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schoeffe

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Schöffe

Bd. 3, Sp. 313
Schöffe Schöffe (s. Schöppe). 1. An den Schöffen liegt Gewinn und Verlust des Rechts. – Graf, 414, 110. Nach ihrem Ausspruch muss der Richter entscheiden, er kann am Wahrspruch nichts ändern. Mhd.: An den scheffen liget der gewin vnd die vorlust dez gerichts. (Endemann, I, 22, 25.) 2. An drei Schöffen nimmt der König die Wahrheit. – Graf, 414, 102. Zur Schöpfung des Urtheils waren drei Schöffen erforderlich. (S. Strang 1.) Böhm.: Konšel jest krále úředník. – Konšel jest obecného dobrého služebníkem. (Rybička, 700-701.) Holl.: Die waerheyt sol hij (de conick) nemen an drie Schepenen. (Mieris, I, 240, 1.) 3. Dass der Schöffen sieben sind, ist gut. – Simrock, 9162. 4. Der Schöffe weist zurecht. – Eisenhart, 15; Pistor., IV, 99; Eiselein, 554; Simrock, 9161. Die Schöffen waren in den alten Zeiten Beisitzer in den Grafengerichten. Sie mussten grosse Erfahrungen in den alten Gewohnheiten und Rechten besitzen, da unter den letztern damals, vor dem geschriebenen Gesetze, Gewohnheitsrechte zu verstehen sind. Es will daher dies Sprichwort sagen, dass man sich an den Schöffen halten müsse, wenn man über alte Gewohnheiten belehrt sein wolle. Ihre Urtheile standen in grossem Ansehen. Daher unterscheiden sich diese Schöffen wesentlich von denen unserer Zeit. 5. Die jüngsten Schöffen fällen das Urtheil. – Graf, 415, 131. In den Rechtsbüchern findet sich häufig die Vorschrift, den jüngsten Beisitzer (Schöffen) zuerst und die übrigen nach der Stufenreihe ihres Alters zur Stimmabgabe aufzurufen; und da einfache Stimmenmehrheit entscheidet, so sagt man meist in dem Sinne: das Ei will klüger als die Henne sein, dass die jüngsten Schöffen entscheiden. Holl.: De jongste schepens vellen het vonnis. (Harrebomée, II, 246a.) 6. Die Schöffen können nicht mehr bezeugen als was vor den vier Bänken geschieht. – Graf, 454, 468. Die Mitglieder des Gerichts konnten als solche nur in ihrem Gerichtsbezirk und auf der Gerichtsbank Zeugniss abgeben. (S. Feld 23.) 7. Oemesöns sind der Scheffe ken sibben. (Bedburg.) Die Zahl von sieben Schöffen hat ihren Grund. 8. Was der Schöffe findet, wird Recht. – Graf, 414, 112. Mhd.: Was der (schepphen) vint, daz wirt recht. (Daniels, Weichbildglossen, 255, 39.) 9. Was der Schöffe weiss, ist von Alter hergekommen. – Graf, 10, 116. 10. Was die Schöffen urtheilen, das soll der Richter richten. – Graf, 414, 111. Mhd.: Was die scheffen vrteilen, das sol der richter richten. (Endemann, 7 [8].) 11. Was drei Schöffen erkennen, ist volle Hülfe. – Graf, 478, 658. Holl.: Dat drie Scepenen kennen, dats volle hulpe. (Mieris, I, 519, 89.) 12. Wem die Schöffen das Recht geben, der soll es haben. – Graf, 479, 667. Mhd.: Weme se daz recht gebin der salcz han. (Senckenberg, IV.) 13. Wie es der Schöffe zu Recht weist, dabei soll es bleiben. – Graf, 479, 664. Mhd.: Wie es der schöpf zu recht weiszet, dabey sol es bleiben. (Grimm, Weisth., I, 471.)
2912 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schöffe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schöffe , des -n, plur. die -n, das Wort Schöppe mehr nach der Oberdeutschen Mundart gebildet, daher es auch im Ober…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöffe

    Goethe-Wörterbuch

    Schöffe auch ‘Schöff’; Pl vereinzelt ‘Schöfen’ (zB GWB DjG³3,367,10 ); knapp 80% der gut 130 erfaßten Belege in Rechtsan…

  3. modern
    Dialekt
    Schöffem.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schöffe m. : ' ehrenamtlicher Laienrichter ', Scheffe [PS-Erfw, mancherorts, Christmann Kaulb 9], Scheff [ Mang 87]; Zs.…

  4. Sprichwörter
    Schöffe

    Wander (Sprichwörter)

    Schöffe Schöffe (s. Schöppe). 1. An den Schöffen liegt Gewinn und Verlust des Rechts. – Graf, 414, 110. Nach ihrem Aussp…

  5. Spezial
    Schöffe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schöf|fe m. (-n,-n) licar popolar m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoeffe

67 Bildungen · 40 Erstglied · 27 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schoeffe 2 Komponenten

scho+effe

schoeffe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schoeffe‑ als Erstglied (30 von 40)

schöffelein

DWB

schoeffe·lein

schöffelein , n. kurzer spiesz, aus franz. javelin, nebenform zu schäfflein, schefflein, schaffelin, mhd. schavelîn, s. theil 8, 2034 und Le…

schöffenamt

DWB

schoeffen·amt

schöffenamt , n. : schöpfen-amt, ufficio, carica di scabino Kramer dict. 2, 641 a ; dignitas scabinatus, munus scabini Frisch 2, 219 c ; mhd…

schöffenbank

DWB

schoeffen·bank

schöffenbank , f. sitz eines schöffen im gericht, auch für schöffengericht Adelung, schöpfen-bank, f. sedes scabinorum judicii criminalis Fr…

schöffenbar

DWB

schoeffen·bar

schöffenbar , adj. : schöpfenbar, et schöppenbarfrey, honestus, inculpatus, integrae fidei: unde schöpfenbare leute, qui aptitudine scabini …

schöffenbarfrei

DWB

schoeffenbar·frei

schöffenbarfrei , adj. , s. DWB schöffenbar : schöpfenbarfrey, vasallus imperii ob certa bona immediatus Frisch 2, 219 c , vgl. Scherz - Obe…

Schöffenbarfreie

Meyers

schoeffenbar·freie

Schöffenbarfreie , eine Personenklasse in der Ständeordnung des Sachsenspiegels (s. d.); nach herrschender Ansicht sind in diesem Stande die…

schöffenbarkeit

DWB

schoeffenbar·keit

schöffenbarkeit , f. : jetzt nennen wir diese stimmbarkeit landtagsfähigkeit; vor dem hiesz sie echtwort, ein begrif, der sich zur zeit, wie…

schöffenbrief

DWB

schoeffen·brief

schöffenbrief , m. , bez. schöffelbrief, instrumentum publicum a scabinis confectum Scherz-Oberlin 1429 : sie hettent im gelossen volgen was…

schöffenbrot

DWB

schoeffen·brot

schöffenbrot , n. : schöpfen - brod, n. zu Hall( e ) in Sachsen, das brod so man den schöpfen alle hohe feste ins haus schicken musz. Frisch…

schöffenbuch

DWB

schoeffen·buch

schöffenbuch , n. gerichtsbuch in einem schöffengericht Adelung : man soll bey den gerichten ein schöpfen-buch in den dörfern halten, wegen …

Schöffendekret

GWB

schoeffen·dekret

Schöffendekret -c-, Getrenntschr; in Rechtsanwaltseingaben vom Schöffengericht erlassene Entscheidung, Verfügung; nur mBez auf das reichsstä…

schöffeneid

DWB

schoeffe·neid

schöffeneid , m. jusjurandum scabini Frisch 2, 220 a , schœffeleyd Scherz-Oberlin 1429 .

schöffengericht

DWB

schoeffen·gericht

schöffengericht , n. gericht, das mit schöffen aus dem laienstande unter vorsitz eines juristisch gebildeten richters besetzt ist. Campe.

Schöffengerichte

Meyers

schoeffen·gerichte

Schöffengerichte . Die ältere germanische Gerichtsverfassung beruhte auf dem Zusammenwirken der Richter, als der Organe des Königs oder der …

schöffenhaus

DWB

schoeffen·haus

schöffenhaus , n. : sindt sie desgleichen auff dem schoppenhause, so haben sie auch das talgerichte inne. Spittendorf 82 , s. auch schöffenb…

schöffenimbs

DWB

schoeffen·imbs

schöffenimbs , m. festmahl der schöffen: eyn imsz das man nennet eyn scheffen imsz. mittelfränk. quelle des 15. jh. s. Germ. 25, 337; der ne…

schöffenkammer

DWB

schoeffen·kammer

schöffenkammer , f. : schöpfen-kammer, wo die schöpfen zusammen kamen, camera scabinorum Frisch 2, 220 a , mit verweis auf Pomarius Magdeb. …

schöffenkaute

DWB

schoeffen·kaute

schöffenkaute , f. versammlungsort der schöffen zu geheimen beratungen Scherz-Oberlin 1429 . Haltaus 1073 f., siehe DWB kaute 4, theil 5, 36…

schöffenkiste

DWB

schoeffen·kiste

schöffenkiste , f. : schöpfen - kiste Jülch. rechts - ordn. p. 147, worinnen die gerichts - siegel und bücher verwahrt wurden, arca scabinor…

schöffenkuchen

DWB

schoeffen·kuchen

schöffenkuchen , m. , mhd. scheffenkoichen, lebkuchen, den die schöffen zu gewissen jahreszeiten erhielten Wallraf 75 .

schöffenkunde

DWB

schoeffen·kunde

schöffenkunde , f. testimonium scabinorum: nach deme an etlichen gerichten missbreuchlich gehalten, das sie kein urkundt adir beweiss uffnem…

schöffenmeister

DWB

schoeffen·meister

schöffenmeister , m. erster und oberster schöffe Campe, magister scabinorum Haltaus 1644 , mhd. scheffenmeister Lexer handwb. 2, 681 : Hugo …

schöffenpferd

DWB

schoeffen·pferd

schöffenpferd , n. das beste pferd eines dorfschöffen, das bei dessen tode dem gerichtsherrn anheimfällt Adelung. Krünitz 147, 734 .

Schöffenrat

GWB

schoeffen·rat

Schöffenrat -th; auch Bindestrichschr 1 Kollegium aller Schöffen als Teilgremium des Frankfurter Stadtrats als ich mir einmal nach gehaltene…

schöffenrecht

DWB

schoeffen·recht

schöffenrecht , n. : schöpfen-recht, jus tribunalis, als churfürst Friedrich II. bestätigt denen zu Brandenburg ihr schöpfen-recht, dasz sie…

schöffenschreiber

DWB

schoeffen·schreiber

schöffenschreiber , m. bez. schöppenschreiber, schreiber in einem schöffengerichte Adelung : actuarius .. ein notarius oder gerichtschreiber…

schöffenschrift

DWB

schoeffen·schrift

schöffenschrift , f. für schöffenurtheil, mhd. schephenschrift: swaʒ ein herre spricht iâ ode niht, daʒ sol gar sîn schephen schrift. der wä…

schoeffe als Zweitglied (27 von 27)

eheschöffe

DWB2

ehe·schoeffe

eheschöffe m. : hs.A9.jh. euua scaffina ( n. pl. ) monsee fragments 17,15 H.

femschöffe

DWB

femschöffe , m. was femgenosz, freischöffe. in der blume des Ssp. 375. 376 fehemschepfe, veimschepfe. oft verbunden: echte, rechte, frie sch…

gerichtsschöffe

DWB

gerichts·schoeffe

gerichtsschöffe , m. mit den nebenformen gerichtsschöpfe Stieler 1715 , -schöppe Hayme 239 , -scheffe weisth., s. DWB schöffe , rechtsaltert…

Herrschöffe

RhWB

herr·schoeffe

Herr-schöffe hęšęp, –šəp MGladb , Erk m.: Gutsbesitzer, insofern er auch Gemeinde-, Gerichtsschöffe ist [Aufseher Erk-Rath ].

hofschöffe

DWB

hof·schoeffe

hofschöffe , m. gerichtsbeisitzer aus dem stande der unterthanen eines adlichen hofes: vor ganzem gericht der hofscheffen und landtscheffen.…

hubschöffe

DWB

hub·schoeffe

hubschöffe , m. beisitzer des hubgerichts: da der veste junker Dietterich von Erlenbach, .. schultheis daselbs, mit den erbarn hubscheffen .…

kirchenschöffe

DWB

kirchen·schoeffe

kirchenschöffe , m. schöffe, beauftragt mit prüfung oder führung der kirchenrechnung, so am Oberrhein (16. jh. ), s. Mones zeitschrift 8, 18…

kurschöffe

DWB

kur·schoeffe

kurschöffe , m. beisitzer eines kurgerichts, churscheffe oder schöppe Adelung.

landschöffe

DWB

landscho·effe

landschöffe , m. beisitzer eines landgerichts; auch beisitzer eines gerichtes auf dem lande, eines dorfgerichts.

laszschöffe

DWB

laszschöffe , laszschöppe , m. beisitzer eines gerichtshofes der lassen.

mitschöffe

DWB

mit·schoeffe

mitschöffe , m. genosse in éinem schöffenamt: do antworten dieselben egenanten scholtheisze und scheffen von Eltevil uff dieselben artikel, …

oberschöffe

DWB

ober·schoeffe

oberschöffe , m. : die oberschepfen des gerichts. Michelsen rechtsdenkm. aus Thüringen 374 ( vom j. 1485).

sendschöffe

DWB

send·schoeffe

sendschöffe , m. dem laienstande angehöriges mitglied des geistlichen gerichts. mhd. wb. 2, 2, 70 b . Lexer mhd. handwb. 2, 887 ; senatus, s…

stadtschöffe

DWB

stadt·schoeffe

stadtschöffe , m. schöffe, der dem stadtrichter ( s. sp. 495) das recht finden hilft: nâch der statschepfen urteil. Breslauer urkundenb. 1, …

stuhlschöffe

DWB

stuhl·schoeffe

-schöffe , m. , schöffe eines freistuhles: damit durch den herrn freygrafen und freyen stuhlschöpfen solche nach proportion dessen, was ein …

waldschöffe

DWB

wald·schoeffe

waldschöffe , f. schöffe bei einem waldgericht: denen beiden herren vögten 12 rth. 46 alb. 8 hl., dem h. gerichtsschreibern 5 rth. 18 alb., …

wechselschöffe

DWB

wechsel·schoeffe

wechselschöffe , m. pl. abwechselnd amtende schöffen, -schöpfen, auch walzende schöpfen, jahrschöpfen Knapp die zehnten des hochstifts Würzb…

zentschöffe

DWB

zent·schoeffe

-schöffe , m. , schöffe des zentgerichts: den zentscheffen ... der zent zu B., der unter echt und zwentzigen nit waren, die da vor dem dorfe…