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ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
29 in 22 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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52
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50

Eintrag · Campe (1807–1813)

Link adj, adv

Bd. 3, Sp. 135a
Link, adj. u. adv. ein Wort, welches diejenige Seite bezeichnet, auf welcher wir das Herz haben, und alles was auf dieser Seite oder nach dieser Seite hin gelegen ist. Die linke Hand oder die Linke, welche sich an derjenigen Seite des Körpers befindet, wo das Herz seine Stelle hat. So auch, der linke Arm, Fuß, das linke Auge, das linke Ohr  Der linke Ärmel eines Kleides, welcher den linken Arm bedeckt. Zur linken Hand oder zur Linken, auf oder nach der Seite, wo man die linke Hand hat. Sich zur linken Hand oder zur Linken wenden, wofür man auch sagt sich linker Hand wenden. Einem linker Hand sitzen, gehen. Der linke Flügel eines Gebäudes, derjenige, welchen man zur linken Hand hat, wenn man vor dem Hauptgebäude stehet und demselben den Rücken zuwendet. Х Er weiß nicht was recht oder link ist, von einem sehr einfältigen Menschen. Х Die Rechte (rechte Hand) soll nicht wissen was die Linke thut, d. h. man soll Gutes im Verborgenen thun und sich nicht damit gegen Andre, auch die mit uns nahe verbunden sind, nicht rühmen. Link oder links sein, die linke Hand so gut gebrauchen können, als Andere die rechte, und, sich an den vorzüglichen Gebrauch der linken Hand gewöhnt haben. Ein Mensch, welcher seine linke Hand so zu gebrauchen gewohnt ist, heißt in Schlesien im gemeinen Leben Linkstasche. Uneigentlich heißt links sein, sich irren. Х Was recht ist link machen, es verkehren, umkehren; auch, das Recht verdrehen. »Linke Urtheile fällen,« verkehrte, falsche. Abbt. Daher, daß man bei fast alleiniger Übung der rechten Hand, mit der linken viele Verrichtungen gar nicht oder doch nur schlecht thun kann, ist wahrscheinlich der uneigentliche Gebrauch zu erklären, da man die mit weniger Sorgfalt ausgearbeitete, oder bearbeitete also nicht so schöne und vollkommene Seite eines Dinges die linke Seite nennt. Die linke Seite des Tuches, eines Zeuges  Daher auch, sich link benehmen, auf eine unbehülfliche, steife, unpassende  Weise. Auch kann es in dieser Bedeutung der bloße Gegensatz der uneigentlichen Bedeutung des Wortes recht, richtig, gut  sein, da ja link und recht in der eigentlichen Bedeutung einander entgegengesetzt sind. Auf diese Art sind manche Ausdrücke zu erklären, wenn es z. B. heißt, daß der Weg zur Linken zum Verderben, zur Hölle  führe; daß die Guten, Auserwählten, zur Rechten, daß die Bösen, Verdammten zur Linken Gottes am Gerichtstage stehen würden 
2406 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    linkst. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    link , st. M. (a?, i?) nhd. Luchs ne. lynx ÜG.: lat. lynx Gl Q.: Gl (3. Viertel 9. Jh.) I.: Lw. lat. lynx E.: s. lat. ly…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    linkAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    link , Adj. nhd. link Vw.: s. ā-, gōder-, hende- Hw.: vgl. mhd. linc (1), mnl. linc E.: s. mhd. linc, Adj., link, linkis…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Link

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Link , adj. et adv. welches dem recht entgegen gesetzet wird, aber nur in einigen Fällen als der Gegensatz von diesem Wo…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    link

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    link auch in Zusammenschr ‘lin(c)kerhand’ (zB B11,44,14 u 30,76,5 ); häufig in Korrelation mit ‘recht’ 1 als (relative) …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Link

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Link , Heinr. Friedr., berühmter Naturforscher, besonders Botaniker. geb. 1769 zu Hildesheim, 1792 Professor der Naturge…

  6. modern
    Dialekt
    link

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    link [lìk Fisl. Bf. ; lek Su. Dü. Hf. ] Adj. link. Rda. Er is t mit d em linke n Fuess z u erst üwers Bett h era b Dü.…

  7. Spezial
    Link, dynamischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Link , m , dynamischer линк , м , динамический

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit link

375 Bildungen · 210 Erstglied · 163 Zweitglied · 2 Ableitungen

link‑ als Erstglied (30 von 210)

Linkdrall

SHW

Link-drall Band 4, Spalte 353-354

Linkdreh

SHW

Link-dreh Band 4, Spalte 353-354

Linkmichel

SHW

Link-michel Band 4, Spalte 353-354

Linktape

SHW

Link-tape Band 4, Spalte 353-354

lînkappe

Lexer

lin·kappe

lîn-kappe swf. BMZ kappe von leinen Trist. 2629. vgl. lînîne chappe Kchr. D. 525,5.

Linkauken

MeckWB

lin·kauken

Linkauken m. aus den Rückständen bei der Gewinnung des Leinöls in Kuchenform gepreßtes Viehfutter allgem.

Linkawel

MeckWB

link·awel

Linkawel f. abgemessenes und ausgelostes Ackerland für Lein.

Linkehand-Ehe

Meyers

Linkehand-Ehe , soviel wie morganatische Ehe, s. Ehe , S. 398, und Ebenbürtigkeit.

linken

DWB

lin·ken

linken , verb. schrumpfen, aus dem theil 3, sp. 228 unter einlinken beigebrachten part. eingelunken zu folgern. zur verwandtschaft vergl. au…

Linkepot

MeckWB

linke·pot

Linkepot f. Benennung eines Linkshänders: Linkepot, slah den Düwel dot, Gegenrede: Rechtepot, dei is all dot (1887) Ha Red u. ä. Fassungen v…

Linker

Wander

lin·ker

Linker 1. Dem Lincken kompt alles lincks. – Sutor, 166; Petri, II, 74. 2. Ein Linker macht nichts recht.

linkerapfel

DWB

linker·apfel

linkerapfel , m. malum turbinatum, ex flavo virescens punctatum. in Schwaben Frisch 1, 617 a .

linkerhand

DWB

linker·hand

linkerhand , adv. aus linker hand ( vgl. unter link 1, a ) zusammengerückt: und als ich dachte linkerhand, hat er zur rechten mich geschwenk…

linkerhandehe

DWB

linkerhand·ehe

linkerhandehe , f. ehe zur linken hand, nicht vollberechtigte ehe ( vgl. link 1, a ): um ihn .. voll zu packen mit lauter halbwahren, aus ei…

link als Zweitglied (30 von 163)

allink

KöblerMnd

all·ink

allink , Adj., Adv. Vw.: s. ālink

bertlink

KöblerMnd

bertlink , M. Vw.: s. bērtlinc

brolink

KöblerMnd

brolink , M. Vw.: s. brȫlinc

drelink

KöblerMnd

drel·ink

drelink , M. Vw.: s. drēlinc L.: Lü 84b (drelink)

drilink

KöblerMnd

dril·ink

drilink , M. Vw.: s. drēlinc L.: Lü 84b (drilink)

dēnlink

KöblerMnd

dēnlink , M. Vw.: s. dēnlinc*

edelink

KöblerMnd

edel·ink

edelink , M.? Vw.: s. ēdellinc* (1) L.: Lü 91b (edelink)

Gaitlink

Wander

Gaitlink Dat es de unrechte Gaitlink 1 . ( Iserlohn. ) – Woeste, 84, 77. 1 ) Drossel, angelsächsisch giddian = singen. In der obigen Redensa…

geidlink

KöblerMnd

geidlink , Sb. Vw.: s. geilink

geilink

KöblerMnd

geil·ink

geilink , Sb. nhd. Drossel (F.) E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 113b (geilink)

Ableitungen von link (2 von 2)

gelink

DWB

gelink , verstärktes link, wie neben recht auch gerecht bestand: glincker oder lincker, sinister, glinck handt, sinistra, glincklich, sinist…

Linke

Pfeifer_etym

link Adj. (nur attributiv, der linke, ein linker) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen die Seite des Herzens ist’, linke Seite (‘inn…