Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
lusten
Drittel des 11. Jh.s, mfrk.):
‚Reizmittel; in-(der Beleg ist nach Tiefenbach,
centivum‘
As. Handwb. 251 ahd.). Das nicht als Sim-
plex überlieferte HG des Determinativkomp.
ist mit dem Fortsetzer des Suffixes urgerm.
*-isla- zur Bildung von Verbalabstrakta ab-
geleitet. S. lust, brennen, -isal. – lustenAWB sw.v.
I, im Abr und weiteren Gl., I, T, OT, B, GB,
H, O, NBo, NMC, Nps, Npw und WH:
‚ge-, lustit
lüsten nach, begehren, lust haben, Ver-
langen haben, verlangen nach, Gefallen fin-
den, sich ergötzen; affectare, ambire, conari,
delectare, delectari, desiderare, diligere,
gaudēre, illicere, iuvare, libēre, optare, pe-
tere, placēre, velle‘
‚es beliebt; delec-, al daz imo gilustit
tat, libet‘
‚nach eigener(mhd.,
Lust und Laune; pro sua libidine‘
frühnhd., ält. nhd. lüsten, lusten
‚erfreuen‘,
unpers.
‚sich freuen über‘, nhd. mdartl. pfälz.
lusten [Christmann, Pfälz. Wb. 4, 1075]; as.
lustian [Hel], mndd. lüsten, lusten
‚Verlan-; andfrk. lusten
gen haben, begierig sein‘
‚an-[a. 1100], frühmndl.,
genehm sein, gefallen‘
mndl. lusten
‚gefallen, behagen, verlangen; ae. lystan
nach‘
‚Freude oder Verlangen ver-; aisl. lysta
ursachen‘
‚gelüsten‘: < urgerm.
*lustii̯e-; vgl. auch nhd. gelüsten
‚Verlangen). Desubst. Ableitung (vgl. Lühr 1982:
haben‘
687–689). S. lust. – gilustenAWB Gl. 2,261,29
(Luxemburg 44, Ende des 10. Jh.s) und Gl.
in Luxemburg 44 (Ende des 10. Jh.s), bei O,
in Nps und WH:
‚Lust haben, Verlangen ha-(mhd. gelüsten, gelusten
ben, begehren, gelüsten nach; concupiscere,
favēre, libēre‘
‚sich, nhd. gelüsten
freuen über, belustigen‘
‚Ver-; as. gilustian
langen haben‘
‚ersehnen‘[Hel],
mndd. gelüsten
‚Lust haben, belieben, ge-; andfrk. gilusten
fallen‘
‚behagen, gefallen,[a. 1100], frühmndl. ghelus-
angenehm sein‘
ten
‚belieben, behagen‘, mndl. gelusten
‚Lust; ae. gelystan
haben, verlangen nach‘
‚gefal-). – urlusten Gl. 1,293,
len, verlangen nach‘
12 (in 2 Hss., beide Anfang des 9. Jh.s,
alem.[-frk.]):
‚ekeln, verdrießen; taedere‘. S.
urlust. – zurlusten Gl. in St. Mihiel, Ms. 25
(11. Jh., alem.):
‚verschmähen, überdrüssig. S. zurlust. – Ahd.
sein; tedere [= taedere]‘
Wb. 5, 1425 ff.; Splett, Ahd. Wb. 1, 106. 573.
1537 lustbrennisal – lustigônS1538
574; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 414. 745.
1188; Schützeichel7 210; Starck-Wells 390.
682. 826; Schützeichel, Glossenwortschatz
6, 198f.; 10, 301 f.; 11, 472.