lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Kehle

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
17 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
35
Verweise raus
48

Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Kehle

Bd. 3, Sp. 573
Kehle, das zwischen der Luftröhre u. Mundhöhle gelegene obere und vordere Drittel des Halses, bezeichnet durch das namentlich beim männlichen Geschlechte seh- und fühlbare Hervorragen des vorderen Winkels des Kehlkopfes. Bei den Thieren ist diese Parthie des Halses gar häufig durch eine eigenthümliche Färbung oder durch häutige Anhängsel etc. bezeichnet. Der Kehlkopf selbst ist der von einer Parthie Knorpeln, die unter sich mehr od. weniger beweglich sind, eingeschlossene hohle Raum, durch welchen die aus den Lungen durch die Luströhren strömende Luft zu passiren hat und daselbst membranöse elastische Bänder in Schwingung versetzt. Der Kehlkopf ist der Raum, in dem die menschliche Stimme gebildet wird u. hat beiläufig die Gestalt einer abgekürzten 3seitigen Pyramide, dessen breitere Grundfläche nach oben und dessen eine Kante nach vorne, die beiden andern aber zur Seite gekehrt sind. Er wird zusammengesetzt aus dem Schildknorpel, Ringknorpel, den beiden Gießkannenknorpeln und dem an den Rücken der Zunge, den Schildknorpel u. die Gießkannenknorpel befestigten Kehldeckel. Nach oben hängt derselbe durch eine Membran mit dem Zungenbein zusammen. Diese Knorpel sind unter sich durch eine Anzahl aus elastischem Gewebe bestehender u. mit einer Schleim haut überzogener Bänder beweglich befestigt. Die beiden unter einem nach vornen gerichteten Winkel zusammenstoßenden Seitenflächen werden durch den Schildknorpel, die hintere Fläche durch den einer 4eckigen Platte ähnlichen Schild des Ringknorpels gebildet. An dem oberen Rande sind durch eine kleine Gelenkfläche die 3eckigen kleinen Gießkannenknorpel angebracht. Von allen Bändern des Kehlkopfs sind die Stimmritzenbänder, insbesondere die unteren die wichtigsten. Sie sind einestheils an der inneren Fläche des Schildknorpels und anderseits an der unteren Ecke der Gießkannenknorpel befestigt und lassen eine etwa 11 Linien lange, nach vornen zugespitzte Spalte zwischen sich. Durch das Vibriren dieser Bänder selbst, in Verbindung der verschiedenen Formveränderung der Spalte u. der resonirenden Kehlkopfshöhle wird die menschliche Stimme hervorgebracht. Dieser unteren und wahren Stimmritze beinahe parallel und um etwa 1 Linie aufwärts von ihr entfernt durch eine spaltenartige Höhle — den Morgagnischen Ventrikel — von ihr getrennt, ist eine zweite obere oder falsche Stimmritze. Die untere liegt nahezu in der Mitte des Kehlkopfs. Die Entstehung der Stimme ist zwar in allen ihren Theilen noch keineswegs hinlänglich erforscht, indessen ist immerhin die Veränderung der Stimmritze durch Verkürzung od. Verlängerung der Bänder ein Hauptmoment. Dieses wird nun durch 4 kleine Muskelpaare, wovon 3 Paare innerhalb und 1 Paar an der Außenfläche der Kehlkopfknorpel liegen, und 1 unpaarige Muskel hervorgebracht. Die Blutgefäße des Kehlkopfs sind Aeste der Blutgefäße der Schilddrüsengefäße, die Nervenzweige des 10. Paares, des herumschweifenden Nerven.
2922 Zeichen · 26 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kêhle

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Kêhle , plur. die -n, Diminut. das Kehlchen, eine jede Röhre, ja eine jede lange Vertiefung oder eingebogene Fläche;…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kehle

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Kehle 1 vorderer, äußerer Teil des Halses; vor allem als empfindliche, tödlich verwundbare Stelle, auch als Merkmal we…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kehle

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kehle , das zwischen der Luftröhre u. Mundhöhle gelegene obere und vordere Drittel des Halses, bezeichnet durch das name…

  4. modern
    Dialekt
    Këhle

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kë h le [‘ X álə Roppenzw. ] f. 1. Kehle; mit offener kälen heulen’ Fisch. Bin. 158. ‘Käl’, ‘Keel’ Dasyp. 2. Stimme: dë …

  5. Sprichwörter
    Kehle

    Wander (Sprichwörter)

    Kehle 1. Auf die Kehle kommt's an, sonst verschlänge der Walfisch Elefanten. 2. Aus trockener Kehle kommt kein schöner S…

  6. Spezial
    Kehlef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Kehle , f глотка , ж

Verweisungsnetz

69 Knoten, 63 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Kompositum 52 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kehle

12 Bildungen · 3 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

kehle‑ als Erstglied (3 von 3)

kehleinstrich

DWB

kehl·einstrich

kehleinstrich , m. im bergwerk bei der stollenzimmerung, ein stempel mit einer kehle, d. h. ein oben rund ausgeschnittener, damit das spannj…

kehle als Zweitglied (9 von 9)

dachkehle

DWB

dach·kehle

dachkehle , f. der spitze winkel zwischen zwei aneinanderstoszenden dächern, franz. noulet, coulet, gèze. engl. gutter, canal. ihr lieber ge…

einkehle

DWB

ein·kehle

einkehle , f. 1 1) colliciae, der einwärts laufende winkel, gleichsam die kehle, rinne, wenn zwei dächer zusammenstoszen. 2 2) das loch durc…

hohlkehle

DWB

hohl·kehle

hohlkehle , f. ein glied der baukunst, das in seiner breite und tiefe nach einem halben zirkel oder nach einem quadranten ausgehöhlt ist. be…

Hühnerkehle

Wander

huhn·er·kehle

Hühnerkehle Hühnerkehl' und Pferdemagen können viel vertragen. Dän. : Hønse-strube, hest-vom, kommer det ind, det faaer vel rum ... kommer d…

kniekehle

DWB

knie·kehle

kniekehle , f. poples, mhd. kniekel, suffrago kniekeel Alberus X 2 b , nd. knekele Chytraeus c. 20 : nur einem einzigen ... das herze, wie m…

Musikantenkehle

Wander

musikante·n·kehle

Musikantenkehle 1. Musikantenkehle ist eine tiefe Höhle. – Masson, 311. 2. Er hat eine Musikantenkehle. ( Köthen. ) Er kann im Essen und Tri…

singkehle

DWB

sing·kehle

singkehle , f. : singkehle, schlingkehle Wander sprichw.-lex. 4, 571 ( wie: gute singer, gute schlinger).

unterkehle

DWB

unter·kehle

unterkehle , f. 1 1) der untere schlundtheil der kehle, Höfler krankheitsnamenb. 263 b ; vgl. überkehle ( s. d. ) schildknorpel der luftröhr…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kehle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kehle/herder
MLA
Cotta, Marcel. „kehle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kehle/herder. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kehle". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kehle/herder.
BibTeX
@misc{lautwandel_kehle_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kehle"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kehle/herder},
  urldate      = {2026-05-16},
}