Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
sâme swm.
1. eigentlich.
a. samenkorn. mit sînem sâmen gie ein man ûʒ drâte. dô er den sâmen sâte Barl. 41,10 Pf. vgl. ich sæje.
b. aufgegangener same, saatfeld, erdboden. verbrande in ir sâmen Griesh. pred. 2,42. einen ûf den sâmen vellen Iw. 259 u. anm. z. 7086. diz mære manegen valte hinderʒ ors ûf den sâmen Parz. 60,19. die bluomen und der sâme mit tôten wurden überladen troj. s. 255. c. die rotte beide kâmen geriuschet ûf den sâmen das. s. 215. c. si zogeten ûf den sâmen, die sâmen das. s. 196. c. 291. d. turn. Massm. denkm. 144. b. zwei tûsent ritter kâmen gezogen ûf den sâmen Engelh. 2668. — auft S. Martinstag sond die sâmen verziunt werden Gr. w. 1,270.
2. uneigentlich.
a. Untriuwe hât ir sâmen ûʒ gerêret Walth. 21,32. daʒ ist guot für des tievels sâmen das. 31,34. den sâmen kan der tiuvel gebn das. kann er anstiften: man velschet elliu rehtiu lebn Vrid. 67,25 u. anm. der tiuvel hât gesæt den sînen sâmen in diu lant MS. 2,111. a. dô der Tôt sînen sâmen under si gesæte W. Wh. 361,16. lœs uns vor allem bœsen sâmen Ls. 3,554. vgl. ich sæje.
b. sîns heres mich bevilte: ir kom ouch kûme der sâme widr Parz. 215,25. — der männliche same von menschen und thieren Megb. s. 701. arzneib. D. 52. — dô chom von Adâme ein vil guot sâme, ein sun Diemer 11,20. ich trage alhie doch sînen lîp und sînes verhes sâmen Parz. 109,27. nu habe wir sînes sâmen, der anherre er ist gesîn Ludw. kreuzf. 1035. daʒ sînes kindes kint wurden sâmen bernde sint vaterunser 1567.