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Rain

ahd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rain

Bd. 3, Sp. 923
Der Rain, des -es, plur. die -e, Dimin. das Rainchen, ein noch auf dem Lande vieler Gegenden, besonders Obersachsens, übliches Wort, welches in verschiedenen Bedeutungen vorkommt. 1) Ein Hügel, wovon Frisch einige Beyspiele anführet, aus welchen diese Bedeutung aber noch nicht erweislich ist, indem entweder der Begriff der mit Gras bewachsenen grünen Fläche, oder auch der Gränze darin der herrschende zu seyn scheinet. 2) Ein mit Gras bewachsener grüner Platz; ein Anger. So ist der Gemeinderain ein solcher Platz, welcher zur Weide dienet. Der Schießrain, ein grüner Platz, worauf sich die Bürgerschaft im Schießen zu üben pflegt. Da aber auch in diesen Fällen der Begriff der Länge und geringen Breite Statt findet, so scheinet es auch hier zu der folgenden Bedeutung zu gehören. 3) Am häufigsten ist in der Landwirthschaft der Rain ein schmaler Strich Landes, welcher zwischen zwey Äckern ungepflügt liegen bleibet, und mit Gras bewachsen ist, da er denn diesen Äckern so wohl zur Gränze dienet, als auch als eine Weide und zur Gräserey genutzt wird; der Rasenrain, Gränzrain, Feldrain, Schiedrain. Den Rain abpflügen, oder, wie man in einigen Gegenden sagt, absacken, etwas davon zu seinem Acker pflügen. In weiterer Bedeutung wird auch die Gränze einer Dorfflur, so fern sie aus einem ungepflügten mit Gras bewachsenen Lande bestehet, ein Rain genannt, welches Wort denn auch wohl in noch weiterer Bedeutung von einigen von einer jeden Gränze überhaupt gebraucht wird. Anm. Im Nieders. Reen. Wer den Begriff der grünen mit Gras bewachsenen Beschaffenheit für den herrschenden in diesem Worte hält, wird es ohne großen Zwang von grün ableiten können, welches nur den Gaumenlaut vor sich genommen hat. Allein es scheinet der Hauptbegriff in der langen schmalen Beschaffenheit der Feldraine der dritten Bedeutung zu liegen, so daß Rain eigentlich einen langen schmalen Körper, und in weiterer Bedeutung, das äußerste dieser Art an einem Körper bedeuten würde. Rain ist also ein naher Verwandter von rahn, rahnig, Rand, Ranst, Rinde, wovon mit allerley Vor- und Nachlauten auch Brink, Franse, Braune in Augenbraune, Gränze, Strand u. s. f. abstammen. Im Schwed. ist Ren so wohl ein Pfahl, als die Gränze. Ottfrieds rinan, berühren, und figürlich gränzen, gehöret auch dahin, S. Rainen. Da die meisten Verwandten dieses Wortes ein a haben, so schreibt man es auch gemeiniglich mit einem ai, so fremd und widrig dieser Oberdeutsche Doppellaut den Hochdeutschen auch klingt. Indessen schreiben und sprechen die Niederdeutschen und alle ihre Sprachverwandten Reen; und wer wollte es den Hochdeutschen verargen, wenn sie Rein schrieben, da sie wirklich so sprechen? Eine Zweydeutigkeit mit rein, purus, ist nicht zu befürchten, da der Fall wohl nicht leicht vorkommen dürfte. Das Oberdeutsche Rain, ein Tiegel, gehöret zu einem eigenen Stamme.
2852 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    rain

    Althochdeutsches Wörterbuch

    rain , raine Gl 2,672,77. 4,119,7 s. raha.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rain

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Rain , des -es, plur. die -e, Dimin. das Rainchen, ein noch auf dem Lande vieler Gegenden, besonders Obersachsens, ü…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rain

    Goethe-Wörterbuch

    Rain grasbewachsener (auch als Weg dienender) Grenzstreifen zwischen Feldern Zwischen den Äckern schritt sie [ Hermanns …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rain

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Rain , 1) Stadt im bayr. Regbez. Schwaben, Bezirksamt Neuburg, am Lech, unweit seiner Mündung in die Donau, und an der S…

  5. modern
    Dialekt
    Rain

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Rain [Rai S.; Rain Su. Str. ; Rèin M. ; Rǽn Meis. K. Z. Lützelstn. ; Rên Geud. ] m. Rain, Bodenerhöhung, mit Gras bewach…

  6. Spezial
    Rain

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Rain [Rāin] nom.propr. m. ‹topon› Rhein m. ◆ Rain Anteriur ‹topon› Vorderrhein m.; Rain Posteriur ‹topon› Hinterrhein m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rain

107 Bildungen · 80 Erstglied · 21 Zweitglied · 6 Ableitungen

rain‑ als Erstglied (30 von 80)

Rainacker

SHW

Rain-acker Band 4, Spalte 1193-1194

Rainfarn

SHW

Rain-farn Band 4, Spalte 1193-1194

Rainhünkel

SHW

Rain-hünkel Band 4, Spalte 1193-1194

Rainkohl

SHW

Rain-kohl Band 4, Spalte 1193-1194

Rainlahne

SHW

Rain-lahne Band 4, Spalte 1193-1194

Rainwiese

SHW

Rain-wiese Band 4, Spalte 1193-1194

Rainald von Châtillon

Meyers

Rainald von Châtillon , Fürst von Antiochia, ein tapferer, aber gewalttätiger französischer Ritter, der 1152 durch Vermählung mit der Fürsti…

Rainald, von Dassel

Meyers

Rainald, von Dassel (Reinald) , Erzbischof von Köln, gebürtig aus dem am rechten Weserufer begüterten sächsischen Grafengeschlecht von Dasse…

rainbalken

DWB

rain·balken

rainbalken , m. fehlerhafter streifen, welchen man im pflügen aus ungeschicklichkeit liegen läszt. Jacobsson 3, 352 b .

rainbaum

DWB

rain·baum

rainbaum , m. baum auf einem raine; baum der die grenze eines ackerfelds bezeichnet. ebenda. rainbaum als grenzzeichen Schm. 2, 104 Fromm.

Rainbeschauung

DRW

rain·beschauung

Rainbeschauung, f. Kontrolle der Flurgrenzen bdv.: Rain (IV), Rainung (I) vgl. Berainung, Flurbegang, Grenzbegang, Landesscheide (II), Marku…

rainblume

DWB

rain·blume

rainblume , f. die streichblume, gnaphalium stoechas; vgl. Rheinblume . dim. rainblümchen, ein name des maszliebchens, bellis minor.

Rainbrechen

DRW

rain·brechen

Rainbrechen, n. Verletzung einer Grenze bdv.: Rainbruch vgl. Rain (V) teitigen vmb rain prechen ader vmb vbereren gehort czu veldecker, vnd …

Rainbrief

DRW

rain·brief

Rainbrief, m. Urkunde über Grenzfestlegung vgl. Berain (I) dan herr probst P. in den vertragbrief der burgerschaft einen neuen rainbrief ver…

Rainbruch

DRW

rain·bruch

Rainbruch, m. wie Rainbrechen fliessende wunden oder heymsuchen oder reynbruch yetliche busset man mit 3 pfd. 1468 Hofmann,Herzogenaurach 10…

Raincy, Le

Meyers

Raincy, Le (spr. rängßi), Stadt im franz. Depart. Seine-et-Oise, Arrond. Pontoise, am Südrande des Waldes von Bondy und an der Ostbahn, hat …

Rainem

RhWB

rai·nem

Rainem rEnəm, –ā- Wend-Ostert Sg. t. m.: echtes Labkraut, galium verum.

rainen

DWB

rai·nen

rainen , verb. intransitiv, mit den rainen an einander stoszen, bezüglich der felder und grundstücke, grenzen, mhd. reinen Lexer wörterb. 2,…

rainen1

PfWB

rainen 1 in anrainen .

rain als Zweitglied (21 von 21)

Souterrain

RDWB1

Souterrain n цокольный этаж, низок разг. , низочек разг. das Geschäft liegt im Souterrain - магазин в низочке

Terrain

RDWB1

Terrain n auch übertr. участок, регион, территория Das ist mein Terrain! - Это моя территория! Hier fühle ich mich auf sicherem Terrain. - З…

Abrain

DRW

Abrain 1 batzen 2 ₰ von einem abrain an seinem hof 1642 HessBlVk. 2 (1903) 129

Anrain

DRW

Anrain Grundstücks- und Bezirksgrenze unsers ... purkfridts ... umbschwaif, gezirk und anrainen 1561 ÖW. VI 388 Faksimile die heuser ... mit…

darain

KöblerAhd

dar·ain

darain , Adv., Präf. nhd. hinein, dort hinein, da hinein, wohinein ne. in, into ÜG.: lat. illuc O, in N Vw.: s. -leiten Q.: N, NG, O, P (Mit…

furchenrain

DWB

furchen·rain

furchenrain , m. die erhöhung oder der aufstrich einer furche. vgl. furche 2). namentlich der aufstrich oder aufwurf, die erhöhung der erde …

Malrain

DRW

mal·rain

Malrain, m. zu Mal (I 1) mit Grenzzeichen (Malsteinen uä.) versehener Grenzstreifen vgl. Malzeichen (I) noch angetzeygeeter vorreynunge vnde…

markrain

DWB

mark·rain

markrain , m. grenzrain; erhabene erde die grenze zu bezeichnen. Frisch 1, 643 b .

Mittelrain

DRW

mittel·rain

Mittelrain, Mitterrain, m. schmaler, unbebauter Landstreifen als Grenzmarkierung zwischen zwei Landstücken sollen die miterrain, si seien eg…

Notrain

DRW

not·rain

Notrain, m. Rain für den landwirtschaftlichen Bedarf vgl. Notweg welcher den andern an notrainen ... zue weit überackert ... der soll der he…

schiedrain

DWB

schie·drain

schiedrain , m. rain, der äcker von einander scheidet, in engerer bedeutung, der die äcker éiner flur scheidet, im gegensatz zu den grenz- o…

Schießrain

DRW

Schießrain, m. Ort (außerhalb der Stadt), an dem das Schießen mit Armbrust und anderen Schießgeräten zu Übungszwecken erlaubt ist wer in dis…

Selrain

Wander

sel·rain

Selrain In Selrain hat jeder zu arbeiten und zu essen. – Westermann, 25, 619. Selrain ist eine aus verschiedenen Weilern und Höfen bestehend…

Soūverain

Adelung

Der Soūverain , (sprich Soūveraing) des -s, plur. die -s, aus dem Französischen Souverain. 1. Ein souverainer, unumschränkter Herr, welcher …

Stadtrain

DRW

stadt·rain

Stadtrain, m. Grenze, Randstreifen einer Stadt (II); in Stadtrainen im Herrschaftsgebiet einer Stadt (III) hader, so in der stadt und stadt-…

Terrain

Pfeifer_etym

ter·rain

Terrain n. ‘Gebiet, Gelände, Boden, (Bau)grundstück’, übernommen (Anfang 17. Jh., zuerst in der entstellten Form Terzain) von gleichbed. frz…

warain

KöblerAhd

war·ain

warain , Adv. nhd. wohinein ne. where ... into Q.: N (1000) E.: s. wara (2), in

wechselrain

DWB

wechsel·rain

wechselrain , m. feldrain, dessen grasnutzung den nachbarn abwechselnd zusteht Klingner dorfrechte 1, 197 . Weber ökon. lex. 638 b . —

Ableitungen von rain (6 von 6)

berainen

DWB

berainen , limitibus fixis in ordinem redigere, limitare, begrenzen. Oberlin 121 . bereinen und besteinen. s. rain.

Berainung

PfWB

 Be-rainung f. : ' Abgrenzung '. a. 1606: So ist mit bereinung vnd Absteckung ... eingehalten worden biß den 20. September [HanLicht. Bl. 5…

En train

Herder

En train (frz. ang träng), im Zuge; entrainiren , fortziehen, fortreißen.

Raine

Meyers

Raine , federlose oder nur mit Dunen bedeckte Züge zwischen den Fluren (Gruppen) der Konturfedern der Vögel.

verrainen

DWB

verrainen , verb. durch einen rain ( s. th. 8, 72) begrenzen, abgrenzen: haben wir die ober und nider gerichte, auch huetung, trifft, rainun…

verrainung

DWB

verrainung , f. grenze, s. voriges.