pflücken das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk
bligə, –e-, Part. gəbligt, –e-; Mosfrk
-e-, gəblegt; sonst
pløkə(n) [
-y- MülhRuhr, WSelfk]; Prät. RRip, OBerg
plok, Conj.
-ø-, Part. jəplok (doch dringt jüngst auch der Umlaut in die noch feststehende umlautlose Form ein); LRip
n. Malm, Schleid, Ahr
plot, Conj.
-ø-, Part. jəplot [MüEif hat auch zu
eχ pløkə du pløts, hE pløt, ȳr pløt]; diese Formen reichen bis einschl. Aach, Jül-Linnich, Geilk-Kraud Randerath Hilfarth, Erk-Hückelhv KlGadb Gerderath Vossem Örath Mennekr Terheeg Kückhv, Grevbr-Jackerath Garzw Gustorf Elfgen Orken Stdt Höning, Neuss-Gohr Delr; wobei das Geb. unmittelbar südl. der Linie
plōət, jəplōət (Eup
-ōt) hat; die Selfk w. einschl. Geilk-NBusch Stahe Birgden, Heinsb-Schierwaldenr Braunsr Obspringen Brüggelchen hat
plǫxt, γəplǫxt u. innerh. Heinsb-Haaren Liek Aphv Laffeld Pütt Waldenr, Geilk-Straeten Baumen, Heinsb-Porselen Oberbr Luchtenbg Wassenbg Birgelen
plōx(t), jəplōx(t) u. innerh. Erk-OKrüchten Tetelr Merbeck, Kemp-Leloh Hehler Dohr Naphsn Vogelsr End Lüttelbracht Bracht Hülst Kaldenk
plōx, jəplōx, dass. auch noch südl. Geilk-Gillr Hatterath Birgden; ö. Erk-Borschemich Beverath Kaulhsn Herrath Buchholz Rickelr (ausschl.), MGladb-Hardt Mackenst, Kemp-Dilkr Kindt Natt, Geld-Leutherheide Leuth
plǫut, –ou-, jəplǫut, –ou- n. bis einschl. Geld-Nierderd Herong Wankum Harzbeck, Kemp-Schmalbr Broich SHubert Orbr Hüls, Kref-Stdt Traar, Mörs Kaldenhsn (w.) Hohenbudbg [wozu
n. der L. noch
plōx, γəpkōx in Geld-Walbeck Pont Holt Straelen Broeckhsn u. innerh. Mörs-Friemersh Rumeln Kaldenh (ö.) Vennikel Capellen Niep Vluyn Neuk;
n. u. südl. der L. daneben jünger
pløkdə u.
plok];
plǫut, jəplǫut dann noch in Heinsb-Wildenr Arsbeck Dalh u. innerh. Erk-Tüschenbr Klinkum Wegbg Rickelr Beeck Rath u.
plōət, jəplōət in Erk-Gerderhahn Schwanenbg Grambusch [in den sndfrk.
-ǫut- Geb. kommt jüngst auch das Prät.
pløgdə neben
plǫut vor (so MGladb-Schelsen), aber
Part. stets
jəplǫut; das
Part. γəplokən ist bezeugt aus Heinsb-Wassenbg, Geld-Leuth]; NBerg wie RRip, OBerg, doch um Wermelsk, Remschd
plout, xəplout; Mülh-Ruhr
plykə, Prät.
plux, Part. xəplux; Klevld
pløkə, Prät.
plok, Part. γəplok(ən) schw.: 1. mit einer gewissen Vorsicht, sachgemäss, ohne Gewalt etwas abnehmen (im Gegens. zu
(ab)reissen, roppen); so kann man im Rip, Nfrk ein Huhn
roppen ‘die Hauptfedern ausreissen· (wofür auch sachgemäss
pl., aber der Flaum in langwieriger, sachgemässer Arbeit wird von der kundigen Hausfrau
geplock, et Hohn pl.); je nach dem möglichen Obj. unterscheiden wir zwei Geb., wozu noch verstreut kleinere Geb. mit besondern Obj. hinzutreten (c). a. den MA. des Rhfrk, der Saar u. der Mos fehlt
pl. für ‘Blumen, einen Strauss, Obst abnehmen’, dafür steht
brechen; einige MA. unterscheiden hierbei noch
Blumen br., Obst
abmachen; auch ‘ein Huhn pfl.’ fehlt, dafür
roppen; die Hauptbed. ist hier ‘an (in) etwas pfl., herumpfl., juckende Kruste aus der Nase, vom Ausschlag, von Wunden, Wärzchen nach u. nach mit dem Fingernagel lockern u. abreissen;
an der Nas, an er Korscht (erum)pl.; auch an einer Speise etwa
(herum)pl. wenig davon u. mit geringer Lust essen;
herauspl. im Teller auf der Suche nach dem besten Bissen herumstochern;
Grumbire pl. die Keimschösslinge der Kartoffeln abpfl.;
Woll pl. vor dem Spinnen auseinanderzupfen (
s. noch besondere Anwendungen bei 1 c). — b. das übrige Geb. hat nicht nur die Bed. von 1 a, sondern man
plöck auch
Blome, ene Struss, Sträusel (für den Prozessionsweg),
Äppel, Birre, Knurschele (Stachelbeeren) u. so von jedem Obst [aber
Drauwen bei der Traubenlese
lesen]
; auch mit Vertauschung des Obj.
den Bom pl. (leddig pl.); man
plöck den einzelnen Apfel oder auch mehrere u. alle Äpfel, für letzteres auch
de Äppel afmache; ebenso
plöck mer Bunne, Erse (die ausgereiften
plöck mer oder
mach se af); die Federn des Huhnes oder das Huhn
werde (wiərd) geplock (aber auch bei gröberem Pfl.
roppe, beim Flaum nur
pl.); Mosfrk nur
roppe;
Schlot (Salat)
pl. (Rhfrk
roppe);
de Koərd (Kordel)
utərenpl. zupfen Gummb. RA.:
Mer moss de Viülche (Veilchen)
pl., wo se wasse eine Gelegenheit ergreifen, wenn sie da ist Sieg-Menden.
Ech han met dem ne Struss zo pl. etwas auszufechten Rip (o. O.).
Mer moss die Bire pl., wenn se reif sein Kobl.
De reife B. sen all geplockt Altk, Allg.
Met ow es nit gut Päre pl. fertig zu werden Klev (
s. weiter bei Birne).
Drei Studente ginge langes ene Appelbom, do wore drei Äppel op; mallek (jeder)
plout er sich ene, on et bliəvən er och noch drop? De er sich ene afplout, hesch (hiess)
Malleck MGladb.
Met dem es niet gut Kersse pl. Rees.
Met de Oge Nöss (Nüsse)
pl. gierig hinsehen Aach.
De ös och en de Bunne on plöck Erze (Erbsen) weiss nicht recht, was er tut, ist in Gedanken Rip, Berg, SNfrk.
Ech han met dir noch en Höhnche ze pl. Rip, Nfrk.
Kückes (Küchlein)
worde geplöckt en niet geschore Dummköpfe legt man herein Klev.
Haut (halte)
dech mar (nur)
kusch, sät de Stuətvuəgel (Habicht),
du plocht he en Duf (Taube) Heinsb.
Den Hahn get geplott gesagt beim Einfahren der letzten Fuhre Getreide, Heu in die Scheune Malm.
Dat (Weib)
süht us wie en geplöckte Mösch (Spatz) ärmlich gekleidet Düss-Stdt, —
ene magere geplodde Krametsvogel Aach.
Geplodde Fenke scherzh. Fleischrouladen Aach. — c. je nach Geb. (innerhalb 1 a, b) mit besondern Obj. α.
Erwese pl. aufbrechen, entschoten, die noch jungen Erbsen aus der Schote nehmen, auch
auspl., ufpl. (die
E. breche, afmache die Schoten vom Strauch abnehmen; doch Simm dafür auch
E. pl.) Nahe, Saarbr, Ottw, Simm-Ellern, Goar-Salzig Hirzenach, Zell-Rockershsn Sohren, May-Wierschem, Kobl-Bend, Neuw-OBieber Stdt. — β.
Reiser pl. Reisig entweder durch Abbrechen mit der Hand oder mit Hilfe des Beils auf 25—30 cm Kürze pfl., damit es in das Feuerrecht des Ofens oder Herdes hineinpasst u. zum Anzünden dienen kann Simm, Zell, Bernk bis Neumag (Mos). — γ.
de Äppel (de Bäm) sen dis Not (Nacht)
gepleckt gen leer gestohlen worden (sonst
brechen, ofmachen) Merz. — δ. ein Ei pfl., die Eischale entfernen Koch-Leienkaul. — ε.
de Gedarr pl. Guitarre schlagen Wend. — ζ. den reifen Flachs pfl., rupfen Rip, Nfrk (sonst
roppen). — η.
Dreck pl. Unkraut jäten Kemp-Stdt, Lennep-Strassweg. — θ. Stoppelrüben pfl., aus der Erde ziehen u. ernten Dür-Geich, MGladb, Kemp, Kref, Klevld, Mettm.
Öm Allerhellige es et Krut (Rübe)
rip, öm sent Mäərte es et Plöckestit, on wenn et dann noch net poss (passt),
öm senten Dres (Andreas),
dann es et fos (fest) Kemp, Kref.
Wenn du wess (weisst),
wie du dehs, wenns de Röbe steəhle gehs on de Weg net wahl wess, dann kicks de ens hei, d. k. de ens doə, dann geht et: plöck, pl., pl. MGladb. — Runkelrüben pfl., einzelne, überflüssige Pflänzchen ausreissen Rheinb-KlBüllesh, Köln-Poll Stammh, Gummb-Bomig, Mörs-Hörstgen;
dönn pl. Sol;
onderpl. Ahrw-Nierend Remag Schalkenb Westum. — ι. Wurstdornen suchen u. abbrechen Geld, Mörs.
Et werd gesoch (gesucht),
geploch, geschropp (geschroppt),
gekok (gekocht)
on doch nit gegeten? der Wurstpinn Mörs. — Eine Rute pfl., abbrechen;
de plöckt sech en Ru för sen eige Vott (Gesäss) Eup. — κ.
et Hohn plöck sich ist in der Mauser, —
es am pl.; en geplott H. in der Mauser, schwanzlos Verbr. WRand in WSchleid, Malm, Monsch, Eup u. Gummb, Wippf Lennep am ORande, dazu Saarl-Bisten Düren, Zell-Bullay Neef (
s. roppen). — λ.
et Werk (Stöck) pl. das gewebte Stück säubern von Knötchen u. Fäserchen, in der Weberspr. Kref, MGladb, Wuppert. RA.:
We gout süvert, g. spault (spult)
on plöckt, dem sin Werk g. glöckt wer sorgfältige Arbeit macht, dem glückt diese Kref [1 c α—ε Rhfrk, Mosfrk; ζ—κ Rip, Nfrk]. — 2. übertr. a. absol. Fingerfertigkeitsarbeiten verrichten, kutzeln Wermelsk, Sol-Herschd;
wer fröh pl. geht (früh auf Geschäfte geht),
de kret vell Schleid-Hellenth. — b. etwas, an etwas pfl. α.
do kriege mer wat te pl. noch Unannehmlichkeiten, Streit Mettm. — β.
de mag net dran pl. nicht dauernd tüchtig arbeiten MGladb, Grevbr. — c. einen, an einem pfl. α.
de werd gepleckt die Haare werden ihm geschnitten Koch-Laub. — β.
se pl. an enem fordern immer Geld;
an döm weərd völl geplott der gebefreudig ist;
he es got g. wuərde man hat ihm (beim Spiel) viel abgewonnen;
den han ech der ävver es g. ich habe ihn übermässig bezahlen lassen Rip, Verbr. im ganzen Geb. — γ.
he krit se geplock, — es g. wird geprügelt Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Grevbr, MGladb, rrhn. Sieg, MülhRh. — δ.
he krit se geplock wird ausgeschimpft Sieg, Köln. — ε.
sich öm jet pl. bei Versteigerung sich gegenseitig überbieten Schleid-Hellenth. — Abl.:
die Plöckerei, dat Geplöck(s).