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saeckel

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Säckel

Bd. 3, Sp. 1693
Säckel 1. Alte seckel schliessen vbel. – Tappius, 8a; Simrock, 8661; Körte, 5530. Lat.: E perforato poculo bibere. (Tappius, 7b.) 2. Auss eins andern seckel ist gut gelt zehlen. – Gruter, I, 6; Winckler, X, 29. Die Russen: Aus eines andern Säckel zieht man Rubel, wie aus dem eigenen Kopeken. (Altmann VI, 468.) 3. Da mein Seckel auffgeht, da raucht mein kuchen. – Lehmann, 255, 26 u. 922, 4; Eiselein, 566; Simrock, 8660. Schwed.: Den som haar wärd, han får fuller swärd. – Har man det som klinger, man får fuller den som springer. (Grubb, 313.) 4. Das und das ein macht den Säckel rein; das und gins bringt einen grossen Zins. 5. Den Seckel mit Geld muss man nicht vergessen. – Lehmann, 780, 11. 6. Einer macht die seckel, der ander schneid sie ab. – Gruter, III, 30; Lehmann, II, 151, 83. 7. Es ist alles um des Säckels willen, wenn wir nur die Säckel füllen. – Eiselein, 566. 8. Langsam zum Seckel, hurtig zum hut, hilfft manchem Jungen blut. – Lehmann, 410, 32; Eiselein, 566; Chaos, 376; Schuppius, Schriften, III, 391; Simrock, 8664; Körte, 5529. It.: Cortesia di bocca, mano al capello, poco costa ed è buono e bello. 9. Man gibt aus Einem Säckel allerlei Münzen. 10. 'S händ nit alle volle Säckel, die schöne Chleider träget. (Aargau.) – Schweiz, II, 184, 36. 11. Säckel und Stift gehören (müssen) zusammen (bleiben). – Pistor., I, 86; Simrock, 8663; Graf, 643, 54. Ein Landesherr erklärte dies Wort dahin, alle Stiftungen nützten wenig, wenn sie nicht zum gemeinen Besten verwandt würden. Der Witz liegt in Säckel und säcularisiren; in Stift, mit dem der Geldsack geschlossen wird, und in Stiftung. 12. Vor vollem Säckel geht jede Thür auf. Mhd.: Won ein sprüchwort saget daz, dem der stecket vol, den hört man gern und gelaubt im wol. (Ring.) (Zingerle, 120.) 13. Was nützt ein Säckel ohne Stift. – Pistor., I, 86. Wer sein Gut nicht verwahrt, ist dessen bald ledig. 14. Wenn viel Seckel in einem Hause sind, so muss man verderben. – Petri, II, 675. 15. Wer einen schweren Säckel hat, der ist gelehrt genug. – Krahn, 16. Lat.: Divinum ingenium plena crumena facit. (Seybold, 132; Binder I, 352; II, 822; Philippi, I, 123.) 16. A nimmt aus'm letzten Säckel a letzten Dreier. (Hirschberg.) 17. Den Säckel eng halten. 18. Er hat weder seckel noch gelt. (S. Hund 1571.) – Franck, II, 23b. 19. Er muss in den schweren Säckel blasen, dass güldin Federn daraus stieben. – Steinhövel. 20. Sein Säckel hat die Schwindsucht. Lat.: Tam male nil cusum, quod nullum prosit ad usum. (Chaos, 681.) 21. Sein seckel ist von teuffels leder gemacht. Es kann kein Geld halten. Eurycius Cordus pflegte zu sagen, dass sein Seckel von Teuffels leder gemacht, der Teuffel hasst das Creutz, so hasse sein seckel auch die Creutzer, oder bleib kein Kreutzer in denselben. (Zinkgref, IV, 123.)
2808 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Säckel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Säckel , S. Adelung Seckel .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Säckel

    Goethe-Wörterbuch

    Säckel auch ‘Seckel’ a Beutel, Geldtasche, Geldbeutel Was jeder Handwerksbursch im Grund des S-s spart GWB 14,145 Faust …

  3. modern
    Dialekt
    Säckel

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Säckel PfWB ElsWB -ęg-, Pl. -ələ das Wort ist Rhfrk auf dem Hunsr. südl. der kurtrier. Grenze, an der Nahe (pfälzische K…

  4. Sprichwörter
    Säckel

    Wander (Sprichwörter)

    Säckel 1. Alte seckel schliessen vbel. – Tappius, 8 a ; Simrock, 8661; Körte, 5530. Lat. : E perforato poculo bibere. ( …

  5. Spezial
    Säckel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sä|ckel m. (-s,-) 1 (Hosentasche) gofa (gofes) f. , sacocia (-ces) f. 2 (Geldbeutel) tacuin (-s) m. , bursa (-ses) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saeckel

104 Bildungen · 36 Erstglied · 68 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von saeckel 2 Komponenten

sac+kel

saeckel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

saeckel‑ als Erstglied (30 von 36)

säckelabschneider

DWB

saeckel·abschneider

säckelabschneider , m. taschendieb ( vergl. säckelschneider): säckelabschneider, crumeniseca, manticularius Frischlin nomencl. 234 a ; wechs…

säckelamt

DWB

saeckel·amt

säckelamt , n. 1) das schatzamt. 2) das amt des säckelmeisters. Campe.

säckelblume

DWB

saeckel·blume

säckelblume , f. name für das säckelkraut ( s. daselbst ). Campe. gemeine seckelblume, ceanothus americanus, ein amerikanischer strauch. Oke…

säckeldieb

DWB

saeckel·dieb

säckeldieb , m. , auch säckelsdieb, einer, der säckel stiehlt, taschendieb: gemeiner seckelsdieb, peculator Frischlin nomencl. 234 a ; saccu…

Säckelekrut

ElsWB

saeckel·e·krut

Säckelekrut n. Hirtentäschelkraut, Capsella bursa pastoris Horbg. Kirschl. 1, 71. — vgl. Idiotikon Schweiz. 3, 907.

Säckelezäpfer

ElsWB

Säckelezäpfer m. Hirtentäschelkraut, Capsella bursa pastoris Münster .

säckelfeger

DWB

saeckel·feger

säckelfeger , m. scheltwort für einen verschwender: auf einen guten heger folgt (wie das sprichwort heist) ein guter seckelfeger, zwey schel…

Säckelgeld

PfWB

saeckel·geld

Säckel-geld n. : 'Taschengeld', -geld [ RO-Als Odh ]. SHW Südhess. V 18 . —

säckelhaft

DWB

saeckel·haft

säckelhaft , adj. und adv. in der form eines sackes oder eines säckels. Stieler 1, 1660 .

Säckelhochzeit

PfWB

saeckel·hochzeit

Säckel-hochzeit f. : 'Hochzeit, bei der schon vorehelicher Nachwuchs vorhanden ist', -hochzet [ LA-Wollmh ]. —

säckelkammer

DWB

saeckel·kammer

säckelkammer , f. schatzkammer: Adlareich ein junger gar edler Gotlender ward an die Donau alda der römischen gränitz landshauptman gesetzt,…

säckelkraut

DWB

saeckel·kraut

säckelkraut , n. gemeines täschelkraut, hirtentäschelkraut, thlaspi bursa pastoris. Nemnich 3, 483 . persicum, seckel kraut, sinape persicum…

säckelleer

DWB

saeckel·leer

säckelleer , adj. leer im säckel: dein volk auch, die soldaten trägt eysen in der faust, und bastschue an den füszen, ist bauch- und seckell…

säckelmeister

DWB

saeckel·meister

säckelmeister , m. nummularius Dief. 385 a , schatzmeister, verwalter einer casse: tribunus aerarius, der schatz-, seckel- oder pfennigmeist…

säckelmeisteramt

DWB

saeckel·meisteramt

säckelmeisteramt , n. das amt eines säckelmeisters. übertragen auf das römische quästoramt: weil das säckelmeisteramt als erste staffel der …

säckelmeisterin

DWB

saeckel·meisterin

säckelmeisterin , f. : denn die alte mutter war die bankdirektrice und säkelmeisterin des Schwers'schen gemeinsäkels. J. Paul jubels. 15 .

Säckelmeß

PfWB

saeckel·mess

Säckel-meß , Säckel-messer n. : 'Taschenmesser', -meß, -messeʳ [ RO-Odh ]; vgl. PfWB Meß . SHW Südhess. V 18 ; RhWB Rhein. VII 680 . —

Säckelmist

PfWB

saeckel·mist

Säckel-mist m. : = PfWB Säckeldünger , -mischt [ BZ-Albw ], -mescht [ BZ-Apphf ].

säckeln1

PfWB

säckeln 1 schw. : 1. a. 'etwas einsacken, in seine Taschen stecken', säck(e)le (segələ, seglə) [mancherorts WPf NPf SP-Berghs LA-Ranschb Gla…

säckeln2

PfWB

säckeln 2 schw. : ' schnell laufen, springen ', säckele (segələ) [LA-Queichh Land]; vgl. PfWB sackern , PfWB säckern . SHW Südhess. V 18/19 …

säckelraub

DWB

saeckel·raub

säckelraub , m. beraubung eines schatzes, einer casse: gemeiner seckelsraub, depeculatio. Frischlin nomencl. 234 a .

Säckelsbrühe

PfWB

saeckel·s·bruehe

Säckels-brühe f. : ' schlechter, saurer Wein ', Säcklsbrih ('segls̩brī) [ LA-Ilbh ]; vgl. PfWB Säckerwein und ElsWB Els. II 865 Seckelwasser…

saeckel als Zweitglied (30 von 68)

ALMOSENSÄCKEL

DWB2

almosen·saeckel

DWB2 ALMOSENSÄCKEL m. DWB2 almosenkasse; auch ‘beutel zum sammeln von almosen ’ DWB2 1536 das er seinem .. erpieten gemeß in allmusenssegkel…

Bocksäckel

PfWB

bock·saeckel

 Bock-säckel m. : in der RA.: en Bockseckel aaⁿhenke 'beim Kegeln weniger als 6 Treffer machen' [ Lambert Penns 31]; vgl. BadWB Bad. I 277 …

Emsensäckel

ElsWB

ems·en·saeckel

Emse n säckel n. die kitzliche Stelle am Ellenbogen, eig. Ameisensäckchen. Dër hat m i r ans E. gestosst Dehli. JB. XI 55 ; vgl. auch Narre …

Farr(en)säckel

PfWB

farren·saeckel

Farr(en)-säckel n. : 'Herbstzeitlose', urspr. wohl 'Glied des Farren', Farresäckel [ NW-Geinsh LA-Siebdg BZ-Blankbn GH-Weingt ]; vgl. PfWB F…

Geldsäckel

Pfeifer_etym

geld·saeckel

Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. …

Gemeinesäckel

PfWB

gemeine·saeckel

Gemeine-säckel m. : 'Gemeindekasse', -säckel [ LU-Opp ]. SHW Südhess. II 1240 ; RhWB Rhein. V 1045 . —

glück(s)säckel

DWB

glucks·saeckel

glück(s)säckel , m., n. , geldbeutel von wunderbarer unerschöpflichkeit, aus dem volksbuch von Fortunatus in die volksvorstellung eingedrung…

Hexensäckel

PfWB

hexen·saeckel

Hexen-säckel m. : 'kleiner, blauer Wiesenpilz'; bloo wie 'n Hexesäckel [ SP-Harths ]. —

Hurensäckel

PfWB

huren·saeckel

Huren-säckel m. : = PfWB Hurenvogel , -säckel [mancherorts mittl. u. südl. VPf]. SHW Südhess. III 843 ; BadWB Bad. II 798/99 . —

Krüttersäckel

ElsWB

Krüttersäckel [Kritərsakl U. ] n. Säckchen mit allerlei Arzneipflanzen.

Lumpensäckel

PfWB

lumpen·saeckel

Lumpen-sack , Lumpen-säckel m. : 1. 'Sack, in dem man alte Lumpen aufbewahrt', -sack [mancherorts, Lambert Penns 101]. RA.: Der kummt doher …