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talent

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

talent n.

Bd. 21, Sp. 96
talent, n. im 17. jahrh. entlehnt aus franz. talent m. vom lat. talentum (griech. τάλαντον die wage, dann das gewogene, ein bestimmtes gewicht und eine demselben urspr. entsprechende geldsumme), dessen geschlecht im deutschen beibehalten ist. 11) ein bestimmtes griech. geldmasz (das attische talent nach neueren berechnungen = 4320 mark, vgl. pfund 2): talent, sibenhundert gulden Maaler 398d, ein summa 750 thl., so bei den alten bräuchlich war. Rädlein 868b; seh! da hast du goldes drei thalendt. H. Sachs 12, 441, 35; ein talent silbers (später im accusativ einen talent, also mit französischem geschlecht) Abele gerichtsh. 1, 736; sihe deine zwei talent haben andre zwei gewonnen. Butschky Patm. 471 (348); Antigonus ward hierdurch gezwungen ... dem fürsten jährlich hundert talent zu versprechen. Lohenstein Arm. 1, 784b; der ritter Octavius gab eben diesem künstler ein talent für ein bloszes modell von gips zu einer groszen tasse. Winckelmann gedanken über die nachahmung der griech. werke 30, 9 neudruck; ründe dir tausend talent' und ründe dir andere tausend. Voss Hor. epist. 1, 6, 34. 22) bildlich wie pfund 2, a und damit schon übergehend in 3: (wenn der pastor) in keinem buche list, als wenn es spatt sonnabent ist .., wie kan er den rechtschaffen lehrn und sein talent mit wucher mehrn? Ringwald laut. warh. (1597) 219; weil die gelehrten vil wissen und verstehen, so müssen sie vil verantworten, und ihr von gott empfangenes talent verrechnen, wer vil hat empfangen, von demselben wirdt vil gefordert werden. Albertinus landstörzer 176; talent, so einem vertrauet, ist wohl zu verwahren und zu vermehren. Butschky Patm. im register (im text s. 454 das anvertraute pfund); seine talent wohl anwenden. Aler 1873a; ja sollte gott das wohl haben wollen, dasz du da ewig an der nähnadel sitzen bleiben sollst und deine talente vergräbst? Stilling wander. (1780) 26, franz. enfouier son talent. 33) darnach überhaupt die (einem von der natur zugewogene) geistige oder auch körperliche grosze befähigung, die naturgabe, das kunstgeschick (unter talent versteht man diejenige vorzüglichkeit des erkenntniszvermögens, welche nicht von der unterweisung, sondern von der natürlichen anlage des subjects abhängt. Kant 10, 236); im 17. jahrh. noch in lateinischer form: ein in die höhe geworfener stein gibt dadurch ein zeugnisz seiner natürlichen schwere, und ein zu digniteten erhebter ignorant sein schlechtes talentum und geringe qualiteten. Albertinus landstörzer 310; er hat schöne talenten Aler 1873a; talent, gemüths-gaben Rädlein 866b; die innerlichen talente des gemüths Leibnitz 1, 359; freilich hat es auch nicht an tadlern gefehlt, welche ihm (Rafael) .. sein groszes schöpferisches talent läugnen wollten. H. Meyer kl. schriften zur kunst 195, 18 neudr.; gerne wollte man die zuerst erscheinen (auf der bühne auftreten) lassen, deren noch nicht ausgebildete talente am meisten die wärme des ersten guten willens bedurften. Iffland theatral. laufbahn 43, 31 neudr.; die talente und kräfte, die ich habe, brauch ich für mich selbst gar zu sehr. Göthe br. 196 (2, 135); wer mit einem talente .. geboren ist. werke 18, 80 (geister, denen das talent des regierens angeboren ist. H. Heine 9, 53); der charakter ruht auf der persönlichkeit, nicht auf den talenten. talente können sich zum charakter gesellen, er gesellt sich nicht zu ihnen. 6, 183; es bildet ein talent (vgl. 4) sich in der stille, sich ein charakter in dem strom der welt. 9, 119 (Tasso 1, 2); sein talent war geübt und geregelt. 26, 139; ein auszerordentliches musikalisches talent. 36, 156; er hat dafür (theater) kein talent. 161; sein talent der porträtirung. H. Heine 11, 16; das weib von tausend talenten, Mathilde, deren verstand und geist die ganze gegend weit und breit erfüllt. F. Müller 3, 183 (Genovefa 3, 7); ein mensch von so glänzenden talenten. Schiller 4, 330; etwas wohlgestalt und einige talente waren mein ganzes hochzeitgut. Alxinger Bliomb. 7, 13. über das verhältnis von talent zum verwandten genie ist schon bei diesem (12, h, αγ) ausführlich gehandelt worden, vgl. noch: das genie erschöpft sich, um so mehr das talent. Göthe 36, 173; verstehen, wie der philister verstehet, der seinen verstand mit consequenz anwendet und es so weit bringt, dasz man talent nicht vom genie unterscheidet. talent überzeugt, aber das genie überzeugt nicht; dem, dem es sich mittheilt, giebt es ahndung vom ungemeszenen, unendlichen, während talent eine genaue grenze absteckt und so, weil es begriffen ist, auch behauptet wird. Bettine br. 1, 181; wo die kritik aufhört und der schauer beginnt, ist ein grenzstein aufgerichtet; talent scheiden sich hier und genie. Geibel neue ged. 208. 44) eine talentvolle person (vgl. genie 7, d und kopf II A 5, e), von 3 nicht immer genau zu unterscheiden: wer mit einem talente (3) zu einem talente geboren ist. Göthe 18, 80; wenn ein mittelmäsziges talent zu glück und ehren gelangt. 36, 158; so erhub er mittelmäszige talente, durch die deutliche einsicht, die er ihnen unmerklich verschaffte, zu einer bewunderungswürdigen fähigkeit. 19, 124; er fing an .. geringe talente zu erheben und als nebenbuhler der gröszeren aufzustellen. 36, 164; so finde ich denn wieder einmal talente dem kummer .. preis gegeben! Thümmel reise 5 (1794), 141; manch groszes talent trat später hervor. Platen 4, 156; (in Florenz,) wo man, während sie (freiheit) stand, aufwuchern talent an talent sah, aber sie fiel, und zugleich alle talente mit ihr. 2, 270, vgl. 312; (Atta Troll war) kein talent, doch ein charakter. H. Heine 17, 110.
5614 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    talentn.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    + talent , n. ( Akk. Pl. -en ) : ein best. größeres Gewicht der Antike, Talent, (bzw.:) diesem Gewicht entsprechende Ede…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Talént

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Talént , des -es, plur. die -e, aus dem Lat. Talentum, nach dessen neuern Bedeutung, natürliche Fähigkeit zu bezeich…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Talent

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Talent [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Talent

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Talent , griech. talanton, ursprünglich höchste Gewichtseinheit bei den Griechen, die sie vom Orient (Babylon) erhielten…

  5. modern
    Dialekt
    Talent

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Talent Band 3, Spalte 3,1108

  6. Sprichwörter
    Talent

    Wander (Sprichwörter)

    Talent Es hat nicht einer das Talent wie der andere. Lat. : Alia voce psittatues, alia coturnix loquitur. ( Philippi, I,…

  7. Spezial
    Talentn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Talent , n одарённость , ж → FiloSlov Begabung, f → FiloSlov Begabtheit, f

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit talent

24 Bildungen · 20 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von talent 2 Komponenten

tal+ent

talent setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

talent‑ als Erstglied (20 von 20)

talentchen

DWB

talent·chen

talentchen , n. dem. zum vorigen: übrigens helfen mir alle künstler, alt und jung, mein talentchen zuzustutzen und zu erweitern. Göthe 29, 3…

talentenglanz

DWB

talente·n·glanz

talentenglanz , m. : sie ( Liane ) war nichts als die lautere liebe und demuth und ihr talentenglanz war nur ein fremder besatz. J. Paul Tit…

Talentenkopf

RhWB

talente·n·kopf

Talenten-kopf -kǫp Trier-Mettnich m.: verächtl. ein über alles nachgrübelnder, aber sonst träger Mensch.

Talentenkrämer

RhWB

talente·n·kraemer

Talenten-krämer Merz , Saarbg m.: verächtl. Mensch mit grillenhaften Einfällen, Sonderheiten; Mensch, der seinen Spielereien, unnützen Besch…

Talentenpeter

RhWB

talente·n·peter

Talenten-peter -pit ebd. u. Trier-Stdt m.: verächtl. dass. [einer, dessen angebl. Talente gerühmt werden; eine Persönlichkeit, die wegen ihr…

Talentes

RhWB

Talentes tulęntəs, Pl. -əsən Merz-Saarhölzb , Trier-Mettnich m.: verächtl. Talentenkrämer (s. d.).

talentieren

RhWB

talent·ieren

talentieren schw.: 1. talęntī:rt (usf.)  begabt; ont. unbegabt Allg. nach dem Nhd. — 2. tulęntī:rən seinen Grillen nachhängen; den deht d…

talentiert

Pfeifer_etym

Talent n. antike Gewichtseinheit und die ihr entsprechende ‘Geldsumme’ (Anfang 16. Jh.), übertragen ‘Fähigkeit, Vermögen, auf einem bestimmt…

talentlos

DWB

talent·los

talentlos , adj. ohne talent (3), subst. der talentlose Thümmel reise 5 (1794) , 164; davon die talentlosigkeit. H. Heine 5, 32 . Freytag ge…

Talentlosigkeit

Pfeifer_etym

talent·losigkeit

Talent n. antike Gewichtseinheit und die ihr entsprechende ‘Geldsumme’ (Anfang 16. Jh.), übertragen ‘Fähigkeit, Vermögen, auf einem bestimmt…

talentneid

DWB

talent·neid

talentneid , m. : bei dem brodneide, noch mehr, bei (wenn ich nach eben dieser form ein wort machen darf) bei dem talentneide. Hermes Soph. …

talentreich

DWB

talent·reich

talentreich , adj. reich an talent, an talenten (3), vgl. talentvoll: der talentreiche hauptmann Raabe. Göthe 32, 201 ; die so talent- als g…

talentvoll

DWB

talent·voll

talentvoll , adj. voll talent (3) gegensatz zu talentlos: einige, die sich, jung und talentvoll, zusammenhielten, und nachher so viel und ma…

talentweckend

DWB

talentweckend , partic. : möge diese treffliche sammlung ( von Lavaters handzeichnungen ) .. sich dereinst recht vieler talentweckenden wirk…

talent als Zweitglied (2 von 2)

Nachwuchstalent

RDWB1

Nachwuchstalent n (Lakune) молодое дарование устойч., часто шутл.

Ableitungen von talent (2 von 2)

talente

KöblerAe

talente , sw. F. (n) nhd. Talent (Geld) I.: Lw. lat. talentum E.: s. lat. talentum, N., Talent (Geld); s. gr. τάλαντον (tálanton), N., Waags…

untalent

DWB

untalent , m. , gth. v. talent 3: Lavater physiognom. fragm. 4, 116 . —

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APA
Cotta, M. (2026). „talent". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/talent/dwb?formid=T00687
MLA
Cotta, Marcel. „talent". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/talent/dwb?formid=T00687. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „talent". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/talent/dwb?formid=T00687.
BibTeX
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