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ahd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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29 in 22 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Link

Bd. 2, Sp. 2076
Link, adj. et adv. welches dem recht entgegen gesetzet wird, aber nur in einigen Fällen als der Gegensatz von diesem Worte üblich ist. 1) Die linke Hand, diejenige Hand, welche der rechten entgegen gesetzet ist, und welche man nicht so geschickt gebrauchen kann, als diese. Die linke Seite eines Hauses, eines Berges u. s. f. diejenige Seite, welche man zur linken Hand hat, wenn man vor dem Hause oder Berge stehet, mit dem Rücken nach demselben gekehret. Der linke Flügel der Armee. Der linke Fuß. Der linke Ärmel des Kleides. Sich zur linken Hand wenden, zur linken Seite; auch mit Auslassung des Hauptwortes, sich zur Linken wenden; ingleichen in der zweyten Endung, sich linker Hand wenden. Andere Hauptwörter verstatten diese Auslassung nicht so leicht. Die Linke der Stadt, 1 Mos. 14, 15, besser, die linke Seite. Einem linker Hand sitzen, gehen, oder zur Linken. Er weiß nicht, was recht oder link ist, Jon. 4, 11. Link seyn, wöfür man auch sagt, links seyn, die linke Hand so gut gebrauchen können, als die rechte; nur als ein Nebenwort allein. 2) Die linke Seite eines Körpers, die unrechte, die umgewandte Seite, im Gegensatzte der rechten. Die linke Seite des Tuches, eines Zeuges. Die linke Seite des Kleides auswärts kehren, es links anziehen. Anm. Es ist wohl nicht leicht ein Wort auf eine so unläugbare Art durch alle etymologische Veränderungen gegangen als dieses. Bey einigen Schwäbischen Dichtern lautet es wie noch jetzt im Hochdeutschen lingg, bey dem Stryker lenk, im Nieder. lunk, im Dän. ling, in einigen Oberdeutschen Gegenden mit vorgesetztem Gaumenlaute glink, im Holländischen mit vorgesetztem Zischlaute slink. Andere Mundarten stoßen den zufälligen Nasenlaut aus, behalten aber den Gaumenlaut, oder statt dessen den Hauchlaut, wie das Nieders. locht, lochter, lucht, luchter, und Griech. λαιος. Andere schieben ihnen den Blaselaut unter, wie das Engl. left, das Lat. laevus, und Griech. λαφος, der link ist. Noch andere verwerfen beyde und behalten das bloße t mit oder ohne Zischer, wie das Elsassische lätz, letz, und Schwed. lätta; anderer zu geschweigen, denn das alte Oberdeutsche lure, lurk, bey dem Hornegk lercz, im Nieders. sluur, ist ohne Zweifel von einem andern Stamme, so wie das noch in einigen Gegenden übliche tenk. Es scheinet, daß dieses Wort zu dem Geschlechte des veralteten lau, falsch, böse, unecht, Nieders. leg, lege, gehöret, S. Laugold und Leg. In der Rothwälschen Diebessprache heißt ein falscher Paß eine linke Flagge. Außer den beyden schon gedachten lur und tenk hatte man ehedem noch andere Wörter, unser link auszudrucken. Dahin gehöret das bey dem Ottfried, Willeram und andern befindliche winistra, winstra, welches nicht so wohl zu dem Lat. finister, als vielmehr zu dem alten Wan, Mangel, gehöret; das noch Oberdeutsche äbicht, S. dieses Wort; das noch bey den Fuhrleuten als eine Interjection übliche schwude, vom Wallis. cwith, link, u. s. f. Im gemeinen Leben heißt zu der Hand, zur linken Hand, von der Hand, zur rechten Hand, die Handseite, die linke Seite des Wagens, im Gegensatze der Fernseite, d. i. der rechten Seite; welche Ausdrücke von den Fuhrleuten entlehnet[] zu seyn scheinen, welche auf dem linken Pferde vor dem Wagen sitzen.
3228 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    linkst. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    link , st. M. (a?, i?) nhd. Luchs ne. lynx ÜG.: lat. lynx Gl Q.: Gl (3. Viertel 9. Jh.) I.: Lw. lat. lynx E.: s. lat. ly…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    linkAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    link , Adj. nhd. link Vw.: s. ā-, gōder-, hende- Hw.: vgl. mhd. linc (1), mnl. linc E.: s. mhd. linc, Adj., link, linkis…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Link

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Link , adj. et adv. welches dem recht entgegen gesetzet wird, aber nur in einigen Fällen als der Gegensatz von diesem Wo…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    link

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    link auch in Zusammenschr ‘lin(c)kerhand’ (zB B11,44,14 u 30,76,5 ); häufig in Korrelation mit ‘recht’ 1 als (relative) …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Link

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Link , Heinr. Friedr., berühmter Naturforscher, besonders Botaniker. geb. 1769 zu Hildesheim, 1792 Professor der Naturge…

  6. modern
    Dialekt
    link

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    link [lìk Fisl. Bf. ; lek Su. Dü. Hf. ] Adj. link. Rda. Er is t mit d em linke n Fuess z u erst üwers Bett h era b Dü.…

  7. Spezial
    Link, dynamischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Link , m , dynamischer линк , м , динамический

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit link

375 Bildungen · 210 Erstglied · 163 Zweitglied · 2 Ableitungen

link‑ als Erstglied (30 von 210)

Linkdrall

SHW

Link-drall Band 4, Spalte 353-354

Linkdreh

SHW

Link-dreh Band 4, Spalte 353-354

Linkmichel

SHW

Link-michel Band 4, Spalte 353-354

Linktape

SHW

Link-tape Band 4, Spalte 353-354

lînkappe

Lexer

lin·kappe

lîn-kappe swf. BMZ kappe von leinen Trist. 2629. vgl. lînîne chappe Kchr. D. 525,5.

Linkauken

MeckWB

lin·kauken

Linkauken m. aus den Rückständen bei der Gewinnung des Leinöls in Kuchenform gepreßtes Viehfutter allgem.

Linkawel

MeckWB

link·awel

Linkawel f. abgemessenes und ausgelostes Ackerland für Lein.

Linkehand-Ehe

Meyers

Linkehand-Ehe , soviel wie morganatische Ehe, s. Ehe , S. 398, und Ebenbürtigkeit.

linken

DWB

lin·ken

linken , verb. schrumpfen, aus dem theil 3, sp. 228 unter einlinken beigebrachten part. eingelunken zu folgern. zur verwandtschaft vergl. au…

Linkepot

MeckWB

linke·pot

Linkepot f. Benennung eines Linkshänders: Linkepot, slah den Düwel dot, Gegenrede: Rechtepot, dei is all dot (1887) Ha Red u. ä. Fassungen v…

Linker

Wander

lin·ker

Linker 1. Dem Lincken kompt alles lincks. – Sutor, 166; Petri, II, 74. 2. Ein Linker macht nichts recht.

linkerapfel

DWB

linker·apfel

linkerapfel , m. malum turbinatum, ex flavo virescens punctatum. in Schwaben Frisch 1, 617 a .

linkerhand

DWB

linker·hand

linkerhand , adv. aus linker hand ( vgl. unter link 1, a ) zusammengerückt: und als ich dachte linkerhand, hat er zur rechten mich geschwenk…

linkerhandehe

DWB

linkerhand·ehe

linkerhandehe , f. ehe zur linken hand, nicht vollberechtigte ehe ( vgl. link 1, a ): um ihn .. voll zu packen mit lauter halbwahren, aus ei…

link als Zweitglied (30 von 163)

allink

KöblerMnd

all·ink

allink , Adj., Adv. Vw.: s. ālink

bertlink

KöblerMnd

bertlink , M. Vw.: s. bērtlinc

brolink

KöblerMnd

brolink , M. Vw.: s. brȫlinc

drelink

KöblerMnd

drel·ink

drelink , M. Vw.: s. drēlinc L.: Lü 84b (drelink)

drilink

KöblerMnd

dril·ink

drilink , M. Vw.: s. drēlinc L.: Lü 84b (drilink)

dēnlink

KöblerMnd

dēnlink , M. Vw.: s. dēnlinc*

edelink

KöblerMnd

edel·ink

edelink , M.? Vw.: s. ēdellinc* (1) L.: Lü 91b (edelink)

Gaitlink

Wander

Gaitlink Dat es de unrechte Gaitlink 1 . ( Iserlohn. ) – Woeste, 84, 77. 1 ) Drossel, angelsächsisch giddian = singen. In der obigen Redensa…

geidlink

KöblerMnd

geidlink , Sb. Vw.: s. geilink

geilink

KöblerMnd

geil·ink

geilink , Sb. nhd. Drossel (F.) E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 113b (geilink)

Ableitungen von link (2 von 2)

gelink

DWB

gelink , verstärktes link, wie neben recht auch gerecht bestand: glincker oder lincker, sinister, glinck handt, sinistra, glincklich, sinist…

Linke

Pfeifer_etym

link Adj. (nur attributiv, der linke, ein linker) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen die Seite des Herzens ist’, linke Seite (‘inn…