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kol

ahd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
33 in 16 Wb.
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7 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kol m.

Bd. 11, Sp. 1601
kol, m. scheitel, ein seltnes, merkwürdiges wort. 11) hd., genauer md. nur in einer spur: vertex, eminentior pars capitis, der kol. Trochus (er war ein Anhalter) N 1b, im gen. gewiss kolles, denn es gibt dazu ein fem. kolle (s. d.). 22) besser erhalten nd. und weiter. 2@aa) nd. als fem., kolle kopf in der redensart he will de kolle nig bögen (beugen) brem. wb. 2, 840; brandenb. köll' der oberste theil von pflanzen, bäumen, dazu kölln, bäume köpfen (norw. kylle, schw. kulla, s. hd. kölben) Danneil 112b, also doch auch nur in resten; dazu wol auch ostfr. köllig verrückt Stürenburg 118a, d. i. 'köpfisch', eigen gött. kölsche m. kopf Schambach 108b. nordfries. kol kopf Outzen 166, doch nur noch in redensarten wie nordisch unter kollern rollen 1, c, z. b. auwer kol, kopfüber. 2@bb) ganz klar nord.: altn. isl. kollr m. scheitel, kopf, hirnschädel, auch spitze, gipfel (z. b. berggipfel, 'kopf'), und noch norw. koll m., schwed. kulle m., dial. auch kóll m. und kulla f. (wie nd.) Rietz 343b. auch eine engl. spur vielleicht in altengl. 'chol head' Halliw. 248a, 'cheole hair' Coleridge gloss. ind. 18a (s. 3, a. c. d). es soll ags. colla vertex geben. Rietz bringt noch span. cholla f. schädel bei, das dort allein steht, steckt dahinter das entsprechende goth. wort? 2@cc) merkwürdig aber altn. kollr auch vom haarlosen scheitel, glatze, dazu adj. kollôttr geschoren, von thieren hornlos (wie hd. kolbicht 4, vergl.kal gleich hornlos unter bocken 2), ferner kolla f. kuh oder thier überhaupt ohne hörner, beides noch norw. schw. (s. besonders Rietz). daher vielleicht auch nd. kolle, der weisze fleck an der stirn der pferde (brem. wb.), osnabr. köllen m. Strodtm. 28, ostfries. kölle Stürenburg 118a, nl. kol f., pl. kollen, als kahle stelle gedacht? 33) dazu merkwürdige verwandtschaft. 3@aa) mit zutreffender lautverschiebung altpreusz. gallu kopf, vielleicht altcorn. gols haupthaar (Zeusz 1101, vgl. 151. 177) zu engl. cheol haar unter 2, b (vgl. sl. gol kahl). jenes im auslaut mit w in litt. galwa f., dann altsl. südsl. glava f., böhm. hlava, poln. glowa kopf, umgestellt für galva (vergl. Schleichers compend. § 181 anm.). wegen der bed. haar s. unter c. d. 3@bb) aber merkwürdig stimmt auch ohne verschiebung irisch coll kopf (nacken), gael. cùl m. kopfhaar, hinterkopf, cùlan m. haar, locken; dann lat. calva f. der blosze schädel (altmd. calwa calvicium Germ. 9, 29, ahd. chalawa, mhd. kalwe, s.kahle); vielleicht auch gael. calbha a head und a bald pate (ganz wie nord. kollr beides zugleich) und finn. kallo calva, calvaria Renvall 1, 154b ? Rietz 343b bringt auch indisches bei: beng. kulî hirnschale, hindost. kallah kopf; dieselbe lautstufe schon in skr. khalwâtis kahlköpfig, merkwürdig auch schon ohne das w khalatis. 3@cc) das lat. calva tritt freilich ganz nahe zu calvus kahl, aber kahl selbst gehört in die sippe, da sein urspr. stamm kalw ist, und merkwürdig heiszt schwedisch noch kaluv m. der obere theil des kopfes (Rietz 304a), freilich mit einrechnung des haares, ja auch der haarschopf selbst, daher z. b. kaluvas sich bei den haaren zausen, aber anderseits auch der kopf selbst, z. b. in p nykter kaluv, mit nüchternem, klarem kopfe, gescheid. so schlieszt sich in diesem kaluv von heute alles fragliche zusammen wie in einem rätsel, kahl, d. i. haarlos in seiner reinen form und die doppelte bed. haar und kopf; das findet sich aber ebenso merkwürdig bei kolbe 9, das auch in die sippe gehören musz, s. dort. 3@dd) endlich auch wie so oft mit sk- für k- ahd. sciullâ und houpitsciullâ calvaria, engl. scull schädel, hirnschale, altenglisch sculle, altn. skalli m., schw. skalle, auch altn. skoltr m., norw. skolt, schw. skóllt, skullt Rietz 594b; auch kelt., gael. sgol schädel, sgall glatze. und da wieder die merkwürdige doppelheit, denn skalli ist sowol der kahle kopf als der scheitel, oberkopf überhaupt (samt dem haar), s. Egilsson 716a. Das einigt sich nur in dem urspr. begriff hirnschädel, einmal so gedacht dasz man ihn sieht (daher calva, kollr glatze und calvus, kahl), einmal in seiner natürlichen erscheinung, mit dem haarschopf, endlich auch dieser selbst in seiner natürlichen erscheinung, d. h. am schädel. fast dasselbe liegt bei kopf vor. gehört aber auch schale in hirnschale daher? s. dazu Diefenbach goth. wb. 2, 233 fg.
4358 Zeichen · 156 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kolst. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kol st. n. , mhd. nhd. ( älter ) kol; mnd. kol, mnl. cool f. ; ae. cól; an. kol. — Graff IV,386. chol: nom. sg. Gl 3,121…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KOL

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    KOL KOLE s. ich QUIL .

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kolM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    kol , M. Vw.: s. kolle (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kolm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kol , m. scheitel, ein seltnes, merkwürdiges wort. 1 1) hd., genauer md. nur in einer spur: vertex, eminentior pars capi…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kol

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kol , Volk in Vorderindien, das wahrscheinlich einst das Gangestal bewohnte, vielleicht auch im südlichen Indien sich an…

  6. modern
    Dialekt
    (Kol)

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    (Kol) in

  7. Spezial
    кол

    Russ.-Dt. Übers. (ru-de)

    кол ( разг. ) (Schulnote) eine Eins (die schlechteste Note in Russland) ему хоть кол на голове теши идиом. - den Mund fu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kol

1.330 Bildungen · 1.289 Erstglied · 37 Zweitglied · 4 Ableitungen

kol‑ als Erstglied (30 von 1.289)

kôl(i)

EWA

kôl(i)AWB m. (j)a-St., neben kôlaAWB f. ō(n)-St. und kôloAWB m. an-St., seit dem 8. Jh. in Gl.: ‚(Gemüse-)Kohl; blandona, brassica, caulis, …

kolchen

SHW

kol-chen Band 3, Spalte 1601-1602

kolære

BMZ

kola·ere

kolære stm. köhler. kolære gnôʒ einem köhler gleich Hadl. 1,19,5.

Kolaila

GWB

Kolaila weibliche Titelfigur der geplanten orientalischen Oper ‘Feradeddin und K.’ 12,308 Feradeddin Titel u PersVerz 53,101 FeradeddinNacht…

Kolaim

ElsWB

† Kolaim , Koleim n. der Kreuzgang im ehemaligen Stifte St. Wilhelm, wo sich die Lehrsäle des protestantischen Gymnasiums befanden, Kollegiu…

Kolakoron

KöblerGerm

kola·koron

Kolakoron , ON nhd. bei Frankfurt an der Oder, Züllichau? Q.: ON (2. Jh.) E.: aus dem Gr.

Kolakrēten

Meyers

kola·kreten

Kolakrēten (griech., »Schinkensammler«), bei den alten Athenern die Vorsteher der städtischen Hauptkasse, daher benannt, weil sie von den be…

kō¹lammeren

WWB

kō¹-lammeren V. sich sehr ungeschickt benehmen ( Wdf Wf).

Kō¹lammer(t)

WWB

Kō¹-lammer(t) m. [ Ahs Stf Tek Kos] ungeschickte, unbeholfene, großgewachsene Person.

Kolamsleⁿ

Idiotikon

Kolamsleⁿ Band 1, Spalte 241 Kolamsleⁿ 1,241

Kō¹land

WWB

kol·and

Kō¹-land senkrechte, etwa armdicke Hölzer zwischen Kuhstall und Diele (Frbg.) ( Hal Eb ); Querholz über den→ Feªrskel n ( Mün Sc). ¶ Evtl. l…

kolander

DWB

kol·ander

kolander , m. für galander, haubenlerche: colander und from nachtigal concordierten lieplich zumal. Lenz Schwabenkr. 2 a .

Kolanuß

Pfeifer_etym

kola·nuss

Kolanuß f. harter Samenkern des im tropischen Westafrika vorkommenden Kolabaumes, für Genuß- und Nahrungsmittel, besonders Erfrischungsgeträ…

Koláptik

Meyers

Koláptik (griech.), technische, jetzt nicht mehr übliche Bezeichnung für Meißelarbeit in Stein.

Kolár

Meyers

Kolár , Josef Jiři , tschech. Dramatiker, geb. 2. Febr. 1812 in Prag, studierte daselbst Philosophie, wendete sich aber später dem Theater z…

Kolarische Sprachen

Meyers

Kolarische Sprachen (auch Mundasprachen genannt), die Sprachen einiger kulturloser Bergvölker (der Munda oder Kolh, Sonthāl u. a.) Mittelind…

Kolatie

Wander

kola·tie

Kolatie Es ist eine Kolatie. Dieser Ausdruck wird in Neumark (Schlesien) oft gehört und bedeutet dort eine Gasterei, eine gute kostenfreie M…

Kolatorĭum

Meyers

Kolatorĭum , Seihetuch aus Leinwand oder Flanell zum Durchgießen einer Flüssigkeit. Kolatūr , die durchgeseihte Flüssigkeit.

Kolatsch

Pfeifer_etym

kola·tsch

Kolatsch m., Kolatsche f. rundes Hefegebäck, ‘Kringel’, Kollatschen Plur. (Goethe 1786 brieflich aus Karlsbad), coletichenbacher (-bäcker) z…

kolatsche

DWB

kolatsche , kollatsche , s. collatsche , coletchen .

Kolatschen

Meyers

Kolatschen (tschech.), kleine runde Kuchen aus mürbem Teig, mit Korinthen, mitunter auch mit Früchten und Obstmarmelade belegt.

kolatzie

KöblerMnd

kolatzie , F. Vw.: s. kollācie

kol als Zweitglied (30 von 37)

arkôl

MNWB

arkôl , erkôl , n. , das nur einmal geschmolzene unreine oder Stückmessing (im Gegensatz zum zweimal geschmolzenen reinen Messing).

beckenkol

MWB

becken·kol

beckenkol stN. ‘Bäckerkohle’ daz ich [...] min pachhovs [...] verchovffet han [...] vm sehs phvnt Wienner phenninge [...] vnd vm einen mvtte…

beiʒkol

MWB

beiʒkol stM. ‘Rübe’ (Beta vulgaris, vgl. Marzell 1,583ff.) beta: beizcol VocBV947 3:536,23 MWB 1 534,49; Bearbeiter: Schnell

bêtekôl

MNWB

bete·kol

bêtekôl (s. bête) , bêtel- , m. , beta vulgaris, rote Rübe, Beißkohl; Mangold; beta alba.

dôk (ol-)

MNWB

° ~dôk (ol-) Tuch zum Durchseihen des Öls in der Mühle (Ub. Hildesh. 6, 448). —

eckol

AWB

eckol st. m. ( n. ? ) , mhd. eckel; aus rom. aciale. — Graff I, 130. ecch-ol: nom. sg. Gl 3,668,22. 677,33. 4,111,44 ( Sal. a 2 ). Beitr. 73…

ekkol

KöblerAhd

ekkol , st. M. (a) nhd. Stahl, Schwert, Halseisen, stählerner Halsring, aus Stahl Verfertigtes ne. steel (N.) ÜG.: lat. aciarium Gl, acuale …

erkol

MNWB

erkol s. arkol.

hellekol

MWB

helle·kol

hellekol swM. ‘Höllenkohle’ diz ist der [...] tot, / den die bosen muzen doln / in den heizen helle koln HeslApk 20628 MWB 2 1333,10; Bearbe…

kabûskôl

MNWB

kabus·kol

kabûskôl , kabbûs- , kabusken- , m. , weißer Kopfkohl, überh. Kopfkohl, Brassica oleracea capitata, witte k. S. noch kabûs.

karkôl

MNWB

kar·kol

° karkôl (karke ° l) = arkôl , s. d. (vgl. Ub. Brschwg. 3, 676 b).

kumpstkôl

MNWB

kumpst·kol

kumpstkôl (kumst- , konst-) , m. , Sauerkraut , zum Sauerkraut verwendeter Weißkohl , witte k., sûre k.

mērkôl

MNWB

mer·kol

° mērkôl Crambe maritima, Strandkohl (Garde d. S. c. 161) . —

minnekol

KöblerMhd

minne·kol

minnekol , sw. M. nhd. Liebesglut E.: s. minne (1), kol W.: nhd. DW- L.: Hennig (minnekol)

прокол

RDWB2

pro·kol

прокол перен. , разг. прокол / прокольчик вышел; промашечка вышла идиом. - j-d ist ins Fettnäpfchen getreten idiom. ; j-d hat sich blamiert;…

prôtokol

MNWB

proto·kol

+ prôtokol , n. ( Gen. Sg. -les ) : offizielles Verzeichnis , tô p. schrîven vermerken (Lauremberg ed. Lappenberg 108), (bes.:) notarielle A…

prōtokol

KöblerMnd

prōtokol , N. nhd. Protokoll, offizielles Verzeichnis, notarielle Aufstellung von Eigentum bzw. Zahlungen Vw.: s. gerichte-, stat- Q.: Laure…

rôtkôl

MNWB

rot·kol

*° rôtkôl , m. : ein Pflanzenname, (wohl:) Liegender Fuchsschwanz, Amarantus viridis, „Blitum” (Chytr.); — vgl. Marzell 1, 242.

sprōtenkôl

MNWB

sprote·n·kol

° sprōtenkôl (sprāten-) die Sprossen der im Frühjahr wieder ausschlagenden Strünke des braunen Kohls als Gemüse (Hartich Sierk 78).

statprōtokol

KöblerMnd

stat·prōtokol

statprōtokol , N. nhd. „Stadtprotokoll“, städtisches Protokollbuch, städtisches Pfandbuch, städtisches Schuldenbuch E.: s. stat (2), prōtoko…

sȫtekol

KöblerMnd

sȫtekol , M. Vw.: s. sȫtekōl*

Ableitungen von kol (4 von 4)

bekolen

LW

be-kolen, kühl machen, kühlen.

erkol

MNWB

erkol s. arkol.

erkolen

KöblerMhd

erkolen , sw. V. Vw.: s. erquelen

kole

Lexer

kole s. kol.