daß die Winkelöffnung erhalten wird, wenn man den ersten Schenkel um den Scheitel herum entgegengesetzt dem Uhrzeigersinne bis zum zweiten dreht. In diesem Sinne hat der W. A O B seine Öffnung nach rechts gerichtet, der W. B O A nach links. Um die Größe zweier W. A O B und A' O' B' (Fig. 1) zu vergleichen, beschreibt man um die Scheitel beider mit beliebigen, aber gleichen Halbmessern O A = O' A' Kreisbögen, die jedesmal vom ersten zum zweiten Schenkel reichen und in den Öffnungen der W. liegen. Der W. A O B verhält sich dann zu dem W. A' O' B' so wie der Kreisbogen A B zu dem Kreisbogen A' B', denn das Verhältnis dieser beiden Kreisbögen ist, wie man leicht beweisen kann, von der Größe des Halbmessers O A = O' A' unabhängig. Ein W., dessen zugehöriger Kreisbogen gerade ein Viertel des Kreisumfangs ist, heißt rechter W. (ein Rechter, Fig. 2). Ein W., von dessen Schenkeln jeder die Verlängerung des andern ist, heißt gestreckt und ist gleich zwei Rechten. Spitz heißt ein W., wenn er kleiner ist als ein rechter (Fig. 3), stumpf, wenn er größer ist als ein rechter, aber kleiner als zwei rechte (Fig. 4), überstumpf, wenn er größer ist als zwei rechte (Fig. 5). Die spitzen und die stumpfen W. bezeichnet man im Gegensatz zum rechten W. als schiefe W. und zuweilen auch, den rechten W. mit eingeschlossen, als hohle (konkave) W., während die überstumpfen erhabene (konvexe) W. genannt werden. Bei allen praktischen Rechnungen denkt man sich den rechten W. in 90 gleiche Teile (Grade) geteilt (ein rechter = 90°), den Grad (1°) wieder in 60 gleichgroße (Bogen-) Minuten (1° = 60') zu je 60 (Bogen-) Sekunden (1' = 60''), s. Grad. In der höhern Mathematik dagegen setzt man den W. A O B gleich 1, dessen zugehöriger Kreisbogen A B gerade so lang ist wie der Halbmesser O A. Jeder W. wird dann durch eine Zahl ausgedrückt, der W. von zwei Rechten oder 180° insbes. durch die Zahl π = 3,1415927, ein Rechter = 90° durch 1/2 π = 1,5707968; 1° durch 0,0174588; 1 durch 0,0002909; 1'' durch 0,0000048, während der W. 1 gerade 57°17' 44,8'' = 206,264,8'' enthält. Neuerdings fängt man auch wieder an, die während der ersten französischen Revolution in Frankreich eingeführte Teilung des rechten Winkels in 100 Grade anzuwenden, wobei dann die Teile eines Grades durch Dezimalbrüche ausgedrückt werden. Um einen W. zu halbieren, wählt man auf dessen Schenkeln zwei Punkte A und B in gleichen Abständen vom Scheitel O (Fig. 6), beschreibt um A und B mit gleicher Zirkelöffnung Kreisbögen und verbindet den Schnittpunkt C dieser Kreisbögen mit O durch die Gerade O C, die den W. A O B halbiert. Die Teilung eines Winkels in drei gleiche Teile (Trisektion des Winkels) ist dagegen nur in einigen wenigen besondern Fällen durch Zirkel und Lineal ausführbar. Der W. zweier nicht in einer Ebene liegender, einander nicht schneidender (windschiefer) Geraden ist gleich dem W. zweier von einem Punkt ausgehender Parallelen zu diesen zwei Geraden. Der W. zweier durch einen Punkt gehender krummer Linien ist gleich dem W., den die in diesem Punkte an die krummen Linien gezogenen Tangenten bilden. Den W. zweier Ebenen setzt man gleich dem W. der beiden Geraden, die in einem beliebigen Punkte der Schnittlinie beider Ebenen senkrecht zu dieser so gezogen sind, daß die eine in der einen, die andre in der andern Ebene liegt. Der W. einer Geraden und einer Ebene ist gleich dem W. zwischen der Geraden und deren senkrechter Projektion (s. d.) auf die Ebene. Über Zentri- und Peripheriewinkel s. Kreis, S. 625; über korrespondierende W., Wechselwinkel etc. s. Parallel. Ein körperlicher W. (Körperwinkel, Keil) wird gebildet von drei oder mehr durch einen Punkt gehenden Ebenen; als Mast dieses Winkels kann man das zwischen diesen Ebenen liegende Stück einer Kugelfläche betrachten, die jenen Punkt zum Mittelpunkt hat. Bei Polygonen (namentlich in der Kriegsbaukunst) unterscheidet man ausgehende (ausspringende) und eingehende (einspringende) W., je nachdem die Schenkel nach der Innen- oder der Außenseite des Polygons auseinander gehen. Außerdem unterscheidet man bei einem Polygon innere oder Innenwinkel (Polygonwinkel), die auf der Innenseite von je zwei Seiten gebildet werden, und Außenwinkel (s. d.). Das mathematische Zeichen für W. ist ∠ oder ∡ (s. Mathematische Zeichen).
5025 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    winkelst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    winkel , st. M. (a) nhd. Winkel, Ecke ne. corner Hw.: vgl. ae. wincel, as. *winkil?, ahd. winkil E.: germ. *wenkila-, *w…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    winkelstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    winkel stm. winkel. ahd. winchil, winkil Graff 1,720. angulus sumerl. 1, 52. — die helle enchunde ir sêle niht in dehein…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    winkelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    winkel , M. nhd. Winkel, Ecke, Raum, geheimer Raum, Versteck, Gang (M.) zwischen Häusern? ÜG.: lat. androna Vw.: s. ber-…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Winkel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Winkel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Winkelchen. 1. Der Ort, wo zwey sich gegen einander neigende Linie…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Winkel

    Goethe-Wörterbuch

    Winkel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Winkel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Winkel , heißt in der Geometrie die Neigung zweier Linien oder Flächen zu einander. Der Punkt, wo die beiden Linien sich…

  7. modern
    Dialekt
    Winkel

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Winkel [Wìkl u. Wekl allg. ] m. 1. rechter Winkel. Das Stück Holz is t nit im W. Dü. E Hus is t nit im W., wenn Vorder…

  8. Sprichwörter
    Winkel

    Wander (Sprichwörter)

    Winkel 1. Besser im Winckel sein altes Kleid flicken, als öffentlich umb ein neves betteln. – Wirth, II, 236. »Es ist ra…

  9. Spezial
    Winkel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Win|kel m. (-s,-) 1 (Ecke) ciantun (-s) m. , piz (pic) m. 2 ‹ant› andlá (-las) m. 3 (Winkelmaß) schedra (-res) f. ▬ ein …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit winkel

476 Bildungen · 378 Erstglied · 92 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von winkel 2 Komponenten

win+kel

winkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

winkel‑ als Erstglied (30 von 378)

Winkelbach

SHW

Winkel-bach Band 6, Spalte 583-584

Winkelband

SHW

Winkel-band Band 6, Spalte 583-584

Winkeldach

SHW

Winkel-dach Band 6, Spalte 583-584

Winkelfeld

SHW

Winkel-feld Band 6, Spalte 583-584

Winkelpfad

SHW

Winkel-pfad Band 6, Spalte 585-586

Winkelrech

SHW

Winkel-rech Band 6, Spalte 585-586

Winkelriß

SHW

Winkel-riß Band 6, Spalte 585-586

Winkelzug

SHW

Winkel-zug Band 6, Spalte 585-586

winkelabstand

DWB

winkel·abstand

winkelabstand , m. , die bestimmung des abstands zwischen zwei punkten durch die grösze des winkels, den die verbindungslinien der betreffen…

winkeladvokat

DWB

winkel·advokat

winkeladvokat , m. , volksläufige bezeichnung für einen, ' der das amt eines sachwalters ... unbefugt und geheim ausübt ' Schöpf tirol. 817 …

winkelagent

DWB

winkel·agent

winkelagent , m. , inoffizieller agent, s. Schirmer kaufm. 211 ; Loritza id. Vien. 144 ; Joh. Nestroy ges. w. 2, 296 ; 4, 187; mit dem ausdr…

winkelaltâr

LW

winkel-altâr, Altar in Kapellen und an Pfeilern (Ggs. Hochaltar) u. in Hauskapellen; -holt, Winkelmass, Richtscheit; fig. wh. houwen = winke…

winkelaltār

KöblerMnd

winkel·altār

winkelaltār , M. nhd. „Winkelaltar“, Altar in Kapellen und an Pfeilern und in Hauskapellen E.: s. winkel, altār L.: Lü 584b (winkelaltâr)

winkelandacht

DWB

winkel·andacht

winkelandacht , f. , nicht in der öffentlichkeit abgehaltene andacht: ( der ort, ) wo der ... herr ihm ( dem schulmeister ) durch winkelanda…

Winkelarm

WWB

winkel·arm

Winkel-arm m. waagerechte Stange am Spinnrad, die den Wockenstock trägt (Lippe Oesterh ).

winkelartig

DWB

winkel·artig

winkelartig , adj. : ( die ampulla ossea posterior ) geht unter einer mehr winkelartigen biegung in den ampullenschenkel über v . Sömmerring…

winkelarzt

DWB

winkel·arzt

winkelarzt , m. , quacksalber: unnötig ists aber weitleufftiger davon zu handeln, dieweil die winckelartzt meines berichts nicht von nöten V…

Winkelawekte

WWB

Winkel-awekate m. 1. „Winkeladvokat“ ( Isl Ha ). — 2. zweifelhafter Geschäftemacher ( Dor Wl).

Winkelbach

PfWB

winkel·bach

Winkel-bach f. : FlN; amtl. Winkelbach [ KU-Rutsw/L ]. a. 1772: Obig der Winkelbach [Kurpf. A. 1603/1 (KU-Rutsw/L)].

winkel als Zweitglied (30 von 92)

twēwinkel

KöblerMnd

*twēwinkel , M. nhd. „Zweiwinkel“ Hw.: s. twēwinkelich E.: s. twē, winkel

Herrgottswinkel

RDWB1

Herrgottswinkel m угол в доме католиков, где размещаются распятие и лики святых - по функции приблизительно то же, что красный угол в домах …

Abschnittswinkel

Adelung

abschnitt·s·winkel

Der Abschnittswinkel , des -s, plur. ut nom. sing. in der Geometrie, derjenige Winkel, welchen eine Linie, die den Zirkel berühret, daselbst…

Abwinkel

Idiotikon

Abwinkel Band 16, Spalte 689 Abwinkel 16,689

Auge(n)winkel

Idiotikon

Auge(n)winkel Band 16, Spalte 689 Auge(n)winkel 16,689

Bärwinkel

Adelung

baer·winkel

Der Bärwinkel , des -s, plur. inusit. ein Nahme, welcher in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden dem Sinngrüne oder Durchwachs gegeben …

biwinkel

MNWB

biwinkel „biangularis”.

Bremsenwinkel

Wander

bremsen·winkel

Bremsenwinkel Er ist aus dem Bremsenwinkel. – Frischbier, II, 424. Aus der Gegend von Zinten und Landsberg.

Bränzwinkel

Idiotikon

Bränzwinkel Band 16, Spalte 692 Bränzwinkel 16,692

Bëse(n)winkel

Idiotikon

Bëse(n)winkel Band 16, Spalte 692 Bëse(n)winkel 16,692

Bāchtwinkel

Idiotikon

Bāchtwinkel Band 16, Spalte 692 Bāchtwinkel 16,692

Chëllerwinkel

Idiotikon

Chëllerwinkel Band 16, Spalte 691 Chëllerwinkel 16,691

Chātwinkel

Idiotikon

Chātwinkel Band 16, Spalte 691 Chātwinkel 16,691

Chūderwinkel

Idiotikon

Chūderwinkel Band 16, Spalte 690 Chūderwinkel 16,690

Chūpwinkel

Idiotikon

Chūpwinkel Band 16, Spalte 691 Chūpwinkel 16,691

Gebāchtwinkel

Idiotikon

Gebāchtwinkel Band 16, Spalte 692 Gebāchtwinkel 16,692

gȫsewinkel

KöblerMnd

gȫsewinkel , M. nhd. „Gänsewinkel“ E.: s. gōs, winkel L.: MndHwb 1/2, 137 (gȫsewinkel) Son.: langes ö, örtlich beschränkt, eine Flurbezeichn…

Ableitungen von winkel (6 von 6)

gewinkel

DWB

gewinkel , gewinkele , n. neuere collectivbildung zu winkel s. d.: freilich bin ich heute morgens in der gegend der Tiber in ein gewinkel ge…

verwinkel

BMZ

verwinkel swv. stecke in den winkel, verberge. eʒ ist niht wol verwinkelt swaʒ in den snê beschorren wirt Frl. 269,7.

verwinkelung

DWB

verwinkelung , f. , vereinzelt: dann sie ( die körper ) bestehen entweder nur von einem in einerlei strich gantz ohne verwinckelung oder ver…

winkelê

Lexer

winkel-ê stf. heimliche ehe. ir frouwen hüetet iuch vor der winkelê Berth. 318,4. vgl. den letzten beleg unter winkel.

Zerwinkel

Idiotikon

Zerwinkel Band 16, Spalte 695 Zerwinkel 16,695

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „winkel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/winkel/meyers?formid=W03493
MLA
Cotta, Marcel. „winkel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/winkel/meyers?formid=W03493. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „winkel". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/winkel/meyers?formid=W03493.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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