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Spitzbube

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Spitzbube

Spitzbube

Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.
2151 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spitzbube

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Spitzbube , des -n, plur. die -n, Fämin. die Spitzbübinn, ein Dieb, welcher mit listiger Behendigkeit zu stehlen wei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Spitzbube

    Goethe-Wörterbuch

    Spitzbube [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spitzbube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Spitzbube , ein listiger, spitzfindiger Bube (spitz in älterer Bedeutung: klug, schlau, trügerisch); der Ausdruck kommt …

  4. modern
    Dialekt
    Spitzbubem.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Spitz-bube m. : 1. 'Dieb, Gauner, Betrüger', -bu [verbr. (außer NWPf), Lambert Penns 140 Krämer Gal 204], -bub [NWPf]; P…

  5. Sprichwörter
    Spitzbube

    Wander (Sprichwörter)

    Spitzbube 1. A Spitzbua geit mehr, as ar hat. ( Franken. ) – Frommann, VI, 324, 365. 2. De lütt'n (kleinen) Spitzboben h…

  6. Spezial
    Spitzbube

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Spitz|bu|be m. (-n,-n) furbicio (-ci) m. , birbo (-bi) m. , mostricio (-ci) m. , pesta (-tes) m. , maradët (-ëc) m. , ca…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spitzbube

81 Bildungen · 81 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von spitzbube

spitzbub + -e

spitzbube leitet sich vom Lemma spitzbub ab mit Suffix -e.

Zerlegung von spitzbube 2 Komponenten

spitz+bube

spitzbube setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

spitzbube‑ als Erstglied (30 von 81)

Spitzbubenämpelchen

RhWB

Spitz-buben-ämpelchen (alle Zs. dieser Art scherzh. oder verächtl.) Koch-Leienkaul n.: kleine, runde Lampe, deren Licht man verdunkeln kann.

spitzbubenangst

DWB

spitzbuben·angst

spitzbubenangst , f. angst, wie sie ein spitzbube bei drohender entdeckung, gefangennahme u. dgl. hat: eine wahre spitzbubenangst haben, aus…

spitzbubenessig

DWB

spitzbube·nessig

spitzbubenessig , m. pestessig, franz. vinaigre de quatre voleurs, weil vier spitzbuben einst zur zeit der pest ihr leben dadurch erhalten h…

spitzbubenfuder

DWB

spitzbuben·fuder

spitzbubenfuder , n. fuhre holz, die oben zur täuschung fest gepackt ist, unten aber viele lücken hat. Albrecht 214 b .

Spitzbubengeschäft

PfWB

spitzbuben·geschaeft

Spitzbuben-geschäft n. : 'Delikatessen-, Kolonialwarengeschäft', -geschäft [ WD-Niedkch ]; wohl scherzh. Umbildung aus Spezereiwarengeschäft…

spitzbubengesicht

DWB

spitzbuben·gesicht

spitzbubengesicht , n. : 'ich bin der Zundelfrieder', erwiederte der fremde mit vertrauen und mit einem recht liebenswürdig freundlichen spi…