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schoeffe

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schöffe m.

Bd. 15, Sp. 1441
schöffe, m. urtheilfinder, beisitzer eines gerichts aus dem volke. eine deutsch-friesische ableitung zu schöpfen, die sowol im suffix wie in der gestaltung des wurzelauslauts mannigfache schwankungen zeigt. als grundform ist wol ein urgermanisches *skapinaz anzusetzen, daneben mit schwacher weiterbildung *skapinô, vergl. über das suffix Kluge stammbildungslehre § 20. 21. Wilmanns deutsche gramm. 2, s. 301. die erstere form ist in früher zeit (vor eintritt des i - umlauts) und mit romanischer wandlung des p in b als scabinus ins lat. eingedrungen, daneben scabinius, scabineus, und, in jüngerer umgestaltung scabini, scabiniones, eschivini; scapiones, scabiones, scaviones beruhen wol auf vermischung mit einem andern worte (s. unten) du Cange 7, 322 f. dem scabinus entspricht franz. échevin, andre romanische sprachen zeigen ein unorganisches eingeschobenes l, so span. esclavin, ital. schiavino Diez etym. wb.4 282. innerhalb des germanischen hat das nd. und fries. meist die schwache form, fries. skeppena, scheppena Richthofen 1027, altniederfränk. scepeno (gl. Lips. 796, gen. scepenin gl. 67, 6) Heyne kl. and. denkm.2 174. daraus mnl. holl. schepen, vgl. Franck 842, mnd. schepene und (seltener) schepe Schiler-Lübben 4, 74b f. im hochd. findet sich sowol die starke als die schwache bildung; eine weitere verschiedenheit zeigt sich in der behandlung des p, indem dieses theils regelrecht zu ff verschoben, theils in anlehnung an das verb. scephen, scephan (goth. skapjan, westgerm. *skappjan) und das zugehörige nomen agentis scephio u. s. w. verdoppelt wird und nun als ph bez. (in den meisten md. mundarten) als pp erscheint (ebenso ist altfries. skeppena zu erklären). über dieses scephio s.schöpfer; dasz schöffe damit vermischt wurde, zeigen die mhd. und die erwähnten mlat. formen. die ahd. formen sind demnach: sceffin (plur. scaffina, sceffina, scefina), scephin, sceffeno, schefno und scepheno (plur. scephenen) Graff 6, 453 f. dieselben verschiedenheiten zeigt das mhd., dazu kommen formen, die als fortsetzer des ahd. scephio angesehen werden, aber auch aus der starken form sceffin, scephin hergeleitet werden können (wie ja so oft ursprünglich starke na-stämme später in schwache n-stämme übergehen, vgl. christ, heide, kette, küche, lüge u. andere), ferner solche, die an stelle des n ein l-suffix zeigen; diese letzteren s. besonders (unter schöffel). scabinus schepfe, scheppen, schepen, hd. scheffin, scheffen, scheffe, schefful, schiffe, scefen, schoppf vel ainer des rats .. scophe, schoffe vel urteiler, schOepf Dief. gl. 515a; scheffel, schefful, scheff .. scepe nov. gl. 328b; aus der litteratur belegt Lexer handwb. 2, 679 f. die formen: scheffe, schefe; schephe, schepfe, scheppe; scheffene, schephene, auch entstellt zu schephende; dazu noch mit dem jüngern ö: schöpfe, schöpfende. sogar stark flectiertes scheff(e) begegnet vereinzelt: wiste das obgemelte gericht dorch den mont Fritzen Contziches scheffes. weisth. 3, 477 (Bischofsheim 1460). Weigand 2, 628 belegt schephene, scepene 1261, schöpfe 1327, 1340; schöpf 14. jh., schophf 1429; Schm. 2, 439 scefen 1180, schöpffen 1480, vgl. auch Haltaus 1643 f. schopf steht bei Muscatblüt: du rechter schopff, red truwe vort ... da vor dir steeneynen ader zween die des rechten begeren ... rechtes saltu sy geweren! 59, 54. schuppe siehe daselbst.dieses ö, das auf einer dialectischen aussprache beruht, ist in der nhd. schriftsprache fest geworden, ebenso wie in schöpfen und vielen andern wörtern (vgl. Grimm gr. I3, 220); nur Alberus dict. rr 4b hat scheff, rathscheff, scheffenstuhl, und Maaler 349a: scheffan (der) zuogesatzter, der der ordentlichen oberkeit zuo erkennt wirt jren etwas helffen auszzerichten, cohaerarius. ferner hat sich die kürzere form schöffe, die nun ganz als schwaches masc. erscheint, durchgesetzt. dagegen zeigt der mittlere consonant noch jetzt schwanken, indem neben dem vorherrschenden schöffe auch schöpfe und schöppe noch in weitem umfange üblich sind. von den wörterbüchern hat Dasypodius das wort gar nicht, schöppe haben Corvinus 570b, Steinbach 2, 492, Wachter 1457, schöpp Gottsched 139, dagegen [] schöpfe Frisch 2, 219c; Schottel 1407 und Stieler 1714 haben schöppe und schöpfe (Schottel schopfe), doch ist ihnen ersteres geläufiger, während Kramer dict. 2, 640c schöpf vor schöppe bevorzugt. schöffe taucht erst bei Adelung und Campe auf, die alle drei formen kennen, aber schöppe als hauptform zu grunde legen und über den unterschied bemerken: 'schöppe, welches im hochdeutschen die gangbarste form ist, ist aus der niederd. mundart entlehnt, dagegen die oberd. dieses wort schöpfe, schöffe und scheffe spricht und schreibt'. ebenso Krünitz 147, 732. in der neuern litteratur ist im 18. jahrh. noch schöppe vorherrschend; es findet sich u. a. bei Gellert, Musäus, Thümmel, Bürger, Lessing (s. die belege), während Möser schöpfe schreibt. bei Göthe dagegen herrscht schon die heutige form schöffe (aber schöppenstuhl, s. das.) und so im 19. jahrh. zumeist. idiotiken führen das wort nur selten auf; im fränkischen erscheint es als schepf, schöpf, schepp, schöppe Schm. 2, 439 (in Altbaiern verschollen), im thüringischen als schöpfe Hertel sprachsch. 220, nd. als scheppe Dähnert 404a und schöppe 410b. Schambach 184b. das ö dieser formen beruht wol auf dem hochd. vgl. zum ganzen Weigand 2, 628. Kluge5 334b f. die bedeutung ist aus schöpfen I, 4 abgeleitet, s. daselbst und J. Grimm kl. schr. 6, 155: schöppe, der, plur. die schöppen, scabinus, assessor judicii. varie laborant critici in hujus vocis etymo indagando. plurimi à schöpfen, haurire, derivant, quia diceremus: ein urtel schöpfen, sententiam ferre. alii a scabellis, denen schämeln, et kleinen stülen, trahunt, quod tales judices pedanei humilius sedeant praetore (so unter and. Schottel 139) .. schöppe autem, sive schöpfe omnino à schaffen, mandare, jubere, venit: judex enim judicando imperat, et qui judicio praesunt, vel intersunt, sententias ferendo injungunt, et praescribunt facienda, licet etiam à schaffen, schöppen, creare, condere, fingere, non minus recte deduxeris .. blutschöppe, scabini, causarum criminalium notionem habentes. landschöppe, praetor à pago electus. gerichtsschöpfe, idem quod schöpfe, assessor, scabinus, cohaerarius Stieler 1714 fg.; frey - schöpfen, von dem sonderbaren frey - gericht, so vor alters in Westphalen war, assessores judicis in judicio Westphalico; dorf- oder feldschöpfen, zent-schöpfen Frisch 2, 219c, vgl. 220a. das institut der schöffen stammt erst aus der zeit Karls des groszen; doch musz das wort seiner bildung nach viel älter sein, s. Grimm rechtsalterth. 775 f.belege aus der litteratur, nd.: die richtere sal ine laten vore eschen den vronen boden .. unde sal tvene scepenen mede senden. Sachsensp. landr. 1, 63, 5; svar man dinget bi koninges banne, dar ne sal noch scepenen noch richtere kappen hebben an. 3, 69, 1; scout (schultheisz) ende scepen raden daer toe achterbaecs, ende helpent in setten bi rechters van anderen wetten. Reinaert 4238; de van den schopen is genomen, de is nu to dem koninkrike komen. Gerhart v. Minden 102, 135. mhd.: swa schephen sint, die suln urteile sprechen umbe ein ieglich dinc, und anders nieman. der rihter noch die schephen suln weder huben noch huetelin noch hut uf haben, noch keplin noch hantschuhe an haben. Schwabensp. 124; eʒ ist etwa gewanheit, daʒ man zwelf man nimet, die dem rihter helfent rihten; und die selben heiʒent schephen und suln wise liute sin. 147, 1; die schephen suln haben sunder benke, da si ufe sizen. 237, 4; ein abbet deʒ closters zuo Selse hat ouch den gewalt unt daʒ reht, daʒ er scheffen setzhen sol in der stat z Selse, unt mag kein biderman sich daʒ erwêren, er musshe ein iar scheffen sin. weisth. 1, 763, 35 (Selse, Unterelsasz 1310); wyr wyssen auch, das sieben scheffen im hoff von Remych syn sullen .. ess ensoll auch kein scheffen nyt syn der unelich geboren oder erloss sy. 2, 244 (Remich 1477); auch wann man ein schöffen sol setzen oder mehren, die soll man nehmen und setzen uss unssers herrn armen lüten. 3, 559 (Hartheim 1424); hiruff spreche wir scheppin zcu Magdeburg vor eyn recht: stirbet der scheppin eyner, so sullen die andern scheppin, dy zcu der scheppin banck unde zcu dem rechte bestetiget sint unde gesworn habin, ander scheppin zcu sich kysen und nicht dy ratmanne. Behrend Magdeburger fragen 1, 1, 2; wenne der dingtag ist kommen, so sal der richter mit den scheppin zcu ymmisczyt sich seczen uff dy bangk unde vrogen eynen undir den scheppin, ab is dinge czit sey. so sal der scheppe das vinden zcu orteil, das is dinge czit sey. so vroge der richter den selbin scheppin adir eynen andern, ob her eyn ding hegen moge. so vindet der scheppe, her moge is wol thun, noch dem mole das her [] richter sey u. s. w. 1, 2, 1; der scheppin sullen zcum mynsten dry syn, eyner, der orteil vinde, unde czwene, dy do czu fulge gebin. ebenda; auch so sullen ieglich fürsten, herren und stet ir sunderleich schöpfen darzu haben und bestellen, ob kainerlai (irgend welche) clag für si chäme, die darüber tailen und pinden sullen waz recht ist. deutsche chr. 2, 364, 47; da stunden zwen schöpfen auf im ring .. und sagten auf ir aide, das er das bekennt het, ee man in ie kain marter het angelegt. d. städtechron. 10, 308, 14; darnach sein under den sechs und zwaintzig burgemaistern ir dreizehen geschworn schepfen. 11, 786, 30; swer der schepfen gunst enpirt, der mac wol vor gerichte biben. pass. 578, 16 Köpke; do intsatte hei de scheffen van der stat. Hagen reimchr. v. Köln 1221 (d. städtechr. 12, 56); ein gutis leben sal sin den schepfen gegeben uf von der jugent, und eine geprufete tugent. von der stete ampten 485; herr richter, pflegt weisheit mit witzen und heiszt eur schopfen zu euch sitzen, und das man recht urteil hie sprech. fastn. sp. 98, 7; richter und schopfen, ir solt sitzen und hort uns zu mit klugen witzen. 154, 20; wer zu dem rechten weisz und kan, der sei zu schopfen hie gepeten, urteil, als ie die weisen teten. 391, 10; herr der richter, wir wollen euch imer danken und auch den schöpfen in den schranken, das irs so reht hübschlich habt pesunnen. 707, 30. weitere belege s. mhd. wb. 2, 2, 70b. Lexer handwb. 2, 679 f. Schm. 2, 439. Haltaus 1643. Scherz-Oberlin 1384 f. nhd.: könig Agis bringen zum todt sampt dem richter und schöpffn entwicht samm solt das gschehen mit gericht. H. Sachs 4, 2, 61a; richter und schöpffen am gericht (sollen) kein neid noch falschheit brauchen nicht. 5, 126a; ihr richter, schöppen und so fort, hört zu! ich will mein amt verwalten. Gellert 1, 208; auch hat der magistrat der stadt und die geschwornen und schöpffen alhie ein grosses ansehen. Plesse 3, 146; die urtheilsweiser sagten, wir haben ein gesetz und nach dem gesetze haben wir Christum verdammt, dieses ist die sprache der schöpfen. Möser patriot. phant. 4, 141; der kriminalprozesz wurde nun brevi manu abgethan, der inquisit, ohne dasz sich das gericht theilte, von richter und schöppen zum strange verurtheilt. Musäus volksm. 1, 24 Hempel; meinetwegen mögen sie alle schöppen und schergen der stadt zusammen treiben! Thümmel reise 4, 402; mein glück war es, dasz ich nie mit diesem mensch etwas zu schaffen gehabt hatte, denn sonst hätte sie frechheit genug gehabt, mich in gegenwart meiner schultheiszen und schöppen daran zu erinnern. Bürger briefe 1, 182; so sind die schöffen lebendige archive, chroniken, gesetzbücher, alles in einem, und richten nach altem herkommen und wenigen statuten ihre bürger und die nachbarschaft. Göthe 42, 45; die schöffen .. die von nun an (seit Karl dem groszen) regelmäszig als urtheiler die gemeinde vertreten und in denen sich die ersten anfänge eines geschlossenen richterstandes unter den Deutschen zeigen; sieben derselben sollten in jedem gericht anwesend sein. die schöffen wurden von den königsboten .. aus den freien eingesessenen des bezirks auf lebenszeit bestellt; sie waren in gewissem sinne zugleich öffentliche und gemeindebeamten. Giesebrecht kaiserzeit 15, 137. als mitglieder des magistrats: daher .. verschaffte er sich den charakter eines kaiserlichen raths, den der schultheisz und die ältesten schöffen als einen besondern ehrentitel tragen. Göthe 24, 113; welcher reichsstädtische bürger wird läugnen, dasz er, früher oder später, den rathsherrn, schöff und burgemeister im auge gehabt. 30, 164. sprichwörtliche redeweisen: der schöff weiset zurecht; es ist gut, dasz der schöffen sieben sind. Simrock sprichw. 9161 f.; an den schöffen liegt gewinn und verlust des rechts, die schöffen können nicht mehr bezeugen als was vor den vier bänken geschieht, auch die jüngsten schöffen fällen das urtheil (in ähnlichem sinne wie das ei will klüger sein als die henne). Wander 4, 312 f. übertragen: dasz ich aber nur diejenigen gottesgelehrten, deren geist eben so reich an kalter kritischer gelehrsamkeit, als frey von vorurtheilen ist, für meine schöppen und richter erkennen .. werde, versteht sich von selbst. Lessing 11, 495.
13084 Zeichen · 241 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schöffe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schöffe , des -n, plur. die -n, das Wort Schöppe mehr nach der Oberdeutschen Mundart gebildet, daher es auch im Ober…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schöffe

    Goethe-Wörterbuch

    Schöffe auch ‘Schöff’; Pl vereinzelt ‘Schöfen’ (zB GWB DjG³3,367,10 ); knapp 80% der gut 130 erfaßten Belege in Rechtsan…

  3. modern
    Dialekt
    Schöffem.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schöffe m. : ' ehrenamtlicher Laienrichter ', Scheffe [PS-Erfw, mancherorts, Christmann Kaulb 9], Scheff [ Mang 87]; Zs.…

  4. Sprichwörter
    Schöffe

    Wander (Sprichwörter)

    Schöffe Schöffe (s. Schöppe). 1. An den Schöffen liegt Gewinn und Verlust des Rechts. – Graf, 414, 110. Nach ihrem Aussp…

  5. Spezial
    Schöffe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schöf|fe m. (-n,-n) licar popolar m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schoeffe

67 Bildungen · 40 Erstglied · 27 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schoeffe 2 Komponenten

scho+effe

schoeffe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schoeffe‑ als Erstglied (30 von 40)

schöffelein

DWB

schoeffe·lein

schöffelein , n. kurzer spiesz, aus franz. javelin, nebenform zu schäfflein, schefflein, schaffelin, mhd. schavelîn, s. theil 8, 2034 und Le…

schöffenamt

DWB

schoeffen·amt

schöffenamt , n. : schöpfen-amt, ufficio, carica di scabino Kramer dict. 2, 641 a ; dignitas scabinatus, munus scabini Frisch 2, 219 c ; mhd…

schöffenbank

DWB

schoeffen·bank

schöffenbank , f. sitz eines schöffen im gericht, auch für schöffengericht Adelung, schöpfen-bank, f. sedes scabinorum judicii criminalis Fr…

schöffenbar

DWB

schoeffen·bar

schöffenbar , adj. : schöpfenbar, et schöppenbarfrey, honestus, inculpatus, integrae fidei: unde schöpfenbare leute, qui aptitudine scabini …

schöffenbarfrei

DWB

schoeffenbar·frei

schöffenbarfrei , adj. , s. DWB schöffenbar : schöpfenbarfrey, vasallus imperii ob certa bona immediatus Frisch 2, 219 c , vgl. Scherz - Obe…

Schöffenbarfreie

Meyers

schoeffenbar·freie

Schöffenbarfreie , eine Personenklasse in der Ständeordnung des Sachsenspiegels (s. d.); nach herrschender Ansicht sind in diesem Stande die…

schöffenbarkeit

DWB

schoeffenbar·keit

schöffenbarkeit , f. : jetzt nennen wir diese stimmbarkeit landtagsfähigkeit; vor dem hiesz sie echtwort, ein begrif, der sich zur zeit, wie…

schöffenbrief

DWB

schoeffen·brief

schöffenbrief , m. , bez. schöffelbrief, instrumentum publicum a scabinis confectum Scherz-Oberlin 1429 : sie hettent im gelossen volgen was…

schöffenbrot

DWB

schoeffen·brot

schöffenbrot , n. : schöpfen - brod, n. zu Hall( e ) in Sachsen, das brod so man den schöpfen alle hohe feste ins haus schicken musz. Frisch…

schöffenbuch

DWB

schoeffen·buch

schöffenbuch , n. gerichtsbuch in einem schöffengericht Adelung : man soll bey den gerichten ein schöpfen-buch in den dörfern halten, wegen …

Schöffendekret

GWB

schoeffen·dekret

Schöffendekret -c-, Getrenntschr; in Rechtsanwaltseingaben vom Schöffengericht erlassene Entscheidung, Verfügung; nur mBez auf das reichsstä…

schöffeneid

DWB

schoeffe·neid

schöffeneid , m. jusjurandum scabini Frisch 2, 220 a , schœffeleyd Scherz-Oberlin 1429 .

schöffengericht

DWB

schoeffen·gericht

schöffengericht , n. gericht, das mit schöffen aus dem laienstande unter vorsitz eines juristisch gebildeten richters besetzt ist. Campe.

Schöffengerichte

Meyers

schoeffen·gerichte

Schöffengerichte . Die ältere germanische Gerichtsverfassung beruhte auf dem Zusammenwirken der Richter, als der Organe des Königs oder der …

schöffenhaus

DWB

schoeffen·haus

schöffenhaus , n. : sindt sie desgleichen auff dem schoppenhause, so haben sie auch das talgerichte inne. Spittendorf 82 , s. auch schöffenb…

schöffenimbs

DWB

schoeffen·imbs

schöffenimbs , m. festmahl der schöffen: eyn imsz das man nennet eyn scheffen imsz. mittelfränk. quelle des 15. jh. s. Germ. 25, 337; der ne…

schöffenkammer

DWB

schoeffen·kammer

schöffenkammer , f. : schöpfen-kammer, wo die schöpfen zusammen kamen, camera scabinorum Frisch 2, 220 a , mit verweis auf Pomarius Magdeb. …

schöffenkaute

DWB

schoeffen·kaute

schöffenkaute , f. versammlungsort der schöffen zu geheimen beratungen Scherz-Oberlin 1429 . Haltaus 1073 f., siehe DWB kaute 4, theil 5, 36…

schöffenkiste

DWB

schoeffen·kiste

schöffenkiste , f. : schöpfen - kiste Jülch. rechts - ordn. p. 147, worinnen die gerichts - siegel und bücher verwahrt wurden, arca scabinor…

schöffenkuchen

DWB

schoeffen·kuchen

schöffenkuchen , m. , mhd. scheffenkoichen, lebkuchen, den die schöffen zu gewissen jahreszeiten erhielten Wallraf 75 .

schöffenkunde

DWB

schoeffen·kunde

schöffenkunde , f. testimonium scabinorum: nach deme an etlichen gerichten missbreuchlich gehalten, das sie kein urkundt adir beweiss uffnem…

schöffenmeister

DWB

schoeffen·meister

schöffenmeister , m. erster und oberster schöffe Campe, magister scabinorum Haltaus 1644 , mhd. scheffenmeister Lexer handwb. 2, 681 : Hugo …

schöffenpferd

DWB

schoeffen·pferd

schöffenpferd , n. das beste pferd eines dorfschöffen, das bei dessen tode dem gerichtsherrn anheimfällt Adelung. Krünitz 147, 734 .

Schöffenrat

GWB

schoeffen·rat

Schöffenrat -th; auch Bindestrichschr 1 Kollegium aller Schöffen als Teilgremium des Frankfurter Stadtrats als ich mir einmal nach gehaltene…

schöffenrecht

DWB

schoeffen·recht

schöffenrecht , n. : schöpfen-recht, jus tribunalis, als churfürst Friedrich II. bestätigt denen zu Brandenburg ihr schöpfen-recht, dasz sie…

schöffenschreiber

DWB

schoeffen·schreiber

schöffenschreiber , m. bez. schöppenschreiber, schreiber in einem schöffengerichte Adelung : actuarius .. ein notarius oder gerichtschreiber…

schöffenschrift

DWB

schoeffen·schrift

schöffenschrift , f. für schöffenurtheil, mhd. schephenschrift: swaʒ ein herre spricht iâ ode niht, daʒ sol gar sîn schephen schrift. der wä…

schoeffe als Zweitglied (27 von 27)

eheschöffe

DWB2

ehe·schoeffe

eheschöffe m. : hs.A9.jh. euua scaffina ( n. pl. ) monsee fragments 17,15 H.

femschöffe

DWB

femschöffe , m. was femgenosz, freischöffe. in der blume des Ssp. 375. 376 fehemschepfe, veimschepfe. oft verbunden: echte, rechte, frie sch…

gerichtsschöffe

DWB

gerichts·schoeffe

gerichtsschöffe , m. mit den nebenformen gerichtsschöpfe Stieler 1715 , -schöppe Hayme 239 , -scheffe weisth., s. DWB schöffe , rechtsaltert…

Herrschöffe

RhWB

herr·schoeffe

Herr-schöffe hęšęp, –šəp MGladb , Erk m.: Gutsbesitzer, insofern er auch Gemeinde-, Gerichtsschöffe ist [Aufseher Erk-Rath ].

hofschöffe

DWB

hof·schoeffe

hofschöffe , m. gerichtsbeisitzer aus dem stande der unterthanen eines adlichen hofes: vor ganzem gericht der hofscheffen und landtscheffen.…

hubschöffe

DWB

hub·schoeffe

hubschöffe , m. beisitzer des hubgerichts: da der veste junker Dietterich von Erlenbach, .. schultheis daselbs, mit den erbarn hubscheffen .…

kirchenschöffe

DWB

kirchen·schoeffe

kirchenschöffe , m. schöffe, beauftragt mit prüfung oder führung der kirchenrechnung, so am Oberrhein (16. jh. ), s. Mones zeitschrift 8, 18…

kurschöffe

DWB

kur·schoeffe

kurschöffe , m. beisitzer eines kurgerichts, churscheffe oder schöppe Adelung.

landschöffe

DWB

landscho·effe

landschöffe , m. beisitzer eines landgerichts; auch beisitzer eines gerichtes auf dem lande, eines dorfgerichts.

laszschöffe

DWB

laszschöffe , laszschöppe , m. beisitzer eines gerichtshofes der lassen.

mitschöffe

DWB

mit·schoeffe

mitschöffe , m. genosse in éinem schöffenamt: do antworten dieselben egenanten scholtheisze und scheffen von Eltevil uff dieselben artikel, …

oberschöffe

DWB

ober·schoeffe

oberschöffe , m. : die oberschepfen des gerichts. Michelsen rechtsdenkm. aus Thüringen 374 ( vom j. 1485).

sendschöffe

DWB

send·schoeffe

sendschöffe , m. dem laienstande angehöriges mitglied des geistlichen gerichts. mhd. wb. 2, 2, 70 b . Lexer mhd. handwb. 2, 887 ; senatus, s…

stadtschöffe

DWB

stadt·schoeffe

stadtschöffe , m. schöffe, der dem stadtrichter ( s. sp. 495) das recht finden hilft: nâch der statschepfen urteil. Breslauer urkundenb. 1, …

stuhlschöffe

DWB

stuhl·schoeffe

-schöffe , m. , schöffe eines freistuhles: damit durch den herrn freygrafen und freyen stuhlschöpfen solche nach proportion dessen, was ein …

waldschöffe

DWB

wald·schoeffe

waldschöffe , f. schöffe bei einem waldgericht: denen beiden herren vögten 12 rth. 46 alb. 8 hl., dem h. gerichtsschreibern 5 rth. 18 alb., …

wechselschöffe

DWB

wechsel·schoeffe

wechselschöffe , m. pl. abwechselnd amtende schöffen, -schöpfen, auch walzende schöpfen, jahrschöpfen Knapp die zehnten des hochstifts Würzb…

zentschöffe

DWB

zent·schoeffe

-schöffe , m. , schöffe des zentgerichts: den zentscheffen ... der zent zu B., der unter echt und zwentzigen nit waren, die da vor dem dorfe…