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Umschlag

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
22 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Umschlag

Umschlag

schlagen Vb. ‘hauen, prügeln, töten, einen Gegner überwinden, besiegen, mit einer heftigen, gezielten Bewegung geräuschvoll einen Gegenstand treffen, sich in einer bestimmten Richtung entwickeln, nach jmdm. geraten’, ahd. slahan (8. Jh.), mhd. slahen, slān, asächs. slahan, mnd. slān, mnl. slaen, nl. slaan, afries. sla, aengl. slēan, anord. slā, schwed. slå, got. slahan (germ. *slahan). Auf grammatischem Wechsel zwischen h und g beruhen Präteritalformen wie ahd. sluog, asächs. aengl. slōg, denen im Nhd. die Präsensformen und der Infinitiv angeglichen werden; s. auch Schlag, Schlegel neben Schlacht und Geschlecht. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten bietet lediglich das Kelt. mit mir. slacc ‘Schwert’, ir. slacaire ‘Schläger’, mir. slachta ‘geschlagen’, ir. slacht ‘gute Erscheinung, von gutem Schlag’, gäl. slachdaim ‘schlage mit dem Hammer’, so daß eine Wurzel ie. *slak- ‘schlagen, hämmern’ angesetzt werden kann. – Schläger m. ‘wer schlägt, wer jmdn. tötet’, ahd. irslahāri (8. Jh.), mhd. slaher, frühnhd. totslaher, -slager, -sleger (15. Jh.); auch ‘Raufbold’ (seit 17. Jh.). Schlägerei f. ‘Prügelei’ (wohl 15. Jh.), ‘Duell’ (17. Jh.). abschlagen Vb. ‘mit einem Hieb loslösen, lostrennen, abwehren, ablehnen’, ahd. abaslahan ‘abhauen, abschneiden’ (10. Jh.), mhd. abeslahen, auch ‘abschlachten, in Abzug bringen, vergüten, zurückweisen’; abschlägig Adj. ‘ablehnend’ (15. Jh.); Abschlag(s)zahlung f. ‘erster Teil einer abzugeltenden Summe, Teilzahlung’ (18. Jh.). anschlagen Vb. ‘anstoßen, mit Nägeln anhängen, gut wirken, bellen’, ahd. anaslahan (10. Jh.), mhd. aneslahen ‘an jmdn. oder etw. schlagen, anstoßen, mit Schlägen angreifen, durch Schlagen befestigen, rauben, anstiften, berechnen’; veranschlagen Vb. ‘taxieren’ (19. Jh.); Anschlag m. ‘Bekanntmachung, auf etw. zielender Gedanke, Plan, Vorhaben, Vorbereitung des Schützen zum Abschießen’, auch (seit 15. Jh.) ‘Attentat’, ahd. anaslag ‘Hieb, Stoß, Schlag’ (11. Jh.), spätmhd. aneslac, auch ‘Berechnung’; Voranschlag m. ‘vorläufige Kostenberechnung’ (18. Jh.). aufschlagen Vb. ‘(durch Schlagen) öffnen, aufprallen, auftreffen, einen Preis erhöhen, etw. aufstellen, errichten’, ahd. ūfslahan ‘an etw. schlagen’ (um 900), mhd. ūfslahen, auch ‘errichten, aufschieben, verzögern, anzünden, durch Schlagen öffnen, vorenthalten, den Lohn, Preis erhöhen, im Preis steigen, verzichten’; Aufschlag m. ‘Aufprall, Verteuerung eines Preises, umgeschlagener Teil an Kleidungsstücken’, mhd. ūfslac, auch ‘Aufschub, Verlängerung der Frist, Waffenstillstand’. ausschlagen Vb. ‘Knospen treiben, grün werden, um sich schlagen, durch Schlagen zerstören, mit etw. bedecken, ablehnen’, ahd. ūʒslahan ‘herausbrechen, durch Schlagen zerstören’ (9. Jh.), mhd. ūʒslahen ‘herausschlagen, umhauen, ablehnen, zurückschlagen, ausweisen, verjagen, verbannen, freilassen, zerstören, errichten, nach auswärts schlagen, fliehen’; Ausschlag m. ‘Austrieb der Schweine in die Eichelmast, Herabsinken des Waagebalkens nach der schweren Seite’ (15. Jh.), daher den Ausschlag geben ‘entscheidend sein’ (16. Jh.), ‘Entscheidung, Ergebnis, Erfolg, Ausgang’ (16. Jh.), medizinisch ‘Hautschorf, Erkrankung der Haut’ (17. Jh.), ‘Trieb, Sproß’ (18. Jh.). 1beschlagen Vb. ‘(durch Schlagen) mit etw. versehen, sich überziehen, anlaufen’, ahd. bislahan ‘behauen, tüchtig schlagen, fest-, niederschlagen’ (8. Jh.), mhd. beslahen ‘auf etw. schlagen, schlagend bedecken, mit Beschlag belegen, schlagend auf, an etw. befestigen, umschlagen, umschließen’; ein Pferd beschlagen ‘mit Hufeisen versehen’; 2beschlagen Part.adj. ‘gut versehen sein, bewandert in einer Sache, voller Kenntnisse’ (16. Jh.), eigentlich ‘durch (Metall)beschlag fest und dauerhaft’; Beschlag m. ‘Metallstück als Schutz oder Verzierung, Überzug, Hauch’ (15. Jh.), in Beschlag nehmen (17. Jh.), Beschlag auf etw. legen (18. Jh.), mit Beschlag belegen (19. Jh.) ‘etw. oder jmdn. für sich beanspruchen’. einschlagen Vb. ‘hineinschlagen, durch Schlagen zertrümmern, einwickeln, sich in eine bestimmte Richtung erfolgreich entwickeln, gedeihen’ (15. Jh.); einschlägig Adj. ‘in Betracht kommend’ (Ende 18. Jh.). entschlagen Vb. ‘(sich von einer Sache) frei-, losmachen, verzichten’, mhd. entslahen ‘freimachen, aufheben’. nachschlagen Vb. ‘ähnlich werden, nacharten’ (16. Jh.; vgl. mhd. slahen nāch), ‘in einem Buche suchen und nachlesen’ (17. Jh.). überschlagen Vb. ‘ungefähr berechnen, übereinanderlegen (die Beine)’, reflexiv ‘sich überkugeln’, ahd. ubarslahan ‘herausgehen, sich entfernen, vorzüglich sein, übertreffen’ (um 1000), mhd. überslahen ‘schlagend überziehen, beschlagen, überwältigen, besiegen, in Kürze sagen, erzählen, auslassen, ungefähr berechnen, schätzen, überlegen’. umschlagen Vb. ‘umlegen, umbiegen, zu Boden schlagen, ringsum bedecken, sich ändern (vom Wetter)’, mhd. umbeslahen ‘umgeben, -fassen, -zingeln, niederschlagen, Umschweife machen, sich verbreiten’; Umschlag m. ‘Hülle, Umhüllung, Änderung, umgeschlagener Rand’, auch (seit 17. Jh.) als medizinische Heilpackung, kaufmännisch ‘Umsatz, Vertrieb von Waren’ (16. Jh., nach mnd. ummeslach), mhd. umbeslac ‘Umhüllung, Wendung, Umkehr, Ausflucht’. unterschlagen Vb. ‘unrechtmäßig zurückbehalten, veruntreuen, verheimlichen’, mhd. underslahen ‘beiseite legen, abseits setzen, verbergen, aufgeben, niederschlagen, unterdrücken, überwinden, übertreffen’. verschlagen Vb. ‘mit Brettern abteilen, schließen, versehentlich umblättern, durch widrige Umstände an einen ungewollten Ort gelangen (lassen)’, ahd. firslahan ‘erschlagen, töten, verschließen’ (8. Jh.), mhd. verslahen ‘zerschlagen, verwunden, töten, abhauen, auseinanderschlagen, vertreiben, zurückweisen, wegnehmen, beschmutzen, durch Verschlag absperren’, reflexiv ‘sich verstecken, beschmutzen, entfernen’; verschlagen Part.adj. ‘listig, undurchsichtig, durchtrieben’ (15. Jh.), eigentlich ‘seine Pläne nicht bekanntgebend, versteckend, zurückhaltend’; Verschlag m. ‘durch Bretter(wände) abgetrennter Raum, abtrennende Bretterwand’ (18. Jh.). vorschlagen Vb. ‘einen Plan vorlegen, einen Rat geben und zur Erwägung anbieten’, ahd. furislahan ‘vorher-, vorwegnehmen’ (8. Jh.), mhd. vürslahen ‘treiben, im Übergewicht sein, veranschlagen, rechnen’; Vorschlag m. ‘zu erwägender Rat, Plan, Lehrsatz’ (16. Jh.), mhd. vürslac ‘erster Schlag, Befestigung, einschließende Belagerung, Berechnung als Vorlage’. – schlagfertig Adj. ‘bereit zum Losschlagen’ (18. Jh.), ‘um keine Antwort verlegen, witzig’ (19. Jh.). Schlaglicht n. ‘heller Lichtstrahl zum Hervorheben eines einzelnen Gegenstandes’ (18. Jh.), häufig in der Malerei. Schlagschatten m. ‘von einer Person oder einem Gegenstand geworfener, scharf umrissener Schatten’ (18. Jh.). Schlagseite f. ‘Schräglage (eines Schiffs)’ (17. Jh.). Schlagwort n. ‘(schmerzlich) treffendes Wort, prägnanter Ausdruck zur Kennzeichnung einer Zeiterscheinung, Bühnenstichwort’ (18. Jh.), im Bibliothekswesen ‘Stichwort, Kennwort’. Schlagzeile f. ‘hervorgehobene, deutlich gemachte Überschrift’ (um 1880). Schlagzeug n. ‘Ensemble von Schlaginstrumenten’ (20. Jh.); zuvor ‘Geräte zum Einschlagen bzw. zum Beschlagen von Bauteilen’ (16. Jh.). Schlager m. ‘aktuelle, beim Publikum ein- bzw. durchschlagende Musiknummer’, aufgekommen (1881) als Ausdruck der Musikkritik, durch die Tagespresse verbreitet; dann auf andere besonders aktuelle und wirkungsvolle Erscheinungen (Buch, Theaterstück, eine reißend abgehende Ware) übertragen.
7376 Zeichen · 227 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Úmschlag

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Úmschlag , des -es, plur. die -schläge, von dem folgenden Zeitworte. 1. Der Zustand, die Handlung, ohne Plural. (1) …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Umschlag

    Goethe-Wörterbuch

    Umschlag [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Umschlag

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Umschlag ( Umschlagsrecht, Umladungsrecht ), ehemals das Recht einzelner Ortschaften ( Umschlagsplätze ), die zu Wasser …

  4. modern
    Dialekt
    Umschlag

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Umschlag m. 1. Umlegetuch, Band. Mach ih m e U. um d e r Kopf! Hlkr. 2. im Kartenspiel die Karte, welche als Trumpf heru…

  5. Sprichwörter
    Umschlag

    Wander (Sprichwörter)

    Umschlag 1. Uemslag 1 (er)nêrt den Mann. – Schambach, I, 333. 1 ) Der Umsatz im Geschäftsleben. 2. Einem Umschläge von c…

  6. Spezial
    Umschlagm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +10 Parallelbelege

    Umschlag , m обложка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit umschlag

56 Bildungen · 53 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

umschlag‑ als Erstglied (30 von 53)

Umschlagblei

Campe

umschlag·blei

Das Umschlagblei , — es, Mz. — e , bei den Glasern, dasjenige Fensterblei, welches die Glasscheiben in den Ruthen oder Fugen der Fensterrahm…

Umschlageisen

Meyers

umschlag·eisen

Umschlageisen , ein flaches Eisen mit verstählter, gerader, stumpfer Schneide, wird mittels einer Angel in einem Klotz befestigt, so daß die…

umschlagen

DWB

umschlagen , vb. I I. trennbar. I@A A. transitiv. I@A@1 1) ' etwas zu boden schlagen ' ; ältere sprache kennt bereits mehrere daraus abgelei…

Umschlaghosen

PfWB

umschlag·hosen

Umschlag-hosen Pl. : 'an den Beinen umgeschlagene Hose', Umschlaghose, -schlaach- ; -hosse [mancherorts]. —

Umschlagplatz

LDWB2

umschlag·platz

Um|schlag|platz m. (-es, ...plätze) post da trasbord m. , post d’incuntada m. , post d’indunada m.

umschlag(s-)— abgabe

DWB

umschlag·s·abgabe

umschlag(-s-)— abgabe , zu umschlagen I A 4: den bewohnern der stadt ( wurde ) garantirt: freiheit von jeder hörigkeit und leibeigenschaft, …

umschlag(s)amt

DWB

umschlag·samt

-amt gericht für gantfälle, aus dem 16. jahrh. bei Fischer schwäb. 6, 104 , zu umschlagen I A 9;

umschlag(s)blei

DWB

umschlag·s·blei

-blei bleirinne zum einsetzen der fensterscheiben, dass. wie fensterblei , s. Krünitz 194, 425 : das heft- oder umschlagblei dient zur bildu…

umschlag(s)bogen

DWB

umschlag·s·bogen

-bogen der bogen, den man um einen gegenstand herumschlägt, auch mantelbogen genannt: ( er machte ) die siegel inwendig vom deckel der grosz…

umschlag(s)bohrer

DWB

umschlag·s·bohrer

-bohrer bohrer, der durch umdrehen bedient wird, dass. wie bogenbohrer , s. Krünitz 194, 425 ; Mothes illustr. baulex. 4, 393 ; omslachböör …

umschlag(s)eisen

DWB

umschlag·seisen

-eisen zum umbiegen der bleche, s. z. b. Blumhof eisenhüttenkunde (1821) 4, 387 : zum ... umbiegen von blech dienen umschlageisen Lueger 1, …

umschlagsfremdenliste

DWB

umschlagsfremdenliste , -gast : zur ... Kieler umschlagsfremdenliste bitten wir die geehrten umschlagsgäste uns gütigst namen, stand und woh…

umschlag(s)hafen

DWB

umschlag·s·hafen

-hafen : die grösseren ( häfen ) sind meist mit der eisenbahn verbunden (umschlaghäfen) v . Alten handbuch 2, 301 ;

umschlag(s)kragen

DWB

umschlag·s·kragen

-kragen zu umschlagen I A 5 a: ( der neue uniformrock ) hat einen niedrigen umschlagkragen v . Alten handbuch 3, 548 ; ömslachkragen Leihene…

umschlag(s)leder

DWB

umschlag·s·leder

-leder : ( sie trugen ) die schuhbändel mit breitem rothgefärbtem umschlagleder bedeckt Zschokke s. ausgew. schr. 28, 196 ;

umschlag als Zweitglied (3 von 3)

baumschlag

DWB

baum·schlag

baumschlag , m. frondes arborum diversarum pictae: die wechselnde gestalt und eigenthümlichkeit des baumschlags.

Breyumschlag

Adelung

brey·umschlag

Der Breyumschlag , des -es, plur. die -schläge, bey den Ärzten, ein Umschlag, welcher aus einem gekochten Breye bestehet; Cataplasma.

Schloßgeldumschlag

DRW

schloßgeld·umschlag

Schloßgeldumschlag, m. Umlage des Schloßgelds (III) wa ... ainer oder mehr amptzpfleckh mit dem schloßgeldt gegen andere uͤberlengt vnd zuui…