Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schwelgen
schwelgen
schwelgen Vb. ‘üppig essen und trinken, schlemmen, in vollen Zügen genießen’; Herkunft ungewiß. Man versucht, das ehemals stark flektierende Verb ahd. swelgan (8. Jh.), mhd. swelgen, swelhen ‘verschlingen, (ver)schlucken, trinken’, mnd. swelgen, mnl. swelghen, nl. zwelgen, aengl. swelgan, engl. to swallow, anord. svelga, aschwed. svælgh(i)a, schwed. svälja mit anord. sylgr ‘Schluck, Trank’, auch ‘Schlinger, Fresser’, mhd. swalch, swalc ‘Schlund, Flut, Woge’ auf eine k-Erweiterung der aus awest. xvar- ‘genießen, verzehren’, aengl. swillan, swilian ‘waschen, spülen’, engl. to swill ‘(ab)waschen, gierig trinken’, anord. sollr ‘Spültrank für Schweine’, schwed. (mundartlich) soll, sull ‘Milch mit Brotbrocken’ erschließbaren Wurzel ie. *su̯el- ‘schlingen, essen, trinken’ zurückzuführen, die allerdings nur im Iran. und Germ. nachgewiesen werden kann ( 1, 1045). Im Nhd. (etwa 16. Jh.) wird mit der starken Flexion auch die transitive Verwendung ‘(ver)schlucken’ aufgegeben, und schwelgen steht für ‘schmausen, zechen, schlemmen, prassen’, danach (seit dem 18. Jh.) für ‘üppig, genüßlich leben’. – Schwelger m. ‘Schlemmer’, ahd. swelgāri (8. Jh.), mhd. swelher ‘Schlucker, Säufer’. Schwelgerei f. ‘Schlemmerei, Prasserei’ (16. Jh.). schwelgerisch Adj. ‘üppig, verschwenderisch’ (17. Jh.).