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snider

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Snīder m.

Bd. 5, Sp. 201
Snīder m. [verbr.] 1.1. Schneider, der Handwerker, der (aus Stoffen nach Maß) Kleidung anfertigt, näht. Growwen Schnieder Flickschneider (WmWb). De Snider naiht nich gued (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr). Et waß so Bruk, dat denn Snieder, well den Anzug för denn Brüdigann mok, ok Gästebidder waß (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@GescherGe). — Ra.: Hai fruüset as en Sneïder friert sehr, ihm ist sehr kalt (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || mehrf.). Hä es so lichte at ’n Snīder von sehr geringem Körpergewicht (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). He löpp as ’n Schnieder läuft feige davon (WmWb). Dat slätt sik en Snīder up’m Naken so leicht ist das (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Do is en Snīder in wenn eine Blechplatte, Kuchenblech nicht eben ist (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw). Rin, wann ’t känn Snīder es! Aufforderung, einzutreten (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Nao ne Schnieder kaas di nich richten wenn jmd. bei Tisch nicht zulangt (WmWb). — Sprichw.: []Wann ’t bi Sunnschīn reänget, kömmt en Snīder inn’n Hïemel (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Jeder Schnider well met diar äigenen Iele miatten jeder meint, seine Ansicht sei die richtige (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs). Sneiders sind stramme Kärls, wenn se steïf fruren sind (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@BalveBa || mehrf.). ’n Snīder häff blōs ēne Diame (Darm) ein Schneider kommt mit sehr wenig Nahrung aus (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh || mehrf.). ’n löhen (fauler) Schnīder neiet mit’n langen Fām (Faden) (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Me sall äher em Snuider wuott günnen arr em Dokter un Awethoeiker (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Ūt’n Snīder lött sik alls māken, blōus kinn Iäksternnest (Elsternnest) ein Schneider ist immer glatt und reinlich und ein Elsternnest unordentlich (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh || mehrf.). — Sagw.: Alles mät de Maote, sagg de Snieder, un door sloog he seine Frou mät de Elle (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt || mehrf.). Dat krüijet wüi büi’n Bügeln nau hen, see de Schnüider, os heu sach, datt heu den Bücksenschlitz no achter maket hadde (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs || mehrf.). Bu me ’t maket, sou es et, saggte de Schnieder, doa har hei de Buchsenklappe ächen hien esatt (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Fein treffen, segg de Snider, dao smiet he met’t Bügelisen nao de Fleig un troff sine Ollske (Kr. SteinfurtStf WWB-Source:237:ReckReck). — 1.2. Mäher; Schnitter bei der Kornernte, der Grasmahd (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 1.3. Person, die Bretter sägt, schneidet (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 2.1. Weberknecht, spez.: Opilio parietinus. — 2.2. langbeiniges Insekt. — 2.2.1. (langbeinige) Mücke, (Stech-)Mücke (Frbg.) (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@BentropBt). — 2.2.2. Schnake (Tipulidae), Bachmücke (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh), spez.: Riesenschnake (Tipula gigantea) (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). — 2.2.3. Wasserläufer (Gerridae). — 2.2.4. (große) Libelle, Blauflügel-Prachtlibelle (Calopterix virgo). — 2.2.5. Heuschrecke (Frbg.) [Kr. MindenMin Kr. DetmoldDet Kr. PaderbornPad Kr. HöxterHöx Kr. LippstadtLst Kr. BürenBür Wal, sonst verstr.]. — 2.2.6. Taumelkäfer (Gyrinus). — 2.2.7. kleiner Maikäfer (Frbg.) (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — 3. kastrierter Eber. — 4. Gerät zum Schneiden. — 4.1. Bock zum Schneiden eines (Stroh-)Bundes (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 4.2. Häckselmaschine, die zum Dreschkasten gehört (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@Tietelsen u. RotheTi). — 4.3. Schneidemesser für Mischtorf (zwei- oder dreischneidiges Messer an zwei Meter langem Stiel zum Ritzen des Mischtorfs) (WmWb). — 4.4. messerförmiges Eisen vor der Pflugschar (Frbg.) (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@HaldemHa). — 5. Kreisel (Kinderspielzeug) [die krfr. Stadt WittenWit Ennepe-Ruhr-KreisEnr die krfr. Stadt HagenHag Alt]. — 6. Drahtzieherei: oben auf der Krone sitzender, dünner Lederring [Kr. IserlohnIsl Alt]. — 7. Skat: Punktzahl 30; wenn man weniger als 30 Augen beim Kartenspiel hat (Kr. MeschedeMes Br). Ek he känn’n Snīder beim Kartenspiel (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Iut’en Schnoider soin mindestens 30 Augen haben im Kartenspiel (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). — Ra.: Ek sin ūt’m Snīder habe eine schwierige Situation überwunden, das Schlimmste überstanden (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). ⟨›Snīer‹ ‘Person oder Maschine, die schneidet: Mäher, Schnitter, Säger sowie Häckselmaschine’ (Bedd. 1.2, 1.3, 4.2 sowie bei den Partikelkomposita Af~, Füᵉr~, Tō¹~, Up~, Ūt~), Snäider ‘kastrierter Eber’ (WmWb), sonst []Snīder⟩ Zus.:→ Åld~, Armen-sē²len~, Begīnen~, Bek~, Blik~, Boªlen~, Bolle~, Bram-biᵉr~, Bred~, Bren~, Brō²d~, Brüᵉken~, Bǖdel~, Dīk~, Diᵉlen~, Dop~, Drap~, Fēr-mauen~, Fikkel~, Flik~, Fō¹der~, Galop~, Gelten~, Glas~, Gras~, Gūle~, Häksel~, Hals-af~, Har~, Höi~, Höiken~, Holt~, Hūs~, Keªlen~, Kop~, Lappen~, Link~, Lumpen~, Rē¹men~, Ro¹wen~, Sāge~, Sak~, Spring~, Stellingen~, Strō²~, Suᵉge~, Swīne~, Trummel~, Tubben~, Twī~, Wand~, Wāter~, Wit~.
6084 Zeichen · 206 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    snîder

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    snîder s. snîdære.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sniderM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    snider , M. Vw.: s. snīdære*

  3. modern
    Dialekt
    SniderPl.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wossidia Snider Pl. -s m. Schneider I. als Bezeichnung für den Handwerker hat Snider das ursprünglich heimische Schröder…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit snider

260 Bildungen · 93 Erstglied · 165 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von snider

sniden + -er

snider leitet sich vom Lemma sniden ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

snider‑ als Erstglied (30 von 93)

Snideraust

MeckWB

snider·aust

Wossidia Snideraust m., f. Zeit vom 24. 10. bis Martini (11. 11.), in der die Schneiderrechnungen bezahlt wurden Wo. Sa.

snîderāve

MNWB

snide·rave

° snîderāve ? „Pro lignis: ... pro septem snideraven et duobus canalibus” (Hamb. KR. 7, 13), l. snîdenāven ?, s. d.

Sniderbier

MeckWB

snider·bier

Wossidia Sniderbier n. scherzhaft für Apfelsprudel Sta Stargard@Fürstenberg Fürst .

Sniderbri

MeckWB

snider·bri

Wossidia Sniderbri m. dicke Mehlsuppe Wa Waren@Eldenburg Eld .

Sniderbücks

MeckWB

snider·buecks

Wossidia Sniderbücks f. Haut auf der Milch Schö Schönberg@Börzow Börz . Syn. s. MeckWB Hut 5 (Bd. 3, 916). Me. 4, 642.

Sniderdanz

MeckWB

snider·danz

Wossidia Sniderdanz m. ein Volkstanz: Jb. 2, 122; Pld. Heim. 1, 5; Lu, Schö, Schw, Wi.

Snideremmer

MeckWB

snider·emmer

Wossidia Snideremmer n. scherzhaft für den Fingerhut, ein zu kleines Glas Sta Stargard@Rödlin Rödl .

snīderen

WWB

snide·ren

snīderen V. [verstr.] 1. als Schneider arbeiten ( Kr. Halle Hal Bh). De Schnider es in usen Huse te schnidern ( Kr. Minden Min Kr. Minden@Ha…

Sniderfinger

MeckWB

snider·finger

Wossidia Sniderfinger m. Schneiderfinger: ick heff Sniderfinger kann gut schneidern Schö.

Snīderfīre

WWB

snider·fire

Snīder-fīre f. [ Kr. Minden Min Kr. Tecklenburg Tek Ravensbg Kr. Lemgo Lem sowie Kr. Soest Sos Isl] Plauderstündchen, Ruhepause nach der Arb…

Snīderflitsen

WWB

Snīder-flitsen Pl. Schneidergebräuche, -einfälle ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

Snidergesell

MeckWB

snider·gesell

Wossidia Snidergesell m. Schneidergeselle: de Snidergesell puult sick in de Tähnen, as wenn he Fleesch äten hadd', hett Dickmelk äten Wa; Re…

Snīdergewichte

WWB

snider·gewichte

Snīder-ge-wichte n. [verstr.] leichtes, minderes Gewicht von Personen (ca. 99 Pfund). Dat Snidergewicht is niegenniegenßig Pund ( Kr. Lüding…

Snīderīe

WWB

snide·rie

Snīderīe f. [verstr.] 1. Schneiderwerkstatt ( WmWb ). — 2. das Schneidern; Schneiderhandwerk ( WmWb ).

sniderieren

MeckWB

snider·ieren

Wossidia sniderieren schneidern Wa; he snideriert nah G. schneidert für das Dorf G. Sta Holld.

snider als Zweitglied (30 von 165)

Afsnīder

WWB

Af-snīder m. [Lippe] Arbeiter, der das Abschneiden besorgt, der z.B. in der Ziegelei mit den Drähten eines Abschneidegestells von den aus de…

Åldsnīder

WWB

ald·snider

Åld-snīder ⟨ „ Altschneider “ ( Kr. Olpe Olp Kr. Olpe@Oberveischede Ov , Kr. Arnsberg Arn Kr. Arnsberg@Echthausen Ec Kr. Arnsberg@Langscheid…

Armensē²lensnīder

WWB

Armen-sē²len-snīder. „ Sau wie ’t geschnieten is, wärd genägget, segget de Armen-Säilen-Schneider “ ( Kr. Arnsberg Arn Kr. Arnsberg@Balve Ba…

Bandsnider

MeckWB

band·snider

Wossidia Bandsnider m. der die Bänder für die Fässer, die Tonnenreifen, schneidet ( vgl. MeckWB Band 3a); es gab in Ro und Wi wohl kaum ein …

Begīnensnīder

WWB

beginen·snider

Begīnen-snīder › begīnensnīer ‹ 1. Kastrierer ( Kr. Beckum Bek Abeler, Kr. Soest Sos Kr. Soest@Borgeln Bo = WWB-Source:256:SchmB SchmB ). — …

Beksnīder

WWB

bek·snider

Bek-snīder. „ Beckschnieder “ Libelle ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck Rek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städt…

bentsnider

LW

bent·snider

bent-snider, Bandschneider; sie verfertigten das Gebinde zu den Tonnen.

besnîder

MNWB

bes·nider

besnîder , m. , der Geld beschneidet (wipper unde b.); 2. der einem andern sein Recht kürzt.

Bliksnīder

WWB

blik·snider

Blik-snīder m. Klempner, Handwerker, der das Blech am Haus bearbeitet (Frbg.) ( Kr. Warburg Wbg Kr. Warburg@Ossendorf Os , die krfr. Städte …

Blind(e)(r)snīder

WWB

blinder·snider

Blind(e)(r)-snīder Libelle (Frbg.) ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lün…

Boltensnīder

WWB

bolte·n·snider

Bolten-snīder. „ Bolten-schnäier (m.) Hebelvorrichtung zum Schneiden der Boltn (m.) = Drahtenden, aus denen die Kettenglieder gemacht werden…

Brambārdsnīder

WWB

brambard·snider

Bram-bārd-snīder Brummerschnüier Gerät zum Schneiden von Brombeerbüschen: starke, etwas weniger gebogene Sichel mit langem Stiel ( Kr. Detmo…

Breªdersnīder

WWB

Breªder-snīder m. „ Brätsniher Brettschneider“ ( Kr. Osnabrück Osn WWB-Source:145:Klön Klön ).

Brensnīder

WWB

Bren-snīder m. Brennschnäier gestielte Sichel ( Kr. Bielefeld Bie Kr. Bielefeld@Gellershagen Gh ). ¶ Vermutlich aus Bren-niᵉtel-snīder.

Brō²dsnīder

WWB

brod·snider

Brō²d-snīder m. jmd., der Brot wohl nicht gerecht schneidet. — Ra.: „ De brôtsnîer küemt nit in den hiemel “ ( WWB-Source:326:WoeNl WoeNl ).

Brüᵉkesnīder

WWB

Brüᵉke-snīder m. „ Brüöksnier Bruchschneider“ ( Kr. Osnabrück Osn WWB-Source:145:Klön Klön ). „ Hei hiat en Waort ase en Brüöckschnier “ von…

buntsnîder

MNWB

bunt·snider

° buntsnîder , m. , (Strals. Chron.; eine andere Fassung setzt dafür krêmer).

bēldesnider

KöblerMnd

bēldesnider , M. Vw.: s. bildesnīdære*

Deckensnider

MeckWBN

decken·snider

Wossidia Deckensnider m., f. Arbeiterin bei der Kautabakfabrikation, welche die Deckblätter zurechtschneidet Wa Waren@Penzlin Penzl . Vgl. B…

Ableitungen von snider (2 von 2)

besnîder

MNWB

besnîder , m. , der Geld beschneidet (wipper unde b.); 2. der einem andern sein Recht kürzt.

snîder(e)

MNWB

° ~snîder(e), m. , Gehilfe des Zimmermanns (Westfalen). —