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Kehle

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
17 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Kehle Die

Bd. 2, Sp. 906b
Die Kehle, Mz. die — n; Verkleinungsw. das Kehlchen, des — s, d. Mz. w. d. Ez. eine Röhre, oder auch nur eine lange Vertiefung, eine eingebogene Fläche. So bilden zwei in ihrer Länge unter einem Winkel zusammenstoßende Flächen wie z. B. die Dächer zweier mit ihrer Giebelseite dicht neben einander stehender Häuser eine Kehle, eine Vertiefung gleichsam zwischen diesen Flächen. S. auch Kniekehle. So heißt bei den Tischlern, Drechslern, Zimmerleuten  jedes hohle oder eingebogene Glied an einem Stücke die Kehle, und im Festungsbaue führt diesen Namen der Eingang der besondern Festungswerke. Die Kehle einer Bastei. Am gewöhnlichsten nennt man Kehle die Speiseröhre sowol, als auch die Luftröhre bei Menschen und Thieren, sonst der Schlund, N. D. der Schluck, wie auch, den vordern Theil des Halses unter dem Kinne, hinter welchem sich der Eingang der Kehle befindet; bei den Fleischern, wenn sie von den Thieren sprechen, der Stich Bald wird es von der Speiseröhre gebraucht, wie in der niedrigen Redensart, sich die Kehle schmieren, d. h. trinken, bald und öfter von der Luftröhre. Einen Ton durch die Kehle von sich geben. Eine gute Kehle haben, stark und laut, wie auch ohne Beschwerde lange anhaltend sprechen oder singen können. Eine helle Kehle haben, eine helle Stimme, hell singen können. So auch, eine rauhe, heisere Kehle haben. I gemeinen Leben wird die Luftröhre zuweilen die unrechte Kehle genannt, wenn ein fremder Körper, der nicht hineingehört, hineingeräth, wo man dann sagt, es sei etwas in die unrechte Kehle gekommen. Einem oder sich die Kehle abschneiden, durch Zerschneidung derselben tödten. Einem das Messer an die Kehle setzen, sowol ihn zu tödten, als auch uneigentlich für, ihn in die größte Verlegenheit setzen, aufs äußerste bringen. I weiterer Bedeutung wird Kehle oder vielmehr Kehlchen in manchen Zusammensetzungen für ein Thier selbst, welches sich durch die Farbe seiner Kehle auszeichnet, gesetzt. S. Blaukehlchen, Braunkehlchen, Gelbkehlchen, Rothkehlchen  Uneigentlich nennen die Feuerwerker den untern gewölbten Theil der Raketen die Kehle; und bei den Jägern ist die Kehle die halbe Masche, welche an ein Treibezeug gestrickt wird, damit die Hühner, wenn sie einmahl eingelaufen sind, nicht wieder zurückkönnen.
2264 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kêhle

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Kêhle , plur. die -n, Diminut. das Kehlchen, eine jede Röhre, ja eine jede lange Vertiefung oder eingebogene Fläche;…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kehle

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Kehle 1 vorderer, äußerer Teil des Halses; vor allem als empfindliche, tödlich verwundbare Stelle, auch als Merkmal we…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kehle

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kehle , das zwischen der Luftröhre u. Mundhöhle gelegene obere und vordere Drittel des Halses, bezeichnet durch das name…

  4. modern
    Dialekt
    Këhle

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kë h le [‘ X álə Roppenzw. ] f. 1. Kehle; mit offener kälen heulen’ Fisch. Bin. 158. ‘Käl’, ‘Keel’ Dasyp. 2. Stimme: dë …

  5. Sprichwörter
    Kehle

    Wander (Sprichwörter)

    Kehle 1. Auf die Kehle kommt's an, sonst verschlänge der Walfisch Elefanten. 2. Aus trockener Kehle kommt kein schöner S…

  6. Spezial
    Kehlef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Kehle , f глотка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kehle

12 Bildungen · 3 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

kehle‑ als Erstglied (3 von 3)

kehleinstrich

DWB

kehl·einstrich

kehleinstrich , m. im bergwerk bei der stollenzimmerung, ein stempel mit einer kehle, d. h. ein oben rund ausgeschnittener, damit das spannj…

kehle als Zweitglied (9 von 9)

dachkehle

DWB

dach·kehle

dachkehle , f. der spitze winkel zwischen zwei aneinanderstoszenden dächern, franz. noulet, coulet, gèze. engl. gutter, canal. ihr lieber ge…

einkehle

DWB

ein·kehle

einkehle , f. 1 1) colliciae, der einwärts laufende winkel, gleichsam die kehle, rinne, wenn zwei dächer zusammenstoszen. 2 2) das loch durc…

hohlkehle

DWB

hohl·kehle

hohlkehle , f. ein glied der baukunst, das in seiner breite und tiefe nach einem halben zirkel oder nach einem quadranten ausgehöhlt ist. be…

Hühnerkehle

Wander

huhn·er·kehle

Hühnerkehle Hühnerkehl' und Pferdemagen können viel vertragen. Dän. : Hønse-strube, hest-vom, kommer det ind, det faaer vel rum ... kommer d…

kniekehle

DWB

knie·kehle

kniekehle , f. poples, mhd. kniekel, suffrago kniekeel Alberus X 2 b , nd. knekele Chytraeus c. 20 : nur einem einzigen ... das herze, wie m…

Musikantenkehle

Wander

musikante·n·kehle

Musikantenkehle 1. Musikantenkehle ist eine tiefe Höhle. – Masson, 311. 2. Er hat eine Musikantenkehle. ( Köthen. ) Er kann im Essen und Tri…

singkehle

DWB

sing·kehle

singkehle , f. : singkehle, schlingkehle Wander sprichw.-lex. 4, 571 ( wie: gute singer, gute schlinger).

unterkehle

DWB

unter·kehle

unterkehle , f. 1 1) der untere schlundtheil der kehle, Höfler krankheitsnamenb. 263 b ; vgl. überkehle ( s. d. ) schildknorpel der luftröhr…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kehle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kehle/campe
MLA
Cotta, Marcel. „kehle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kehle/campe. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kehle". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kehle/campe.
BibTeX
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