lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

pflücken

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
18
Verweise raus
29

Eintrag · Rheinisches Wb.

pflücken

Bd. 6, Sp. 763
pflücken das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk bligə, –e-, Part. gəbligt, –e-; Mosfrk -e-, gəblegt; sonst pløkə(n) [-y- MülhRuhr, WSelfk]; Prät. RRip, OBerg plok, Conj. -ø-, Part. jəplok (doch dringt jüngst auch der Umlaut in die noch feststehende umlautlose Form ein); LRip n. Malm, Schleid, Ahr plot, Conj. -ø-, Part. jəplot [MüEif hat auch zu pløkə du pløts, hE pløt, ȳr pløt]; diese Formen reichen bis einschl. Aach, Jül-Linnich, Geilk-Kraud Randerath Hilfarth, Erk-Hückelhv KlGadb Gerderath Vossem Örath Mennekr Terheeg Kückhv, Grevbr-Jackerath Garzw Gustorf Elfgen Orken Stdt Höning, Neuss-Gohr Delr; wobei das Geb. unmittelbar südl. der Linie plōət, jəplōət (Eup -ōt) hat; die Selfk w. einschl. Geilk-NBusch Stahe Birgden, Heinsb-Schierwaldenr Braunsr Obspringen Brüggelchen hat plǫxt, γəplǫxt u. innerh. Heinsb-Haaren Liek Aphv Laffeld Pütt Waldenr, Geilk-Straeten Baumen, Heinsb-Porselen Oberbr Luchtenbg Wassenbg Birgelen plōx(t), jəplōx(t) u. innerh. Erk-OKrüchten Tetelr Merbeck, Kemp-Leloh Hehler Dohr Naphsn Vogelsr End Lüttelbracht Bracht Hülst Kaldenk plōx, jəplōx, dass. auch noch südl. Geilk-Gillr Hatterath Birgden; ö. Erk-Borschemich Beverath Kaulhsn Herrath Buchholz Rickelr (ausschl.), MGladb-Hardt Mackenst, Kemp-Dilkr Kindt Natt, Geld-Leutherheide Leuth plǫut, –ou-, jəplǫut, –ou- n. bis einschl. Geld-Nierderd Herong Wankum Harzbeck, Kemp-Schmalbr Broich SHubert Orbr Hüls, Kref-Stdt Traar, Mörs Kaldenhsn (w.) Hohenbudbg [wozu n. der L. noch plōx, γəpkōx in Geld-Walbeck Pont Holt Straelen Broeckhsn u. innerh. Mörs-Friemersh Rumeln Kaldenh (ö.) Vennikel Capellen Niep Vluyn Neuk; n. u. südl. der L. daneben jünger pløkdə u. plok]; plǫut, jəplǫut dann noch in Heinsb-Wildenr Arsbeck Dalh u. innerh. Erk-Tüschenbr Klinkum Wegbg Rickelr Beeck Rath u. plōət, jəplōət in Erk-Gerderhahn Schwanenbg Grambusch [in den sndfrk. -ǫut- Geb. kommt jüngst auch das Prät. pløgdə neben plǫut vor (so MGladb-Schelsen), aber Part. stets jəplǫut; das Part. γəplokən ist bezeugt aus Heinsb-Wassenbg, Geld-Leuth]; NBerg wie RRip, OBerg, doch um Wermelsk, Remschd plout, xəplout; Mülh-Ruhr plykə, Prät. plux, Part. xəplux; Klevld pløkə, Prät. plok, Part. γəplok(ən) schw.: 1. mit einer gewissen Vorsicht, sachgemäss, ohne Gewalt etwas abnehmen (im Gegens. zu (ab)reissen, roppen); so kann man im Rip, Nfrk ein Huhn roppen ‘die Hauptfedern ausreissen· (wofür auch sachgemäss pl., aber der Flaum in langwieriger, sachgemässer Arbeit wird von der kundigen Hausfrau geplock, et Hohn pl.); je nach dem möglichen Obj. unterscheiden wir zwei Geb., wozu noch verstreut kleinere Geb. mit besondern Obj. hinzutreten (c). a. den MA. des Rhfrk, der Saar u. der Mos fehlt pl. für ‘Blumen, einen Strauss, Obst abnehmen’, dafür steht brechen; einige MA. unterscheiden hierbei noch Blumen br., Obst abmachen; auch ‘ein Huhn pfl.’ fehlt, dafür roppen; die Hauptbed. ist hier ‘an (in) etwas pfl., herumpfl., juckende Kruste aus der Nase, vom Ausschlag, von Wunden, Wärzchen nach u. nach mit dem Fingernagel lockern u. abreissen; an der Nas, an er Korscht (erum)pl.; auch an einer Speise etwa (herum)pl. wenig davon u. mit geringer Lust essen; herauspl. im Teller auf der Suche nach dem besten Bissen herumstochern; Grumbire pl. die Keimschösslinge der Kartoffeln abpfl.; Woll pl. vor dem Spinnen auseinanderzupfen (s. noch besondere Anwendungen bei 1 c). — b. das übrige Geb. hat nicht nur die Bed. von 1 a, sondern man plöck auch Blome, ene Struss, Sträusel (für den Prozessionsweg), Äppel, Birre, Knurschele (Stachelbeeren) u. so von jedem Obst [aber Drauwen bei der Traubenlese lesen]; auch mit Vertauschung des Obj. den Bom pl. (leddig pl.); man plöck den einzelnen Apfel oder auch mehrere u. alle Äpfel, für letzteres auch de Äppel afmache; ebenso plöck mer Bunne, Erse (die ausgereiften plöck mer oder mach se af); die Federn des Huhnes oder das Huhn werde (wiərd) geplock (aber auch bei gröberem Pfl. roppe, beim Flaum nur pl.); Mosfrk nur roppe; Schlot (Salat) pl. (Rhfrk roppe); de Koərd (Kordel) utərenpl. zupfen Gummb. RA.: Mer moss de Viülche (Veilchen) pl., wo se wasse eine Gelegenheit ergreifen, wenn sie da ist Sieg-Menden. Ech han met dem ne Struss zo pl. etwas auszufechten Rip (o. O.). Mer moss die Bire pl., wenn se reif sein Kobl. De reife B. sen all geplockt Altk, Allg. Met ow es nit gut Päre pl. fertig zu werden Klev (s. weiter bei Birne). Drei Studente ginge langes ene Appelbom, do wore drei Äppel op; mallek (jeder) plout er sich ene, on et bliəvən er och noch drop? De er sich ene afplout, hesch (hiess) Malleck MGladb. Met dem es niet gut Kersse pl. Rees. Met de Oge Nöss (Nüsse) pl. gierig hinsehen Aach. De ös och en de Bunne on plöck Erze (Erbsen) weiss nicht recht, was er tut, ist in Gedanken Rip, Berg, SNfrk. Ech han met dir noch en Höhnche ze pl. Rip, Nfrk. Kückes (Küchlein) worde geplöckt en niet geschore Dummköpfe legt man herein Klev. Haut (halte) dech mar (nur) kusch, sät de Stuətvuəgel (Habicht), du plocht he en Duf (Taube) Heinsb. Den Hahn get geplott gesagt beim Einfahren der letzten Fuhre Getreide, Heu in die Scheune Malm. Dat (Weib) süht us wie en geplöckte Mösch (Spatz) ärmlich gekleidet Düss-Stdt, — ene magere geplodde Krametsvogel Aach. Geplodde Fenke scherzh. Fleischrouladen Aach. — c. je nach Geb. (innerhalb 1 a, b) mit besondern Obj. α. Erwese pl. aufbrechen, entschoten, die noch jungen Erbsen aus der Schote nehmen, auch auspl., ufpl. (die E. breche, afmache die Schoten vom Strauch abnehmen; doch Simm dafür auch E. pl.) Nahe, Saarbr, Ottw, Simm-Ellern, Goar-Salzig Hirzenach, Zell-Rockershsn Sohren, May-Wierschem, Kobl-Bend, Neuw-OBieber Stdt. — β. Reiser pl. Reisig entweder durch Abbrechen mit der Hand oder mit Hilfe des Beils auf 25—30 cm Kürze pfl., damit es in das Feuerrecht des Ofens oder Herdes hineinpasst u. zum Anzünden dienen kann Simm, Zell, Bernk bis Neumag (Mos). — γ. de Äppel (de Bäm) sen dis Not (Nacht) gepleckt gen leer gestohlen worden (sonst brechen, ofmachen) Merz. — δ. ein Ei pfl., die Eischale entfernen Koch-Leienkaul. — ε. de Gedarr pl. Guitarre schlagen Wend. — ζ. den reifen Flachs pfl., rupfen Rip, Nfrk (sonst roppen). — η. Dreck pl. Unkraut jäten Kemp-Stdt, Lennep-Strassweg. — θ. Stoppelrüben pfl., aus der Erde ziehen u. ernten Dür-Geich, MGladb, Kemp, Kref, Klevld, Mettm. Öm Allerhellige es et Krut (Rübe) rip, öm sent Mäərte es et Plöckestit, on wenn et dann noch net poss (passt), öm senten Dres (Andreas), dann es et fos (fest) Kemp, Kref. Wenn du wess (weisst), wie du dehs, wenns de Röbe steəhle gehs on de Weg net wahl wess, dann kicks de ens hei, d. k. de ens doə, dann geht et: plöck, pl., pl. MGladb. — Runkelrüben pfl., einzelne, überflüssige Pflänzchen ausreissen Rheinb-KlBüllesh, Köln-Poll Stammh, Gummb-Bomig, Mörs-Hörstgen; dönn pl. Sol; onderpl. Ahrw-Nierend Remag Schalkenb Westum. — ι. Wurstdornen suchen u. abbrechen Geld, Mörs. Et werd gesoch (gesucht), geploch, geschropp (geschroppt), gekok (gekocht) on doch nit gegeten? der Wurstpinn Mörs. — Eine Rute pfl., abbrechen; de plöckt sech en Ru för sen eige Vott (Gesäss) Eup. — κ. et Hohn plöck sich ist in der Mauser, — es am pl.; en geplott H. in der Mauser, schwanzlos Verbr. WRand in WSchleid, Malm, Monsch, Eup u. Gummb, Wippf Lennep am ORande, dazu Saarl-Bisten Düren, Zell-Bullay Neef (s. roppen). — λ. et Werk (Stöck) pl. das gewebte Stück säubern von Knötchen u. Fäserchen, in der Weberspr. Kref, MGladb, Wuppert. RA.: We gout süvert, g. spault (spult) on plöckt, dem sin Werk g. glöckt wer sorgfältige Arbeit macht, dem glückt diese Kref [1 c α—ε Rhfrk, Mosfrk; ζ—κ Rip, Nfrk]. — 2. übertr. a. absol. Fingerfertigkeitsarbeiten verrichten, kutzeln Wermelsk, Sol-Herschd; wer fröh pl. geht (früh auf Geschäfte geht), de kret vell Schleid-Hellenth. — b. etwas, an etwas pfl. α. do kriege mer wat te pl. noch Unannehmlichkeiten, Streit Mettm. — β. de mag net dran pl. nicht dauernd tüchtig arbeiten MGladb, Grevbr. — c. einen, an einem pfl. α. de werd gepleckt die Haare werden ihm geschnitten Koch-Laub. — β. se pl. an enem fordern immer Geld; an döm weərd völl geplott der gebefreudig ist; he es got g. wuərde man hat ihm (beim Spiel) viel abgewonnen; den han ech der ävver es g. ich habe ihn übermässig bezahlen lassen Rip, Verbr. im ganzen Geb. — γ. he krit se geplock, es g. wird geprügelt Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Grevbr, MGladb, rrhn. Sieg, MülhRh. — δ. he krit se geplock wird ausgeschimpft Sieg, Köln. — ε. sich öm jet pl. bei Versteigerung sich gegenseitig überbieten Schleid-Hellenth. — Abl.: die Plöckerei, dat Geplöck(s).
8635 Zeichen · 220 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pflücken

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Pflücken , verb. reg. act. 1) Mit den Spitzen der zwey vordern Finger ausziehen, wo man es besonders im Oberdeutschen, u…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pflücken

    Goethe-Wörterbuch

    pflücken 1 abtrennen, abnehmen a eine Blume am Stiel abbrechen, häufig als Zeichen der Liebe; auch in Bildern des sorglo…

  3. modern
    Dialekt
    pflücken

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    pflücke n [plìkhə Reipertsw. ; plekə Wh. ] pflücken.

  4. Sprichwörter
    Pflücken

    Wander (Sprichwörter)

    Pflücken 1. Plück diu diän, iek wel düen sghiären (scheren), sach äin Awekoate tiegen (gegen, zu) den annern, doa hadde …

  5. Spezial
    pflücken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    pflü|cken vb.tr. 1 cöie (cöi, coiü) 2 (ernten) cöie (cöi, coiü), racöie (racöi, racoiü). ▬ Blumen pflücken cöie ciüfs; Ä…

Verweisungsnetz

44 Knoten, 37 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 34 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfluecken

5 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 4 Ableitungen

pfluecken als Zweitglied (1 von 1)

abpflücken

DWB

abpflücken , decerpere, mit den fingern, zumeist dem daumen und zeigefinger abbrechen, abrupfen, abzwicken, nnl. afplukken, engl. pluck off.…

Ableitungen von pfluecken (4 von 4)

bepflücken

DWB

bepflücken , avellere, decerpere: schnee, der drücket denn der langen äste höh der erde zu, dasz jeder sie bepflücket. Schönborn bei Gryphiu…

entpflücken

DWB

entpflücken , decerpere, nnl. ontplukken. im voc. 1482 g 4 b entpflocken, wie auch nnl. ontplokken vorkommt: viel pflanzen hat er schon entp…

verpflücken

RhWB

ver-pflücken: 1. a. Runkelrüben v., einzelne überflüssige Pflänzchen ausreissen Ahrw-Gelsd Kräling Vettelhv , Rheinb-Fritzd . — b. en verplö…

Zerpflücken

Campe

Zerpflücken , v. trs . pflückend zerreißen, zerstören. Eine Blume zerpflücken . Ein Raubvogel zerpflückt seine Beute, wenn er die Haare, Fed…