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senf

ahd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

senf m.

Bd. 16, Sp. 580
senf, m. sinapis, die frucht der senfstaude. 11) die sprache, aus der zufrühest die Griechen mit der sache das wort, in der doppelform νᾶπυ (bei den Attikern) und dann σίναπυ, σίναπι (hellenistisch) entlehnt haben, ist unbekannt; man hat, ohne alle sicherheit, auf das sanskrit (Benfey griech. wurzelwörterb. 1, 428) oder das ägyptische (Hehn kulturpflanzen2 s. 184) geraten. als sinapi und sinapis dringt es ins lateinische ein; die Goten bilden dem griechischen genitiv σινάπεως ihre form sinapis nach (kaúrnô sinapis, κόκκον σινάπεως Marc. 4, 31. Luc. 17, 6), ohne dasz daraus auf eine einbürgerung des wortes bei ihnen geschlossen werden könnte; erst in die späteren germanischen dialecte kommt es als lehnwort von Rom her: ahd. sinapi seniph Steinmeyer ahd. glossen 3, 590, 45; synapi senif 591, 60; synapi zenf 597, 35; sinapis senef, senf 108, 36; iʒ ist gilîh corne senafes (simile est grano sinapis). Tatian 73, 2; habent ir gelouba also seneffes chorn (si haberitis fidem ut granum sinapis). Notker ps. 45, 3; altsächs. sinapi sanep Steinmeyer 3, 593, 33; synapi senap 595, 41; ags. sinapis senep Wright-Wülker anglos. voc. 1, 135, 33; mhd. senef, senf: sinape seniph, seniff, senff, senpf, senffe, semph, schenff Dief. 535c; später auch als senft: darzu ich würcz und krewter han, nagwuercz, senft und den encian. H. Sachs fab. 1, 282, 82 Götze, eine form, die mundartlich bis jetzt dauert: senef, senif, senft Schöpf 670; senft, semft, sempft Schm. 22, 287; senft Lenz vergl. wörterbuch der nhd. sprache und des Handschuhsheimer [] dialects (1898) s. 65b, ebenso hessisch und düringisch; niederd. semp und semt Schambach 190a. das altnord. kennt das wort noch nicht; erstn. sennop, sennep, schwed. senap. als collectivum entbehrt es des plurals, als geschlecht hat sich, im gegensatz zum lateinischen, allgemein das masculine festgesetzt. 22) ursprünglich als handelsartikel aus Italien eingeführt, bald in den heimischen gärten gezogen (sinape capitulare de villis 34. 44) bezeichnet senf zunächst die frucht, die sowol in der arznei wie in der küche als würze verwendet und namentlich wegen ihrer beizenden eigenschaften gekannt wird: die senf und salsen eʒʒent gern, die sulen des vil flîʒic sîn daʒ si den unflât verbern und stôʒen niht die vinger drîn. Tanhäusers hofzucht in Haupts zeitschr. 6, 490, 53; zucker kan wol süeʒen: kumt ein senf, der tuot in den ougen wê. minnes. 2, 240b Hagen; ich bin ein hofmann, kan senff essen, und doch nicht weinen. Garg. (1590) 37; darnach soll man jm (dem siechen) über alle gelider (ausgenommen das haupt) senif überlegen, so lang bis es die haut aufbeiszt und rot macht. Celsus von Khüffner (1531) 54a; wenn du wilt einen guten senff haben, so nim denselben, und wässer jhn reine, und schütte jn in einen reibetopff, und nim darzu gebrüete mandeln und reib jn wol durcheinander gantz klein. Coler hausb. 1 (1604), 167; diesen senff magstu gebrauchen, zum gebraten oder zu kalten ochsenfüssen, oder zu wilden schweinen heuptern. ebenda; senff .. ist ein bekannter same, der auf der mühle gemahlen, mit wein-eszig in kleine fäszgen eingemachet, und weit und breit versendet wird. Amaranthes frauenzimmer-lex. (1715) 1838; mit dem senff pflegt der koch entweder gewisse essen gut und angenehm zu machen, oder er setzet solchen als eine tuncke bey böckel- und geräucherten fleisch, schincken etc. auff, wodurch dergleichen gerichte delicat, gesund und verdaulich gemachet werden. 1839; bisziger senf, sinapis fletum factura terenti. Stieler 2011; eine beiszarznei von senf, est serapismus, exulceratio cutis, quae fit cataplasmatis sinapis. ebenda; senf reiben, terere sinapi musto, wurst mit senf, botuli cum intinctu sinapi. ebenda; scharffer senf, sinapi acre, den senf stampfen, sinapi terere. Steinbach 2, 580; der senf steigt im essen desselben in die nase, acrimonia sinapis in naso sentitur. Frisch 2, 264b; früchte mit senf einmachen, fructus sinapio jusculo condire, senf mahlen, sinapina grana terere. ebenda; auff mich darffest dein zän nicht spitzen (spricht das zicklein zum wolf), hast sonst kein senff, so magst wol stippen, mit fünff fingern in hindern dippen. B. Waldis 1, 54, 31 Kurz; indesz die klugen ... nach wirklichem verlangt, gewürzt mit gurken. mit senf, und was noch sonst den hunger reizt. Grillparzer 1 (1887) s. 205. 33) in mehrfacher bildlicher anwendung (vergl. auch sauersenf theil 8, 1874); für etwas lust, appetit erregendes: sie (die liebe frau) ist sein (des mannes) lustessiger senff. Garg. (1590) 134; nu aber hats gott also gemenget (in der ehe), und den senff zum gebraten gesetzt, das jnen deste bas schmeckete. Luther 5, 341a; umgekehrt für etwas scharfes, verdrieszliches: bei geschäften darf man den senf nicht mit sich bringen, man wird ihn finden. Lehmann floril. 97; besonders aber in den stehenden redensarten einen senf um etwas machen, seinen senf zu etwas geben, seinen senf anbringen u. ähnl., hergenommen von dem würzen der speisen durch senf und übertragen auf ursprünglich beiszende, scharfe, witzige beiträge in einer unterhaltung, dann verblaszter auch auf auseinandersetzungen überhaupt, die anregend oder eindringend wirken sollen: er brachte seinen senf gar bald an. Parthenophilus das bei acad. lebende frauenzimmer 116; was machst du mir so einen langen senf her? quas ambages mihi narrere occipis? Steinbach 2, 580; einem einen langen senf hermachen, das ist, einem langweilige verdrieszliche reden hermachen, als der senf in der nase ist, fastidiosis ambagibus uti. Frisch 2, 264c; einen langen senf über etwas machen. Adelung; einen langen senf an etwas machen. Campe; erst machte er einen langen senf, womit er bewies, dasz man bei einer handlung auf die bewegungsgründe sehen müsse. Siegfr. v. Lindenb. 2, 163; den senf an alles streichen. J. Gotthelf käserei 332; ich habe das meinige gethan und es ist besser, dasz ihr auch euren senf dazu gebt. G. Keller werke 4, 305; philosophischer senf. Thümmel 7, 294; auch Thom's gab seinen senf dazu. Bürger 49a. [] 44) senf, bezogen auf die ganze staude: sinapis haiʒet senif. daʒ kraut ist haiʒ und trucken .. der senif ist zwaierlai, wilt und haimisch. Megenberg 422, 9; senff ist ein kraut, welches mit seinem saamen gleichen nahmen führet. dessen sind zweyerley gattung, weiszer und schwarzer, von der farbe des saamens also genannt. öconom. lex. 2280; weiszen oder gelben senf, wovon die blätter, weil sie noch zart sind, unter den kräutersalat gebrauchet werden. frauenz.-lex. (1773) s. 3251. 55) übertragen auf mehrere senfähnliche ackerpflanzen und ihren samen: ahd. mhd. eruca, wildesenef, wiltsenef, wiltsenf Steinmeyer gloss. 3, 109, 59; erucam witsenep 595, 26; eruca wild senf, wilder senf, veldsenf, wiʒ senef, hüttrich l. wilder sänf Dief. 209a; nhd. baurensenf, thlaspi, wegesenf, erysimon, et verbena foemina, alias hederich, weiszer senf, eruca hortensis Stieler 2011; brauner gemeiner senf, sinapi sylvestre, lampsana, wild senfkraut, gelber wilder senf, hederich, rapistrum, baurensenf, thlaspi primum, weg-senf, erysimum, schütt-senf, isio Frisch 2, 264b; brassica erucastrum, groszer wilder senf Nemnich 1, 666; erysimum officinale, hederich, wegesenf, wilder senf, falscher wassersenf 2, 1530; raphanus raphanistrum, wilder senf 4, 1133; von dem wilden senff, welcher auff denen feldern wächset, werden die blätter klein geschnitten, und zum frühstück wider die raude genossen. öcon. lex. 2280.
7460 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    senf

    Althochdeutsches Wörterbuch

    senf , senff s. senaf.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sënf

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    sënf , sënf- s. sënef, sënef-.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sênf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Sênf , des -es, plur. inusit. eine Schoten tragende Pflanze, von welcher Eine Art auf den Äckern wild wächset; Sinap…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Senf

    Goethe-Wörterbuch

    Senf aus zerriebenen Samenkörnern der Senfpflanze, Weinessig od Most ua hergestellte Würztunke, Mostrich; einmal in der …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Senf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Senf (Sinapis) , Pflanzengattung aus der Familie der Cruciferae (s. d.); der weiße S., mit gelben Blumen, gelblichem Sam…

  6. modern
    Dialekt
    Senfm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Senf m. : 1. a. α . 'Weißer Senf (Sinapis alba)', Senft, Seneft [vielfach ( Wilde 228)], Sennef [LA-Venn ( Wilde 228)], …

  7. Sprichwörter
    Senf

    Wander (Sprichwörter)

    Senf 1. Man darf den Senf nicht mit sich bringen, man wird ihn finden. Jedes Geschäft hat sein Unangenehmes im Gefolge. …

  8. Spezial
    senf

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    senf [sęnf] m. 1 Senf m . 2 (Sinapis alba) ‹bot› Senf m. ◆ senf fosch (Brassica nigra) ‹bot› Schwarzer Senf m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit senf

176 Bildungen · 148 Erstglied · 27 Zweitglied · 1 Ableitungen

senf‑ als Erstglied (30 von 148)

Senfacker

SHW

Senf-acker Band 5, Spalte 991-992

Senfegge

SHW

Senf-egge Band 5, Spalte 991-992

Senfglas

SHW

Senf-glas Band 5, Spalte 991-992

Senfgurke

SHW

Senf-gurke Band 5, Spalte 993-994

Senfloch

SHW

Senf-loch Band 5, Spalte 993-994

Senfpapier

SHW

Senf-papier Band 5, Spalte 993-994

Senfrechen

SHW

Senf-rechen Band 5, Spalte 993-994

Senfsoße

SHW

Senf-soße Band 5, Spalte 993-994

Senfamt

DRW

senf·amt

Senfamt, n. ein dem Augsburger Domkapitel unterstehendes Amt, das zur Versorgung des Kapitels ua. mit Senf dient und dessen weitere Einnahme…

senfbad

DWB

senf·bad

senfbad , n. bad in wasser, worin senf gebrüht ist: gliederschmerzen, welche weder die dusche, noch das senfbad, noch das dampfbad lindern w…

Senfblume

RhWB

senf·blume

Senf-blume (s. S.) Simm-Biebern , Bernk-Hellertshsn f.: Hederich.

senfbrühe

DWB

senf·bruehe

senfbrühe , f. mit senf zubereitete brühe. Adelung ; senfbrüh, jusculum sinapinum Frisch 2, 264 a .

senfbüchse

DWB

senf·buechse

senfbüchse , f. büchse zur aufbewahrung des zur würze bereiteten senfes. Campe.

senfen

DRW

senfen, v. mit Senfpulver versetzen vgl. schwefeln sollen auch kein gesenffet oder sunst gemacht wein under die ... wein gemüschet werden Ba…

senfer

DWB

sen·fer

senfer , m. der da senf bereitet, händler mit zur würze bereitetem senf: de sulczenere, de smersnider, selsener, senyffer ( marktverkäufer )…

Senfft von Pilsach

Meyers

Senfft von Pilsach , Hugo von , sächs. General, geb. 29. April 1821, gest. 29. Juni 1903 in Gönnsdorf bei Dresden, trat 1839 in das Heer und…

senffuszbad

DWB

senffuszbad , n. fuszbad in wasser, in dem senf angebrüht ist: man ... liesz ihm ( Göthe ) stark zur ader, gab ihm senffuszbäder, darauf bek…

senfglas

DWB

senf·glas

senfglas , n. glas zur aufbewahrung des bereiteten senfes. Campe.

Sënfglöckel

ElsWB

senf·gloeckel

Sënfglöckel [Sanəfklèkl Umgeg. von Str. ] n. Glocke, welche geläutet wird, wenn die Schoten des in Bündeln zusammengebundenen Senfes auf dem…

senf als Zweitglied (27 von 27)

Ackersènf

Adelung

acker·senf

Der Ackersènf , des -es, plur. inusit. eine wilde Senfart, mit vieleckigen, knotigen, ebenen Schoten, welche in großer Menge unter der Gerst…

meersenf

DWB

meer·senf

meersenf , m. bunias cakile, eine am meere wachsende art des zackenkrautes. auch crambe maritima, meerkohl.

Mostsenf

GWB

most·senf

Mostsenf ist bey nächst eintretender Weinlese und glücklicher Kelterung ein angenehmer M. zu hoffen, davon ich mir..ein paar steinerne Flasc…

sauersenf

DWB

sauer·senf

sauersenf , m. eine der bezeichnungen des sauerampfers. Nemnich. Pritzel-Jessen. Spiess 204 , dann auch zur bezeichnung des senfs: ist sie d…

schnödesenf

DWB

schnoede·senf

schnödesenf , m. 1) erysimum barbarea, die winterkresse Nemnich ( barbaraea vulgaris Pritzel-Jessen ). 2) raphanus raphanistrum, ackerrettig…

Schüttensênf

Adelung

schuetten·senf

Der Schüttensênf , des -es, plur. inus. bey einigen ein Nahme des wilden Senfes oder Hederiches, Erysimum L. welcher auch Wegesenf genannt w…

seckelsenf

DWB

seckel·senf

seckelsenf , m. thlaspi Nemnich. vgl. DWB säckelsenf oben theil 8, 1620.

speisesenf

DWB

speise·senf

speisesenf , m. mostrich, weiszes senfmehl mit essig oder weinmost angemacht. Karmarsch-Heeren 3 8, 218.

stachelsenf

DWB

stachel·senf

stachelsenf , m. eine art des zackenkrauts in Südfrankreich, deren keulenförmige schote drei oder vier mit einem kleinen stachel versehene s…

steinsenf

DWB

stein·senf

-senf , m. erysinum, hederich ... wurde gegen viele leiden angewendet, alyssum montanum ( lyssa = hundswut ) Holl pflanzenn. 361 b ;

traubensenf

DWB

trauben·senf

traubensenf , m. , singulär, peiorativ: es ist gleichwol war, dasz die ketzer gnug betten. aber was ist es? sie betten nicht wie sichs gehör…

wassersenf

DWB

wasser·senf

wassersenf , m. 1) pflanzen, deren same als senfersatz dient. a) das barbarakraut, barbaraea vulgaris Bock (1595) 41 (' barbarea, eruca palu…

weg(e)senf

DWB

wege·senf

weg(e)senf , m. 1) die gebräuchliche rauke, sisymbrium officinale Scop. Tabernaemontanus ( irio, erysimum vulgare ) (1664) 840. Stieler 2011…

weiszsenf

DWB

weiszsenf , m. , 1) der senf ( sinapis alba ), vgl. eruga wizseniph (10. jh. ) ahd. gl. 4, 364, 25; erucam witsenep (13. jh. ) ahd. gl. 3, 5…

wildsenf

DWB

wild·senf

wildsenf , m. , zu wild adj., unechter senf, name für verschiedene senfähnliche pflanzen; ahd. wildsenif eruca Steinmeyer-Sievers 3, 591 ; e…

Ableitungen von senf (1 von 1)

versenfen

DWB

versenfen , verb. , von senf abgeleitet, durch zu reichliche beigaben von senf verderben, unschmackhaft machen; auch im milderen sinne von '…