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steinkohle

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steinkohle f.

Bd. 18, Sp. 2113
steinkohle, f. , carbo bitominosus, lithantrax. seit der ersten hälfte des 15. jh. in gegenden mit steinkohlenförderung: steynekolen (1429) weisth. 2, 34 (Neumünster a. d. Saar); stênkole (1446) Woeste westf. 254a. im 16. jh. ist das wort allgemein im gebrauch. die gebräuchlicheren älteren lat. entsprechungen für st. sind: carbones oder lapides bituminosi, lithantraces Faber thes. (1587) 110b; nomencl. lat. germ. (Hamburg 1634) 26; 53; Stieler 1002; carbones fossiles J. Orsäus nomencl. (1623) 36; terra ampelitis, pharmaticis Junius (1567) 399a. — der sing. bezeichnet mehr den artbegriff, während im concreten gebrauch der pl. weit häufiger ist. 11) vorwiegend in bezug auf die verwendung als brennstoff gebraucht: etlich wermen sich mitt auffgedörrten erdschollen und wasen, andere bei steinkolen W. H. Ryff spiegel u. reg. d. gesundth. (1544) 10a; lapides bituminosi, steinkolen, damit man an etlichen orten einheitzt A. Corvinus fons lat. (1646) 111; der umstand, dasz ... keine steinkohlen gebrannt werden, wirft ein anderes licht auf dieses zimmer Lichtenberg erkl. d. Hogarthischen kupferst. 4, 232; in Schönethal werden lauter steinkohlen in der küche ... gebraucht Jung-Stilling s. schr. (1835) 1, 311; bis endlich in der gegenwart die steinkohle das holzscheit aus dem ofen verdrängt hat Wimmer gesch. d. deutsch. bodens 190; das eiserne pferd wird mit steinkohln gespeist. die steinkohlen sein schlicht schwarz, wie unser gewand Böhme volkst. lieder d. Deutschen 457. zuweilen mit hervorhebung des übeln geruchs: vil bergarten brinnen, rauchen und stincken wie ein steinkohl Mathesius Sarepta (1571) 31a; Sebiz feldbau (1579) 5; der schwefeldunst der steinkohlen ... ist beschwerlich Ritter erdk. 2, 128. 22) als mineralische stoffbezeichnung: item hait der scheffen gewiset, dasz alle fondt, is sie uff den lehen oder anderswa, under der erde oder uber der erden, is sie von golde, silber, kupfer, bly, isen, steynekolen oder anders weisth. 2, 34 (Neumünster [Saar] a. d. j. 1429); dieser berg, welcher bey drey meil von Zwickau lieget, und wegen der enthaltener steinkohlen Kohlberg geheiszen wird J. Prätorius v. Katzen-Veite c 3b; die dortige bergfülle an blei, kupfer, eisen und steinkohlen Göthe I 25, 269 W.; soll ich nach metallen und steinkohlen wühlen Holtei erz. schr. 7, 59. häufig in verbindung mit verben wie graben, finden, hauen, die die förderung der steinkohle bezeichnen: um Dreszden, um Zwickau und anderen orten werden viel steinkohlen gegraben Minerophilus bergwerckslex. 635; besonder sind kurtzer jaren, vom 1540. jar här, an vilen orten dises lands erfunden die steinkolen Stumpf eidgn. chr. (1548) 2, 339b; die Araber sollen es caraben nennen, mit welchem wort man den schwartzen agstein und steinkolen genennet, welches ... ausz der erden gehawen wird Mathesius Sarepta (1578) 57a. infolge ihrer gleichen verwendungsmöglichkeit und ihrer mineral. verwandtschaft bilden stein- und holz- oder braunkohle oft einen feststehenden begriffskomplex: da ins kunfftig ein maister seine geborgte (kohlen) die weren gleich hultzene oder steinkolen Frankf. zunfturk. 1, 497 Schmidt (beleg v. 1594); zu diesen (naturkörpern) gehören die stein- und braunkohlen C. Sprengel chemie f. landwirte 1, 272; die kohle oder der kohlenstoff, im unreinen zustande als holzkohle oder steinkohle so gut bekannt Oken allg. naturgesch. 1, 117. in älterer zeit als zersetzungsprodukt aus stein, erde, erz oder harz angesehen: also die stein durch das ethnisch fewr in bergen zu kohl transmutiert werden, welches man steinkolen nennet Paracelsus op. (1616) 1, 902 Huser; steinkohlen auch, welche Bodinus ... fette erde heisset, sonsten aber eine art von steinen ist, welche schwartz scheinen, doch leichte seyn J. Prätorius v. Katzen-Veite c 3. infolge der begleitung von schiefer wird noch im 18. jh. die st. als schiefriger stein angesehen: st., anthraces sind eine aus erdhartz und schiefer bestehende, harte substanz, die wie kohlen aussiehet Minerophilus bergwerckslex. 634. seit dem 18. jh. als product aus untergegangenen wäldern früherer zeitalter erklärt: wo wir ... die steinkohle heraufholen, ... standen einst schattige wälder Roszmäszler d. wald 237; st. zersetzungsprodukt untergegangener vegetationen Mothes baulex. 4, 261; der Petrowitsch ist wie steinkohle, das sind bäume, die ... bei der sündflut verkohlt sind B. Auerbach schr. (1892) 16, 58. negativ ausgedrückt: das vermächtnisz des holzes erstreckt sich nicht auf steinkohlen allg. dtsche bibl. 2, 155. 33) zusammensetzungen:
4558 Zeichen · 115 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steinkohle

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Steinkohle , plur. die -n, ein den Kohlen ähnlicher steiniger Körper, welcher aus einem mit Erdpech durchdrungenen G…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Steinkohle

    Goethe-Wörterbuch

    Steinkohle [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steinkohle

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Steinkohle , Mineral, besteht aus Kohlenstoff, mit etwas Sauer- u. Wasserstoff in wechselnden Mengen, mit Beimengungen v…

  4. modern
    Dialekt
    Steinkohlef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stein-kohle f. : 'harte, schwarze Kohle', -kohle Pl. [ KU-Schmittw/O ]. Über die zunehmende Verwendung der St. als Heizm…

  5. Spezial
    Steinkohle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stein|koh|le f. (-,-n) ciarbun fossil m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steinkohle

49 Bildungen · 49 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von steinkohle

steinkohl + -e

steinkohle leitet sich vom Lemma steinkohl ab mit Suffix -e.

Zerlegung von steinkohle 2 Komponenten

stein+kohle

steinkohle setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steinkohle‑ als Erstglied (30 von 49)

steinkohlenbecken

DWB

steinkohle·n·becken

-becken : der ( inhalt ) des pennsylvanischen st. ( ist ) zu 33500 millionen englische tonnen ermittelt worden hdwb. d. staatswissensch. 6, …

steinkohlenbergwerk

DWB

steinkohle·n·bergwerk

-bergwerk Veith bergwb. (1870) 31 : anno domini 1590 den 22. tag im brachmon ist zu Markanschowitz ein steinkolbergwerk gefunden worden S. H…

steinkohlenbildung

DWB

steinkohle·n·bildung

-bildung : ( bärlappgewächse ) sind ... die wenigen ... überreste von pflanzenfamilien, welche zu zeit der st. den deutschen boden bedeckten…

steinkohlendampf

DWB

steinkohle·n·dampf

-dampf : unter denen äuszerlichen ursachen ist der st. capable, solchen schlaff zu verursachen H. C. Abelius leibmedicus (1720) 176 ; viele …

steinkohlenfeuer

DWB

steinkohle·n·feuer

-feuer : du schwurst mir auf einen vergoldeten becher, in meiner delphinenkammer, an dem runden tisch, bei einem st. Shakespeare 6, 226; ich…

steinkohlenflötz

DWB

steinkohle·n·floetz

-flötz : die steinkohlenflötze liegen gewöhnlich mehrfältig über einander, an einigen orten folgen deren mehr als fünfzig und bis zu hundert…

steinkohlenflora

DWB

steinkohle·n·flora

-flora : aber bei der groszen fremdartigkeit der formen zeigt die st. eine sehr auffallende einförmige verbreitung derselben geschlechter A.…

Steinkohlenformation

Meyers

steinkohle·n·formation

Steinkohlenformation ( Kohlenformation, karbonische Formation ; hierzu die Tafeln »Steinkohlenformation I-VI«), ein vorwaltend aus Konglomer…

steinkohlengas

DWB

stein·kohlengas

-gas : die leuchtkraft des ölgases ... ist ... die doppelte des ... steinkohlengases Liebig chemie 986 ; -

steinkohlengebirge

DWB

steinkohle·n·gebirge

-gebirge : jetzt hat man jedoch einige ( insekten ohne hirn ) in steinkohlengebirgen ... gefunden v . Bär reden u. aufs. 1, 63 ; -

steinkohlengrube

DWB

steinkohle·n·grube

-grube : aber den brand anbelangt, mag derselbe wohl ohngefehr entstanden seyn, wie etwann die steinkohlgruben in brand gerathen Prätorius g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „steinkohle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/steinkohle/dwb?formid=S43814
MLA
Cotta, Marcel. „steinkohle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/steinkohle/dwb?formid=S43814. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „steinkohle". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/steinkohle/dwb?formid=S43814.
BibTeX
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