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Scheuen

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Campe
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Scheuen v., ntr, trs, rec

Bd. 4, Sp. 117b
Scheuen, v. I) ntr. mit haben. 1) Scheu empfinden oder scheu werden. »Das Pferd scheuete davor.« (R.) »Gumars Roß scheuete durch das Feuer zu gehen, aber Siegemund seines setzte glücklich drüber.« Bragur (R.). 2) Mit der Fügung eines trs. als ein Übel vermeiden, oder zu vermeiden suchen. Sprichw. Gebrannte Kinder scheuen das Feuer. Die Arbeit, die Mühe scheuen. Das Licht scheuen. I weiterer Bedeutung, fürchten. Thue Recht und scheue niemand. II) rec. Sich scheuen. 1) Scheu empfinden und sich von dem Dinge, wovor man Scheu empfindet, zu entfernen oder es zu vermeiden suchen. Das Pferd scheuet sich vor der Windmühle, vor dem Feuer, vor dem Schießen  Furchtsam gemachte Kinder scheuen sich vor jedem Fremden. Sich scheuen einen Kranken zu besuchen, aus Furcht angesteckt zu werden oder aus Widerwillen, einen solchen Kranken zu sehen. Sich scheuen von einer Speise zu genießen, weil man fürchtet, sie werde nicht bekommen  Sich vor der Arbeit, vor der Mühe, vor der Kälte scheuen. Zuweilen auch mit dem zweiten Falle. »Wenn ihr euch auch der Sünde nicht scheuet, so solltet ihr euch der Schande fürchten« Hermes. 2) Gefühle der Achtung hegen, wie auch, aus Achtung und um die Achtung, oder den Wohlstand nicht zu verletzen, zu thun vermeiden. Sich vor niemand scheuen. Vor wem sollt' ich mich denn scheuen? Ih scheue mich, es zu sagen, zu thun. »Drum scheue dich, mich zu erzürnen.« Kosegarten (R.). — D. Scheuen.
1435 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Scheuen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Scheuen , verb. reg. act. et reciproc. welches eigentlich fliehen bedeutet hat, von welchem jetzt veralteten Gebrauche n…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    scheuen

    Goethe-Wörterbuch

    scheuen -eü- DjG 3 1,30,7 ; Kleinschr subst Inf B4,17,25 1 intr: zurückschrecken; meist absolut, auch ‘vor etw s.’ a ers…

  3. modern
    Dialekt
    scheuenschw., st.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    scheuen schw., st. : 1. wie schd., scheie (šaiə) [verbr., Christmann Kaulb 73 Müller Dietschw 60 Lambert Penns 132], sch…

  4. Sprichwörter
    Scheuen

    Wander (Sprichwörter)

    Scheuen 1. Man schewet niemand mehr als die Armen. – Lehmann, 45, 24. 2. Was einer scheut, das muss er haben. – Simrock,…

  5. Spezial
    scheuen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    scheu|en I vb.tr. 1 (vermeiden) schivé (-va), tigní fora 2 (fürchten) se temëi , avëi tëma II vb.refl. sich scheuen (sic…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheuen

5 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

scheuen‑ als Erstglied (1 von 1)

scheuenpflug

DWB

scheuen·pflug

scheuenpflug , m. bezeichnung eines einsamen, menschenscheuen, scheuchenpflug gramm. 2, 961: allein ist eim am besten. einsamer schatz, felt…

scheuen als Zweitglied (2 von 2)

abscheuen

DWB

abscheuen , n. horror, ein intransitives abscheuen horrere, mhd. abe schiehen, voraussetzend, für das belege mangeln, nnl. afschouwen; ein a…

verabscheuen

DWB

ver·abscheuen

verabscheuen , verb. abscheu hegen gegen etwas, gegen jemand. transitivum zu abscheuen, welches von Grimm th. 1, 98 neben transitivem absche…

Ableitungen von scheuen (2 von 2)

erscheuen

DWB

erscheuen , expavere, pavere, horrere, erfürchten, befürchten, scheuhen, ahd. irsciuhan, mhd. erschiuhen, erst mit gen. der sache, dann mit …

verscheuen

PfWB

ver-scheuen schw. : = verscheuchen 2. Das es wie e verscheit Hinkel [ RO-Als , Gal-Josbg ]. Syn. s. vergälstern . Südhess. II 604 ; Rhein. V…