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Wanken

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 19 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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58
Verweise raus
52

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wanken

Bd. 4, Sp. 1381
Wanken, verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, sich langsam hin und her bewegen. 1. Eigentlich. Das Erdbeben machte, daß die Häuser wankten. Das wankende Rohr. Ich will jetzt durch den kleinen Hain des wankenden Grases hinsehen, Geßn. Besonders vor Schwäche, Ohnmacht. Im Gehen wanken. Mit den Füßen wanken. Seine wankenden Schritte verrathen Angst und Entsetzen. Wenn meine Hand des plappernden Kindes wankenden Fußtritt leitete, Geßn. Ingleichen aus Mangel der gehörigen Festigkeit, da man das Wort in der edlern Schreibart gern für das niedrigere wackeln gebraucht, welches, vermöge seiner Bildung, ein schnelleres Hin- und Herbewegen fester Körper bezeichnet. Der Tisch, der Stuhl wanket. 2. Figürlich. (a) Sich ein wenig aus seiner Lage bewegen,[] wie weichen. Wenn du wankest, so tödte ich dich. Die Armee fing an zu wanken. Nicht wanken noch weichen, unbeweglich da stehen. (b) Anfangen, sich zu verändern, besonders aus einem vortheilhaften Zustande in einen nachtheiligern zu gerathen. Der Sieg fing an zu wanken. Das wankende Glück. So manches Herz, das auf der Bahn der Tugend zu wanken anfing, hat an dem Freunde eine Stütze gefunden, Gell. (c) In der Rede wanken, nicht mit sich selbst übereinstimmen, eine Sache auf verschiedene Art vortragen. (d) In Ansehung der Entschließung, der Gemüthsstellung, anfangen, von seinem Entschlusse, von seiner Meinung abzugehen. Viele Aufrührer fingen bereits an, zu wanken. Diejenige Stärke der Seele, welche in keinem Sturme des Schicksals wanket. Sein Herz glaubt vielleicht schon fest zu seyn, o wie bald kann es wanken? So auch das Wanken. Anm. Schon bey dem Ottfried und andern alten Schriftstellern uuankon, im Schwed. vanka. Es ist ein Intensivum von einem veralteten Verbo, wanen, oder wenn man das n für zufällig hält, von wegen; im erstern Falle unterscheidet es sich, dem Baue nach, von wandeln, wandern, wenden, winden u. s. f. nur durch die Ableitungssylbe. Ehedem hatte man davon auch das Substantivum Wank, welches sowohl eigentlich eine wankende Bewegung, als auch figürlich, den Zweifel, (ana wank, ohne Zweifel, Ottfried,) und das Ende bedeutete. Mit vorgesetztem Zischlaute, und darin gegründeten Änderung der Bedeutung, ist aus wanken, schwanken gebildet. Im Niederdeutschen ist wanken ein sehr gangbares und allgemeines Wort für gehen überhaupt, nach eben der Figur, nach welcher ehedem auch wallen, gehen bedeutete; zu Hause wanken, ohne daß dabey ein Nebenbegriff der Schwäche oder der unstäten Bewegung Statt fände. In dieser Bedeutung des Gehens kommt es auch bey dem Ottfried vor.
2576 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wankenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    wanken stn. âne wanken Walth. 79,27. ân alleʒ wanken (: Franken) Ludw. kreuzf. 2042.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wankensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wanken , sw. V. nhd. „wanken“, umhergehen, hingehen und hergehen, wandern, reisen, gehen, umgehen Vw.: s. be-, ent-, in-…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wanken

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wanken , verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, sich langsam hin und her bewegen. 1. Eigentlich. Das…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wanken

    Goethe-Wörterbuch

    wanken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    wanken

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    wanken 1. gehen, umhergehen, reisen: wanken proficisci Mantz. Ruh. 2, 67; schwankend umhergehen, wandeln Mi 105 a ; 'byn…

  6. Sprichwörter
    Wanken

    Wander (Sprichwörter)

    Wanken Nicht wanken und weichen.

  7. Spezial
    wanken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wan|ken vb.intr. 1 (schwanken) jí sö y jö, oscilé (-lëia), soné (sona) 2 (wackeln) tremoré (trëmora), scassé (scassa) 3 …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wanken

22 Bildungen · 2 Erstglied · 16 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von wanken 2 Komponenten

wan+ken

wanken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wanken‑ als Erstglied (2 von 2)

wankendmachen

DWB

wankendmachen , n. subst. inf.: das kopfschütteln ist ein verneinen, denn dadurch deuten wir ein wankendmachen, ein umstoszen an Hegel werke…

Wankendörp

MeckWB

Wankendörp erfundener Ortsname in der Rda. hei is ut Wankendörp er ist betrunken Heim. 2, 168 a .

wanken als Zweitglied (16 von 16)

inwanken

KöblerMnd

*inwanken , V. nhd. eintreffen, ankommen Hw.: s. inwankinge E.: s. in (2), wanken

anewanken

KöblerMhd

ane·wanken

anewanken , sw. V. nhd. „anwanken“, heranwanken Q.: Trist (um 1210) E.: s. ane, wanken (1) W.: nhd. anwanken, sw. V., „anwanken“, heranwanke…

bewanken

MNWB

bewanken , swv. , ên lant b. in einem Lande hin- und herreisen, bereisen.

entwanken

DWB

ent·wanken

entwanken , nutantem abire, effugere, mhd. entwenken: nu lânt in niht entwenkin, ir suln in heiʒen henkin. Reinh. 1851 ; ërne mac dës niht e…

henwanken

MeckWBN

hen·wanken

Wossidia henwanken 1. a. Spr. über Land fahren: 'Her Diderick Boldewan ... wanckede hen nha Schwerin' Rost. Veide 19. 2. hingehen: Un wankde…

ninwanken

MeckWBN

nin·wanken

Wossidia ninwanken ä. Spr. hineinwandern, -ziehen: wenn hee ninwanckt nah Rhein ( Schö @ Rehna; 1741) Kohf. Hg. 27, 4.

rinwanken

MeckWBN

rin·wanken

Wossidia rinwanken hineinwandern: Denn wull ick in de Welt rin wanken Reut. 5, 257.

rümwanken

MeckWBN

ruem·wanken

Wossidia rümwanken 1. umhergehen, -ziehen: spät rümmerwanken Wo. V. 2, 79; dat ... uns' Landlüd ... in 'n Lan 'n rümmer wankt sünd Reut. 2, …

schwanken

DWB

schwan·ken

schwanken , verb. hin und her schwingen, wanken, taumeln. junge ableitung zu dem adj. schwank. mhd. swanken ( nicht alt ) Lexer handwb. 2, 1…

überschwanken

DWB

ueber·schwanken

überschwanken , v. 1 1) in untrennb. verbindung selten: etwas ü., darüber hinaus schwanken: mit den leibern sich die geister zanken, und der…

umschwanken

Idiotikon

umschwanken Band 9, Spalte 2001 umschwanken 9,2001

upwanken

MeckWBN

Wossidia upwanken hinaufgehen: dunn wankt Aurelia vör uns up (auf die Festung), äwer mit knappe Schritten Reut. 4, 445.

verwanken

DWB

ver·wanken

verwanken , v. , durch wanken verderben: man verwanket nicht so leicht den schusz als mit einem leichten gewehr J. F. Stahl d. gewehrgerecht…

winkenwanken

KöblerMhd

winken·wanken

winkenwanken , sw. V. nhd. schwanken Q.: WvÖst (1314) (FB winkenwanken) E.: s. winken (1), wanken (1) W.: nhd. DW- L.: FB 471b (winkenwanken…

ūtwanken

KöblerMnd

ūtwanken , sw. V. nhd. „auswanken“, herausgehen E.: s. ut (3), wanken W.: s. nhd. auswanken, sw. V., auswanken, DW 1, 1009? L.: Lü 465a (ûtw…

Ableitungen von wanken (4 von 4)

bewanken

MNWB

bewanken , swv. , ên lant b. in einem Lande hin- und herreisen, bereisen.

entwanken

DWB

entwanken , nutantem abire, effugere, mhd. entwenken: nu lânt in niht entwenkin, ir suln in heiʒen henkin. Reinh. 1851 ; ërne mac dës niht e…

gewanken

Lexer

ge-wanken swv. wanken W. v. Rh. 276,30.

verwanken

DWB

verwanken , v. , durch wanken verderben: man verwanket nicht so leicht den schusz als mit einem leichten gewehr J. F. Stahl d. gewehrgerecht…