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Tönen

mnd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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10

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Tönen

Bd. 4, Sp. 625
Tönen, verb. reg. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, einen Ton von sich geben, in der ersten eigentlichen Bedeutung des Hauptwortes. Ein tönend Erz, 1 Cor. 13, 1. Deine Empfindung töne deinem Geschlechte einartig, Herd. Da für die verschiedenen Arten der Töne eigene Zeitwörter üblich sind, selbige näher zu bestimmen, so wird dieses Wort in dem gemeinen Sprachgebrauche seltener gebraucht, als in der höhern Schreibart, wo man es häufig für die eigentlichern Zeitwörter findet. Unser Gesang tönet dann weit umher, Geßn. für schallet. Munterkeit und Freude tönt jetzt durchs Thal, eben ders. Tönt in meinen Lobgesang, Wellen, Felsen und Gestade, Raml. Das Tönen der Morgenglocke. Der biblische Gebrauch für jauchzen, blasen u. s. f. ist im Hochdeutschen ungewöhnlich. Das Volk tönete laut, daß man das Geschrey ferne hörete, Esra 3, 11. 13. Da riefen die Kinder Aaron laut, und bliesen mit Trommeten und töneten laut, Sir. 50, 18. Ich will sie wie eine Herde mit einander in einen festen Stall thun, daß es von Menschen tönen soll, Mich. 2, 12. 2. Als ein Activum, mit den Tönen oder vermittelst der Töne zu erkennen geben; doch nur in der höhern Schreibart. Alle Thiere bis auf den stummen Fisch tönen ihre Empfindung, Herd. Wer kann Gestalten reden? Wer kann Farben tönen? Herd. Töne sanfte Leyer, Töne Lust und Wein, Less. So auch das Tönen. Anm. In dem alten Gedichte auf den heil. Anno diunan, bey den Schwäbischen Dichtern, welche es auch für singen, gebrauchen, dönen, im Nieders. dönen. Es ist eine unmittelbare Nachahmung des tönenden Lautes, welcher sich durch keine andere Worte beschreiben läßt. Das Lat. Tonus und Sonus, sonare, sind auf das genaueste damit verwandt. In andern Sprachen bezeichnet es auch stärkere und zum Theil widerwärtige Arten des Schalles, wie das Schwed. dona, rauschen, brausen, Griech. τονιζειν und das Lat. tonare, donnern, so wie unser donnern ein iteratives Intensivum davon ist. Auch das Lat. tinnire, bedeutet eine gewisse Art des Tönens. Der Analogie nach sollte dieses Wort Thon und thönen geschrieben werden, zumahl da es bey den Oberdeutschen Schriftstellern des mittlern Zeitalters beständig dönen lautet. Allein, theils um es von Thon, Argilla, zu unterscheiden, theils aber auch in der irrigen Voraussetzung, daß es von dem Lat. Tonus abstamme, ist in den neuern Zeiten die Schreibart ohne h allgemein geworden.[] Der erste Grund ist unbedeutend, wie schon bey mehrern Gelegenheiten gezeiget worden, und der zweyte unrichtig. Das Tönen ist eine so auffallende Art des Lautes, daß jede Sprache denselben nachahmen muß, und nicht erst zu einer fremden ihre Zuflucht nehmen darf, daher wird man dieses Wort in einer oder der andern Gestalt auch in allen Sprachen der Welt finden. Ehedem gebrauchte man dönen auch für donnern, tonare, wofür wir jetzt das schon gedachte abgeleitete donnern haben.
2852 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tö̑nenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° antônen , -tö̑nen , swv. , anzeigen; zitieren.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tönen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Tönen , verb. reg. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, einen Ton von sich geben, in der ersten eigentlichen Be…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tönen

    Goethe-Wörterbuch

    tönen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    tönenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    tönen schw. : 1. die eigentliche Bed. 'klingen, schallen' ist der Mda. unbekannt. — 2. übertr. 'tüchtig, viel trinken', …

  5. Sprichwörter
    Tönen

    Wander (Sprichwörter)

    Tönen Er tönt, wie ein alter Kessel. – Eiselein, 371; Braun, I, 1815.

  6. Spezial
    tönen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    tö|nen I vb.tr. (färben) intënje (-nj, intënt) II vb.intr. (klingen) soné (sona), ressoné (-na).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit toenen

11 Bildungen · 3 Erstglied · 3 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von toenen 2 Komponenten

to+nen

toenen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

toenen‑ als Erstglied (3 von 3)

tönen II

RhWB

tönen II -:- s. o. bei Ton IV;

toenen als Zweitglied (3 von 3)

ertönen

DWB

ertönen , sonare, erschallen, reboare. Maaler 118 d . 1 1) intr. der wald ertönt vom gesange der vögel; ringsherum ertönen glocken; seine st…

Mḯßtönen

Adelung

miss·toenen

Mḯßtönen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, einen Mißton von sich geben. Mittelw. mißgetönt. Die Musik der Instrumente ward mir e…

Wiedertönen

Adelung

wieder·toenen

Wiedertönen , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1. Einen Ton oder mehrere Töne zurück schicken. Die Wälder tönen wieder von dem …

Ableitungen von toenen (5 von 5)

betœnen

Lexer

be-tœnen swv. s. bedœnen.

enttönen

DWB

enttönen , sono privare: nicht die nation, nur einzelne herscher und ihre schwärme strebten die stimme der welt zu enttönen. Klopstock 7, 6 …

ertönen

DWB

ertönen , sonare, erschallen, reboare. Maaler 118 d . 1 1) intr. der wald ertönt vom gesange der vögel; ringsherum ertönen glocken; seine st…

Mḯßtönen

Adelung

Mḯßtönen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, einen Mißton von sich geben. Mittelw. mißgetönt. Die Musik der Instrumente ward mir e…

vertönen

DWB

vertönen , verb. , ' aufhören zu tönen, verklingen ' Campe ; ein weichlich geklingel vertönet im ohre Denis lieder Sineds 80 ; die stimmen d…