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Versagen

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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46
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27

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Versagen

Bd. 4, Sp. 1112
Versagen, verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert. 1. Den Genuß eines Dinges zusagen, versprechen, eigentlich, mit Worten einem andern übertragen. Die Waare ist schon versagt, einem andern versprochen. Sind sie schon versagt? haben sie sich schon an jemanden versprochen? es sey, in welcher Rücksicht es wolle. Meine Hand ist schon versagt, versprochen. Man gebraucht es in diesem Verstande nur überhaupt, und ohne die dritte Endung der Person, vermuthlich, um die Zweydeutigkeit mit der folgenden Bedeutung zu vermeiden. 2. In entgegen gesetztem Verstande ist versagen, das verlangte abschlagen. Rede mit dem Könige, der wird mich dir nicht versagen, 2 Sam. 13, 13. Du hast den Hungrigen dein Brot versagt, Hiob. 12, 7. Wie darf ichs meinem Herren versagen? Judith 12, 14. Einem den Tanz versagen. Wer kann denen, die unschuldig litten, Bewunderung versagen? Dusch. Was (für) Lust er sich versagt, was Schmerzen er ertragen, Haged. 3. Ein Feuergewehr versagt, wenn es nicht los gehen will; als ein Neutrum. Die Büchse versagt mir. Im Scherze gebraucht man es in mehrern Fällen, wenn eine Handlung, eben da sie geschehen soll, unterbrochen wird; z. B. wenn jemand niesen will, und daran gehindert wird. Es scheint nicht, daß es hier eine Figur der vorigen Bedeutung ist, sondern vielmehr von sagen abstammet, so fern es im weitesten und ursprünglichsten Verstande ehedem einen jeden Laut hervor bringen bedeutete. Ver würde alsdann hier eben den Sinn haben, wie in verriechen, verfließen, verpuffen u. s. f. Daher die Versagung, besonders in der zweyten, und das Versagen in der dritten Bedeutung. Anm. In der mittelsten Bedeutung schon bey dem Ottfried firsagen, bey dem Notker und Willeram versagen, im Nieders. verseggen, im mitlern Lat. dedicere. Veraltete Bedeutungen sind: 1. Entsagen, welche schon um die Mitte des achten Jahrhundertes vorkommt. 2. Absprechen, bey dem Notker. 3. Verbiethen. 4. Verklagen, u. s. f.
1965 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    versagenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    versagen stn. das abschlagen, weigern. Parz. 405,27. 820,8. Walth. 53,24. zehen versagen sint beʒʒer danne ein liegen da…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Versagen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Versagen , verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert. 1. Den Genuß eines Dinges…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    versagen

    Goethe-Wörterbuch

    versagen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Versagen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Versagen , vom Gewehr: beim Abdrücken nicht losgehen.

  5. modern
    Dialekt
    versagen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    versage n 1. verbieten M. 2. versagen, von einem Gewehr. D Flint e het m i r versait Su. — vgl. Bayer. 2, 234.

  6. Sprichwörter
    Versagen

    Wander (Sprichwörter)

    Versagen 1. Besser freundlich versagen, als unfreundlich gewähren (zugeben). – Simrock, 10891; Sailer, 112. 2. Freundlic…

  7. Spezial
    versagen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|sa|gen I vb.tr. 1 (nicht gewähren) nia dé, neghé (neghëia) 2 (verweigern, abschlagen) refusé (refüsa), refodé (-dëia…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit versagen

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von versagen

ver- + sagen

versagen leitet sich vom Lemma sagen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von versagen 2 Komponenten

vers+agen

versagen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

versagen‑ als Erstglied (1 von 1)

Ableitungen von versagen (1 von 1)

unversagenlich

KöblerMhd

unversagenlich , Adj. nhd. nicht versagt? Q.: Ack (nach 1400) E.: s. un, ver, sagen, *lich? (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 387 (unversagenli…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „versagen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/versagen/adelung?formid=V00727
MLA
Cotta, Marcel. „versagen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/versagen/adelung?formid=V00727. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „versagen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/versagen/adelung?formid=V00727.
BibTeX
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