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prunk

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Prunk

Bd. 3, Sp. 854
Der Prunk, des -es, plur. inus. ein Wort, welches mit Pracht und prangen Eines Geschlechtes ist, und auch mit denselben einerley Bedeutung hat. Es bedeutete ehedem Geräusch, Getöse, in welchem Verstande es aber veraltet ist. Nach der schon bey diesen Wörtern bemerkten Figur gebrauchte man es hernach für hellen, feyerlichen Glanz, in welchem Verstande es noch zuweilen in der höhern Schreibart üblich ist. Der Prunk der Waffen, der Sonne. Nach einer noch weitern Figur ist der Prunk die Kostbarkeit, feyerliche Zierlichkeit in Kleidern, Hausgeräthe und allen äußern Hülfsmitteln des gesellschaftlichen Lebens, besonders so fern sie Merkmahle der Vorzüge ihres Besitzers seyn sollen. Der Stammbaum unter dem Spiegel vermehret den Prunk, Hermes. Einige Schriftsteller haben daher dieses Wort für diejenigen Fälle in Vorschlag gebracht, wo wir uns der ausländischen Wörter Parade, Staat, Galla u. s. f. bedienen, und daher von Prunkpferden, Prunkbetten, Prunkzimmern, Prunktagen, Prunkkleidern u. s. f. gesprochen, welche aber in der ernsthaften Schreibart noch wenig Beyfall gefunden haben. Nach einer noch weitern Figur ist der Prunk in Niedersachsen auch das feyerliche Gepränge in Worten und Geberden, in welchem Verstande es auch von einigen Hochdeutschen Schriftstellern aufgenommen worden. Ein Mädchen ohne Vermögen und ohne Rang, mit ein wenig Larve, aber mit vielem Prunke von Tugend und Gefühl und Witz, Less. für Gepränge. Wenn jemand bey Tische aus höflicher Schüchternheit nicht isset, so sagt man in Niedersachsen, er prunke. S. Prangen, welches auf eben diese Art gebraucht wird. Anm. Im Holländ. Pronk. Es ist eigentlich ein Niederdeutsches, den Oberdeutschen unbekanntes Wort, welches von einigen Hochdeutschen in die feyerliche Schreibart aufgenommen worden; denn in der Sprache des täglichen Umganges kommt es auch hier nicht vor. S. das folgende.
1874 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Prunk

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Prunk , des -es, plur. inus. ein Wort, welches mit Pracht und prangen Eines Geschlechtes ist, und auch mit denselben…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Prunk

    Goethe-Wörterbuch

    Prunk gelegentlich -ck; Singularetantum 1 üppige, ins Auge fallende Pracht(entfaltung), Pomp; mehrf mit der pejor Nuance…

  3. modern
    Dialekt
    Prunk

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Prunk = Fronleichnamsprozession, Frühjahrskirmes, Dunst s. Brunk;

  4. Sprichwörter
    Prunk

    Wander (Sprichwörter)

    Prunk Prunk im Maul und Knurren im Magen kann ein Bauernkind nicht ertragen. – Gubitz, Jahrbuch, 1847, S. 84.

  5. Spezial
    Prunk

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Prunk m. (-[e]s) (Pracht, Aufwand) lus (lusc) m. , luxus m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit prunk

124 Bildungen · 100 Erstglied · 22 Zweitglied · 2 Ableitungen

prunk‑ als Erstglied (30 von 100)

prunkanī

KöblerAhd

prunkanī , st. F. (ī) nhd. Außerordentlichkeit?, Erhabenheit? ne. elevation ÜG.: lat. eximietas Gl Q.: Gl (nach 765?) I.: Lbd. lat. eximieta…

Prunkarsch

Wander

prunk·arsch

Prunkarsch Wann Prunkars (Prunkarsch) man wat heat, Kneistäs 1 krijgt allmol wat. ( Westf. ) 1 ) Kneisten = ächzen, klagen, stöhnen.

prunkaufzug

DWB

prunk·aufzug

prunkaufzug , m. : morgen im prunkaufzug der geladenen kommst du, des ehmanns junge frau, hochfestlich in unsere wohnung zum nachschmaus. Vo…

prunkbeet

DWB

prunk·beet

prunkbeet , n. zierbeet in einem garten: gärten, parterreartig übersehbar, mit flachen blumen- und sonstigen prunkbeeten. Göthe 48, 45 .

prunkbett

DWB

prunk·bett

prunkbett , n. , nd. prunkbedde, nnl. pronkbed, was pracht-, paradebett brem. wb. 3, 367. Kramer 301 b . Heynatz 2, 330 .

prunkbild

DWB

prunk·bild

prunkbild , n. , nnl. pronkbeeld, prang-, ehrenbild Kramer 301 b : fürs erste hatt' er einen ja dahingesezt im schleier, Achilles oder Niobe…

prunkblüte

DWB

prunk·bluete

prunkblüte , f. : wahrlich eine kräftige und rein erzogene jungfrau ist eine so poetische blume der matten welt, dasz jedem der anblick, die…

Prunkblume

Campe

prunk·blume

○ Die Prunkblume , Mz. — n , eine Blume, die bloß prunkt, bloß durch äußere Schönheit, Glanz in die Augen fällt, sich aber durch innern Wert…

prunkbock

DWB

prunk·bock

prunkbock , m. oder spring-, zugbock ( nnl. pronk-, treckbock), antidorcas euchore Oken 7, 1373 . Brehm thierl. 2, 508 .

prunkbohne

DWB

prunk·bohne

prunkbohne , f. die feuerbohne, phaseolus multiflorus Nemnich 2, 934 . vgl. DWB prunker , prunkerbohne.

prunkdecke

DWB

prunk·decke

prunkdecke , f. : ( vollmond, ) des erhabnen gemachs prunkdecke beflimmernd. Voss Än. 8, 25 .

Prunkdegen

Campe

prunk·degen

Der Prunkdegen , — s, Mz . gl. ein Degen, der nur zum Prunke dienet; ein Staatsdegen .

Prunkeǟrs

WWB

Prunke-ǟrs [ Kr. Soest Sos Kr. Iserlohn Isl Arn] Prahler, Angeber. — Sprichw.: Wann de Klagees nix hiät, dann hiät de Prunkees äis recht nix…

prunkel

DWB

prunkel , f. beule, geschwulst Kehrein volksspr. in Nassau 1, 313 . Pfister nachtr. 211 , wo es zu nd. prangen ( drücken, pressen sp. 2064) …

prunken

DWB

prunken , verb. , einen prunk erheben, zeigen, nd. prunken brem. wb. 3, 366. Dähnert 361 a , nl. bronken, pronken Kilian 73 b . 416 b . Kram…

prunker

DWB

prunker , m. , nd. prunker, einer der prunkt ( besonders mit kleidern staat macht ) brem. wb. 3, 367. Stürenburg 184 b , nnl. pronker Kilian…

prunkêren

MNWB

prunk·eren

*° prunkêren , swv. : prahlen, prunken, protzen, sü̂ den tô wô ȫrer etlĩke balde wērden p. in den nîen stēveln dê sê nû lâten formêren herum…

Prunkerscheinung

Campe

prunker·scheinung

◎ Die Prunkerscheinung , Mz. — en , eine prunkende Erscheinung, »Um das Ende dieser luftigen Prunkerscheinung abzuwarten.« C.

Prunker(t)

WWB

prunk·ert

Prunker(t) m. [verstr.] 1.1. Angeber, überhebliche, eingebildete, großtuerische Person. — Sprichw.: ’me Prünker matte me watt giewen, em Klä…

Prunkesteªrt

WWB

Prunke-steªrt m. Angeber. — Sprichw.: Bääter ne Prunkstatt as ne Schlackerbast besser eine übertrieben feine als eine schlampige Frau ( WmWb…

prunkfahrt

DWB

prunk·fahrt

prunkfahrt , f. : keiner flieht so lang sie ( die rothe kriegsfahne ) weht noch, die auf goldnen wagens grund stand, den acht weisze stiere …

prunkfinger

DWB

prunk·finger

prunkfinger , m. was prangfinger ( wo der vierte statt der zweite zu lesen ist ). Nemnich 3, 447 .

prunkform

DWB

prunk·form

prunkform , f. : der französische volkssinn, der sich für den verlust der wirklichkeit bürgerlicher freiheit entschädigte, indem er sich an …

prunkgaleere

DWB

prunk·galeere

prunkgaleere , f. , vgl. prachtgaleere: auf seiner prunkgaleere ward der prätor mir gebracht. F. Dahn ged., zweite sammlung 1, 160 .

prunkgebäude

DWB

prunk·gebaeude

prunkgebäude , n. : im jüngeren Verdun erhebt .. sich manches prunkgebäude. Alxinger Doolin 2 7, 7 .

prunk als Zweitglied (22 von 22)

frühlingsprunk

DWB

fruehling·sprunk

frühlingsprunk , m. , ein seltenes wort von fast gleicher bedeutung wie DWB frühlingspracht : ( die natur ) im goldnen farbenglanz, im frühl…

gaukelprunk

DWB

gaukel·prunk

gaukelprunk , m. gaukelnder prunk: ohne gaukelprunk der farben nur in eignen reiz gehüllt ( die perle ). Herder zerstr. bl. 3, 37 .

Hageprunk

Campe

hage·prunk

✱ Der Hageprunk , des — es, Mz. die — e , einer der gerne prunket, besonders durch Putz, Schmuck; ein Stutzer (Elegant, petit maître ); ein …

kaiserprunk

DWB

kaiser·prunk

kaiserprunk , m. : im sept. 1804 erschien Napoleon in dem neuen kaiserprunk am linken Rheinufer. Häusser d. gesch. 2, 437 .

Redeprunk

Campe

rede·prunk

○ Der Redeprunk , — es , o. Mz . Prunk im Reden, in einer Rede, welcher in gesuchten, schönen und erhabenen Ausdrücken bestehet, die nicht a…

theaterprunk

DWB

theater·prunk

theaterprunk , m. , vergl. DWB theaterglanz , DWB theaterpracht : schauspielerinnen, die nichts haben, als ihren theaterprunk. J. G. Jacobi …

titelprunk

DWB

titel·prunk

titelprunk , m. prunk mit titeln. Lichtenberg, s. blätter für literar. unterhalt. 1846 , sp. 893 b : er ( der fürst ) hat die fürstlichkeit …

tugendprunk

DWB

tugend·prunk

tugendprunk , m. , ' falscher schein der tugendhaftigkeit ': ( Rosamunde ) triumph! kein tugendprunk wird künftig mehr uns blenden Kotzebue …

unprunk

DWB

unprunk , m. , mangel an prunk J. Paul 34, 21 . —

verseprunk

DWB

verse·prunk

verseprunk , m. : durch fleisziges lesen früherer meisterwerke und fortdauernden gebrauch des verseprunks. Göthe Benvenuto Cellini, anhang (…

wortprunk

DWB

wort·prunk

wortprunk , m. , auch wörterprunk, seit dem mittleren 18. jh. und an stelle des älteren wortpracht. 1) vorwiegend ' hohler, künstlicher, ans…

zitatenprunk

DWB

zitat·en·prunk

-prunk , m. : der gelehrte citatenprunk Tholuck vorgesch. d. rationalism. II 2 (1862) 113. —

ōrsprunk

KöblerMnd

ōrsprunk , M. Vw.: s. ōrtsprunc L.: Lü 257a (orsprunk)

Ableitungen von prunk (2 von 2)

unprunk

DWB

unprunk , m. , mangel an prunk J. Paul 34, 21 . —

verprunken

DWB

verprunken , verb. prunkend verthun, vgl. Lexer 3, 84 .