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Kohle

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Adelung
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Kohle

Bd. 2, Sp. 1683
Die Kohle, plur. die -n, Diminut. das Köhlchen, eigentlich und überhaupt ein jeder brennbarer oder zur Feuerung bequemer Körper, in welcher weitern Bedeutung es doch längst veraltet ist. Man gebraucht es nur noch in engerm Verstande, von[] einem durchaus schwarz gebrannten, d. i. aller wässerigen und öhligen Materien durch das Feuer beraubten, trocknen und brüchigen Körper. Besonders aber von einem auf solche Art durchbrannten Holze. Eine glühende Kohle, zum Unterschiede von einer todten. Kohlen brennen, Holz zu Kohlen brennen, das Holz bis zu dem Grade durchbrennen, daß es in Kohlen verwandelt wird, das Holz verkohlen, im Nieders. Kohlen schwelen. S. Kohlenbrenner. So schwarz wie eine Kohle. Wie auf glühenden Kohlen sitzen oder stehen, sich in Furcht und Unruhe befinden. Mit Kohlen heitzen. Bey Kohlen kochen. Wegen der Ähnlichkeit in der äußern Gestalt so wohl, als auch wegen der brennbaren Eigenschaft wird auch ein mineralischer von Erdpech durchdrungener Körper Kohle und noch bestimmter Steinkohle genannt, S. dieses Wort. Anm. 1. In einigen Oberdeutschen Gegenden ist es männlichen Geschlechtes, der Kohl. Ein Kol, bey dem Winsbeck. Ein glüender Kol, in dem Buche der Natur von 1483. Lo Carbon, der Kol, in dem 1501 zu Rom gedruckten Deutsch-Ital. Vocabulario. In den Schmelzhütten, bey den Kohlenbrennern u. s. f. gebraucht man es auch im ungewissen Geschlechte, das Kohl; aber alsdann ist es ein Collectivum für das Hochdeutsche Kohlen; Kohl oder das Kohl aufsetzen, Kohlen aufschütten, das Kohl ausstoßen, die Kohlen aus dem Meiler nehmen, das Kohl messen u. s. f. Daher rühret es, daß in manchen Zusammensetzungen für Kohlen- noch Kohl- gebraucht wird, wie in Kohlbecken, Kohlschwarz u. s. f. Anm. 2. Im Nieders. Köle, Kaal, im Engl. Coal, im Dän. Kul, im Angels. Col, im Schwed. und Isländ. Kol. Es stammet von dem im Deutschen längst veralteten Worte Kol, das Feuer, ab, welches zu dem Geschlechte des Griech. ηλιος, des Lat. calere und Calor, und Deutschen hell gehöret. In Niedersachsen sagt man noch einkölen, für unmäßig einheitzen, und im Westgothischen ist kylla anzünden, und Kylle trocknes, brennbares Holz. Im Isländ. ist Koljern ein Feuerstahl, Kolbytur ein Einheitzer, Nieders. ein Fuerböter, in Boxhorns Glossen Choles der Ruß, und im Herb. קלה brennen, und גהל die Kohle. Die Steinkohlen heißen im mittlern Lateine Hullae, Hyllae, und im Lüttichischen noch jetzt Houilles. Notker nennet eine Kohle noch Zander, von zünden, brennen machen.
2484 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kohle

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Kohle , plur. die -n, Diminut. das Köhlchen, eigentlich und überhaupt ein jeder brennbarer oder zur Feuerung bequeme…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kohle

    Goethe-Wörterbuch

    Kohle 1 als Stoff, Materie a als Substanz in wiss Versuchen u Beobachtungen, einmal im alchimistischen Experiment 1) [ V…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kohle

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kohle , das Produkt der Erhitzung pflanzlicher und tierischer Stoffe bei Luftabschluß. Alle pflanzlichen und tierischen …

  4. modern
    Dialekt
    Kohl(e)

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Ko h l(e) [‘ X ólə Fisl. ; Khólə Banzenh. ; Khól Mittl. ; Khûl Dü. ; Khôl U.; Khâl Illk. ] f. Kohle. Am S. Laurentiustag…

  5. Sprichwörter
    Kohle

    Wander (Sprichwörter)

    Kohle 1. Alte (verleschte) Kolen soll man nicht wieder auffblasen. – Petri, II, 12. 2. An einer Kohle kann man sich wol …

  6. Spezial
    Kohle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Koh|le f. (-,-n) 1 (Brennstoff) ciarbun (-s) m. 2 ‹pop, umor› (Geld) scioldi pl. , grosc pl. ▬ mit Kohle heizen scialdé …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kohle

430 Bildungen · 394 Erstglied · 36 Zweitglied · 0 Ableitungen

kohle‑ als Erstglied (30 von 394)

Kohlebrenner

LothWB

kohle·brenner

Kohle-brenner m. allg. Spruch : Ich bi schwarz u du bisch schwarz; glich u glich gsellt sich ger, hat der Deiwel zum K. g'sat Ri. — Zs.

Kohlebrennerbub

LothWB

kohlebrenner·bub

Kohlebrenner-bub allg. Volkslied: Ben i net e schener Kohlebrennerbu(b)? dia ho ho! Hau un Stroh haw i genu, dia ho ho! Hemble (Hemdchen) an…

Kohlehydrat

Pfeifer_etym

kohle·hydrat

Hydrat n. Verbindung, in der Wasser chemisch gebunden enthalten ist, als Terminus der Chemie im 19. Jh. zu griech. hýdōr (ὕδωρ) ‘Wasser’ kün…

Kohlehydrate

Meyers

Kohlehydrate , Gruppe chemischer Verbindungen, die im Molekül 6 oder ein Multiplum von 6 Atomen Kohlenstoff enthalten und Wasserstoff und Sa…

kohleiche

DWB

kohl·eiche

kohleiche , f. , schwarzeiche, sommereiche, deren holz schwarz färbt. Höfer östr. wb. 2, 152 . kohleneiche, kohleiche mit der kleinsten fruc…

Kohlenasche

SHW

Kohlen-asche Band 3, Spalte 1591-1592

Kohlendunst

SHW

Kohlen-dunst Band 3, Spalte 1591-1592

Kohleneimer

SHW

Kohlen-eimer Band 3, Spalte 1591-1592

Kohlenfeuer

SHW

Kohlen-feuer Band 3, Spalte 1591-1592

kohlenfrei

SHW

kohlen-frei Band 3, Spalte 1591-1592

Kohlengabel

SHW

Kohlen-gabel Band 3, Spalte 1591-1592

Kohlenkorb

SHW

Kohlen-korb Band 3, Spalte 1591-1592

kohle als Zweitglied (30 von 36)

blindkohle

DWB

blind·kohle

blindkohle , f. carbo haud satis exustus, kohle die wegen zu starken windzuges nicht genug ausgebrannt ist.

dachkohle

DWB

dach·kohle

dachkohle , f. die schlechteste art steinkohlen, die über den bessern pechkohlen liegt. s. dach .

erdkohle

DWB

erd·kohle

erdkohle , f. geanthrax, brennbare von steinkohle verschiedne kohle.

glanzkohle

DWB

glanz·kohle

glanzkohle , f. : kohlenblende, glanzkohle, harzlose steinkohle Oken allg. naturgesch. (1833) 1, 306 ; mir scheinet diese formation der zeit…

grubenkohle

DWB

gruben·kohle

-kohle , ' kolen, die aus abgängen, spänen, reisern und zacken in gruben gebrennet werden ' Jacobsson 2, 160 a ; Döbel jägerpract. 3, 40 ;

harzkohle

DWB

harz·kohle

harzkohle , f. die beste, theerreiche art der steinkohlen, auch pechkohle, fettkohle, glanzkohle. Nemnich 3, 425 .

holzkohle

DWB

holz·kohle

holzkohle , f. 1 1) aus holz geschwelte kohle. 2 2) auch stein- und braunkohle werden so genannt. Nemnich.

kleinkohle

DWB

klein·kohle

kleinkohle , f. 1 1) holzkohle aus kleinem holz und reisig gebrannt ( s. grubenkohle ). Krünitz. 2 2) wie kohlenklein, der stückkohle gegenü…

Klosterkohle

Wander

kloster·kohle

Klosterkohle 1. Bei Klosterkohl' wärmt man sich wohl. – Eiselein, 383. »Geweihet Fleisch schmeckt manchem wol, vnd wermt sich gern bey Klost…

lindenkohle

DWB

linden·kohle

lindenkohle , f. aus lindenholz gebrannte kohle: 1 lib. lindenkole ( zu schieszpulver ). d. städtechron. 6, 246, 10.

Lschkohle

Adelung

Die L—schkohle , plur. die -n, Kohlen, welche mit Wasser abgelöschet worden, ehe noch das Feuer alle Holzfasern zerissen hat, dergleichen di…

meilerkohle

DWB

meiler·kohle

meilerkohle , f. in einem meiler gebrannte holzkohle: und halten fewer wie die meilerkolen. Mathes. Sar. 57 a .

pechkohle

DWB

pech·kohle

pechkohle , f. was fett-, harzkohle Jacobi waaren- u. handlungslex. 169 . Oken 1, 310 . Karmarsch-Heeren 2, 1 .

Pfaffenkohle

Wander

pfaffen·kohle

Pfaffenkohle 1. Pfaffenkolen riechen wol, aber nit lang. – Franck, I, 158 a ; Körte, 4714. 2. Sich bei Pfaffenkohlen wärmen. – Murner, Nb., …

Pflichtkohle

DRW

pflicht·kohle

Pflichtkohle, f. Kohle als Naturalabgabe vgl. Pflichtgans [einnahmen] für bau- und brennholz ... wie auch pflichtkohlen 1651 QFSchleswHG. XI…

Quandelkohle

Adelung

quandel·kohle

Die Quandelkohle , plur. die -n, bey den Kohlenbrennern, diejenigen kleinen Kohlen, welche mitten in dem Meiler an dem Quandel stehen, S. di…

rauchkohle

DWB

rauch·kohle

rauchkohle , f. bei den köhlern kohle die noch raucht. vergl. raucher 2.

reiserkohle

DWB

reiser·kohle

reiserkohle , reiskohle , f. aus reisern gebrannte kohle, grubenkohle: grub- äst- span- reiser- oder kleinkohlen sind diejenigen kohlen, wel…

Reißkohle

Adelung

reiss·kohle

Die Reißkohle , plur. die -n, Kohlen von Weiden, Haseln u. s. f. so fern sie zum Reißen oder Zeichnen dienen.

schieferkohle

DWB

schiefer·kohle

schieferkohle , f. eine art schieferiger, spröder steinkohlen. Adelung. Jacobsson 7, 205 b : schieferkohle, von mehr oder weniger schieferig…

schmiedekohle

DWB

schmiede·kohle

schmiedekohle , f. kohle, die beim schmieden gebraucht wird, verwendbar ist Adelung. Frisch 2, 208 b , schmidekole Jacobsson 4, 10 b , schmi…

setzkohle

DWB

setz·kohle

setzkohle , f. bei köhlern, kohlenführern bezeichnung der langen kohlen, die, wenn ein kohlenwagen voll ist, inwendig an der seite herumgese…

spankohle

DWB

span·kohle

spankohle , f. aus spänen gebrannte holzkohle. Jacobsson 2, 160 a .

steinkohle

DWB

stein·kohle

steinkohle , f. , carbo bitominosus, lithantrax. seit der ersten hälfte des 15. jh. in gegenden mit steinkohlenförderung: steynekolen (1429)…

stockkohle

DWB

stock·kohle

stockkohle , f. , aus dem wurzel stock ( s. 1 stock, m. 1, truncus, caudex ) gewonnene holzhohle: besonders rühmt man die stock- und wurzelk…

stückkohle

DWB

stueck·kohle

stückkohle , f. 1) in groszen, groben stücken gewonnene stein- oder braunkohle s. Jacobsson 7, 489 b ; Gerhard Siegerländer bergmannspr. 166…