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trampel

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trampel m.

Bd. 21, Sp. 1178
trampel, m. , auch f.; rückbildung aus trampeln. 11) 'ungeschickter, plumper mensch', meist von frauen gesagt. in neuerer zeit daher auch als fem. auftretend Fulda versuch 552; v. Klein prov.-wb. 2, 193; Schmidt westerwäld. 262; 269; Spiesz hennebg. 259; v. Schmid schwäb. wb. 135; Lexer kärnt. 67; Martin-Lienhart els. 758a; Fischer schwäb. 2, 314: der Spiegelschwab ging auf die zigeunerin zu und sagte: alte trampel! Aurbacher volksbüchlein 199; Brentano ges. schr. (1855) 8, 89. für gewöhnlich und seit alters masc., über ganz Deutschland mundartlich verbreitet, zur verächtlichen bezeichnung selten von männern, fast ausschlieszlich für plumpe, schwerfälige frauen niederer herkunft, z. b. bei Bernd Posen 318; Teuchert neumärk. 241; Meyer-Mauermann richt. Berliner9 178a; Müller-Fraureuth 1, 237; Kehrein Nassau 1, 407; Reinwald hennebg. 1, 168; Crecelius oberhess. 287; Follmann lothr. 99a; Schöpf tirol. 751; Hügel Wien. 166a; Unger-Khull steir. 166a. zur verstärkung der pejorativen wirkung gern mit charakteristischem subst. componiert: misttrampel Stranitzky ollapatrida 303 Wien. ndr.; kuhstallstrampel Jecht Mansfeld. 113b; bauerntrampel Hertel Thür. 246; Kleemann nordthür. 23c; Fischer schwäb. 2, 314; dorftrampel Serz id. 32a. wegen dieser beschränkung auf die 'niederen sprecharten' in den älteren wbb. nur selten notiert Adelung 4, 1026; Kramer (1702) 1100a. literarisch daher nur in derber ausdrucksweise; in älterer zeit zur bezeichnung des ungeschickten, bäurischen benehmens eines menschen: wie sauber ist derselbe unsaubere kerl zu der thür hinausgeworffen worden, der ohne hochzeitliches kleid auf dem saal erschienen; der trampel hätte ja sollen ein hochzeitliches kleid anhaben Abr. a s. Clara etwas f. alle 2, 103; Isaac der vatter ein engel, Esau sein sohn ein pengel; Jacob der vatter ein lämbl, Ruben sein sohn ein trampel Conlin glückl. narrenfur (1725) 253; verallgemeinerter: denn jeder tag ... hat sein ertragenmüssen der neidlinge und nüchterlinge, der ... trottel und trampel Liliencron s. w. (1896) 9, 155. von anfang an besonders gern angewandt auf körperlich ungeschlachte, tölpelhafte, bäurisch ungebildete frauen: nennet der edelmann (seine nichtebenbürtige frau) ein grobe bäurische drampel Albertinus hirnschleiffer (1664) 503; zanckente eheleuth seynd in allen zuwider ... sie ist ein trampel und er ist ein bauer Neiner cur. tändlmarckt (1734) 88; schlieszlich bloszes schimpfwort: (Apoll zu Melpomene:) willst du dein maul halten, du trampel marionettentheater (1778) 188; Aurbacher s. oben. im 19. jh. gern als bezeichnung für dienstmädchen, die vom lande stammen: bin ohne kammermädchen. hab einen trampel nehmen müssen, eine latsche Holtei erz. schr. 22, 211; vgl. 28, 108; ein sauberer dienstbot kann auf jeden fall in Wien sein glück machen ... nur d'frauen sind nicht so gut; die rutschen gleich mit einem trampel oder mit so was heraus Raimund w. (1881) 3, 401; ein trampel mit schwarzer hauben und korsettel vom land, erscheint in acht tagen im salopp, wie vom stand Meisl theatral. quodlibet 1, 30. daher als halb scherzhaftes schimpfwort küchentrampel; vgl. ferner trampelgunde, sp. 1180; trampelthier 2, sp. 1183. 22) 'tritt', mundartlich auf ein kleines gebiet beschränkt Leihener Cronenbg. wb. 124a; Leithäuser Barmer wb. 159b; Elberfeld. wb. 164a. — 3) 'holzpantoffel, schwere stiefel' Müller-Fraureuth 1, 238; vgl.tramper 1, sp. 1184. — 4) s. trämpel.
3484 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TRAMPELswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    TRAMPEL swv. trete stark auf. Schmeller 1,497. Frisch 2,481. a. sporzelen vel trampelen calcitrare voc. vrat. — dô wart …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trampel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Trampel , des -s, plur. ut nom. sing. von trampen und der Ableitungssylbe -el, ein Subject, ein nur in den niedrigen…

  3. modern
    Dialekt
    Trampel

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Trampel Band 4, Spalte 4,147f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trampel

76 Bildungen · 66 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von trampel 2 Komponenten

tram+pel

trampel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trampel‑ als Erstglied (30 von 66)

Trampelbein

SHW

Trampel-bein Band 1, Spalte 1641-1642

Trampelsuse

SHW

Trampel-suse Band 1, Spalte 1641-1642

Trampeltier

SHW

Trampel-tier Band 1, Spalte 1641-1642

Trampelarbeit

PfWB

trampel·arbeit

 Trampel-arbeit f. : ' niedrigste Arbeit im Haus, die vom Trampel 1 b verrichtet wird '; die Trambelärwet mache [ Gal-Josbg ].

Trampelbāre

WWB

trampel·bare

Trampel-bāre m. schwerfällige Person, die trottend einhergeht, unbeholfen ist ( Hal Bh).

trampelbude

DWB

trampel·bude

-bude : die verdrieszliche stimmung hat sich auch dafür an dem gebäude durch den unästhetischen beinamen der 'trampelbude' gerächt H. Jahn b…

trampelcharmante

DWB

trampel·charmante

-charmante , ' verehrte mädchen, denen der bursche — trampelnd — seine fensterpromenade macht ' hospitium (1747) bei Kluge dtsche studentens…

Trampeldanz

MeckWB

trampel·danz

Trampeldanz m. Tanz der jungen Männer auf Hochzeiten, bei dem sie sich gegenseitig die Hände auf die Schultern legten Pa Plauerh .

Trampeldēr

WWB

tramp·elder

Trampel-dēr n. [verstr.] 1. zweihöckriges Kamel. — 2.1. unruhiges Tier; z.B. Kuh, die beim Melken hin und her tritt ( WmWb ). — 2.2. bald gu…

Trampeldier

LothWB

trampel·dier

Trampel-dier [-déər Rü. lux. Grenze ] n. 1. Dromedar. — 2. schwerfällige Person. — els. 2, 706 ; schwäb. 2, 314.

Trampeldiert

MeckWB

Trampeldiert n. jem. mit schwerfälligem Gang: din Mudder is 'n Trampeldiert Sta Feldb ; im Hausstandsreim: Trampeldiert Heit min Pierd Helpt…

Trampeldōse

WWB

trampel·dose

Trampel-dōse f. a) Kuh, die beim Melken hin und her tritt. — b) unruhige Frau ( WmWb ).

Trampeldüürt

MeckWB

Trampeldüürt f. Schelte für eine beim Melken unruhige Kuh Wa.

trampelein

DWB

trampe·lein

trampelein , n. , deminutiv zu trampel 1 ( s. d. ): was aber solche gute arme trampelein ( dienstmägde ) in ihren gebündel tragen mägdelob (…

trampelen

KöblerMhd

tramp·elen

trampelen , sw. V. nhd. derb auftreten, trampeln, sich derb auftretend bewegen ÜG.: lat. calcitrare Voc Hw.: vgl. mnd. drampen Q.: Voc (1422…

Trampelerei

PfWB

trampel·e·rei

Trampelerei f. : ' Getrampel, stampfendes Gehen '. Was is das for e Drambelerei? [ ZW-Bechhf ]. Els. II 758 .

trampelfest

DWB

trampel·fest

-fest , ' ländliches tanzvergnügen ' Woeste westfäl. ma. 273 b ; Köppen Dortmund 60 ;

trampelgunde

DWB

trampel·gunde

-gunde , scherzhafte analogiebildung zu frauennamen wie Kunigunde, Hildegunde: selbst wenn sie mit ihrer magd schalt, wurde leicht ein förml…

trampel als Zweitglied (9 von 9)

Būre(n)trampel

Idiotikon

Būre(n)trampel Band 14, Spalte 1039 Būre(n)trampel 14,1039

G(e)trampel

Idiotikon

G(e)trampel Band 14, Spalte 1039 G(e)trampel -ä- 14,1039

getrampel

DWB

get·rampel

getrampel , n. , verbalsubstantiv zu dem schon bei Jeroschin als substantivierter inf. belegten trampeln ( vgl. mhd. wb. 3, 83 b . Lexer 2, …

Ableitungen von trampel (1 von 1)

getrampel

DWB

getrampel , n. , verbalsubstantiv zu dem schon bei Jeroschin als substantivierter inf. belegten trampeln ( vgl. mhd. wb. 3, 83 b . Lexer 2, …