Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kostüm n.
Kostüm n.
Kostüm n. ‘Tracht, historische Kleidung, Bühnenkleidung, Damenbekleidung aus Jacke und Rock’. Costume ist eine Entlehnung (18. Jh.) von ital. costume ‘Gewohnheit, Sitte, Brauch’ und dient zur Bezeichnung von zeitlich bedingten Eigenarten und Besonderheiten der Völker. Der in der bildenden Kunst übliche Ausdruck wird (seit Gottsched) auch im Bereich des Theaters angewandt und bezieht sich dabei vornehmlich auf die entsprechende historische Bekleidung. Gegen Ende des 18. Jhs. beeinflußt den Begriff das (ebenfalls aus dem Ital. stammende) frz. costume, das den Sinn ‘Tracht, Anzug’ angenommen hat, und führt (mit der Schreibweise Costüme) zur allgemeinen Bedeutung ‘historische Bekleidung’, woraus (19. Jh.) der Sinn ‘Tracht, Maskierung, Kleidung’ vorherrschend wird. Unter dem Einfluß der französischen Mode gilt danach Kostüm auch für ‘Damenbekleidung aus Rock und Jacke’. Ital. costume geht zurück auf lat. cōnsuētūdo (Genitiv cōnsuētūdinis) ‘Gewöhnung, Herkommen, Brauch, Sitte’, eine Ableitung von lat. cōnsuēscere (cōnsuētum) ‘eine Gewohnheit annehmen’ (vgl. lat. suēscere ‘sich gewöhnen, gewohnt machen’). – kostümieren Vb., besonders reflexiv, ‘(sich) verkleiden, (sich) auffallend anziehen’ (19. Jh.); vgl. frz. costumer ‘be-, verkleiden’.