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Stockfisch

nhd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 14 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Stockfisch

Stockfisch

Stock m. ‘Baumstumpf mit Wurzel, Knüttel, Stab, Geschoß eines Hauses, Grundlage’, ahd. (8. Jh.), mhd. stoc ‘Baumstumpf, Knüttel, Balken, Stange, Stab’, asächs. stokk, mnd. stok, mnl. stoc, nl. stok, afries. stok, aengl. stoc(c), engl. stock, anord. stokkr, schwed. stock (germ. *stukka-) sind verwandt mit Stück und verstauchen (s. d.) sowie außergerm. mit aind. tujáti, tuñjáti ‘bewegt sich heftig, treibt an, reizt auf, schleudert’, mir. tūag ‘Axt, Bogen’, tōcht ‘Teil, Stück’, lit. stū́gti ‘in die Höhe stehen’, stùguras ‘dürrer, verstrockneter Stengel, Strunk, Pfosten’. Alle Formen lassen sich auf ie. *(s)teug- zurückführen und damit letztlich auf eine (allerdings nur in Erweiterungen vorliegende) Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ (wozu auch stoßen, s. d.). Als Ausgangsbedeutung ist ‘abgeschlagener Ast, Stamm’, auch ‘Stumpf’ anzunehmen. Die Bedeutung ‘in der Erde stehengebliebener Baumstumpf mit den Wurzeln, Klotz’ ist erhalten in (über) Stock und Stein ‘(durch) ungerodetes Land, ohne Weg’, mhd. stoc unde stein, ähnlich Stock und Block, Stock und Stumpf; ferner in Bienenstock (s. d.), Opferstock ‘kirchlicher Kollektebehälter’ (15. Jh.), dafür mhd. stoc, eigentlich ‘ausgehöhlter, verschließbarer Holzklotz’. Sie wird vielfach in Bezeichnungen aus Holzklötzen hergestellter Geräte bewahrt (vgl. Amboßstock, Hackstock, Prägestock) und dient in übertragenem Sinne zur Bezeichnung einer Masse (vgl. Eiterstock, Gebirgsstock). Die Bedeutung ‘Balken, Stab’ (so noch in Spazier-, Takt-, Zeige-, Zollstock) entwickelt sich zu ‘hölzernes Ständerwerk eines Hauses’ (im Unterschied zum gemauerten Fundament), dann (spätmhd.) zu ‘Geschoß eines Gebäudes’ (vgl. Stockwerk n., um 1500). Bereits ahd. stoc steht für den ‘Hauptschoß einer Pflanze’, vgl. ahd. kōl-, reba-, wīnstoc, danach ‘in einen Topf gesetzte Blumenpflanze’ (16. Jh.), vgl. Blumenstock. Aus Vergleichen (z. B. mhd. lac er stille alsam ein stoc) entwickelt sich stock- zu einem verstärkenden Kompositionselement zunächst bei Adjektiven, vgl. stockstill ‘unbeweglich, schweigsam’, stockfinster, stockblind (16. Jh.), stockdumm, stockdunkel, stocksteif (17. Jh.), stocktaub (18. Jh.), stockreaktionär (19. Jh.), dann auch bei Personenbezeichnungen, die einen Menschen als befangen in den Ansichten, Anschauungen, Überzeugungen seines Landes, Stammes oder Standes charakterisieren sollen, z. B. Stockengländer, Stockpreuße, Stockaristokrat, Stockphilologe (19. Jh.). – Grundstock m. ‘Grundlage, Beginn einer Anhäufung’, besonders ‘(Grund)vermögen, Fonds’ (18. Jh.), aus Grund (s. d.) und Stock in der übertragenen Bedeutung ‘Masse, Menge’ (s. oben); vgl. engl. stock ‘Kapital’. Stockente f. ‘Wildente’ (17. Jh.), oft in Baumstümpfen oder -höhlen brütend. Stockfisch m. ‘getrockneter Kabeljau’, spätmhd. stocvisch, eigentlich ‘an einer Holzstange, einem Stangengerüst zum Trocknen aufgehängter Fisch’, als eingeführte Fastenspeise nach mnd. (hansisch) stokvisch. Stockzahn m. ‘Backenzahn’ (15. Jh.), zu Stock im Sinne von ‘(Baum)stumpf, Klotz’ (s. oben).
3022 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stockfisch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Stockfisch , des -es, plur. die -e, ein Nahme gewisser ohne Salz an der Luft sehr hart gedörrter Fische aus dem Gesc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stockfisch

    Goethe-Wörterbuch

    Stockfisch [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stockfisch

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stockfisch , s. Kabeljau .

  4. modern
    Dialekt
    Stockfisch

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Stockfisch m. 1. Stockfisch, wie nhd. Su. Geberschw. U. Blindi St. ein Brotgericht, ähnlich zubereitet wie St. Geberschw…

  5. Sprichwörter
    Stockfisch

    Wander (Sprichwörter)

    Stockfisch 1. Die Stockfische wachsen nicht auf den Bäumen. 2. Ein Stockfisch (von Menschen) frisst den andern. 3. Ein S…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stockfisch

58 Bildungen · 58 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von stockfisch 2 Komponenten

stock+fisch

stockfisch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stockfisch‑ als Erstglied (30 von 58)

stockfischangel

DWB

stockfisch·angel

stockfischangel , f. , angel an der für den stockfischfang ausgelegten grundschnur ( s. oben die einleitung ) —

stockfischangeln

DWB

stockfisch·angeln

stockfischangeln , n. , substant. infinit.: wer noch kein kabeljau- oder stockfischangeln gesehen Jean Paul 7-10, 294 ; vgl. unten stockfisc…

stockfischbereitung

DWB

stockfisch·bereitung

stockfischbereitung , f. : bei dem zum zweck der stockfischbereitung betriebenen dorschfang Muspratt chemie 2, 1078 ; der schellfisch ... in…

stockfischbrühe

DWB

stockfisch·bruehe

stockfischbrühe , f. , magere brühe, zum stockfisch bereitet: zudeme seye es auch kein feiste suppen, sondern nur ein stockfischbrühe gewest…

stockfischcompagnie

DWB

stockfisch·compagnie

stockfischcompagnie , f. ( mit rücksicht auf stockfisch 4 b): creantes haben creandum in einen korb gesetzet, in rauch etlich stund gehenckt…

stockfischei

DWB

stock·fischei

stockfischei , n. : kabliaurögner, in welchem Leuwenhök 9½ millionen stockfischeier zählt Jean Paul 11-14, 103 —

stockfischerei

DWB

stock·fischerei

stockfischerei , f. , anlagen für den stockfischfang; bildlich ( in anlehnung an 4 b): stockfischerey nugae, ineptiae, joci, affaniae Stiele…

stockfischessen

DWB

stockfisch·essen

stockfischessen , n. , subst. infinit. ( als charakteristisch für die fastenzeit ): vierzig tage kurz vor ostern dreuen dir alzeit gefahr, d…

stockfischfang

DWB

stockfisch·fang

stockfischfang , m. : über den stockfischfang allgem. deutsche bibliothek 101, 520; über die verhältnisse des stockfischfanges Brehm 6, 136 …

Stockfischfell

RhWB

stockfisch·fell

Stock-fischfell Rees , Heinsb n.: in der RA.: Jeder wat van de St.ə! jedem das Seinige bei Teilungen (das St. galt als besonders schmackhaft…

stockfischform

DWB

stockfisch·form

stockfischform , f. , bereitung wie stockfisch: der meerhecht in stockfischform Wimmer geschichte des deutschen bodens 416 —

stockfischfresser

DWB

stockfisch·fresser

stockfischfresser , m. ( hier übertragen ): wenn der stockfischfresser zum grobian ins haus solt kommen, er wird ein imbs finden Lehmann 350…

stockfischgeist

DWB

stockfisch·geist

stockfischgeist , m. , geist ( seele ) eines stockfisches: der stockfischgeist schwingt sich in eine gans Jean Paul 11-14, 296 —

stockfischhaut

DWB

stockfisch·haut

stockfischhaut , f. , ( hier mit beziehung auf stockfisch 2 und 3): es haben die weiberanatomici wollen sagen, als wenn ein weib neun häute …

stockfischholz

DWB

stockfisch·holz

stockfischholz , n. , zum färben benutztes rotholz ( th. 8 sp. 1310 unter 1), in langer dünner und deshalb minderwertiger qualität ( dürr wi…

stockfischig

DWB

stock·fischig

stockfischig , adj. , nach art des stockfisches; hier mit bezug auf den scheltengebrauch 4 b: aber gar so stockfischich war doch die bemerku…

stockfischklopfer

DWB

stockfisch·klopfer

stockfischklopfer , m. , geräth, den stockfisch weich zu klopfen ( vgl. oben 2): ( fische, ) die er ... wie die winterige Lappenländer treis…

Stockfischkopf

RhWB

stockfisch·kopf

Stock-fisch-kopf -kǫp- Allg.: 1. wie nhd. — 2. übertr. verächtl. a. Kopf des Menschen; wie der singen dommen St. schott (schüttelte) Köln-St…

stockfischkrämer

DWB

stockfisch·kraemer

stockfischkrämer , m. ( vgl. oben stockfischhändler): leute, welche tag vor tag mit stinkenden sachen umgiengen, als ... stockfischkrämer He…