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schild

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schild

Bd. 3, Sp. 1460
Schild, ein Hauptwort, welches in einer doppelten Gestalt gebraucht wird. 1. Im männlichen Geschlechte, der Schild, des -es, plur. die -e. 1) Eigentlich, eine in der heutigen Europäischen Kriegskunst veraltete Art Schutzwaffen, den Leib damit gegen die feindlichen Pfeile und Hiebe zu bedecken und zu beschützen, da denn die Schilde ehedem von verschiedener Materie, Größe und Gestalt waren. Schild und Bogen führen. Den Schild vorhalten. Güldene Schilde, 1 Kön. 14, 27. Zwey hundert Schilde, Kap. 10, 16. Aller Schilde Pracht, Opitz. Gelehnt auf ihre goldne Schilde, Raml. 2) Figürlich. (a) Dasjenige, was uns einen kräftigen und sichern Schutz gewähret. Der Herr ist mein Schild, Ps. 28, 7. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, Ps. 91, 4. (b) Diejenige Figur, worein ein Wapen mit seinen Theilen verzeichnet wird, welche noch jetzt die Gestalt der ehemahligen Schilde hat, weil die Wapen ehedem auf die Schilde gemahlet wurden; der Wapenschild. Einen Adler im Schilde führen, zum Wapen haben. Daher die figürliche Redensart, sehen was jemand im Schilde führet, was er für geheime Absichten hat; vielleicht eigentlich, zu welcher Partey er gehöret. Nichts Gutes im Schilde führen, mit etwas Bösen umgehen. Weil ehedem nur adelige Personen Wapenschilde führen durften, so wird nach einer noch weitern Figur auch die adelige Würde noch in einigen Redensarten der Schild genannt. Zum Schilde geboren seyn, von adeliger Herkunft seyn. Nach einer noch andern Figur bedeutet Schilde zuweilen die Ahnen. Dann Schilde sind das mindste Von dem was Tugend heißt, Opitz. Der bloß auf Schilder (Schilde) pocht, Günth. * Ingleichen Personen von hoher Geburt und Würde; welche Figur doch jetzt veraltet ist. Gott ist sehr erhöht bey den Schilden auf Erden, Ps. 47, 10. Gott, der Ew. Majestät groß gemacht und unter den Schilden dieser Erden erhöhet hat, Mosheim. (c) * Eine Münze, auf welche ein Wapenschild mit seinem Wapen gepräget ist; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher Schild ehedem für Thaler gebraucht wurde, wie im mittlern Lat. Scutum, noch jetzt im Ital. Scudo und im Franz. Ecu. Frisch führet verschiedene Beyspiele von dieser Bedeutung an, welche in einigen Oberdeutschen Gegenden noch jetzt üblich zu seyn scheinet. Daher war Schildfrank ehedem ein Ducaten. Eine gewisse Französische Goldmünze, welche unsern Carolinen ziemlich gleich kommt, wird noch jetzt Schild d'or, eigentlich ein goldner Schild, genannt. (d) Bey den Jägern wird das auf Leinwand gemahlte und in einem Rahmen befindliche Bild eines Thieres ein Schild genannt; vermuthlich, weil sie dasselbe wie einen Schild vor sich halten, wenn sie das Geflügel beschleichen wollen; wenn es hier nicht vielmehr ein Überrest einer alten Bedeutung eines Gemähldes ist, S. Schildern. (e) Eine schwache Wand zwischen zwey stärkern Pfeilern, besonders an den Gartenmauern, führet gleichfalls den Nahmen eines Schildes; vielleicht auch wegen einiger sich dabey gedachten Ähnlichkeit mit einem Schilde. Manche gebrauchen es hier im ungewissen Geschlechte, das Schild. (f) Endlich wird es noch in vielen einzelnen Fällen gebraucht, ein Ding zu bezeichnen, welches einem Schilde im ersten Verstande ähnlich ist, besonders wenn es[] zugleich zur Bedeckung eines andern Dinges oder eines Theiles desselben dienet. So ist die harte hohle Schale, welche den ganzen Körper der Schildkröte bedecket, unter dem Nahmen des Schildes bekannt, S. Schildkröte; ja unter den Insecten gibt es mehrere Arten, welchen man einen Schild zuzuschreiben pfleget, S. Schildkäfer. Das Amts- oder Brustschildlein Aarons ist aus den Jüdischen Alterthümern bekannt. Die Postillione, Herolde u. s. f. haben metallene Schilde an der Brust, wo aber auch zunächst die Bedeutung eines Wapenschildes Statt finden kann. Ein breiter dicker Knorpel auf dem Rücken der wilden Schweine heißt bey den Jägern der Schild, und bey den Schlössern ist es das Blech, welches das Schlüsselloch bedeckt, im mittlern Lat. Escuchonetus. Die Feld- und Haselhühner haben an der Brust Federn von einer andern Farbe, welche bey den Jägern der Schild heißen; welchen Nahmen oft die Brust eines jeden Geflügels führet. Bey den Fleischern ist der Schild ein gewisser Theil von dem Buge eines Rindes, und bey den Schustern eine gewisse Stelle an der Hüfte des Pfundleders, wo es am dicksten ist, weil der Ochse auf dieser Stelle allemahl liegt. Bey den Gärtnern ist das Oculiren mit dem Schilde oder anschilden, dem Oculiren mit dem Ringe entgegen gesetzet. Und so in andern Fällen mehr. 2. In dem ungewissen Geschlechte, das Schild, des -es, plur. die -er, werden in Ober- und Niedersachsen nur die Wapenbilder oder Zeichen der Häuser, ingleichen die aushängenden und auf ein Bret gemahlten Zeichen der Handwerker und Gewerbe das Schild genannt; gleichfalls als eine Anspielung auf einen Wapenschild. Das Schild einziehen, sein Handwerk, sein Gewerbe niederlegen. Anm. 1. Der Unterschied in dem Geschlechte und der Declination dieses Wortes ist im Grunde provinziell und daher nicht zu billigen, obgleich alle Obersächsische Sprachlehrer denselben zu einer grammatischen Regel gemacht haben, Im Oberdeutschen ist dieses Wort ohne Unterschied männlichen Geschlechts, und hat daher im Plural auch ohne Ausnahme die Schilde. In Ober- und Niedersachsen hingegen, besonders im gemeinen Leben, sagt man fast in allen obigen Bedeutungen des männlichen Geschlechts die Schilder; dieses setzt aber ein Wort ungewissen Geschlechts voraus, und wirklich wird es daselbst sehr häufig in allen Bedeutungen als ein Neutrum gebraucht. Indessen hat das Masculinum alle nur erforderlichen Gründe für sich, und es ist der Analogie gemäß, es auch in der letzten Bedeutung eines Zeichens eines Handwerkes oder Gewerbes männlich zu gebrauchen, und folglich auch im Plural die Schilde zu sagen, weil kein Grund vorhanden ist, warum ein Wort in der einen Bedeutung anders geformet werden soll, als in der andern. Aichinger sagt in seiner Sprachkunst ausdrücklich, der Plural, die Schilder, sey ein Eigenthum der Meißner. Anm. 2. Schon bey dem Ottfried und Notker Schilt, im Nieders. gleichfalls Schild, im Engl. Shield, im Angles. Scylt, im Schwed. Sköld, im hebr. שלנזא, Schilteh. Es ist von dem veralteten schalen, schelen, schilen, decken, bedecken, Schwed. skyla, wovon auch unser Schale abstammet. Auf ähnliche Art stammet das Schwed. Hlif, ein Schild, Lat. Clypeus, von lifa, decken, bedecken, und das Lat. Scutum, in den Slavonischen Mundarten Schit, Pohln. Sczyt, Böhm. Skijt, von dem veralteten schuten, bedecken, her, wovon wir noch das Intensivum schützen haben.
6570 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schild

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Schild , ein Hauptwort, welches in einer doppelten Gestalt gebraucht wird. 1. Im männlichen Geschlechte, der Schild, des…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schild

    Goethe-Wörterbuch

    Schild mask od neutr 1) ; Pl -e, selten -er 1 (aus Flechtwerk, Holz, Leder, Metall ua hergestellte, mit einem rückwärtig…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schild

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Schild , allgemeine Schutzwaffe vor der Erfindung des Schießpulvers, oval oder viereckig, aus Holz, Geflecht, Leder, am …

  4. modern
    Dialekt
    Schild

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schild [ʿSìlt, ʿSelt O. U.; Pl. ebenso Co. ] m. Ensish. Co. Bf. , n. Su. Mittl. K. Z. Betschd. 1. Schil…

  5. Spezial
    Schildn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Schild , n ярлык , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schild

557 Bildungen · 374 Erstglied · 182 Zweitglied · 1 Ableitungen

schild‑ als Erstglied (30 von 374)

Schildlaus

SHW

Schild-laus Band 5, Spalte 293-294

Schildweg

SHW

Schild-weg Band 5, Spalte 293-294

Schildwirt

SHW

Schild-wirt Band 5, Spalte 293-294

Schildänte

Adelung

schilda·ente

Die Schildänte , plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der Löffelänte, welche auch Schallänte und von einigen im Latein. Schellaria ge…

schildamsel

DWB

schild·amsel

schildamsel , f. eine auf brust und hals weisz gezeichnete jagbare amselart, turdus torquatus Nemnich. Oken 7, 61 . Döbel 1, 54 ; andere nam…

schildamt

DWB

schild·amt

schildamt , n. , mhd. schildes amt, die ritterliche würde mit ihren rechten und pflichten, s. DWB schild 5.

Schildau

Meyers

schil·dau

Schildau ( Schilda ), Stadt im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Torgau, am Fluß S., hat eine evang. Kirche, ein Denkmal des hier gebornen Gen…

schildbank

DWB

schild·bank

schildbank , n. die schild-, schillbanken, schildbanken, schildplanken dienten in älterer zeit zur aufnahme der welle für die ankerketten un…

schildbar

DWB

schild·bar

schildbar , adj. , berechtigt, den schild zu führen, vom ritterlichen stande; mhd. schiltbære mhd. wb. 2, 2, 131 a . Lexer mhd. handwb. 2, 7…

schildbauer

DWB

schild·bauer

schildbauer , m. besitzer eines freien bauerhofes, der mit den ritterbürtigen gleichgestellt ist. Frisch 2, 181 c ( aus Tirol ).

schildbaum

DWB

schild·baum

schildbaum , m. ein indischer baum, aus dessen sehr zähem und leichtem holz schilde verfertigt werden ( adenanthera falcata ). Oken 3, 1690 …

schildbedeckt

DWB

schild·bedeckt

schildbedeckt , adj. : Pylämenes, ein oberster der schildbedeckten Paphlagonier. Bürger 165 a .

schildbesen

DWB

schild·besen

schildbesen , m. pflanzenname, alyssum incanum, auch weiszes schildbesenkraut genannt. Nemnich ; biscutella, doppelschild, schildbesenkraut.…

Schildbestreuet

Campe

◬ Schildbestreuet , adj . u. adv . mit Schilden bestreuet, in Menge bedeckt. »Die schildbestreueten Felder.« Voß.

schildbett

DWB

schild·bett

schildbett , n. : aber der kaiser schwang sich rasch in den sattel, und jagte brausend zur schanze hinaus, wo Sarno erhöht auf dem schildbet…

schildbewaffnet

DWB

schild·bewaffnet

schildbewaffnet , adj. : ( er ) fand den helden Machaon stehn in den mächtigen reihen des schildbewaffneten volkes. Bürger 215 a .

schildbewehrt

DWB

schildbewehrt , adj. : den schildbewehrten sohn des Telamon. Stolberg 14, 168 .

schild als Zweitglied (30 von 182)

ADLERSCHILD

DWB2

adler·schild

DWB2 ADLERSCHILD m. DWB2 staatl. auszeichnung: DWB2 1910 später waren dem adler zwei bären als schildhalter beigesellt worden, dann war ein …

Altschild

DRW

alt·schild

Altschild nl. outschilt, outscilt eine Münze französischer Herkunft 1598 Fruin,KlSteden II 243 Faksimile MnlWB. V 2056 MnlWB. VII 5048

Amtsschild

Campe

amts·schild

Das Amtsschild , des — es, Mz. die — er. 1) Das Schild, welches ein Amt führet. 2) Das Schild, welches manche niedere Beamtete tragen, und w…

armschild

DWB

arm·schild

armschild , m. clypeus; da jeder schild ursprünglich am arme hieng, so musz die benennung aufgekommen sein, seit man auch grosze, die füsze …

aushängeschild

DWB

aushang·e·schild

aushängeschild , n. signum e domo suspensum: man nahm meinen namen zum motto, mein bildnis zum aushängeschild. Tieck 3, 10 .

backschild

DWB

back·schild

backschild , m. backmulde, abweichende lesart für badschild. weisth. 3, 356.

badeschild

DWB

bade·schild

badeschild , m. alveus balnearius, badewanne: auch sal man einen armen man in diseme gerichte lassen sitzen uf dem sime, die wile he sich ma…

bierschild

DWB

bier·schild

bierschild , n. , das ausgehängte schild zum zeichen der schenke: das bierschild zu einer klippschenke. Fr. Müller 1, 168 .

Binnelschild

MeckWB

Wossidia Binnelschild n. Schild im Amtssiegel der Glaser: 'in der Mitte auf einem größeren Schilde 3 Bindelschilder' Gem. Aufs. 1783, S. 90.

blumenschild

DWB

blumen·schild

blumenschild , m. , nach Tac. Germ. 6 scuta lectissimis coloribus distinguunt ( vgl. blumig, bunt): o jünglinge mit den blumenschilden, die …

Bothenschild

Campe

bothe·n·schild

Der Bothenschild , des — es, Mz. die — e, ein kleiner blecherner Schild, am Arm oder auf der Brust mit einem Wappen, den manche öffentliche …

Bronzeschild

GWB

bronze·schild

Bronzeschild Hofrath Helbig, wegen des künstlich getriebenen B-es auf Großherzoglicher Bibliothek 1) GWB Tgb 13.12.28 1) Bezug nicht ermitte…

Busenschild

Campe

busen·schild

○ Das Busenschild , des — es, Mz. die — er; Verkleinerungsw. das Busenschildchen, des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein kleiner, langrunder oder run…

deckschild

DWB2

deck·schild

deckschild m. schildförmige platte bei insekten: 1793 Donndorff thiergesch. 600. 1869 Brehm thierleben ( 1864 ) 6,8.

doppelschild

DWB

doppel·schild

doppelschild , m. in der botanik eine pflanze mit vier langen und zwei kurzen staubfäden und mit kleinen, oben und unten zweitheiligen schot…

emailleschild

DWB2

emaille·schild

emailschild , emailleschild n. : ⟨1919⟩ Bröger held (1930)45. 1978 Härtling Hubert 96. Peperkorn

erzschild

DWB2

erz·schild

erzschild m. : 1832 Droysen Aischylos 2,133. 1882 C. F. Meyer s. w. 1,95 L.

firmenschild

DWB2

firmen·schild

firmenschild n. (zu DWB2 2 ): 1911 Worgitzky lebensfragen 27. 1997 frankf. allg. ztg. 118,11.

Ableitungen von schild (1 von 1)

beschilden

DWB

beschilden , scuto munire, beschildet scutatus: o wie würd der flegelbeschiltete Marcolfus so stolz werden? Garg. 26 a ; o tochter des schre…