schmücken,
verb. zieren, putzen, eine intensivbildung zu schmiegen,
vgl. daselbst über urverwandtschaft. ahd. *smucken
nur bezeugt in der glosse versmuchtin,
attritis Graff 6, 819,
mhd. smucken, smücken Lexer
handwb. 2, 1018,
mnd. smucken Schiller-Lübben 4, 266
b.
neuholl. smukken
ist nach Franck 911
aus dem deutschen entlehnt. auszerhalb des deutschen in schwed. smycka,
dän. smykke (
ebenfalls lehnworte?).
die verdoppelung des k
ist bereits urgermanisch und beruht auf assimilation eines ableitenden nasals, vgl. Noreen
urgerm. lautl. 156. Wilmanns
deutsche gramm. 2, 89.
mithin läszt sich engl. smug
nicht als genaue entsprechung betrachten. dies ist indes wol nichts als die verbale verwendung des adj. smug,
und da dieses erst seit dem 16.
jahrh. bekannt ist, so liegt wahrscheinlich entlehnung vor, vgl. Skeat 567
b sowie zum ganzen Weigand 2, 608
f. Kluge
5 331
b.
der im mhd. schwankende umlaut ist auch im älteren nhd. noch nicht durchgeführt; neben einander stehen schmucken
und schmücken,
und zwar ohne unterschied der bedeutung. mundartlich besonders im oberdeutschen verbreitet, und zwar schweizerisch theils mit, theils ohne umlaut: schmucken, schmücken Stalder 2, 336, schmüke Hunziker 226, schmocka, schmucka Tobler 393
a,
schwäb. sich schmucken Schmid 472,
bair.-österr. durchgehends ohne umlaut schmuck(e)n Schm. 2, 544. Lexer 222. Schöpf 633. Castelli 246. Hügel 141
a, smucken Zingerle 52
a.
cimbr. wb. 233
b. Klein 2, 130,
md. nur vereinzelt aufgeführt, hessisch als schmucken Pfister 260. Kehrein 1, 357,
mit abweichender bedeutung, thür. (
Vogtei)
als schmeke Hertel
sprachschatz 216.
niederd. von beschränkter verbreitung und verschiedener bedeutung, meist ohne umlaut smukken.
brem. wb. 4, 858. Schütze 4, 127. ten Doornkaat Koolman 3, 234
b. Woeste 244
b. Schambach 198
b, smükken
ebenda. Dähnert 435
a.
die bedeutung sondert sich in zwei hauptmassen. II.
eigentlich als intensiv zu schmiegen
in demselben sinne wie dieses, dicht andrücken, an sich pressen, zusammenziehen u. s. w. so sind smucken
und smiegen
als synonyma verbunden: leicht tuon ich mir sô wee mit smucken und mit smiegen. Osw. v. Wolkenstein 16, 3, 16 (
zu 3?).
so fast immer im mhd., wo es auszerordentlich häufig ist, ebenso im älteren nhd. sehr oft durch das ganze 16.
jahrh. hindurch und vereinzelt noch im 17.
dann stirbt die bedeutung in der schriftsprache aus, hält sich dagegen in den oberdeutschen mundarten. was die form angeht, so überwiegt durchweg die unumgelautete schreibung schmucken,
doch steht daneben sowol mhd. wie nhd. die umgelautete form. über die heutigen mundarten s. oben. von wörterbüchern führt nur Maaler
diese bedeutung auf; die letzten ausläufer in der literatur sind schmucken
bei Albertini (1610)
und Rompler (1647),
sowie schmücken
bei Moscherosch (
Philander 1650). I@11)
transitiv: urgeo schmucken, drucken Aventin
schriften 1, 419, 34;
urgere anliegen, drucken, schmucken 429, 12. I@1@aa) einen an seine brust, sein herz schmücken,
drücken: drauff nimbt er (
Adam) sein allerliebste in seine heilige arm, und schmücket sie an sein züchtig hertze. Mathesius
hochzeitpred. 5
b; der minneclich, der stolz, der bider schmuckt mich lieplich an sein brust.
quelle bei Schmeller 2, 544; ich wolt euch nach der minne lust lieplich schmucken an mein prust.
fastn. sp. 405, 23; sie schmückt mich freundlich an jhr brust.
Ambr. liederb. 210, 57; friuntlich an sich schmucken. Cl. Hätzlerin 1, 20, 31; sy schmuckt mich zu ir schone. 37, 18; solt ich ir wänglen rüren, ir hemdlen weisz uff schnyeren, und friuntlich schmucken an mein prust. 42, 53; (
Venus) schuff, das die katz verwandelt wardt in ein gar schönes weibes bildt ... die schmuckt er freundlich an sein brust nach seines hertzen willn und lust. B. Waldis
Esop 1, 50, 17;
ähnlich: das liebste kindt thets (
sie, die äffin) für sich schmücken, und nam das ander auff den rücken. 2, 16, 9. einen zu sich schmücken: daʒ ich daʒ juncfröuwelîn solt an mîn herze drucken und nâhen zuo mir smucken. Heinr. v. Neustadt
Apollon. 11978; eins morgens fr, that ich mich zu, zu einer meyd, schmuckt sie zu mir.
Garg. 28
b; dieweyl aber der aff sy (
die '
dutten') oben habe, sey jm auch wie den weyberen von natur zwen arm angehenckt, damit er zuo saugen sein jungen auf haben, zuo sich schmucken und tragen mög. Gesner
thierb. 2
b;
mit sächlichem object: sie helset eʒ (
das hündlein) und smucte gar lieplîch ûf ir brüste. Heinr. v. Freiberg
Tristan 4576; sînen kolben, den er truoc, den smucte er lieplîch zu im gnuoc. 5352;
freier, anlegen, im part. pass. anliegend: zway prüstlin an ir hertz geschmuckt. Cl. Hätzlerin 1, 28, 83; apffelrunde und lindharte marmol brüstlein .. auch fein nahe ans hertz geschmuckt, und inn rechter höhe empor gebuckt.
Garg. 77
b;
mit synonymen verbunden: nun .. kamen die zwey inn dem backhausz zuosammen, schmuckten und truckten einander. Lindener
Katzip. 105.
im substantivierten infinitiv: ein ümbevâhen unt smükken nâhen lieb an liebes lîp ergienk dâ tougen.
minnes. 1, 166
a Hagen; eiâ wie ein smucken, ei wie ein herzen drucken. Heinr. v. Neustadt
Apollon. 5927; in lust zu irer prusttrücken, früntlich schmückenwarm zwischen ir armplanck. Beheim
bei Wackernagel
leseb. 1
4, 1232, 39. I@1@bb)
in bezug auf theile des körpers: die füsze an den leib schmucken
u. ä.: wenn er (
der greiffalk) fleugt, sô smuckt er sein füez an sein prust. Megenberg 186, 1; wann es (
das rosz) auff den bainen zittert, und die hindern füesz zu den vordern schmuckt, zeucht sich also zusammen. Seuter
roszarzn. 128;
anders gewendet (
um einen geschmeidigen gang zu bezeichnen?): nun grüsz dich gott, du edler weyn, schmuck deine füsz und geh hereyn.
fastn. sp. 1344. den daumen: schmuckt er den daumb hinein (
in die faust). Grimm
weisth. 3, 718. — den schwanz schmucken,
einziehen: den sweif smukken
s. Schm. 2, 544; aber ain hund, so du in schlechst oder stouszet, louft nit hinweg, aber so bald du im wider rüffest, so schmukt er synen schwancz und kryset uff der erden wider zuo dir. Steinhöwel
Esop 53
Österley; der lew begonde ruszen und schmucken sinen wadel. Uhland
volksl.2 309 (160, 7); die ohren schmucken,
anlegen: und da der braun Magis daher kommen sahe, er schmuckt die oren, und schlug als krefftigklich hinder sich.
Aimon o 4
a.
ähnlich noch jetzt in den südlichsten deutschen mundarten: de achsel smucken,
zucken Zingerle 52
a.
cimbr. wb. 233
b. I@1@cc) in etwas schmucken,
leise oder heimlich hineinstecken, verbergen: der kinde eineʒ in ir hant smucte den brief untʒ vingerlî
n. Parz. 713, 13; maneger in der schüʒʒel wandelt und smückt das beste in sînen munt. Konrad v. Haslau 571;
ähnlich: eine wêhe stat sî dâ irweltin, dâ sî von vrechin heltin starke lâge smuktin. Nic. v. Jeroschin 14113; die kelnerin in do hin schmuckt, unter dem bett der pfarrer huckt.
pfarrer vom Kalenberg 859. unter, hinter etwas schmucken,
verstecken: nun war der mönch ein langer man, het auch ein lange kappen an; daselb thet ers (
sie, die dirne) hinunder schmucken. B. Waldis
Esop 4, 89, 21; hindern hAefen by der wandt hatt sy ein hafen hin geschmuckt. Murner
narrenbeschw. 18, 21;
bildlich: ich hett die seck gern .. verborgen; so muosz ich aber wider sorgen, das man villycht saget von mir, ich schmuckt die warheit hinder thür. 13, 10.
in eigenthümlicher anwendung auf verschleppung von rechtssachen bezogen: darmb hab ich dj recht studirt, das ich in schalckhait wird gefyrt, vil pAeser sach im rechten (
im rechtsverfahren) schmuck, verzug ist offt mein maister stck. Schwartzenberg 136
a. I@1@dd) zusammen schmucken,
fügen, sodasz eins sich ans andre schmiegt, sich damit geschmeidig und biegsam verbindet: bruoder Nicklaus, der was dürrs, magers auszgeschöpffts leibs, allein von haut, geäder, und bein zuosamen geschmuck(t). S. Franck
chron. 311
a. I@22)
häufiger reflexiv. I@2@aa) sich an einen schmucken: welcher der nechst an dem bret ist an dem herren, der halt sich genow hin an den andern, .. darnach aber der nechst an dem bret schmuckt sich an den selben. Keisersberg
sünden des mundes 15
a; an sie gar nâhen smucte er sich. Heinr. v. Freiberg
Tristan 747; junker Jakob sasz an dem tisch, den Degenfeld an der hand erwischt; aus lieb thät er sie drücken, sprach ihm daneben freundlich zu, thät sich an ihn auch schmücken.
wunderh. 2, 128
Boxberger; und wie Venus sich an ein schmuckt und jhr liebhaber küszt und truckt. Fischart
podagramm. trostb. C 4
b; trag mich hinüber auff dem rücken, ich wil mich wol fein an dich schmücken, auff das ich dir nicht sey zu schwer.
dicht. 1, 141, 316
Kurz; so auch: paur Engelmeir der gescheide man sprach: liebe diern, schmuck dich nan (
heran).
Neithart Fuchs 611.
dafür an eines brust, seite: der knab der thet sich schmücken, gar freundlich an jr brust.
Ambr. liederb. 58, 45; recht wie ein kleines kind ... versucht, mit lächlen sich fein an die brust zuschmukken, umfasst den lieben hals, truckt, härtzt, und küsst zugleich. Rompler v. Löwenhalt 73. zu einem: die vrouwe smucte sich dar nider zuo ir wirte lîse gar. Herrant v. Wildonie
der verkerte wirt 258; dich zu ir schmuck, hert an dich truck.
de fide meretr. bei Zarncke
d. d. universitäten 1,
s. 85, 10; nu lasz sehen, tohter mein, die zurissen knie dein, die dir di knecht haben zudrückt, da sie sich zu dir haben geschmückt.
fastn. sp. 572, 22; so sie sich freuntlich zu im schmückt und lieplich an ir herz drückt. 694, 1; ich (
der tod) wil mich gar meisterlich zu dir schmücken. 934, 33; (
die maid) sich zu mir schmückt, gar schämlich blickt.
wunderhorn 1, 252
Boxberger; wie wol ich gang an einer krucken, wolt ich mich dannocht früntlich smucken zuo fraw Venus der küngin zart. Gengenbach
geuchmatt 1007; wann das soll seyn gebadet dir, ein jüngling schön, nach aller zier in dem schosz haben und ihn drucken küssen und sich nah zu ihm schmucken. Frischlin
Susanna 296; das sich die dochter so nahe und freintlich zu im schmuckt.
Zimm. chron.2 4, 9, 34
Barack; freier, sich zu einem halten, an ihn hängen: pfeiffer und singer schmucken sich zu ihnen, die schalksnarren und zutitler laden sich selbst zu gaste. Albertini
landleben (1610) 75
b; als ob solch lose mammalucken, wann sie sich schon nah zu jn schmucken, darumb kein jesuwider seyen, wann sie schon von jn lermen, schreyen. Fischart
dicht. 1, 88
Kurz (
nachtrab 3378).
seltener sich wider einen schmucken: auff ein nacht begab sichs, dasz die frauw im hausz und nicht weit von der kammer etwas rumpeln höret, ward sie sich fürchten und schmucket sich derhalben nahend wider den mann. Kirchhof
wendunm. 1, 404
Österley; ähnlich in freierem gebrauche: got der smuket und erbiutet sich alsô engegen der sêle unde hât sich mit aller sîner gotheit des gefliʒʒen, daʒ er der sêle behegelich werde.
deutsche myst. 2, 148, 22. sich schmucken
von zweien, sich aneinander drücken (
vgl. einander schmucken 1,
a): also sich beede fürsten schmuckten, einander eng zusamen truckten. Spreng
Il. 331
b. sich bei einander schmucken,
von einer schar, eng an einander rücken, sich zusammen drängen: auf der andern seiten, thet der keyser die seinen sich hart bei eynander schmücken.
Aimon c 1
a. I@2@bb) sich an
oder zu etwas schmucken,
dicht heran drängen, fest anschmiegen: sô er (
der regenfisch) sich nâch der praiten an daʒ ertreich smucket, sô ist er oben auf dem ruck erdvar. Megenberg 247, 7; ist aber, dass ihr disse hailigste altär und chostliche hailtum oft und begürlich mit herzlîcher andacht haimsuechet und eüch nahet zue im schmucket.
Villinger chron. 46
Glatz; zum ofen ich mich schmucke. Uhland
volksl.2 560 (279, 3); eins nachtes gieng ich ausz spacieren meym lieben bulen zu hofieren unnd schmuckt mich zu des hauses ecken. H. Sachs 1, 511
c; als jr ain floh kroch ubern rucken, thet sie sich an ain pfosten schmucken, und rib sich wie ain ander sau. Fischart
dicht. 2, 37
Kurz (
flöhh. 1322). I@2@cc) sich in einen winkel schmucken,
aus furcht oder bescheidenheit: die seind gleich etlichen hunden die ir her schlecht, so lauffen sie wol zehen oder zwölff mal umb in, etwan schmucken sie sich in ein winckel und dussen. Pauli
schimpf u. ernst 29
Österley; sie stehet da aussen an der thür, sich in ein winckel schmuckend.
buch der liebe 184
d; das frewlein tet sich schmucken in einen winkel schier. Uhland
volksl.2 103 (70, 7);
danach in einer geistlichen parodie: der arm christ thät sich schmücken in einem winkel leer.
wunderhorn 2, 347
Boxberger; die spinn sprach: in eins bawren hausz will mich in eynen winckel schmucken. H. Sachs 1, 483
c;
auch sonst sich wohin schmucken,
verbergen: da schmucket ich mich inn ein klufft. 538
a; dort kombt die fraw, ich wil mich bucken, heymlich in disen busch nein schmucken. 4, 3, 34
b;
bildlich: wie ein schneck und igel dich leg, schmuck dich in got dein igels haut, kein fester hausz ward nie gebaut. Franck
sprichw. 1, 51
b; kein mensch auff erd hat gentzlich, was er in seinem hertzen begert, er hat darbey was jhn beschwert, das er doch gar heimlich verdrucket, verborgen in sein hertze schmucket. 64
a. I@2@dd) sich unter etwas schmucken: der guot student ... sich under das dach ... schmucket. Lindener
rastbüchl. 31; da zihet sie (
die kirche) die schnaupen ein, schmucket sich wie ein schiltkrott under die schal, und will die oren nicht mehr herfür recken. Fischart
bienenk. 38
b; meinst das ein amäusz inn dem regen verdriesz sich schmucken und zulegen under die läublin oder plätter.
ehezuchtb. C 8
a; zu hand schmuckt er sich under ain pank.
fastn. sp. 490, 3;
sich unter etwas schmiegen, um es zu tragen: hast in mit dem sattel getrückt, das du dich under in hast geschmückt? Seb. Wild
doctor mit d. esel 3, 238. I@2@ee) sich zusammen schmucken: sich von frosts wAegen zesamen schmucken,
membra corripere Maaler 358
c; aber wie leicht man in (
die erdschnecke) anrüert, sô zeucht er diu hörner ein und smucket sich selber zesamen. Megenberg 303, 5; der vor den leuten sich nider drucket, und als ein kleule sich zesamen smuket.
renner 3954; sie (
die fliege) fleugt nicht, wann es findster ist, .. sondern schmuckt sich zusammen frey, sitzt still und regt sich nit darbey. Fischart
dicht. 2, 129, 143
Kurz. ähnlich auch sich schmucken
allein, sich zusammenziehen: er (
der wurm) begunde sich smucke und warf den zagel zurucke unde spranc vil swinde. Albr. v. Halberstadt 8, 39; der kurze sich nicht smücke, wil er dem langen sîn gelîch. Boner
edelst. 77, 46.
sich einschränken, verengen: do hat sich der rhetisch namm und begriff widerumb etwas geschmuockt und eingezogen in jren alten landkreis. Stumpf 2, 312
a. I@2@ff) sich schmucken
ohne nähere bestimmung: er (
der adler, das reichsbanner, hier bildlich) ward aber geirrt, dasz er sich bald wider schmucken ward und nit weiter flog.
d. städtechron. 5, 264, 17; alle städt und herren sich gesmuckt hatten und getorst sie niemant angriffen. 4, 44,
anm. 1; der salat war bereit das fläisch darinn schmuckt sich.
Garg. 237
b; aber so genaw hat er sich nicht geschmuckt (
versteckt), dasz jhm nit der messenbeschlagen bilgerstab hett herfür geguckt.
ebenda; die mînen ich doch überwint daʒ sie sich müeʒen smücken.
Seifr. Helbling 15, 145; dem L ist spil wol halb verruckt, dz dt dz sich dz V hat gschmuckt ... der löw ist in die hülin geiagt und schmuckt sich noch on underlasz. Gengenbach 7, 149. 152; sonst müest ich mich tuon schmucken. Manuel
weinspiel 28; und weils jetzt fast ist umb die zeit, das man das korn mit sicheln schneidt, solt jr dieweil euch heimlich schmücken, und still im nest zusamen rücken. B. Waldis
Esop 2, 4, 9; der belzkrebs konnt sich nicht so schmucken, so war die alt im auf dem rucken. Fischart
dicht. 2, 39
Kurz (
flohklag 1403);
in anderm sinne von einem mit kühhaar gestopften sattel, sich dem pferde anschmiegen, weich und schmiegsam aufliegen: das tuot sich denn nit schmuken und tuot die pfærid zertruken.
d. teufels netz 11195. I@2@gg)
so oft in freierer verwendung, indem die sinnliche bedeutung ganz aufgegeben ist, sich fürchten, sich beugen, ducken, sich fügen, sich einschränken, sich behelfen u. ähnl.: wenn man ein hündlin vor im (
dem löwen) schlecht, so schmuckt er sich und förchtet sich, und wenet man wöl im auch also thun. Keisersberg
brösaml. 1, 50
a; ir würdet auch befinden, wo der gelertsten einer oder etlich umbkemen, es würden sich die andern schmücken. Schade
sat. u. pasqu. 3, 80, 13; derhalben, als er sich schmucken und in ander weg nit zu rechen wisste, prediget er offenlich wider dise walfart.
Zimmerische chron.2 2, 441, 21
Barack; wie stoltz und wie gerade wir sin, han wir nit pennyge in dem schrin, zwar so muossen wir unsz smucken. Muscatblüt 94, 40; das jren gwalt und groszes gelt jetz alle fürsten dieser welt förchten müssen und sich schmucken. Fischart
dicht. 2, 353, 849
Kurz. I@2@hh)
so auch sich vor einem
oder etwas schmucken,
zunächst sinnlich: wie die blümlin sich vor jm (
dem meier) schmucken, wie die bäumlin sich vor jm bucken. Fischart
dicht. 3, 311, 97
Kurz. übertragen: der könig meint, man soll sich schmucken vor seinem gwalt und tyranney. Ayrer 1531, 23
Keller. auch sich unter einen schmucken: so wil nu gott, das wir .. uns under jn schmucken. S. Franck
moriae encomion 143
a;
dafür auch sich in gott schmucken,
s. e, vgl. auch i, γ. I@2@ii)
sehr gern steht schmucken
in diesem sinne in verbindung mit synonymen, besonders mit den reimwörtern ducken, drucken, bucken. I@2@i@aα) sich ducken und schmucken,
vgl.wer si net schmucke-r- und ducke ka, kümt bey dere weld nimme furt. Schm. 2, 544;
schweizerisch si schmocka n-ond tocka mösa (
sich demütigen). Tobler 393
b; die reichen seind gemeynglich auch gewaltig und im regiment, vor dem muosz sich der arm, der pfaff, der wuocherer, jud, und alles was auch gern reich were, ducken und schmucken. Franck
sprichw. 2, 129
a; hie muosz mann sich schmucken unnd ducken, alles gewitter hinüber lassen.
Petr. 79
d; da müst sich erst Armhenszlin ducken und schmucken. Wickram
irr reit. bilger vorrede A 4
a; o wie dücken unnd schmücken sie sich, wie ein armes hündlein.
Philand. 2, 37; nach dem sich der edelmensch so zum herrschen gebohren ... lencken, wenden, trehen, schmücken, dücken, und seine tritt und schritt nach ihren willen richten musz.
Simplic. (1684) 3, 41; ich musz mich schmucken und ducken, klagte der vogt, niemand will mehr gehorsam sein. Zimmermann
bauernkr. (1856) 2, 212; das yederman sich duck und schmuck. H. Sachs 1, 535
b; sonst
wer er in eins frembden hausz, müst er sich dücken wie ein mausz, sich schmücken unten an ein ort. Eyering 2, 3. I@2@i@bβ) sich drucken und schmucken: sich trucken und schmucken,
contrahere se, angere Maaler 410
b;
umgekehrt sich schmucken unnd trucken 358
c; Odoacer hielt zuoerst guoten fride und muosten die Walhen sich vor im fürchten, drucken und schmukken.
quelle bei Dief.-Wülcker 842; deshalb si sich trucken und geschmucken musztend bisz zu gelegnerer zeit. Tschudi 1, 231
b; demnach bin ich fürsorglich, das ich ihne mit nichten verletz noch erzörn, sondern schmuck und truck mich wie ein mäuslin. Fischart
klag des ehestands (1614) 243;
zu 2,
a: ich wil mich zu dir schmucken und drucken schon.
bergreihen s. 33, 2
neudruck. I@2@i@gγ)
seltener mit bucken
verbunden: sie müssen sich vor gottes volck, als vor jhrem herrenn schmucken, trucken unnd bucken.
kriegbüchl. d. friedes 29
a;
dafür biegen: das er sich yetz inn unns als schmucken, biegen und uns nach gehen musz. 154
b. I@2@i@dδ)
im reim auf hucken: darauf thet sich Peter schmucken und genaw zusamen hucken.
Peter Leu 914. I@2@kk)
andere seltnere verbindungen, sich wohin schmücken,
geschmeidig oder verstohlen dahin bewegen: wollust des fleisch sich herfür smückt. Jaspar v. Gennep
homulus 42. sich gegen etwas schmücken,
stemmen (?): bedenke dich ab (
ob) eʒ unglucke waʒ du dawedir wollist tu: dar kegin saltu dich smucke, ab ungefelle dir komit zu. Bartsch
mitteld. ged. s. 111, 475. I@33)
sehr selten steht schmucken
intransitiv im sinne von sich schmucken: darnach dann zusammenrucken und in die heimlichen winkel schmucken.
wunderhorn 1, 504
Boxberger; so auch (?): liep âne wank, swie si doch smükket (
sich verstecken musz?), si luedert, si lükket, ir vriundes gedank.
minnes. 1, 201
b Hagen; eher im substantivierten infinitiv: dan wie ist da ain rucken, bucken, ain schmucken, jucken, wann jr (
die flohe) zucken. Fischart
dicht. 2, 97, 3688
Kurz. I@44)
das part. geschmuckt
steht zunächst in rein verbaler bedeutung, vgl. 1,
a. häufig in dem sinne von '
geduckt, zusammengekauert': sie lac an einem klœʒel zu samne gedrücket und minneclîch gesmücket in megetlîchem ruome. Heinr. v. Freiberg
Trist. 726 (
wortspielend mit bedeutung II?); auff das grabe sasse, umb der kelten willen sich gesmücket hielte. Steinhöwel
decam. 529
Keller. vom gange, geduckt, scheu, schleichend: zuom xii. so hat ein wolf einen forchtsamen geschmuckten nidertrechtigen schlichenden gang. Schade
sat. u. pasqu. 3, 12, 20. IIII.
zieren, putzen. zunächst von der kleidung, wobei die ursprüngliche verbindung ist: das kleid schmücken,
dem leibe anschmiegen, anlegen; dafür mit verschiebung der beziehung einen mit dem kleide schmücken,
ebenso wie man im mhd. anstatt die arme umbe einen smücken
auch sagen kann einen mit den armen smücken (
umarmen),
s. Lexer
handwb. 2, 1018 (
Wilh. von Österreich 33
b).
in mhd. zeit scheint diese bedeutung besonders dem thüringischen sprachgebiete eigen gewesen zu sein; Lexer
gibt belege aus Berthold v. Holle,
Elisabeth, dem ritterspiegel, und Ernst v. Kirchberg.
in der schriftsprache ist sie hauptsächlich durch Luther
eingebürgert; dasz sie den andern mundarten zu jener zeit noch fremd war, zeigt die zusammenstellung bei Kluge
von Luther bis Lessing, s. 81;
danach hat die Ingolstädter bibel von Eck
an stelle des Lutherschen schmücken: zieren, herrlich machen,
die Wormser prophetenübersetzung von 1527 aufmutzen, herrlich machen, zieren,
die Züricher bibel von 1530 aufmutzen, zieren, köstlich kleiden.
ornare .. smucken Dief.
gloss. 401
a; smucken
ornare, decorare voc. Engelh. bei Schiller-Lübben 4, 266
b;
nhd. schon bei Dasypodius
aufgeführt: schmucken,
ornare, exornare, schmucken zum kauff,
mangonizare; so auch: schmucken, zieren, sticken,
exornare, acu pingere Maaler 358
c; butzen, herausz streichen, schmucken,
ornare, adornare, polire, expolire Henisch 575, 13; schmükken
ornare Schottel 1404. II@11)
die ursprüngliche construction und der begriff des schmiegens tritt noch in einigen verbindungen zu tage: die federn könt jr schmücken, und stecken sie auff den hut.
Ambr. liederb. 70, 42; reich, vom felsen herab, epheu zu kränzen geschmückt. Göthe 1, 347. II@22) schmücken
mit bezug auf kleidung, doch stets mit dem nebensinn des schönen, prächtigen, festlichen: in eytel weisz nach allem wunsch geschmucket, hatt mir die rain, die säuberlich, mein hertz gar offt entzucket. Cl. Hätzlerin 1, 38, 7;
vergl.: sy lag in ainem hembdlin weisz, darein gar schon geschmucket. 18, 22; geschmuckt mit weissem kleyde fein. Michael Vehe
new gesangbüchl. 70
a; desselbigen gleichen (
will ich) die weiber, das sie in zierlichem kleide, mit scham und zucht sich schmücken.
1 Tim. 2, 9; es träumte mir, wir tanzten mit einander auf unserer hochzeit .. und waren .. sauber geschmückt und es fehlte uns an nichts. Keller 4, 124; die frauen juckte es, die strengen kleidermandate zu umgehen und unter dem deckmantel der politik sich einmal tüchtig zu schmücken und zu putzen. 5, 186;
vom kleide gesagt: dort handelte es sich um das billige prunkkleid, das die weiber der kalifornischen oder australischen abenteurer einige jubeltage hindurch schmückte. 289; der turban erst, der besser schmückt als alle kaiserkronen. Göthe 5, 10. II@33)
in freierer weise, alles was zur zier und festtäglichen ausrüstung gehört, umfassend: eine braut schmücken,
addobbare una sposa Kramer 2, 613
b; herr mein gott, du bist seer herrlich, du bist schön und prechtig geschmückt.
ps. 104, 1; alsô gesmuct man sande mit ime dat juncfrouwelî
n. Berthold v. Holle
krane 4003;
synonym mit putzen (
das mehr der vertraulichen sprechweise angehört, s. Adelung): allzu sehr geschmückt und gebutzt bringt der keuschheit schad und kein nutz. Zinkgref
bei Wander 4, 280;
im bilde: ich weisz recht gut, wie sehr geblutet hat dein sanftes herz, als du dein opfer schmücktest zum altare. Schiller
don Carlos 5, 1; sich schmücken: gurte dein schwert an deine seiten, du helt, und schmücke dich schö
n. ps. 45, 4; schmück dich mit pracht, und erhebe dich, zeuch dich löblich und herrlich
an. Hiob 40, 5; damit er sich schön schmück und zyr die fasznacht zu volenden.
bergr. 80, 3
neudruck; zum feste schmücke sich die ganze stadt. Schiller
jungfr. von Orl. 3, 2;
bildlich: dieses erdenleben kleidet sich in meiner seele immer schöner an, und schmückt sich zum abschiede. J. Paul
Hesp. 2, 114.
so mit den abzeichen einer würde oder eines amtes: mit königlichem, priesterlichem
etc. ornat schmücken,
parare dell' ammanto, ornato reale, sacerdotale etc. Kramer 2, 613
b; mit käppchen und kreuzchen, mit mantel und kragen ward stattlich Hans Bendix zum abte geschmückt. Bürger 67
a. mit kleinodien, schmuckstücken aus metall oder edelsteinen schmücken: jr töchter Israel weinet uber Saul, der euch kleidet mit rosinfarbe seuberlich, und schmücket euch mit gülden kleinoten an ewern kleidern.
2 Sam. 1, 24; wenn du dich schon mit purpur kleiden, und mit gülden kleinoten schmücken, und dein angesicht schmincken würdest, so schmückestu dich doch vergeblich.
Jer. 4, 30; du bist im lustgarten gottes, und mit allerley eddelsteinen geschmückt.
Hes. 28, 13; und schmückt sich mit stirnspangen und halsbanden.
Hos. 2, 13; und (
Judith) schmücket sich mit spangen und geschmeide.
Jud. 10, 4; auch sten ich hie gesmucket mit golde, mit samite.
Elisabeth 1926; da strahlete sitzend die Bimamaid, geschmückt mit geschmeide, selbst ein geschmeid'. Rückert (1882) 12, 8 (
Nal 1).
mit blumen, federn, zeugstücken: auff den grossen camelen, welche vielleicht geschmuckt sind gewesen mit allerhand schönen federn, mit silbernen schellen und schönen decken. Schuppius 151; dann kleideten sie sich feiertäglich und schmückten sich mit blumen. Keller 5, 220.
auch blumen schmücken
jemand: er (
Apollo) girrte noch ein weilchen, pflückte nun jenen kranz, der seine blonde scheitel schmückte. Hölty 4
Halm. ebenso das haar: dazu schmückte sie ein schweres dunkles, fast nicht zu bewältigendes haar. Keller 1, 186.
andrerseits das haar schmücken,
mit bändern, blumen: man hieng ein langes, rothes band, das haar der braut zu schmücken, schon an den bunten flitterkranz. Hölty 22
Halm; so die gattin des Punjasloka, im kreis umwandelnd den asoka (
baum), von dem ein gesprosz sie pflückte und sich die locken schmückte. Rückert (1882) 12, 56 (
Nal 14).
aber auch vom frisieren: dasz die eine seite ihres haares aufgeschmückt ist, die andere hingegen in locken frei herunter fällt. Göthe 39, 23. sein haupt schmücken: und (
da) Jsebel das erfur, schmincket sie jr angesicht und schmücket jr heubt.
2 kön. 9, 30; sie (
die weisheit) wird dein heubt schön schmücken, und wird dich zieren mit einer hübschen krone.
spr. Sal. 4, 9.
auch sonst von allerlei pflege und verschönerung des körpers: wenn aber die bestimpte zeit einer jglichen dirnen kam, das sie zum könige Ahasveros komen solt, nachdem sie zwelff monden im frawen schmücken gewesen war (denn jr schmücken muste so viel zeit haben, nemlich, sechs monden mit balsam und myrren, und sechs monden mit guter specerey, so waren denn die weiber geschmückt) als denn gieng eine dirne zum könige.
Esther 2, 12; unangesehen das eyne ernste und gute hauszhalterin nit sonders soll an das schmucken und färben des leibs gedencken oder nachfragen: sintemal all jr thun, sinn, gedancken und wesen alleyn dahin soll allwegen gericht werden, wie sie alleyn jre hauszhaltung möchte mehren und bessern, und nit wie sie jren leib solt schmucken und anstreichen. Sebiz 425.
auch mit unpersönlichem object, götzen, bilder schmücken: ein bild schmücken,
adornare una statua Kramer 2, 613
b; sie schmücken sie mit gold, wie eine metze zum tantz, und setzen jnen kronen auff.
Bar. 6, 8; und schmücken die silbern, gülden, und hültzern götzen mit kleidern, als werens menschen. 10.
häuser und räumlichkeiten: ein zimmer, eine kammer, einen sal
etc. schmücken,
acconciare, affettare, adornare una stanza, camera, sala etc. Kramer 2, 613
c; eine kirche, einen altar, eine schaubühne schmücken,
ornare, adornare, parare una chiesa, un altare, decorare un teatro. 613
b; die herrligkeit Libani sol an dich komen, tennen, buchen und buchsbawm mit einander, zu schmücken den ort meines heiligthums.
Jes. 60, 13; und schmücketen den tempel mit gülden krentzen und schilden. 1
Macc. 4, 57; weh euch schrifftgelerten und phariseer, jr heuchler, die jr der propheten greber bawet und schmücket der gerechten greber.
Matth. 23, 29; und wenn er kompt, so findet ers (
sein haus) mit besemen gekeret und geschmücket.
Luc. 11, 25; die knaben und mädchen des dorfes brachen maien, und schmückten das haus und die ländliche diele. Hölty 42
Halm; es schmückten die unterthanen die stadt mit kränzen und fahnen. Rückert (1882) 12, 119 (
Nal 29).
so auch: ins zimmer, wo dir der lehnstuhl und der ofen winken, .. und frühlingsscenen, vögel und blumen die wände schmücken. Hölty 87
Halm; in geschmückter lauben bucht. Göthe 41, 27 (
Faust II, 1).
auch die natürlichen gewächse schmücken
die erde: und mit grünen halmen schmücket sich der boden alsobald. Schiller 11, 295; in der wüste den himmelsgarten, geschmückt mit blumen und pflanzenarten. Rückert (1882) 12, 52 (
Nal 13).
ähnlich: wie eine rose, die den ganzen stock geschmückt. 246 (
Rostem 117).
von andern gegenständen: sein leib ist wie rein elphenbein mit saphiren geschmückt.
hohel. Sal. 5, 14; ich habe mein bette schön geschmückt, mit bundten teppichen aus Egypten.
spr. Sal. 7, 16;
übertragen: weil so ein würdig kind (
als braut) dein hochzeit-bette schmücket. Günther 661. die lampe schmücken,
zurecht machen: da stunden diese jungfrawen alle auff, und schmückten jre lampen.
Matth. 25, 7 (
ἐκόσμησαν τὰς λαμπάδας αὑτῶν);
freier, das fest schmücken: schmücket das fest mit meigen, bis an die hörner des altars.
ps. 118, 27; begünstigt nun durch heitere trockne witterung beschlosz man hier zum namenstag der regierenden frau herzogin ein heiter geschmücktes fest. Göthe 60, 230; das fest geschmückt war wie ein frühlingsrosenhag. als wie ein rosenhag, geschmückt mit duft und glanze. Rückert (1882) 12, 174 (
Rostem 48).
eigenthümlich, doch wol hierher gehörig ist die verbindung: unter wechselgesang .. fahren beide chöre fort ihre waaren stufenweis in die höhe zu schmücken und auszubieten. Göthe 41, 27 (
Faust II, 1). geschmückt,
schön aussehend: dann an einem orth, tregt man (
bei hofmählern) wüst gifft auff, am andern geschmuckt gifft, unnd an beyden tödlich gifft.
Garg. 46
b. II@44)
ähnlich in mannigfachen freieren gebrauchsweisen: ein mädgen geschmückt mit allen reizen der blühenden jugend. Schiller
räub. 3, 2
schauspiel; einem gut anstehen: da sprach sie, deren mund das lächeln schmückte. Rückert (1882) 12, 52 (
Nal 13);
abstracter, einen mit ruhm, segen
u. s. w. schmücken: und die lerer werden mit viel segen geschmückt.
ps. 84, 7; wol dem der mit diesem segen geschmückt ist. Schuppius 101; nochdan wolde unser herre Crist .. sine dugentriche maget .. mit hoher wirde smucken.
Elisabeth 9960; got, der jhr liecht, weeg, heyl, kan jhr gesicht, raysz, brust, blind, mühsam, trawren-voll, mit guttem glantz, glait, lust, widrumb erleuchten, führen, schmucken. Weckherlin
ged. 302.
besonders mit tugend schmücken
u. ähnl.: und nem dich der wisheid an mit ruwin und mit leidin, so bistu ein wol gesmuctir man.
rittersp. 324 (Bartsch
md. ged. s. 107); tribin si di (
tugend) an von jogunt, si smucket si schone obir alle wad. 332; es schmückt der schöne trieb (
amoris sensus) die bluhmen unsrer jugend. Hoffmannswaldau
bei Steinbach 2, 470; den geschmückten mit aller tugenden zahl. Rückert (1882) 12, 28 (
Nal 6); geschmückt mit muth und erhebung, mit demuth und ergebung, mit steter treu' und reiner zucht. 47 (12).
andere wendungen: ketzer, so sich mit gottes wort und Christi fellein heuchlich schmücken. Schuppius 831. II@55)
von der musikalischen composition: und darneben (
hat Luther) begert von Ludovico Senfli, dem christlichen unnd weitberümbten, des von Beyern componisten, der wölle jhme dise zwen geseng mit etlichen stimmen schmücken. Mathesius
Luther (1580) 90
b.
ähnlich worte schmücken,
zierlich setzen: seine reden schmücken,
abbellire etc. i suoi discorsi Kramer 2, 613
c; welche (
predigt), ob sie gleych nicht fast mit höfelichen, geschmuogten, geferbten und weltweysen worten gezyrt, ist sie dennest, mit vollem, reichem, einfeltigem geist und verstandt der schrifft uberflüssig begabt. Karlstadt
ein sermon vom stand der christglaubigen seelen; also hat es auch eine gelegenheit und weise mit den geschmierten, geschmückten und gar zu herlich und zu sehr gezierten und geferbten worten. Mathesius
Syrach 2, 96
b;
ferner: denn Amor schickte nun eine geschmückte hoffnung nach der andern an sein herz als boten ab. J. Paul
Hesp. 2, 96. II@66)
sehr häufig ist die bildliche redeweise sich mit fremden federn schmücken,
sich ein fremdes verdienst aneignen, furtivis superbire coloribus Steinbach 2, 410; er schmückt sich mit pfaufedern. Wander 4, 280; die rolle des Karl ist .. wörtlich aus den .. schriften der herren gebrüder Schlegel gezogen. alle die goldenen sprüchlein dieser weisen sind sorgfältig unterstrichen worden, .. damit man nicht glauben möge, ich wolle mich mit fremden federn schmücken. Kotzebue
theater 10, 166 (
vorw. zum hyperbor. esel); sie .. betrügt .. den arglosen gemahl mit den neuen erschlichenen liebesbriefen, das hohle und doch so verschmitzte haupt abermals mit fremden federn schmückend! Keller 5, 130; nach den hübschen sachen, die ich von ihm gesehen, hätte ich nicht geglaubt, dasz er nöthig haben würde, sich mit fremden federn zu schmücken. Schiller
parasit 4, 5;
dafür ohne bild: nimmer sollst du mich berücken, mich mit fremder that zu schmücken. Grillparzer
4 6, 145 (
d. tr. e. leb. 2). II@77) schmücken,
etwas als schöner darstellen wie es ist: du wolltest mich schmücken. Hebbel 1, 51 (
Jud. 4); sich schmücken
quoque exponitur innocentiam praetexere, culpam in alios vertere, nimio facundum esse in levanda culpa, honesta specie praetendere, velamentum quaerere. Stieler 1884; sie schmücken sich untereinander selbs, das sie jre böse sache fordern (
fördern), und andere verunglimpffen.
ps. 36, 3; noch tharstu unverschampter bösewicht, dich und deine bluthunde schmücken, das sie friedlich handeln und nicht kriegen. Luther 5, 305
b;
hierher auch: du solt den geringen nicht schmücken (
ehren, vornehm erscheinen lassen? orig. ר א) in seiner sache. 2
Mos. 23, 3 (Kramer 2, 613
c übersetzt: tu non haverai rispetto al povero nella causa sua). sich für etwas schmücken,
ausgeben: dasz sich e. k.
f. g. lästerer und schmäher allererst fur geneigte diener schmücken wollen. Luther
briefe 1, 318.
mit sächlichem object: sein thun, seine sache
u. s. w. schmücken,
beschönigen, entschuldigen: eine lügen schmücken,
colorare, abbellire una (
dar colore, dar la concia ad una)
bugia; seine sachen schmücken,
abbellire, colorare le cose sue, darle lustro, specie Kramer 2, 613
c; und die kinder Israel schmückten jr sachen wider den herrn jren gott, die doch nicht gut waren.
2 kön. 17, 9; was schmuckestu viel dein thun, das ich dir gnedig sein sol? unter solchem schein, treibestu je mehr und mehr bosheit.
Jer. 2, 33; der lügengeist weis wol, das er uns hiemit unrecht thut, und solchs allein darumb speiet, das er uns verunglimpffe, und seine lügen bey den seinen schmücke. Luther 3, 439
b; sie (
Thamar) hat auch gethan wie ein hure, wiewol sie einen schein fürwendet, und wil es schmücken. 4, 199
b; (
sie) meinet, sie wölle es schmücken und bergen. 204
a; die grossen stoltzen geister, so grosse treffliche heiligkeit fürgeben .. das jederman sol sagen, sie seien allein rechte christen, welches wehret wol eine zeitlang, lesst sich ferben und schmücken, aber wenn das stündlin kommt, so fellt doch solch geplerr alles dahin. 6, 53
a; auch von den niederländischen groszen legten viele .. besondere schreiben an ihn (
könig Philipp) bei, worinn sie ihm von dem zustand ihrer provinzen bericht abstatteten, und ihre allda getroffenen einrichtungen mit den besten gründen zu schmücken suchten. Schiller 7, 242; schmückt, ihr heuchler, eure tücke noch so heilig, als ihr wollt. Günther 104; so schlieszest du die holde schönheit ein, .. und schmückst mit heil'gem verwand deine that? Grillparzer
4 6, 42 (
des meeres u. d. liebe w. 2).
auch rühmen, herausstreichen: noch schmücken und rhümen sie jre einigkeit wider uns. Luther 3, 528
b. IIIIII.
besonderheiten: III@11)
küssen, so in gewissen theilen des nd. sprachgebietes, westfälisch schon im 16.
jh. bezeugt, vgl. Schiller-Lübben 4, 266
b: mit der andern (
hand) dostu de wive umbfangen .. drucken und smucken und des noch vil is dar din horeri spil! Daniel v. Soest 182
Jostes; singet und springet und weset fro, drukt und smukt und dot also! se is de brut und he de bruem. 199.
ebenso in der heutigen mundart smucken
küssen, smuckeln
anhaltend küssen, smückelken
küssenswertes kind Woeste 244
b.
ebenso in Hamburg, Bremen, Holstein smukken
neben smakken
schmatzend küssen, smukhand
kusshand Richey 268.
brem. wb. 4, 858. Schütze 4, 127;
ostfries. smukken
drücken, küssen, kosen, sê smukken sük,
drücken und küssen sich, hê smukt hör düchtig of. ten Doornkaat Koolman 3, 234
b.
vereinzelt auch in hd. wörterbüchern angeführt: schmukk, schmukken,
sonum ore edere, osculari, schmuk geben,
baiser Schottel 1404;
bei Campe
aus Hamburg. während einige angaben an die bedeutung I (
umarmen, s. I, 1,
a)
anzuknüpfen scheinen, lehren andre gebrauchsweisen, dasz dieses wort von schmiegen
ganz zu trennen und in zusammenhang mit schmacken
zu bringen ist, vgl. auch schmatzen und schmutzen,
die denselben vocalwechsel zeigen, sowie schmuck.
die ursprüngliche bedeutung ist also wol die des schmatzenden lautes. III@22)
diese zeigt sich vereinzelt noch, wenn schmucken
als schallwort steht, so westfälisch für '
klatschen' Woeste 244
b.
ähnlich auch im Bistritzer dialekt schmuken '
mit der spitze einer elastischen gerte oder peitsche' (schmuk,
f.)
schlagen Kramer 119,
vgl. schmicken (
sp. 1053).
ebenso hessisch Pfister 260,
westerwäldisch und nassauisch auch vom schlagen und klatschen des regens. ebenda. Kehrein 1, 357. III@33)
technisch, federn schmücken,
zum schmucke zurichten und färben Adelung,
acconciare piume o pennacchi Kramer
teutschital. dict. 2, 613
b (
zu II).