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roch

ahd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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21 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

roch n. m.

Bd. 14, Sp. 1089
roch, roche, n. m. der thurm im schachspiel, elephas Schottel, gen. des rochens Frisch 2, 123b. das wort hat weder mit franz. roche felsen, noch mit ital. rocca, schlosz etwas zu thun, sondern stammt aus dem pers. rokh, kameel mit bogenschützen besetzt. dasz diese etymologie die richtige sei, haben dargethan Massmann gesch. d. schachsp. im mittelalter § 11 anm. 70 und besonders v. d. Linde gesch. und litt. des schachsp. 2, 180 fg., weiteres zur etymologie bei Diez 1, 356 und Andresen volksetym. 29. das wort hat mit dem schachspiel seinen einzug bei den meisten culturnationen gehalten; altfranz. und prov. roc, ital. rocco, mittelengl. rooke, mittellat. mhd. rocus, rochus, roch (in ludo) Dief. u. s. w.; erst in neuerer zeit haben die Franzosen tour wie wir unser turm dafür eingesetzt. die form roche ist die jüngere; auch das geschlecht schwankt zwischen masc. und neutr.; im letzteren falle erscheint auch rach. 11) in eigentlicher bedeutung ist das wort aus dem mittelalter reichlich zu belegen; seltener aus der neuzeit, wo es sich meist nur in büchern über die regeln des spiels findet: nun sind auf dem spil zway roch, die gand gar weit und fer auf aim schlechten ebnen weg, und sind dem küng gar nütz, und behütend und bewarnend das gantz spil. meister Ingold goldenes spiel 33 Schröder; darnach zeühe deinen alten hinder den vanden der bey der königinn gestanden ist vor das roch. Mennels schachzabel von 1520 bei Massmann 196; und werden von den alten interreges, das ist stadthalter der weit abgelegenen landen .. sonsten elefanten, türne oder rochen .. genennet. G. Selenus (1616) bei v. d. Linde 2, 182; wie der roche im schach bei den verschiedenen völkern bald ein kameel war, bald ein elephant, eine krähe, ein hahn, ein thurm: so spielt vor den kindern ein spielzeug oft alle rollen. J. Paul Levana 94; der markis sprach: 'mîn zuht daʒ sol vertragen als ich nu beste kan'. ein roch nam (schlug) er erst sân: 'eʒ ist noch iwer, geruochet ir sîn' sprach der markis zer künegîn. Ulr. v. Türheim Wilh. von Oranse bei Massmann 59; eʒ wære künec oder roch, daʒ warf si (Antikonie) gein den vînden doch: eʒ was grôʒ und swære. man sagt von ir diu mære, swen da erreichte ir wurfes swanc, der strûchte âne sînen danc. Parz. 408, 29; denn so bekam der roche feld: und sie (Sittah) war hin. Lessing Nathan 2, 9. 22) besonders beliebt ist mhd. die sprichwörtliche wendung ein (oder beidiu) roch umb einen venden (einen bauern) geben im sinne von einen schlechten tausch machen: ein wolf unde ein witzic man sazten schâchzabel an: si wurden spilnde umbe guot. der wolf begonde sinen muot nâch sînem vater wenden. dô kam ein wider dar gegân: dô gab er beidiu roch umb einen venden. minnes. frühl. 27, 26; man gît ein roch ze wehsel umb ein venden. Frauenlob 120, 8 Ettmüller; nu kam gegangen dar ein lamp, do begund er (der wolf) âne lougen über bret gar tougen sîn ouge zem lambe wenden; des gap er umb ein venden dâ ze mâle beidiu roch: er rekripft daʒ lamp, unt vlôch. Reinhart Fuchs 350, 1619; und gerâtentz (unstætiu wîp) sô verwenden daʒ sî kûme einen venden gewinnent dâ sî riter und roch möhten gewinnen doch, ob sî durch rehte lêre behielten zuht und êre. 351, 1629; ich gäb ain venden umb ain roch. Hätzlerin 2, 72, 77. ein andere redensart bezieht sich auf das schachbieten dem könig gegenüber mittels des thurmes: ich sprich schach und sprich roch. handschr. bei Schm. 2, 21; wan man mag nicht sprechen schach roch auf ungeleichen velden. meister Ingold goldenes spiel 33 Schröder. auf ethische verhältnisse übertragen bedeutet die redensart so viel wie 'fluch dieser oder jener person!' z. b.: 'ich schrîge den roch uber uch heiden! ach, edeler keiser, das ich muosz von uch scheiden, das müsse nuon gott erbarmen!' Morolt 27a (Hagen u. Büsching deutsche ged. des mittelalters 1); und hat mit willen sich gewettin in daʒ senfte gotis ioch, si tet dem tiefil scharoch und och an sinen creftin mat in mittin in deʒ spils stat. H. v. Langenstein Martina 6, 12. 33) in der schachsymbolik des mittelalters bezeichnen die rochen ratgeber des königs; vgl. besonders das goldene spiel von meister Ingold 33 fg. nebst Schröders vorrede. 44) als wappenemblem und sonstiges abzeichen wurde das roch mit vorliebe verwendet; über entstehung und verbreitung dieser sitte handelt ausführlich v. d. Linde gesch. und litt. des schachsp. 2, 189 fg. drey schwarzer roch in aim gelben feld als wappen der grafen von Montfort erwähnt Lirer schwäb. chron. fol. 33b bei Frisch 2, 123b; der schilt weisz, darinn ein schwarz roch. der schilt grün, darinn ein weisz roch und oben ein schwarz federböschlein. handschr. bei Birlinger 375a; in sînem (Aropatins) vanen stuont ein roch: daʒ bedûte sînen wîten grif, daʒ im diu erde unt diu schif volleclîche gâben rîchen zins. Willehalm 382, 2. 55) von roche wurden abgeleitet rochade und rochieren. beides bezeichnet eine von der sonstigen gangart beider steine abweichende bewegung des königs und eines der beiden thürme. diese bewegung findet gewöhnlich zu eingang des spieles statt und hat den zweck, die stellung des königs zu sichern. die rochade ist italienischen ursprungs; vgl. v. d. Linde gesch. u. litt. 1, 359. 360. 2, 207. 208.
5236 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    roch(-)

    Althochdeutsches Wörterbuch

    roch ( - ) s. auch rocko.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ROCHstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    ROCH stn. figur im schachspiel, der elephant, der thurm. franz. roc , pers. rokh nhd. kameel. dô begund er âne tougen üb…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rochM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    roch , M. nhd. Turmfigur im Schachspiel Hw.: vgl. mhd. roch (1) Q.: Schachb. 192 V. 5732 (14. Jh.) E.: s. frz. roc, Sb.,…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    rochn. m.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    roch , roche , n. m. der thurm im schachspiel, elephas Schottel, gen. des rochens Frisch 2, 123 b . das wort hat weder m…

  5. modern
    Dialekt
    Rochm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Roch -u- m. Roche, Raja; raja 'ein Roche' Chytr. 389; 'Germani et Flandri Roch ... Haud scio an idem sit marinus piscis,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit roch

173 Bildungen · 108 Erstglied · 61 Zweitglied · 4 Ableitungen

roch‑ als Erstglied (30 von 108)

Rochambeau

Meyers

Rochambeau (spr. -schangbo), 1) Jean Baptiste Donatien de Vimeur, Graf , Marschall von Frankreich, geb. 1. Juli 1725 in Vendôme, gest. 10. M…

Rochau

Meyers

roc·hau

Rochau , August Ludwig von , Geschichtschreiber, geb. 20. Aug. 1810 in Wolfenbüttel, gest. 15. Okt. 1873 in Heidelberg, studierte die Rechte…

Rochdale

Meyers

roch·dale

Rochdale (spr. róttsch-dēl), Stadt und Grafschaft im nordwestlichen England, am Roch (über den drei Brücken führen), 9 km nördlich von Oldha…

Roche-Aymon

Herder

Roche-Aymon (Rosch-Aemong), Antoine Charles Etienne Paul, Graf, geb. 1775, wanderte zu Anfang der Revolution aus, diente zuerst im Condé'sch…

Rochechouart

Meyers

Rochechouart (spr. rosch'schuār), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Obervienne, auf einem Felsen (241 m ü. M.), an der Graine und …

Rochefort

Meyers

roche·fort

Rochefort (spr. rosch'sōr), Victor Henri, Graf von R.-Luçay , franz. Journalist, geb. 30. Jan. 1830 in Paris, war Hilfsschreiber bei der Par…

Rochegrosse

Meyers

roche·grosse

Rochegrosse (spr. rosch'gróss'), Georges , franz. Maler, geb. 2. Aug. 1859 in Versailles, bildete sich auf der Ecole des beaux-arts in Paris…

rochel

DWB

roc·hel

rochel , f.? bei den holzflöszern auf der Elbe eine rund zusammengebundene und verdrehte wiede. Jacobsson 3, 427 b .

rochelen (rögelen, röchel)

LW

rochelen (rögelen, röchel), n., ital. rocchetto, Chorhemd, feine (leinene, gew. weisse) Überkleider mit engen Ermeln.

Rochelle, La

Meyers

Rochelle, La (spr. -schäl'), Hauptstadt des franz. Depart. Niedercharente, an einer Bai des durch die Inseln Ré und Oleron gebildeten Golfes…

Rochellesalz

Meyers

Rochellesalz (spr. roschäl'-), soviel wie weinsaures Kalinatron, s. Weinsäure .

Rochelmōr(eⁿ) N

Idiotikon

Rochelmōr(eⁿ) N. Band 4, Spalte 378 Rochelmōr(eⁿ) N. 4,378

rocheln

DWB

roch·eln

rocheln , plur., wahrscheinlich fem., eine art überröcke mit engen ärmeln, eine kleidung der geistlichen, ein chorrock. brem. wb. 3, 509; ro…

rocheln I

RhWB

rocheln I = schüren s. rockeln.

rocheln II

RhWB

rocheln II, röcheln, im Ablaut zu racheln, rucheln, richeln das Wort ist ziemlich allg., vielfach z. B. Birkf nur nach dem Nhd. (s. u. im ei…

Rochelpott

RhWB

rochel·pott

Rochel-pott əltspat Heinsb-Karken m.: verächtl. einer, der röchelnd hustet.

Rochelus

RhWB

roche·lus

Rochelus rōxəlus  Wittl-Cröv Sg. t. m.: Schreckgestalt, ein fürchterliches Tier mit Augen wie Zinnteller u. einem Schwanz wie ein Knüppel…

rochelvōrt

MNWB

rochel·vort

*° rochelvōrt , -vārt , f. : im Watt aufgestellte Fanganlage für Rochen, ên r. van underschê(i)tlĩke pâlen ût van Westerlant Fö̂r ûttõschlân…

rochelvārt

KöblerMnd

rochelvārt , F. Vw.: s. rochelvōrt

rochelvōrt

KöblerMnd

rochelvōrt , F. nhd. im Watt aufgestellte Fanganlage für Rochen Q.: Faltings Dingprot. 2 225 (1658-1671) E.: s. rochel (3), vōrt (2) L.: Mnd…

roch als Zweitglied (30 von 61)

anroch

KöblerMhd

anroch , st. M. Vw.: s. aneruch

bedroch

MNWB

bed·roch

bedroch , m. , Betrug; betrügerischer Vorsatz .

bêrkrôch

MNWB

berk·roch

bêrkrôch (-g-) , m. , Wirtshaus; b. hōlden Zechgelage halten.

dêchtroch

KöblerMnd

dêchtroch , M. Vw.: s. dēchtroch

dēchtroch

KöblerMnd

dēchtroch , M. nhd. Teigmulde, Mulde (F.) E.: s. dēch (1), troch W.: s. nhd. Teigtrog, M., Teigtrog, DW 21, 237? L.: MndHwb 1, 403 (dê[i]cht…

gewroch

KöblerMnd

gewroch , Sb. nhd. Tadel, Rüge E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 123b (gewroch)

graskrôch

MNWB

gras·kroch

° graskrôch , m. , grasbewachsener Koog, Krog, eingedeichtes Grasland in der Marsch (Dithmarschen), s. krôch.

hêroch

KöblerAfries

hêroch , Adj. Vw.: s. hêrich

iēroch

KöblerAfries

iēroch , Adj. Vw.: s. jērich<o:p></o:p>

jēroch

KöblerAfries

jēroch , Adj. Vw.: s. jērich

kersenkrôch

MNWB

kerse·n·kroch

° kersenkrôch (-krogk) , m. , während des Brauvorganges abgefülltes Gewürzbier (Ub. Hameln 1, 330), vgl. kersedrank.

klipkrôch

MNWB

klipkrôch , m. , Winkelschenke, Kneipe.

knēdetroch

MNWB

knēdetroch Trog, Mulde zum Teigkneten, Backtrog.

knēdetroch

KöblerMnd

knēdetroch , M. nhd. „Knettrog”, Knettrog, Backtrog, Mulde (F.) (2) zum Teigkneten Hw.: vgl. mhd. knettroc E.: s. knēden, troch W.: s. nhd. …

kȫltroch

KöblerMnd

kȫltroch , M. nhd. Kühltrog, Gefäß zum Abkühlen ÜG.: lat. lacus E.: s. kȫlen, troch W.: s. nhd. Kühltrog, M., Kühltrog, DW 11, 2571? L.: Mnd…

löschetroch

KöblerMnd

lösche·troch

löschetroch , M. nhd. „Löschtrog“, Schöpfeimer ÜG.: lat. situlabra E.: s. löschen, troch W.: s. nhd. Löschtrog, M., Löschtrog, DW 12, 1181? …

MARROCH

BMZ

marr·och

MARROCH nom. propr. Marocco. Parz. 15. 561. W. Wh. 73. 94. 96. 236. 357.

Noaberskrôch

Wander

Noaberskrôch Noaberskrôch (s. Nobiskrug). 1. He wirt boall noa Noaberskrôch goan. Von einem Sterbenskranken. Besonders heisst es von einem, …

Ableitungen von roch (4 von 4)

berochen

Lexer

be-rochen part. s. beriechen.

geroch

DWB

geroch , m. , nebenform zu geruch, s. d.; geroch im hausbuch des germ. mus. aus dem 15. jh. ( der büchsenmeister soll sich hüten vor dem ger…

gerochen

DWB

gerochen , geröchen , s. gerechen .

roche

DWB

roche , m. f. der seefisch raja; franz. raie, engl. ray, holl. roch, dän. rokke, schwed. racka; roch eyn vysch Theutonista 1475. das wort fe…