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STRËBE

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BMZ
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Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

STRËBE swv.

Bd. 3, Sp. 678a
STRËBE swv. strebe. ahd. strebêm Graff 6,737. stribete für strebete Roth. 1046. die sinnliche grundbedeutung des wortes ist wohl bewege, rege rasch und ungeduldig die füsse (und hände), spanne sie wechselsweise an und ziehe sie wieder ein, strampele, zappele. vgl. baier. strabeln, strebeln, strapeln Schmeller 3,676. 677. 688. im mhd. bezeichnet das wort
1. bewege, rege mich, bes. in die höhe hüpfend, springend oder schaukelnd. nu wis ouch du vervluochet under allem dinge daʒ nu lebe, eʒ loufe chrese oder strebe krieche oder springe Genes. D. 16, 23. eʒ loufe eʒ klimme eʒ strebe, eʒ rinne eʒ flieʒe eʒ swebe lobges. 71. tumbes mannes ûf und abe der vornân strebe und hinden snabe MS. 2,137. b. daʒ ors an dem zoume begunde snarchen unde streben sich bäumen Wigal. 6895. — wan sie dâ niendert strebten sich bewegten, regten: sie stuonden stille alsam die alten storren Tit. 4053, 2 H. sô lobe dich hiut swaʒ lebendes ist und in dem himeltouwe strebe sich regt lobges. 38. der an dem seile strebete Pass. 225,43. vgl. dâ sîn sun swanc an eime seile das. 224,91. ein ander trache strebte ûf sîme belme gebunden Parz. 262,6.dunkel ist die stelle Elisab. 360: vil manigen wêhen kursît, die von golde strebeten. Haupt zu Engelh. 3046 erklärt strebeten hier durch strotzten, was angeht, wenn man den begriff des sich in die höhe richtens zum grunde legt. doch ist die stelle vielleicht verdorben.
2. arbeite mich ab, mühe mich ab, ringe, kämpfe. du vichtes vruo und spâte, wie dich got berâte der swachen spîse der du lebest, dur die du zallen zîten strebest, als in dem siln ein esel tuot Bon. 41,10. in sorgen streben das. 70,11. 59,25. Teichn. 74. in grôʒer vorhte Bon. 15,56. in den sünden das. 54,51. dâ von diu welt in wandel strebt Ls. 3,421. di wîle er dennoch lebete und in der sûche strebete, di in bestanden hâte hart Jerosch. 7. b. streben in jâmer und in ungemach Suchenw. 11,198. in êren streben Teichn. 233. mit dem tôde streben ringen Parz. 109,6. 505,26. kl. 1356 L. nach BD. mit dem tievel streben tod. gehüg. 234. er muoʒ mit im selp streben mit emʒiclîcher arbeit Teichn. 91.hierher auch wohl Parz. 16,1: sîn ellen strebte sunder wanc.
3. bewege mich nach einem ziele, trachte es zu erreichen, dringe, will nach einem ziele hin.
a. mit präpos. dô strebet er vor sich alse der lewe tuot kchron. D. 432,29. doch si daʒ nicht irschracte, man insê (= ensæhe) si strewin vor sich sam di lewin Jerosch. 161. c. vgl. Pf. Germ. 7,99. dar in (in den garten) endorfte (oder entorste s. Pf. Germ. 7,465) niemen streben Er. 8470. wie harte si zerucke muoʒen streben zurücktreten an dem jungisten gerihte tod. gehüg. 38. der sihe ich gnuoc vil gerne leben unt heim ze lande sêre streben Vrid. 154,23. swer ungerne lange lebe, dem râte ich daʒ er z'Âkers strebe das. 156,5. daʒ he zu chôre mûste strebin gehen mit den kinden md. ged. 11,360. die ûʒern zuo in strebten wollten zu ihnen Tit. 4053,4 H. — aberelle gegen dem meien also wünneclîche strebet Gfr. l. 1,1. sô muoʒ er denne immir leben und in manegiu wîʒe streben stürzen (in wîʒe wesen fundgr. 22,29) Genes. D. 19,24. in den tôt si strebent Karaj. 93,16. dô sach ich drî wînreben proʒʒen unde ze dem bluote streben in die blüte treiben Genes. D. 80,36. si muoʒen ze pfande streben, gar verstanden iemer leben persönlich verpfändet sein und nicht loskommen können Mart. 122. d.
b. mit adverbialpräp. diu mûs strebt ûf, der vrösch zôch nider Bon. 6,21. noch baʒ er im strebte Jerosch. 134. c.
4. allgemeiner, bemühe mich, trachte etwas zu erreichen oder davon zu kommen, verlange danach oder davon.
a. sünde niemen mac vergeben wan got alein: dar sule wir streben Vrid. 151,21.
b. mit präpos. die wîle wir alleʒ an den strît streben Genes. D. 19,34. dem strîte Genes. fundgr. 22,39, wonach die stelle unter 2 gehören würde. sô daʒ diu herzen stæter liebe an ander streben MS. 1,171. a. sô beginnet sâ sin herze streben von einem lebene in ander leben Vrid. 69,1. sô vaste strebet ir muot ûf gewin tod. gehüg. 278. mir wirt von ir vil lîhte geben, dar nâch ein keiser möhte streben beitr. 135. streben nâch guote Am. 1339. nâch schatze Erlös. 5837. swer niht rehte mac geleben, der sol doch nâch rehte streben Vrid. 5,5. streben nâch hœhe Parz. 9,23. êren MS. 2,135. b. prîse Parz. 751,22. W. Wh. 19, 28. krone 222. a. wirde troj. s. 139. c. 156. c. dem tôde Iw. 187. W. Wh. 41,29. Pf. Germ. 4,445. nâch der übermâʒe Walth. 80,5. nâch ungemache Iw. 29. iuwer leben, nâch dem die Kriechen wellen streben gewalteclîchen troj. s. 193. d. die für sich strebten, die wîle daʒ si lebten, von guote ze guote Tundal. 62,60. ob er mit got ist oder von im strebt b. d. rügen 166. sît unser herre dem rîche sich entsaget und dâ von strebet Mai 237,27.
5. erhebe, richte, stemme mich gegen etwas, leiste widerstand.
a. mit präpos. die sô widerwertic hie gein gote strebint Mart. 123. b. op si strîtes gein mir strebten Parz. 768,6. wolte ieman gein uns sîn gestrebet Pass. K. 678,10. wider dem garte wâre strebende Mar. 87. dîn herze strebt wider dînen êren Iw. 15. ich sihe aller slahte leben wider sîme orden streben Vrid. 75,23. dâ wider streben Er. 3462. troj. s. 164. d. dar wider str. Walth. 6,23. wider got streben Exod. D. 141,7. Tundal. 55,28. 59,39. narrensch. 29,16. wider dînen gotlîchen willen nicht streben Ludw. 64,29.
b. mit adverbialpräpos. svi gerne er wider wolte streben: er ne mohte langer niwit leben L. Alex. 4527 W. diu schœne strebte alleʒ wider und stuont an iegelîchem trite Trist. 11804. vgl. Renner 73. a. Jerosch. 125. b.
5518 Zeichen · 249 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STRËBEswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    STRËBE swv. strebe. ahd. strebêm Graff 6,737. stribete für strebete Roth. 1046. die sinnliche grundbedeutung des wortes …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strêbe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Strêbe , plur. die -n. 1. In der Zimmermannskunst, eine schräge stehende Stütze, weil sie durch ihr Streben einen an…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Strebe

    Goethe-Wörterbuch

    Strebe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Strebe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Strebe , im Bergbau Grubenholz, das zur Unterstützung des Gesteins oder der Zimmerung in geneigter Stellung vermittelst …

  5. modern
    Dialekt
    Strebef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Strebe f. : 1. '(schräge) Stütze', z. B. zum Abstüt- zen einer Wand, Decke, von vollhängenden Ästen der Obstbäume, Streb…

  6. Spezial
    Strebe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stre|be f. (-,-n) 1 (Stütze) punta (-tes) f. , sompunta (-tes) f. , impunta (-tes) f. , spraiza (-zes) f. 2 (Stützbalken…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strebe

77 Bildungen · 71 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

strebe‑ als Erstglied (30 von 71)

Strebeberg

SHW

Strebe-berg Band 5, Spalte 1517-1518

Strebegasse

SHW

Strebe-gasse Band 5, Spalte 1517-1518

Strebepfad

SHW

Strebe-pfad Band 5, Spalte 1517-1518

strebebalken

DWB

strebe·balken

strebebalken , m. , wie 2 strebe 2 ' stützbalken ': der körper der loge sollte in diesem zustande durch lange gerade beine unterstützt werde…

strebeband

DWB

strebe·band

strebeband , n. , ' sonderlich bey dachwerken, diejenigen hölzer ... welche zu beyden seiten des giebelspieszes an die sparren schräg hinan …

strebebaum

DWB

strebe·baum

strebebaum , m. , ' gröszeres strebeband ' Müller-Mothes archäol. wb. 2 (1878) 889 a .

strebebogen

DWB

strebe·bogen

strebebogen , m. , bogenförmige stütze, verstrebung; im innern des gebäudes: darumb mssen die strebpogen der stiegen ... verruckt werden A.…

strebebolzen

DWB

strebe·bolzen

strebebolzen , m. , ' strebebalken ': gerade und strebe polzen Walter brückenbau (1766) 25 . —

strebebüge

DWB

strebe·buege

strebebüge , f. , ' kleines winkelband am fusz einer säule ' Mothes ill. baulex. (1881) 4, 280 ; ' strebeband ' Müller-Mothes archäol. wb. 2…

strebecke

DWB

streb·ecke

strebecke , f. , ' eine bey den schieferhäuern gebräuchliche benennung der stroszen, welche sie auf dem schieferflötz mit verschiedener brei…

strebegebälk

DWB

strebe·gebaelk

strebegebälk , n. : wenn einer das haus, dem naher sturz dräut, zu stützen, ihm entgegendämmt pfeiler und strebegebälk J. J. Chr. Bode Monta…

strebeholz

DWB

strebe·holz

strebeholz , n. , älter strebholz, wie strebeband, 2 strebe; 'strebholtz ein solch holtz, welches an einen baw, so fallen wil, gesetzet wird…

strebeisen

DWB

streb·eisen

strebeisen , n. , wie strebekeil: ain strebeysin ain stainaxt ( Memmingen 1596) bei Fischer schwäb. 6, 3229 . —

strebekeil

DWB

strebe·keil

strebekeil , m. , ' plötz, ein groszer keil zum lossprengen von gesteinsmassen ' Veith bergwb. (1870) 472 .

strebekraft

DWB

strebe·kraft

strebekraft , f. , physikalisch-bautechnischer fachausdruck, zu 2 streben II A 3 c: ' die strebekräfte in der natur ( centralkräfte ) ( sind…

Strebelsbuckse

RhWB

strebel·s·buckse

Strebels-buckse -vəl-, –vələ, –vəltsboks Allg. m.: verächtl. einer, der gerne strebelt.

Strebelshütte

RhWB

strebel·s·huette

Strebels-hütte -eəveltshøt Viersen f.: im Neckspr auf Kemp-Born u. Öbel Born ös en Str. (streitsüchtige Gegend), Öbel, da's en Jetehött (dor…

strebemauer

DWB

strebe·mauer

strebemauer , f. , ' in der baukunst diejenigen mauern, welche die stelle der strebepfeiler verrichten ' Krünitz öcon. encycl. 175 (1840) 52…

streben

FWB

1. ›zappeln‹ (vereinzelt); ›leben, sein Leben führen, wandeln, handeln‹ (selten); ›in einer durch widrige Umstände aller Art gekennzeichnete…

streben1

PfWB

streben 1 schw. : 1. 'abstützen, unterfangen', von Bauwerksteilen, Ästen vollhängender Obstbäume usw., strewe (šdrēwə) [KU-Adb Hohöll Nußb Z…

streben2

PfWB

streben 2 s. sträuben .

strebe als Zweitglied (4 von 4)

huotestrebe

KöblerMhd

huote·strebe

huotestrebe , st. F. nhd. Gefangenenlager (?), eine Art Gefängnis? Q.: Macc (vor 1332) E.: s. huote, strebe W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 1812 (hu…

nōtstrebe

KöblerMhd

nōt·strebe

nōtstrebe , sw. M. nhd. Kampfgenosse, Kampfgefährte Q.: Rol (um 1170) E.: s. nōt (3), strebe W.: nhd. DW- L.: Lexer 153a (nōtstrebe), Hennig…

widerstreb(e)

DWB

wider·strebe

widerstreb(e) , adj. ( vgl. widerstrebig), ' widerstrebend, widersetzlich '. s. schweiz. id. 11, 1927 mit belegen aus der zeit um 1530. mhd.…

windstrebe

DWB

wind·strebe

windstrebe , f. , ' gerüststütze ' Krebs fachspr. des maurers in d. Pfalz (1934) 35 ; Jacobsson technol. wb. (1781) 4, 660 a ; ' bei einem f…

Ableitungen von strebe (2 von 2)

gestrebe

DWB

gestrebe , n. , verbalsubst. zu streben. 1 1) das streben Herder auch eine philosophie d. g. 63 ; in tadelndem sinne, die streberei. 2 2) vo…

verstrëbe

BMZ

verstrëbe swv. komme strebend über etwas hin. und daʒ dîn leben dar an tage, daʒ eʒ verstrebe disen tac Pass. K. 136,71.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „strebe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/strebe/bmz
MLA
Cotta, Marcel. „strebe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/strebe/bmz. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „strebe". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/strebe/bmz.
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