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linde

ae. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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58 in 26 Wb.
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10 von 16
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

linde

linde Adj., Adv. selten adv. ( Gen 1186; NvJer 16722; PrKlostern 37 ). 1 ‘von geringer Härte, weich’
2 ‘von geringer Grobheit, zart, fein’
3 ‘von geringer Intensität, sanft, gering, leicht’ , meist von elementaren Kräften (Feuer, Wellengang, Wind und Wetter)
4 übertr. ‘sanft(mütig), milde, angenehm, freundlich’
   1 ‘von geringer Härte, weich’ nû hât man vunden einen list / daz er [ein Diamant] in vil kurzer vrist / linde wirt als ein rüebe, / daz man in snite wol oder grüebe, / swie den man dunket guot Volmar 305; diu betwât vil linde was, / der pfulwe und ouch daz küssîn UvZLanz (K) 4156; mit weichen linden chleidern [ mollibus vestimentis Lc 7,25] angetan EvAug 145,16; AvaJo 25,8; Iw 5570; Parz 552,18; nû merkent, wie daz linde blî / versmelze vor des fiures craft KvWTroj 26102; Seuse 155,17; Wh 100,13; SalArz 8,48; Athis C* 85; OvBaierl 15,2; diu lung [...] von waichem lindem flaisch ist BdN 30,15. 50,29; swâ diu erde ist linde [weich, locker] , / dâ wirt daz wazzer swinde / unde weich in dem munde LvRegSyon 3444; SalArz 18,31. – ‘schlaff’ so wir trachlichen zekirchen gen. vnde sten trachlichen div ovgen vͦf hefen zeden armen vnde ze den siechen. trachlichen fuzze unde hende. linde ellev unseriv lît. bieten ze troste vnde ze hilfe den armen. daz ist ein grozziv sunde PrKlostern 37    2 ‘von geringer Grobheit, zart, fein’ diu pleter [des Ahorns] sint gar lind und zart BdN 338,12; der meie lât den küelen tou / ze linden bluomen fliezen KvWTroj 26123; swâ man von îse ein lindez [dünnes] vel / ûf einem tiefen sêwe kôs, / und er sô lützel dâ gefrôs, / daz man durch sîn vil dünnez dach / ein hâr bereiteclîche sach ebd. 6104; ir [der Boten] spise die was linde. / nach hoves ere man in bot / simeln unde schuzzelbrot / unde da zu edel spise Elis 422; swaz lind was und klâr, / daz hiez ich allez dar / dînem lîb gewinnen EnikWchr 16149. – oft von menschlichem Erscheinungsbild, spez. der Haut: rûch ist mîn bruoder [Esau] , / ich [Jakob] bin sleht unde linde Gen 1131; daz din hut luter, linde und schoͤn werde, nim bioniewurz BenRez 23; Barth 138,29; an hiuten lint tuot winter wê SM:Had 3: 2,4; mit alsô liehter varwe / was ir lîp über al / linde und eben hin zetal Wig 902; mit siner linden wizen hant GrRud H 24; lindiu diehel [Schenkel] , slehtiu bein, ir füeze wol gemezzen Tannh 3,48; KLD:UvL 36: 7,1; Parz 88,15    3 ‘von geringer Intensität, sanft, gering, leicht’, meist von elementaren Kräften (Feuer, Wellengang, Wind und Wetter): daz [die Zutaten] sut allez ensament bi einem linden fuer SalArz 76,39; dar nach pey ainer kurtzen stund / ließ das mer sein greynenn. / [...] / di unden [Wellen] wurden linde HvNstAp 4964; vil linde wart ir weter do Pass I/II (HSW) 14262; die senften linden winde Tr 559; [Gott schickt] den winter herte, den sumer linde Aneg 524; RvEBarl 12372; DvAStaff 262; KvHeimUrst 1936. – phras. (?), wohl hierher: kindes ellen daz ist linde / swa man nach prise vihtet. / diu diet ist unberihtet / swa der kuͤnc ist ein kint: / diu wort dicke bewæret sint Rennew 12662    4 übertr. ‘sanft(mütig), milde, angenehm, freundlich’ er sprach, daz got lindes gemvͦtis wâre wider die in vorhtin vnde die ze siner barmherz gedingen hetin Spec 9,1; Ottok 96558. 9206; sîn [Achills] werder lîp der was geslaht / und alsô linde in sîner maht, / daz er die lêre [des Cheiron] sanfte enphienc KvWTroj 6380; [nirgendwo] vant man sô rehte linden man [wie Joachim] , / nît noch haz er nie gewan MarlbGr 9; Renner 7675; ih han dih gotis toufere irkorn / [...], / dih milden vnde dih gnedigen, / dih semften vnde dih linden Litan 541; KvWSchwanr 834; Daniel 7836; Minneb 1466; dî mûtir [musste sich trennen] von dem kinde, / daz sî dennoch linde / zôch mit der spune [Mutterbrust] vûtir! NvJer 16722; er ist semfter dan ein lämbelîn, / da enkegen als ein eberswîn / ist er, swâ man sîn bedarf: / friunden linde, vînden scharf Georg 432; kegn den vîndin linde NvJer 16546; grüss, wilkomen linde / wider für der rainen magtt GTroj 7278; der wîbe lœn sint süezze und lind SM:Had 53: 8,7; sin minne ist also linde / [...] / daz er dir nichtesnicht verseit Hester 1968; deheiner tugent in nie bevilte [verdross ihn nie] , / si wær im ze tuonne lint Ottok 3635; er machte fride zuo drin tagen / mit des povels [Volkes] ingesinde. / dô daz dinc wart sô linde [besänftigt] ebd. 14238; urloup gap er über al / den müeden ze varn, / von dann si komen wârn. / der wec was in linder ebd. 32050; Wernh D 3408. – von Äußerungen: sein rede was süeze unt linde Serv 678; RvZw 241,8; mit lindin, senften worten RvEWchr 21983. 14905; Wig 8103; er chot: ‘wer ist dâ, weri got? dû hâst mich unsanfte irwecchot!’ / Esau sprach duo sînem vater lindere zuo: / ‘hie ist Esau [...] ’ Gen 1186; din scheltwort alsô heize / diu wâren ir linde als daz tou Wernh 3573

MWB 3,3 1171,39; Bearbeiter: Richter

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    lindesw. F. (n)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    linde , sw. F. (n) nhd. Lindenschild Hw.: s. lind E.: s. lind L.: Hh 203

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    linde

    Althochdeutsches Wörterbuch

    linde Gl 3,399,27 s. ? lînede mhd.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    LINDEadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +24 Parallelbelege

    LINDE adj. lind, weich, zart. Graff 2, 239. — diu bettewât vil linde was Lanz. 4156. ir blanken bende linde Parz. 176,19…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lindeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    linde , F. nhd. Linde, Lindenbaum ÜG.: lat. tilia? Vw.: s. būr-, hȫvet-, sige- Hw.: vgl. mhd. linde (4), mnl. linde E.: …

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Linde

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Linde , adj. et adv. S. Adelung Gelinde .

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Linde

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Linde a starkduftend blühender, breitkroniger Laubbaum mit herzförmigen Blättern; auch als Inbegriff der (heimatlichen…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Linde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Linde (tilia) , Pflanzengattung aus der Familie der Tiliaceen, einer der schönsten Bäume der gemäßigten Zone, der eigent…

  8. modern
    Dialekt
    Linde

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Linde [Lìnta Hi. ] f. Bast des Hanfes.

  9. Sprichwörter
    Linde

    Wander (Sprichwörter)

    Linde 1. Auf eine krumme (gebückte) Linde steigen alle Geissen. 2. Die Linde duftet und fordert keinen Dank. ( Wend. Lau…

  10. Spezial
    Linde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lin|de (Tilia sp.) f. (-,-n) ‹bot› linda (-des) f. ▬ Winter-Linde (Tilia cordata) ‹bot› linda da d’invern f. ; Sommer-Li…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit linde

255 Bildungen · 181 Erstglied · 70 Zweitglied · 4 Ableitungen

linde‑ als Erstglied (30 von 181)

Linde(n)

Idiotikon

Linde(n) Band 3, Spalte 1319 Linde(n) 3,1319

Linde(n)bir(eⁿ)

Idiotikon

Linde(n)bir(eⁿ) Band 4, Spalte 1490 Linde(n)bir(eⁿ) 4,1490

Linde(n)stuel N.

Idiotikon

Linde(n)stuel N. Band 11, Spalte 309 Linde(n)stuel N. 11,309

lindecheit

Lexer

lindec-heit stf. BMZ weichheit, schlaffheit Bihteb. Berth. Kl. 456, milde Br. 23 b .

lindeclīche

KöblerMhd

lindeclīche , Adv. Vw.: s. lindiclīche*

lindehe

KöblerMhd

lind·ehe

lindehe , st. N. nhd. „Lindecht“, Lindenplatz E.: s. linde (1) W.: nhd. DW- L.: Lexer 127c, LexerN 3, 300 (lindehe)

lindelein

DWB

linde·lein

lindelein , n. kleine linde; linde in kosender rede: so traur, du feines lindelein, und traur das jar allein! hat mir mein brauns maidlein v…

lindelinc

Lexer

linde·linc

lindelinc stm. lindeling reclinatorium, reclinatio Voc. 1482. vgl. line, linebërge.

lindelîche

MWB

lindelîche Adv. auch -lîchen. ‘sanft’ (s.a. lindiclîche ): di wurze [...] tribet also sere sam scamonea [Purgierwinde (?)] . vnde tut daz li…

lindelīche

KöblerMhd

lindelīche , Adv. Vw.: s. lindlīch

Lindeman

Meyers

lind·eman

Lindeman , Moritz , geographischer Schriftsteller, geb. 27. März 1823 in Dresden, wirkte 1848–78 in Bremen als Stenograph der Bremischen Bür…

Lindemann

DWBQVZ

linde·mann

Lindemann ( oder Bindemann ? ), Ernst Christoph ( übers. ) *1766 Wustermark †1845 Neuendorf b. Bahn/Pommern.

Lindemann-Frommel

Meyers

Lindemann-Frommel , Karl , Lithograph und Maler, geb. 19. Aug. 1819 zu Markirch im Elsaß, gest. 16. Mai 1891 in Rom, bildete sich bei Rottma…

linden,

FWB

1. ›etw. weich machen; (refl:) in seiner Schärfe zurückgehen (vom Wetter)‹; vgl. lind (Adj.) 1a.; 2. ›etw. mildern, mindern, besänftigen‹

Lindenbaum

SHW

Linden-baum Band 4, Spalte 349-350

Lindenfels

SHW

Linden-fels Band 4, Spalte 349-350

Lindenholz

SHW

Linden-holz Band 4, Spalte 349-350

linde als Zweitglied (30 von 70)

*slinde

KöblerMhd

*slinde , sw. M. nhd. Verschlinger Vw.: s. bluot- E.: s. slinden (1)

Belinde

GWB

bel·inde

Belinde weibl Vorname; verhüllend für Lili Schönemann, wohl in Anspielung auf Erscheinung u Lebenssphäre 1) : als Titelfigur des Ged ‘An Bel…

blīlinde

KöblerMhd

blī·linde

blīlinde , st. F. nhd. „Bleilinde“ (?), Bleierz? Q.: ErzIII (1233-1267) (FB blīlinde), Feldb E.: s. blī, linde W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 3…

būrlinde

KöblerMnd

būr·linde

būrlinde , F. nhd. Dorflinde E.: s. būre, linde (1) L.: MndHwb 1, 374 (bûrlinde)

dorflinde

DWB

dorf·linde

dorflinde , f. unter welcher getanzt wird Göthe ; in Oberhessen sonst am kirchweihfest Weigand.

Flamplinde

WWB

flamp·linde

Flam-plinde f. Flammplinge kleiner Brotkuchen, der im vorderen Teil des Backofens, also vor dem Ofenfeuer gebacken wird ( Kr. Brilon Bri Br)…

Friedenslinde

PfWB

frieden·s·linde

Friedens-linde f. : Name eines Gasthauses; Wirtschaft zur Friedenslinde [ FR-Tiefth ]. —

Fronlinde

RhWBN

fron·linde

Fron-linde (s. S.) Waldbr-Nosb f.: L., aus der die kleinen Kinder kommen.

frühlinde

DWB

frueh·linde

frühlinde , f. die sommerlinde, tilia folio majore. der name daher, weil sie früh ausschlägt.

gelinde

DWB

gel·inde

gelinde , f. gelindheit, weichheit, wie linde f. ( s. d., ahd. lindî lenitas Graff 2, 240 ): ich hab mich etlich mal mit des frawenzimmers n…

gerichtslinde

DWB

gerichts·linde

gerichtslinde , f. linde, unter welcher gericht gehalten wird, s. DWB gerichtsbaum : als Brandt 1648 gestorben war, setzte er ( Clüver ) sic…

graslinde

DWB

gras·linde

graslinde , f. , tilia platyphyllos Scop., die auch frühlinde, sommerlinde, wasserlinde genannt wird. der name vielleicht daher, dasz sie fr…

halblinde

DWB

halb·linde

halblinde , adj. nennt der goldschmid eine feile, die nicht viel mit einem male abnimmt. Jacobsson 2, 193 b .

Herlinde

GWB

her·linde

Herlinde (sagenhafte) byzantin Königstochter, an der Seite Kg Rothers als dramat Figur GWB 16,458 Maskenz RomantPoesie Skizze GWB 16,460 Mas…

hoikensplinde

KöblerMnd

hoikensplinde , N. Vw.: s. hoikensplinde*

hoykensplinde

KöblerMnd

hoykensplinde , N. Vw.: s. hoikensplinde*

Immenlinde

WWB

immen·linde

Immen-linde f. Immelinne Winterlinde (Tilia cordata) (Lippe WWB-Source:219:Oesterh Oesterh ).

kirchhoflinde

DWB

kirchhof·linde

kirchhoflinde , f. vgl. kirchhofbaum: und im wipfel dieser kirchhoflinde nist' ein turteltaubenpaar. Hölty 200 .

Lachlinde

Wander

lach·linde

Lachlinde Eine heilige Lachlinde. ( Breslau. ) Eine fromme, überhaupt sanft und edelthuende Weibsperson.

mastlinde

DWB

mast·linde

mastlinde , f. die gemeine groszblättrige linde, wasserlinde oder graslinde, ' in einigen gegenden '. Adelung.

Merklinde

WWB

merk·linde

Merklinde ON (Stadtteil von Castrop-Rauxel). — Ra. (Wortspiele mit→ WWB meªrken ): Du büs auk nit ūt Meärklinne dass du das nicht merkst ( d…

Neulinde

PfWB

neu·linde

Neu-linde f. : ehem. FlN, amtl. Neuling [ NW-Dürkh ]. a. 1516: Kestenwald in der Nuwen Lynden [NUrkKG 217 (ebd.)].

oberblinde

DWB

ober·blinde

oberblinde , f. , holländ. bovenblinde, bei älteren schiffen das an einer kleinen stange am auszenende des bugspriets angebrachte segel ( im…

ostlinde

DWB

ost·linde

ostlinde , f. die späte im august ( s. DWB ost 1) blühende linde, nordd. ost- und augustlinde. Nemnich 2, 1462 . Pritzel-Jessen 403 .

Ableitungen von linde (4 von 4)

Belinde

GWB

Belinde weibl Vorname; verhüllend für Lili Schönemann, wohl in Anspielung auf Erscheinung u Lebenssphäre 1) : als Titelfigur des Ged ‘An Bel…

erlinde

BMZ

erlinde swv. mache weich. dich êren, frowe, erlinden kan diu flinseherten herzen Gfr. lobges. 35.

gelinde

DWB

gelinde , f. gelindheit, weichheit, wie linde f. ( s. d., ahd. lindî lenitas Graff 2, 240 ): ich hab mich etlich mal mit des frawenzimmers n…

unlinde

DWB

-linde , adv. , gth. v. lind 5: volkslieder 657 Uhland; Melissus psalm. 38, 2 . selten u. veraltet. —