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stier

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stier m.

Bd. 18, Sp. 2845
stier, m. , männliches rind. herkunft und verbreitung. got. stiur (zweisilbig, s. W. Schulze kl. schr. 483; 496), ags. stēor, neufries. stier, mnl. nl. stier, mnd. stēr, ahd. stior, mhd. stier; (vgl. an. stjóri als name für einen ochsen?). idg. *stevəro-, *steuro-; dazu auch avest. staora- 'groszvieh', mpers. stōr 'zugtier, rosz'. mit aind. sthávira- 'breit, dick, derb, dicht, vollwüchsig, alt', ahd. stūr(r)i, stiur(r)i 'stark, stattlich' (zu diesem vgl. auch u. stier, adj.) zusammen zur wz. *stā 'stehen', s. Walde-Pokorny 2, 609. — im heutigen nd. fehlt stier ganz, auch im mnd. gewöhnlich bulle, vgl. Schiller-Lübben 4, 390; am besten ist das wort im alem. und schwäb. bezeugt; auch im md. fast nur im westen; s. u. 1-3. bedeutung. im got., ags. und ahd. 'männliches kalb'. so noch heute engl. steer 'junges, männliches, meist verschnittenes rind'; fries. stier 'zweijähriger ochse' Outzen gloss. 345, vgl. auch Jensen nordfries. 573. ebenso hat sich im deutschen die aus dem german. überkommene bedeutung in resten bis in die modernen mundarten erhalten (s. u. 1). heute ist in der schriftsprache die ausschlieszliche bedeutung 'männliches zuchtrind' (u. 3). in den maa. und in der älteren sprache ist die verbreitung von stier in dieser bedeutung durch andere wörter, z. b. bulle und farre, stark beschränkt. diese unterschiede der eigentlichen bedeutung (1-3) treten häufig (4-6) hinter andern gesichtspunkten zurück. 11) junges, männliches rind. seit ahd. zeit als wiedergabe von iuvencus, während taurus mit farre wiedergegeben wird: iuvencus stior (10. jh.) ahd. gl. 3, 17, 4, thaurus far 16, 67; iuvencus stier (13. jh.) 3, 77, 58; 356, 14; 367, 62; iuvencus stier voc. opt. 43b Wackernagel; iuvencus ein junger ochs, stier Alberus dict. (1540) 58b; iuvencus ein zeytochsz, ein junger ochsz oder stier Frisius dict. (1556) 745b; so auch in der glossierung vitulus kalp vel stier, iuvenci stieri (12. jh.) ahd. gl. 3, 450, 23; 45; aber tauri pharri ebda 42; vgl. noch iunix (?) stier i. bos tenere etatis obd. voc. v. 1502 bei Diefenbach nov. gl. 224a; so auch zu verstehen: ain stier für 4 fl. (gegenüber ochsen für 7, 6 und 5 fl.) qu. v. 1466 bei Fischer schwäb. 5, 1758. durch die entwicklung der bedeutung 'zuchtrind' (u. 3) entsteht eine überschneidung: taurus eyn stier, bos iuvenis adhuc non castratus gemma gemm. (1495) x 8a; so es ... geboren ... nempt man sy kelber, so sy bald järig, werdend sy zeytkü, junge steir (l. stier) oder hagen (iuvencorum) genent, so sy yetz bärhafft oder sunst under die härd gelassen werdend, heiszt man sy kü und stier (taurus et vacca) Forer Gesners thierb. (1563) 116; stier obsolet. pro ochse, rind. ein junger stier iuvencus Steinbach wb. (1734) 2, 707. spuren der alten bedeutung noch in den mundarten: stier 'männliches, verschnittenes kalb, bis es erwachsen ist' Stalder schweiz. 2, 399; 'verschnittener ochse bis zu anderthalb jahren' Fischer schwäb. 5, 1758; 'junges männliches rind, gleichviel ob verschnitten oder nicht' Schmeller-Fr. bair. 2, 778; 'junger bulle' (also nicht verschnitten) Dähnert pomm. u. rüg. 461b; 'männliches verschnittenes rind unter vier jahren' (gegenüber ochse für das ältere) Spiess henneberg. 244. 22) erwachsenes männliches rind, das nicht der zucht dient, heutigem schriftsprachlichen ochse entsprechend; mundartlich bezeugt: 'ochse' Gusinde Schönwald 218; 'verschnittener ochse' Fischer schwäb. 5. 1758; 'ochse, der den wagen zieht' Friedli bärnd. 4, 93; vgl. auch Lenz Handschuhsh. 68b. alt selten ausdrücklich bezeugt: bos castratus ein stier. bos initor farrochs Corvinus fons lat. (1671) 196, auch dass. (1623). — diese bedeutung ist seit dem älternhd. in der anwendung als arbeitstier bezeugt: so aber yemand ein jungen stier oder ochsen anspannt, ... wirdt dem armen mann sein arbeit geschafft des fürstenthumbs Wirtemberg newe landsordn. (1536) j 3a; tauros adiungere aratro stier eynwätten Frisius dict. (1556) 37a; dort jammern nackte pflüger am rostenden, stierlosen pfluge! jener, mit fremdem stier, pflügt ... J. M. Miller ged. (1783) 333; die kost ..., die wald und heerde gab, und die sein stier erpflügte Dusch verm. w. (1754) 254; (der dichter), der wie ein vogel gebaut ist, um die welt zu überschweben, ... er sollte zugleich wie der stier am pfluge ziehen? Göthe 21, 129 W.; und er ins joch die stiere zwingt J. G. Jacobi sämmtl. w. 5, 41; herr, unser heer ist allbereits zerstreut, wie junge losgejochte stiere nehmen sie ihren lauf nach ost, west, süd und nord Shakespeare 6, 316; ohne das stipendium hätte er überhaupt nicht studieren können; er würde jetzt mit den stieren zu acker fahren K. Spitteler Gustav (1892) 15; ich weis nicht, was du oder ich für begriffe von freyheit haben, dasz wir an einem karrn ziehen, wie stiere Schiller 2, 155 G.diese bedeutung liegt im allgemeinen auch vor, wenn stiere geschlachtet werden: du opfer mir schiere mit eime veisseten stiere Rudolf v. Ems weltchron. 18293; das gut gemest ochssenfleisch, gemeste gute stechkölber, gute stier, so dem guten ochssenfleisch in der güte gantz gemesz ist ... gemeine stier, küh, und dergleichen schmalfleisch (1567) Reyscher württ. gesetze 12, 336; nach der ersten ... beihülfe ward brot gebacken, stiere wurden geschlachtet Göthe 24, 237 W.; er lag wie ein stier unter dem beil Schiller 2, 87 G.; auf die bedeutung juvencus (o. 1) weisend: derselbige (hat) auf einen tag können einen vierjährigen stier allein verzehren Dannhawer catech.-milch 2, 436; in dises häuszlin führ eyn stier, der dreiszig monat alt wol bei leib und feyst seie ... das der stier darvon sterbe, also das fleysch und beyn mit eynander zerknitschet werden M. Herr feldbau (1551) 180b; nim schmaltz ... (und) marck ausz eins jungen stiers bein Gäbelkover artzneybuch 2, 63. 33) das männliche zuchtrind. diese aus 1 entwickelte bedeutung herrscht heute in der schriftsprache allein. mundartlich wohl nur im alem. heimisch: d'chua zuama stier füahra Bühler Davos 1, 143; mit der chue zum stier fare Seiler Basler ma. 278; auch Hunziker Aarg. 254. das zuchttier ist das nicht verschnittene: stir taurus dicitur bos non castratus voc. inc. teut. (1471) ee 4a; dann sie (die bauern) die stier klemmen und machen also ochsen darausz Sebiz feldbau 196; wellicher ... under siner zal galtvech zwen geheilet (verschnittene) stier hette, der möge mit denselben ouch wol zum zugvech ze weid faren ... aber under dem galtvech damit man zuo den kügen zuo weide fart, soll dhein geheilter stier sein (1576) Hotz Zürcher urk.-buch 1, 142; von mastrindern, weydfleisch, verheylten stieren, vernondten stechkelbern, verschnittenen ochsen von pfarren Fischart Garg. 76 ndr.die neue bedeutung ist vor der älternhd. zeit nur vereinzelt eindeutig bezeugt, doch lassen die vergleichsweisen und übertragenen zeugnisse des mhd. (u. 4 a und b) vielleicht auf das bestehen dieser bedeutung schlieszen; nicht sicher auszuwerten ist die glosse taurus stier (neben bos ochse, vacca chov, ... ludellus stierlin, 12. jh.) ahd. gloss. 3, 443, 58 St.-S., eindeutiger: samnunga stiero an cūon folco 'congregatio taurorum in uaccio populorum' altniederfränk. ps. 67, 31 v. Helten; daz ich im und dem spital gunnen sol, einen hirt und einen stier ze han zu dez spitals vieh. ... si sullen auch den stier han nur zu ir selbs vieh und zu dheinem anderen (1339) urk.-buch d. stadt Augsburg 1, 343 Meyer; item welher ainen stier in sinem stal bis zuom tail zücht und den darüber behalt und bruchen wil, der gytt desselben ersten jars von dem stier zuo rindtmüt ain scheffel fesen (1503) recht der reichsstadt Rottweil 245 Greiner; wann ain nachtper ain stier leicht zu seinem vich österr. weisth. 2, 238; man soll die küh nicht eh zum stier lassen, sie seien dann dreier jar alt Sebiz feldbau (1579) 96; den stier zur kuhe lassen Kramer 2 (1702) 971a; zwen stier sind gnug under sibentzig kü Forer Gesners thierb. (1563) 122b; die kühe ... verschmähen die stiere Eschenburg beispielsammlung 1, 313; das die sterckesten der andern führer seindt, als die stier, eber, hanen Xylander Polybius (1574) 325; armenta boum ein hauffen ochsen, armenti dux der stier der vor dem hauffen gadt Frisius dict. (1556) 120a; man verglich ihn dem stier der heerde, den zu reizen für keinen räthlich war Mommsen m. gesch.4 3, 14; kannst du mir einen schönen Tiroler stier mitbringen, so sollst du dank haben. du sprichst in deinem briefe davon so anziehend und weiszt nicht, welche wünsche das in meinem ökonomischen herzen erregt A. v. Arnim bei Görres ges. br. 3, 362; weil ich die Deutschen kenne, kann ich nicht wünschen, dasz juden mit ihnen zusammen gelassen werden ... niemand kann mit stieren pflügen, und mit hengsten fährt man nicht gerne Lagarde dtsche schr. 43. in verbindung mit synonymen, von denen farre die gröszte verbreitung hat: ihr drinket aus dem becher, wi drinken ut dem stope, ewr magt ein leibchen hat, unse deren drecht eine jope de platteisen bi juw schmecken als unse schullen, juwe stier hebben hörner als unse bullen Lauremberg scherzged. 72 lit. ver.; begund er varen unde vant die zwêne pfarren alzehant. ... die griuwelichen stiere bestuont er dâ mit strîte Konrad v. Würzburg troj. kr. 9684; man treibt ein farren gen Mompelier, kompt wider, er bleibt ein stier Petri d. Teutschen weish. 2, O o 6b; taurus stier, farr oder brüllochs Zehner nomencl. (1663) 307; die stiere (farren) erhalten mastfutter statt zeugungsfutter, werden bald zum sprunge zu schwer J. N. v. Schwerz prakt. ackerbau (1882) 772. vom männlichen tier des wild lebenden jaks: bei tag und nacht sind jetzt die stiere in unruhe und aufregung. die einsiedler gesellen sich den herden, laufen, kühe suchend Brehm tierleben 3, 254 P.-L.die zeugungstätigkeit des stieres gilt als charakteristisch: künstlich vorgebäu, damit einem kein frembder stier in stall steigt Grimmelshausen 4, 508 Keller; den andern mach wir zu eim stier, ruhlosz und sehnend mit begir H. Sachs 21, 286 K.-G.; sie (verliebte) wünschen ... die art eines haanen und stiers in der unkeuschheit Albertinus zeitkürtzer (1603) 51; ist nicht jeder mensch ein sultan, wenn er kann, nicht jeder stier und hirsch? Heinse 4, 155 Schüdd.; sieht er denn wirklich in dem Bothwell nur einen brünstigen stier Ludwig ges. schr. 5, 390. vereinzelt: 'bei den hirten name einer kuh, die wenig milch gibt' Tobler appenzell. 408b. von hier aus gilt in der jüngeren nhd. literatursprache stier über die technische bedeutung 'zuchtrind' hinaus auch als edleres wort für das männliche rind allgemein, bes. typisch an stellen, die sich auf die antike beziehen, z. t. in übersetzungstradition für taurus: wenn Ajax schnaubend geht, beraubet aller sinnen, bald einen grossen stier, bald einen hamel sticht Rachel sat. ged. 52 ndr.; opfer fallen hier weder lamm noch stier aber menschenopfer unerhört Göthe 1, 221 W.; opfere einen feisten stier der rossebezähmerin Pallas Athene Bettine Günderode 1 (1840) 116; sonst: er wirft das haupt und murmelt fort, klatscht kosend den gewaltgen stier A. v. Droste-Hülshoff 2, 86; sein auge ist fromm, ähnlich dem auge des frommen stiers maler Müller 1, 48; so ist etwa das nächste beste symbol der stärke allerdings der löwe, ebenso sehr aber auch der stier Hegel 10, 395; dort streckt ein junger stier sich am gestade nieder mit träger langsamkeit v. Cronegk schr. 2 (1766) 195; ein prächtig spiel des schicksals, dasz es ... die grabmäler hier zur ruhestätte des weidenden stiers macht Hölderlin 2, 139 Litzmann. 44) die ungezügelte kraft und wildheit des stieres wird in der literarischen anwendung des wortes besonders oft herausgestellt; vgl. z. b. ir genuge sich wandelten in vil gruweliche tiere. lewen, beren, stiere passional 236, 70 K.; der stier ist ein wütend, mutig, zornig, dapffer thier Forer Gesners thierb. (1563) 123. besonders wilder stier: wann man ein zornigen, wilden, ungebändten stier nit stillen noch gewältigen kan Guarinonius grewel der verw. (1610) 120; als vor wenig tagen ein stiergefecht gehalten wurde, und ein gewisser mensch sich den vorsatz nahm, einen über alle massen wilden stier anzugreiffen Stranitzky ollapatrida 340 Wiener ndr.; kühner bändiger des muthigen rosses und des wilden stiers J. G. Forster sämtl. schr. 5, 68. als zeichen der wildheit erscheint auch das brüllen des stiers: ein grimmger stier, ein wilder drache ists, ... sein hohles brüllen macht das ufer zittern Schiller 15, 1, 79 G.; brüllt nun auch der wunde stier und rast Fouqué held des nordens 3, 23. hier liegt der ausgang für eine reichentwickelte vergleichende und übertragene anwendung. 4@aa) im vergleich vom ungebärdigen wesen und handeln eines menschen: er ist so schiehe als ein wilder stier Neidhart in: minnesinger 3, 191 v. d. Hagen; tha vaht der helet Olivier rehte sam der wilte stier, thes niemen erbeiten tharf Rolandslied 6197 W. Grimm; der vierde wil met, der fünfte bier, der sehste trinket wazzer als ein stier Hugo v. Trimberg renner 9369 Ehr.; se (die trunkenen) ropen unde singen also de stere, de sangk kumpt van gudeme bere, des drinken ze avergrote toghe Josef vvn den sieben todsünden 7217 bei Schiller-Lübben 4, 390; so handlet er (der mensch) wie ein stumm, wie ein thier, wie ein wütender stier, ohn vernunfft und menschlichs wesen Paracelsus op. (1616) 2, 407 Huser; der jüngling tobet und wütet in der liebe wie ein unsinniger stier Val. Schumann nachtbüchlein 207 Bolte; und gang do här recht wie ain stier, verglich mich gantz eim wilden thier, zu dem sich niemandt nahen thar. im eebruch, soltu nämen war, zier ich zu aller zeit mein lyb P. Gengenbach 63 Goedeke; ich fuhr unter sie hinein wie ein wüthender stier Göthe 43, 48 W.; wenn man auf eine wahrheit wie ein stier los rennt, fällt man in des teufels stricke W. Alexis Isegrim 3, 176; (sah) menschen vor den gräbern der heiligen wie wölfe heulen, ... wie stiere brüllen Zimmermann üb. d. einsamk. 1, 297; Wolck schrie auf wie ein verwundeter stier H. Laube ges. schr. 14, 207; über hundert schüler, roh und wild, wie unbändige stiere Schubart leben u. gesinn. 1, 87; ich war eigensinnig und hartnäckig wie ein stier H. Laube ges. schr. 1, 147; übrigens ist er häszlich, wie ein feld voll teufel, und gröber als ein wilder stier Bäuerle kom. theater 3, 55. auch mundartlich: tubacke (rauchen), riich sii u. s. w. wie ne stier 'stark, sehr' Friedli Bärnd. 5, 196; wie ein stier besoffen sein nd. korr.-bl. 3, 54. — im ältern nhd. von einem menschen mit dem bösen, starren, glotzenden, auch dummen blick eines wütenden stieres: also wer ... Socrat ... von gestalt gering anzusehen, ... so bäurisch quartiert von leib war er, ..., mit eim glatzenden kopff ... augensperrig wie ein stier, dem gebunden seind alle vier Fischart Garg. 19 ndr.; des nachts spat, wenn min man heim gat und wie ein ölgötz vor mir stat, sicht wie ein stier, falt wider dwend, das ist ein jamer und ellend H. R. Manuel weinspiel 2668 ndr.; sahe umb sich mit trutzigen augen, wie ein stier, dem ein streich worden ist buch der liebe (1587) 225b; Gunst sah in an gleich wie ein stier, als ob er wer ein kemelthier Casp. Scheit fröhlich heimfart 619 Str. du solt erstlich gar niemandt grüszen, und fielstu uber in mit füszen, und sih in an gleich wie ein stier, und gib im böser plick wol vier ders. Grobianus 1054 ndr.; mundartlich: augen machen wie ein stier 'starren' Fischer schwäb. 5, 1759; in ättas luaga wia an stier in as nüs gadatürli Bühler Davos 1, 309. — hierher im stier sein, den stier haben in wut, übellaunig, von sinnen sein; mundartlich im alem. und schwäb., s. Stalder schweiz. 2, 399; Martin - Lienhart 2, 610; Fischer 6, 3209: mit dem ist heut nex anzufangen, der ist heut wieder im stier ebda 5, 1759; auch: den stier haben gedankenlos vor sich hin starren ebda. die form dieser redensarten steht vielleicht unter dem einflusz der mit stier 'sternzeichen' gebräuchlichen wendungen, s. u. 6; vgl.: der ist nicht im stier geboren 'er ist nicht dumm' Fischer schwäb. 5, 1759. 4@bb) in direkter übertragung; auf einen machtvollen, kräftigen menschen: solch ein frosch, sich gegen solch einen stier aufzublasen maler Müller 2, 99. auf die wildheit und ungebärdigkeit zielend: das sanfte frauenherz wird zum perille, ein schuldlos wesen wird zum glühnden stier Fr. Kind ged. 4, 279; den rasenden stier der begierden soll er fangen und dem hochmuth die rosse nehmen nach meinem verlangen Meisl theatr. quodlibet 5, 13; wenn ich diesen text ... an unsre gesandschaften mittheile, so wird er in Paris ... den eindruck des rothen tuches auf den gallischen stier machen Bismarck ged. u. erinn. 2, 113 volksausg., vgl.: rote kleider verursachend die stier zu zorn und grimmen Forer Gesners thierb. (1563) 123a. auf ungefügigkeit, plumpheit, dummheit zielend: wilt du der warhait nit gelauben, so gelaubt man aver das von dir, du seists ein esel und ein stier! Wittenwiler 3444 Wieszner; an den stier zu Wiettenberg Hier. Emser titel, s. Luther 7, 266 W.; dess Emsser quatern an den stier tzu Wittemberg hab ich neben ewr schrifft empfangen Luther 7, 271 W.; er ist ein unvernünfftig thier, ein kue, ein ochs, ein grober stier, ein wilde bestie Hayneccius Hans Pfriem 69 ndr.; vgl.: ein bauer und ein stier sind gleiche thiere Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 77b. mundartlich als schimpfwort für einen dummen, ungeschlachten oder allzu gutmütigen menschen, s. Martin-Lienhart elsäss. 2, 610; Follmann lothr. 498; luxemburg. ma. 421; kärnt. bei Frommann dtsche maa. 4, 157; vgl.: grawi auga sind an zier, bruni hed an jeda stier Bühler Davos 1, 312. wohl auf mundartlicher grundlage: wetter! rief er aus, kann einer so ein stier sein und noch lang sinniren hin und her, wo doch ein ding glatt auf der hand liegt Mörike ges. schr. (1878) 2, 184. 4@cc) in gleicher bildhaftigkeit die hörner des stiers, in redensarten u. ä.; eigentlich: es (das schaf) stoszet nit mit den hörneren als ein stier Keisersberg irrig schaf (1514) a 2a; der mensch ... wird nicht geboren ... mit starken hörnern, dasz er wie die stiere und büffel stoszen ... sol Neumark teutsche palmbaum (1668) 146; so muthig kann kein stier das Horn zum streite wetzen Rost verm. ged. (1769) 56; wie stiere eifersüchtig auf einander rennen und horn an horn zerschlagen maler Müller 1, 359; stöszigem stier wachsen kurze hörner Binder 189; jungen stiern wachsen die hörner, jungen knaben der muth Lehman flor. polit. (1662) 3, 154. vergleichsweise von menschen: du, prelate, wes sachtmodich ende vorhef nicht dyne hoerne als eyn steer byen book bei Schiller-Lübben 4, 390; da war er in die hände des ... friesischen bauern gefallen, der mit unentwegtem beharren in die wissenschaft stiesz, wie der stier gegen die stallverschalung Gust. Frenssen Jörn Uhl (1902) 482. direkt übertragen: mein lieber abbé, sie haben den stier (das volk der franz. revolution) losgekettet und beklagen sich, dasz er sie seine hörner fühlen läszt? Dahlmann gesch. d. franz. revol. 254. anders: (die metzen) wicklen vil hudlen in die zöpff, grosz hörner machen uff die köpff, als ob es wer ein grosser stier Seb. Brant narrenschiff 4 Zarncke; wenn der geschäftsmann des herrn von Siegshofen nicht zu denen gehört hätte, die dem stier die hörner vom kopf herunter handeln M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 172; Francesco hat einen stier an den hörnern zu boden gestürzt Gerstenberg Ugolino 261. — den stier bei den hörnern fassen, packen übertragen für 'eine sache an ihrer gefährlichsten, schwierigsten seite anpacken', eine junge redensart: die Preuszen stürmten ohne erfolg und verloren eine unmasse leute. da äuszerte ein general: wir haben den stier bei den hörnern gepackt zs. f. d. dtschen unterr. 14, 663; einen wüthenden stier muss man nicht bei den hörnern nehmen Wander sprichw.-lex. 4, 860, auch ndl. bei Harrebomée spreekwb. (1856) 2, 306b; ihr momentanes schweigen deutet möglicherweise darauf hin, dass sie erkannt haben, es habe immer seine bedenken, den stier bei den hörnern zu packen Berl. pol. nachr. (1887) bei Borchardt-Wustmann sprichw. (1925) 461; warum auch nicht bei den hörnern, wenn man nur stärker ist als der stier qu. v. 1870 bei Wander sprichw.-lex. 4, 856. während früher die redensart im sinne von 'eine waghalsigkeit begehen' angewandt wurde (zs. f. d. dtschen unterr. 14, 662; 16, 57; 437), wird sie heute mehr zustimmend für 'eine schwierige sache ohne umschweife in angriff nehmen' angewandt, vgl. den unterschied in der bedeutungsangabe bei Borchardt-Wustmann (1925) 461 und ebda (1888) 412: diese partei verläszt den kampfplatz, auf den sie in der absicht getreten war, den stier bei den hörnern zu fassen, in sehr niedergeschlagener stimmung qu. v. 1874 bei Wander sprichw.-lex. 4, 857. vgl. auch: de stier helt me bin hörnern, de ma bin wort Sutermeister spruchr. (1863) ebda; de steer mat den hierner hulen luxemburg. ma. 421. 55) der stier ist ein beliebtes wappentier, s. v. Querfurth 78; Chr. v. Ulmenstein urspr. d. wappenwesens (1935) 17: in deren (Europas) baner ain wyszer stier verwapnet was Stainhöwel de claris mulieribus 48 lit. ver.; auch sah er an dem marck mit zier gegossen ein wolff und ein stier auff zwo sewlen samb lebend streitten H. Sachs 2, 325 K.; die vier feldzeichen der einzelnen legionstheile, der wolf, der mannsköpfige stier, das rosz, der eber Mommsen m. gesch. (1874) 2, 195; daher, in einer art personifizierung: der kampf ... des sabellischen stiers gegen die römische wölfin ebda 2, 231; ein trabant des herzogs Karl. ... des stiers von Burgund, welchem das Schweizervolk die hörner abrisz und den kopf dazu? G. Freytag 2, 33. besonders bekannt im wappen Uris: mit mannheit und mit witze griffends den löwen an, ... he sie schlagend in uff den tod, darzu die vesten von Uri, mit irem schwarzen stier, viel vester dann ein mure, bestrittends das grimme thier ... also vertrieb der stier den löwen usz dem korn Suter bei Bernh. Wolff samml. hist. lieder (1830) 460; der deputirte des kantons, der den stier im wappen führt fürst Pückler briefw. u. tageb. 2, 141; schon alt personifiziert: die schlang von Mailand ist zogen usz dem stier von Uri in sin land (1478) hist. volksl. 2, 147 Liliencron; der stier von Uri hat scharpfi horn, kein herr ward im nie zhoch geborn; er stoszt in nider uf den grund Äg. Tschudi in: hist. volksl. 1, 117 Liliencron; s. auch ebda 3, 163. mit dem wappentier war auch das vor dem heerhaufen mitgeführte horn geschmückt, und daher konnte dieses selbst als stier bezeichnet werden, vgl. schweiz. id. 2, 1621; 3, 91: ain knecht ... hat in der schlacht den stier von Uri gewunen mit gewalt und den erwürgt, der in gefürt und geblasen hat. den hat er dem khünig selb geschenckt. ... (ein anderer) hat auch in der schlacht gewünnen die khu von Schweytz und erwürgt, der sy geblasen (1515) die ersten deutschen zeitungen 111 Weller; daher stier von Uri als bezeichnung des hornbläsers: es werden ... die stier uren genent, darumb disz landvolck, die eltisten von den Tauriscern, den stierkopff und namen Urner, das ist ochszner, noch haben. in kriegen füren sie ein grosses horn mit blaasen, das zu einem zeichen, als ein trummeet. ein sonderlicher landsmann zu disem dienst und hornblaasen bestelt, wirt als denn genent der stier von Uri Stumpf Schweizerchron. (1606) 508b; wo ist der stier von Uri? ... steigt auf die hochwacht, blaszt in euer horn (stier von Uri geht ab) Schiller 14, 404 G. (Wilhelm Tell V 1). 66) bezeichnung eines der zwölf teile oder zeichen der ekliptik, entsprechend griech. ταῦρος, lat. taurus. seit Oswald v. Wolkenstein bezeugt: der leo in seinem zaichen ain zwelfer ist genant. ain krebs mit sainem slaichen geleichet dem tarant. stier, wider, die junkfraue, das zwiling, visch, ain schütz leg auff die wag und schaue, wasserman, den stainpock sprütz 184 Schatz; ja gar ins himmels firmament, der zeichen auch sein drey, der stier und wider wirdt genendt Theob. Höck schönes blumenfeld 109 ndr.; in dem thierkreis abgebildet ist mein leben: stier und brüder Müllner dram. w. (1828) 2, 151; durch den reichen himmel schreiten seh ich wunderbar gebild. denn die jungfrau hebt den schleier, und der widder freudig springt, und der stier erhebt sich freier, da der schwan verbuhlet singt Cl. Brentano 3, 294; den zieht der eigennutz in eines widders hausz ... der andre sucht im stier ein horn vol uberflusz Pietsch geb. schr. (1740) 132 Bock. meist in der zeitbestimmung vermittels des hinweises auf den standort der sonne oder des mondes, besonders in der wendung im stier: wenn die sonn im stier ist, so bricht das glentz dahär aperit annum taurus Frisius dict. (1556) 99a; den 11. januarii ..., im zeichen, da die sonne im wassermann und im stier 28 grad hoch stehet, ... hat mir mein liebes weib einen jungen sohn ... geboren Schweinichen denkwürdigk. 299 Österley; wann der mon im löwen oder scorpion oder schützen oder stier ist Sebiz feldbau (1579) 520; wenn ... der mond im schein ist, und zunimmt im stier, zwillinge, wage und wassermann Prätorius winterflucht (1678) 184; folgents fengt sich das sechst hauss im 23. grad des schützen an, partem fortune hat im 11. hauss, im 17. grad dess stiers Joh. Nas antipap. eins u. hundert 5, 53. auch mundartlich: im stier sin 'von der sonne, im zeichen des stieres stehen' Martin-Lienhart elsäss. 2, 610; um Pankraz und Servaz neumond im stier, so fürcht, dasz obst und wein erfrier Fischer schwäb. 5, 1759. ebenso im zeichen des stiers: alles steinobst ist am besten um diese zeit zu versetzen ... wann er (der mond) im zeichen des stiers, zwilling, waag oder wassermanns ist v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 109; vgl.das zeichen des stiers Kramer 2 (1702) 971b; ich bin april und führ des stieres zeichen, der im aprile wird zum pflug gespannt Cl. Brentano 2, 581. in anderen wendungen: anfenglich heb an graben und zusuchen, in der influentz Lunae oder Saturni, und wann der mond geht in stier Paracelsus op. (1616) 2, 294 Huser; sie wollen der sonnen ... den weg zeigen ... durch den stir Schupp schr. 534; Cambyses dankt und opfert dir, o sonne! nicht, weil dein lauf durch stier und wagen streift Hagedorn poet. w. (1769) 3, 44; so wie das äquinoctium aus dem stiere in den widder vorgerückt sey Hegel 7, 60; wie im frühling, wenn die sonne mit dem stier durch den himmel fährt Bodmer samml. krit. poet. schr. 1, 47. — daher im stier als direkte zeitangabe: schlachtets nicht im stiere, damit den Mars sein unglück rühre, dem gotte Roms Ägyptens gott? J. A. Schlegel verm. ged. 1, 176. 77) bezeichnungen, deren verhältnis zu stier 'rind' ungeklärt ist. 7@aa) im kegelspiel. 'kegelkugel, die, weil schlecht geworfen, sich spieszt' Unger-Khull steir. 577b. 'gruppe von drei kegeln' Schmeller-Frommann bair. 2, 778; Fischer schwäb. 6, 3209. 7@bb) in der fechtkunst eine art der verteidigung: stier, m., stirn, gen., Lebküchner messerfechten (1482) bei Schmeller-Frommann 2, 778; der läger im dusacken anfänglich sind fünff: als die zornhaut, stier, mittelhut, eber und wechsel Sutorius fechtbuch (1612) 20. 7@cc) 'stier heiszt das bier zu Schweidnitz' Jacobsson technol. wb. 7, 454b. 7@dd) stier, m., 'unbrauchbare überbleibsel im kalkofen' Bacher Lusern 394. 7@ee) rotwelsch stier 'huhn, henne', vgl. Horn soldatenspr. (1899) 92: daz es die bawren nicht mercken sollen ... so brauchen sie (die soldaten) viel andere wörter, damit sie alles, was sie reden, auff gut teutsch nennen, aber mit einem verkehrten namen, und das heist rothwelsch. als exempli gratia: ein hun, heiszen sie ein stier, ... ein gansz ein strohbutzen Joh. Jac. v. Wallhausen kriegskunst zu fusz (1615) 22. später in der form stire, stühre bezeugt: stühre, eine henne Hildburghausener wb. (1753) bei Kluge rotw. 232; henne, stire Pfullendorfer jaunerwb. (1820) a. a. o. 341; stiere hühner v. Train choch. loschen 121b; in gleicher bedeutung stierche, stürchen, stärchen, stüricke, pl. stiererche Grolman spitzbubenspr. (1822) 69a.
28032 Zeichen · 646 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    stierst. M. (a)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch

    stier , st. M. (a) nhd. Stier ne. bull ÜG.: lat. taurus MNPs Hw.: vgl. ahd. stior Q.: MNPs (9. Jh.) E.: germ. *steura-, …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STIERstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    STIER stm. stier. goth. stiur ( gr. μόσχος ), ahd. stior Gr. 2,48. 3,325. 330. gesch. d. d. spr. 32. Ulfil. wb. 170. Gra…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stier

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Der Stier , des -es, plur. die -e, Diminut. das Stierchen, Oberd. Stierlein, der Mann oder das männliche Geschlecht der …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stier

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Stier [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stier

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Stier , das männliche Rind; Sternbild im Thierkreise, der nördlichen Hälfte angehörig, leicht kenntlich an den Plejaden …

  6. modern
    Dialekt
    Stier

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Stier [ʿStìər fast allg.; ʿStîr Str. ; ʿStér Wh. ; Nbf. ʿStìərə in einem Kinderreim Hi. ; Pl. ebs. ] m. 1. Stier, Bullen…

  7. Sprichwörter
    Stier

    Wander (Sprichwörter)

    Stier 1. De Stier helt me bin Hörnern, de Ma bin Wort und 's Wîb bi der Jüppe. – Sutermeister, 136. 2. Dem Stiere, der g…

  8. Spezial
    Stier

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Stier m. (-s,-) 1 manz (manc) m. 2 ‹astr› (Sternzeichen) manz (manc) m. ▬ junger Stier boricio m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stier

432 Bildungen · 307 Erstglied · 120 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von stier

stiern + -er

stier leitet sich vom Lemma stiern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

stier‑ als Erstglied (30 von 307)

Stier I

Idiotikon

Stier I Band 11, Spalte 1210 Stier I 11,1210

Stier II

Idiotikon

Stier II Band 11, Spalte 1215 Stier II 11,1215

Stier(e)lichrūt

Idiotikon

Stier(e)lichrūt Band 3, Spalte 913 Stier(e)lichrūt 3,913

Stieranke

SHW

Stier-anke Band 5, Spalte 1425-1426

Stierauge

SHW

Stier-auge Band 5, Spalte 1425-1426

Stierbach

SHW

Stier-bach Band 5, Spalte 1425-1426

Stierbeutel

SHW

Stier-beutel Band 5, Spalte 1425-1426

Stieresel

SHW

Stier-esel Band 5, Spalte 1425-1426

Stierkalb

SHW

Stier-kalb Band 5, Spalte 1425-1426

Stierkopf

SHW

Stier-kopf Band 5, Spalte 1425-1426

Stiernacken

SHW

Stier-nacken Band 5, Spalte 1425-1426

Stierplatz

SHW

Stier-platz Band 5, Spalte 1425-1426

Stierruhe

SHW

Stier-ruhe Band 5, Spalte 1425-1426

Stierabspannen

Campe

stier·abspannen

○ Das Stierabspannen , — s , o. Mz . das Abspannen der Stiere vom Pfluge  Dann auch, die Zeit, zu welcher dies zu geschehen pflegt. Aber so…

stierachtig

RhWB

stier·achtig

stier-achtig -ē:rəteχ Eup ; -ī:rəteχ Aach-Kohlschd Adj.: störrig, eigensinnig.

stieräugig

DWB

stier·aeugig

stieräugig , adj. , ' starr blickend ', von stierauge, unter anlehnung an das adj. stier: wie sahen sie alle bleich aus und stieräugig, und …

Stieramperl

Wander

Stieramperl Er ist ein Stieramperl. – Hügel, 157 a . Auch Stierer, d.i. ein Mensch, der gern horcht, ausspionirt, alles aufstiert.

stierartig

DWB

stier·artig

stierartig , adj. , wie ein stier, m.: ein männliches kraftvolles gesicht. ... nichts mehr und nichts weniger, als ... starrsinn, eigendünke…

stierauge

DWB

stier·auge

stierauge , n. , von stier, m.; meist übertragen; mehr oder weniger abschätzig vom menschen, vgl. stier 4 a ( sp. 2849): trunkenen-litanei. …

stier als Zweitglied (30 von 120)

Arbeitstier

RDWB1

Arbeitstier n трудяга разг. , труженик, рабочая лошадь (а не "рабочее животное") идиом. , разг.

Aprille(n)stier

Idiotikon

Aprille(n)stier Band 11, Spalte 1230 Aprille(n)stier 11,1230

Blattistier

Idiotikon

Blattistier Band 11, Spalte 1235 Blattistier 11,1235

Brūchstier

Idiotikon

Brūchstier Band 11, Spalte 1235 Brūchstier 11,1235

Bullenstier

MeckWBN

bullen·stier

Wossidia Bullenstier m. erst als Bulle verschnittener Ochse Ro Rostock@Gresenhorst Gres . Syn. Bulloß.

Bërgstier

Idiotikon

Bërgstier Band 11, Spalte 1235 Bërgstier 11,1235

Bërnerstier

Idiotikon

Bërnerstier Band 11, Spalte 1235 Bërnerstier 11,1235

Bīstier

Idiotikon

Bīstier Band 11, Spalte 1235 Bīstier 11,1235

Bȫstier

Idiotikon

Bȫstier Band 13, Spalte 1232 Bȫstier 13,1232

Chalberstier

Idiotikon

Chalberstier Band 11, Spalte 1233 Chalberstier 11,1233

Chalbstier

Idiotikon

Chalbstier Band 11, Spalte 1233 Chalbstier 11,1233

Chirsistier

Idiotikon

Chirsistier Band 11, Spalte 1233 Chirsistier 11,1233

Chlistier

Idiotikon

Chlistier Band 3, Spalte 700 Chlistier 3,700

Chüestier

Idiotikon

Chüestier Band 11, Spalte 1233 Chüestier 11,1233

Clystier

Adelung

Clystier , S. Adelung Klystier .

Eini(n)gstier

Idiotikon

Eini(n)gstier Band 11, Spalte 1230 Eini(n)gstier 11,1230

Far(r)stier

Idiotikon

Far(r)stier Band 11, Spalte 1231 Far(r)stier 11,1231

Fëststier

Idiotikon

Fëststier Band 11, Spalte 1232 Fëststier 11,1232

Ableitungen von stier (5 von 5)

Bestieren

Campe

Bestieren , v. trs. mit stieren Blicken besehen. Das Bestieren. Die Bestierung.

gestieren

DWB

gestieren , verb. von kühen, einen stier verlangen Loritza id. Vienn. 50 b : eine gestierte kuh, eine zugelassene. ebenda.

STIERE

BMZ

STIERE talpa sumerl. 47,79.

urstier

DWB

urstier , m. , verdeutlichende zusammensetzung für das einfache 1 ur ( s. d. ), bos primigenius Brehm tierleben (1890 ff. ) 3, 260 P.-L. vgl…

verstieren

DWB

verstieren , verb. , zu stier (stûr) ' starr blickend ', verwandt mit starr. das compositum erst im 19. jh. nachweisbar: es verstiert den mi…