lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

kahn

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 11 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
38
Verweise raus
39

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kahn m.

Bd. 11, Sp. 31
kahm, kahn, m. mucor, schimmel auf gegohrenen flüssigkeiten, mhd. kân wb. 1, 785b: daʒ gelîchet sich deme leimen, der hûte, diu ûf dem wîne wirt, daʒ man den kân heiʒet. fundgr. 1, 378a, aber als adj. kâmig das., also auchm. ebenso nl. kaem und kaen Kilian, engl. keam (nach keamy) und keans pl. Halliwell. die formen gehen aber nhd. noch weiter auseinander. 11) die formen. 1@aa) cham, acor, in vocc. 15. jh. Diefenb. 10a, kam Stieler 927 ('nonnulli'), Steinbach 1, 823, kahm Adelung, es scheint nordd. vorherschend, wie nd. kaam brem. wb. 2, 723, Dähnert 212b, nnl. kaam. aber auch östr., tirol. adj. kâmig. mit ô gleich â kom Dief. 10a, adj. kömig tirol. 17. jh. Schöpf 352. 1@bb) mit umlaut bei Chytraeus c. 103 kAem mucor vini, wie noch kaom und käöm Danneil 97b, deutschungr. käm Schröer 67a: ein alter seiger wein on kaem, ein süsze sommermilch on raem. Waldis Es. 4, 93, 163. 1@cc) kan, amurca, im voc. incip. teut., Stieler, kahn, kaan, kan Rädlein, kahn Frisch, beide nur so (bei Adelung blosz als oberd.), bair. Schm. 2, 302; es ist auch die im md. herschende form, laus., sächs., thür.; im nd. gebiet ostfries. Stürenb. 99b (in Emden aber kiensel das.). Dasselbe ist (ô = â) im voc. th. 1482 r 2a kon des weins acor, kon amurca; ebenso Dasypod., Alberus, Schönsleder: drei prediger vergleichet er (Luther) einem vollen vasz, dem man den zapfen züge, da gieng es nacheinander herauz weil etwas drinne were, doch keme biszweilen khon und heffen auch mit unter. Mathesius Luther 128b (136a); noch hennebergisch, kärnt. (auch koun) u. a. 1@dd) Dasypodius gibt auch konen mucor, ein voc. des 15. jh. kane acor Dief. 10a, reste einer schwachen form; so tirol. kûnen pl. 1@ee) kaum Wachter 820, und so schwäb. Schmid 307 (in Ulm kaun); mhd. koum oder kûm? der rahm der milch heiszt auch raum, und engl. keam deutet auf ags. ceám (eá = mhd. ou). freilich könnte das schwäb. au nach landesart nichts als â sein. s. auch verkaunen unter kahmen, kaunicht unter kahmig 1, d. 1@ff) bair. auch keim Schm. 2, 296: keim und schimmel. Hohberg 1, 380, also wol auch fränk.; wann der stöpfel versauret riecht oder weiszer keim in eurem getränke schwimmet. L. Tölpels baurenmoral ('Kamtschatka' 1752) 78; in der Zips kaim Schröer 67a; adj. keimig östr. Höfer 2, 109. schon in einem voc. 15. jh. coagulum, klet oder kaym Diefenb. 639c, vgl. keim coagulum. dasselbe ist vielleicht eine bair. form gaem Schm. 2, 46. schwed. dial. kajmut kahmig Rietz 301b. so heiszt faum, schaum, auch faim, der schaum auch schaim (voc. 1429). 1@gg) aus Henneberg gibt Reinwald 1, 87 auch kuhn, und so fränk. schon 16. jh., kuon Diefenb. 369b aus der nomencl. rer. domest. Nürnb. 1530. mhd. kuon? das tirol. û unter d (auch kûnig, kûmig das.) ist wol nur aus ô. kûm, kûmig auch Schröer 67a. 1@hh) nd. kiem brem. wb. 2, 771, kym Richey (vgl. kiensel u. c), auch nl. kiem Kil., also mnd. kîm? vgl. für faum schaum schweiz. fiem Stalder 1, 369 (auch schweiz. stram, nd. straam gleich strieme). 1@ii) endlich verrät sich noch eine andre bildung im nd. kâbig kahmig Schambach 95a, vgl. 2, b. Von dieser mannigfaltigkeit der gestaltung des einen stammes wird mehr alt sein als die kargen zeugnisse erkennen lassen. ein altn. isl. kâm n. ist dünner überzug von schmuz, staub, schleim, offenbar unser kâm; auch gibt Kilian mit 'situs' fürs nl. dieselbe bed. der form unter h entspricht engl. dial. kimy fusty, mouldy (schimmelig) Halliwell 494a, der u. g vielleicht coom dust, dirt 269a (überzug von staub?); vielleicht gab es schon ags. cîm, côm und ceám nebeneinander. wenn aber schaum und schaim (s. f.) dieselbe vocalbildung zeigen wie kaum und kaim, so scheint das kein zufall, es scheint derselbe stamm mit vortretendem S (s. u.kachen), gibt es doch auch nd. skîm schaum (Kuhn zeitschr. 4, 35), wie nd. kîm kahm; in der bedeutung werden beide vermittelt durch schimmel (altn. skûmi ist selbst auch mucor), vgl. engl. skim gleich scum schaum. da nun aber wahrsch. ahd. scûm schaum weiter rückwärts mit lat. spûma eins ist (s. 3, 1450), so kommt, wieder ohne s, faum schaum zur verwandtschaft, das in faim, fiem dieselben nebenformen hat, wie schaum in schaim, schiem (s. 2), kaum in kaim, kiem. weitere aussichten durch schimmer u. ä. s. Dief. goth. wb. 2, 245. frz. chanir (Diez 589)? 22) bedeutung. es gilt 2@aa) besonders von wein, bier, essich; aber auch dintenkahm Oken 3, 193. vgl. u. kahmen. 2@bb) bair. kân heiszt auch neblichter rand des dunstkreises, ein neblichter gesichtskreis kânig. Schm. 2, 302, bildliche anwendung des vor., wahrsch. alt; schon im voc. th. 1482 kon, cauma oder miltaw r 1a, denn cauma ist auch gehei (Schm. 2, 127), d. i. höhrauch, heirauch: der himmel sagte mir, die welt musz weit und breit dem weisen, wie die nacht der morgenröthe weichen, wie kan dem sonneglanz und schiem der mittagszeit. Opitz 1, 421 (der welt eitelkeit), nachher wird statt kan tau gesetzt, schiem ist dem kân gleichbedeutend gebraucht, beide für morgendunst, der sich über flur und berg legt wie der kahn über den wein. Dasselbe heiszt östr. kaw morgen- oder abendnebel Castelli 181 (steirisch karwe Frommann 2, 515), es erinnert an kâbig u. 1, i. schwäb. koinebel höherauch ist vielmehr das gehei vorhin. s. auch keim coagulum.
5321 Zeichen · 191 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Kahn

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Der Kahn , des -es, plur. die Kähne, Diminut. das Kähnchen, Oberd. Kähnlein, der Nahme eines mittelmäßigen Fahrzeuges…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kahn

    Goethe-Wörterbuch

    Kahn 1 kleines Wasserfahrzeug ohne Mast u Verdeck, auch iSv Fähre a als Nutzfahrzeug, (bequemes wie fragiles) Verkehrsmi…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kahn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kahn , kleines, niedriges Binnenfahrzeug mit flachem Boden, wird meist mit Rudern, seltener durch Segel fortbewegt. Größ…

  4. modern
    Dialekt
    KahnPl., m., f.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kahn Pl. Kahns, im SW häufig Kœhn m. Kahn 1. das Fahrzeug für die Fluß- und Küstenschiffahrt (der Fischer hat einen Kahn…

  5. Sprichwörter
    Kahn

    Wander (Sprichwörter)

    Kahn 1. Auf Einen Kahn muss man nicht alles laden. – Reinsberg III, 50. 2. Ein schwacher Kahn, der dem Wasserfall zu nah…

  6. Spezial
    Kahn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kahn m. (-[e]s, Kähne) 1 (Flusslastschiff) ciata (-tes) f. 2 (Boot) barca (-ches) f. ▬ Kahn fahren jí cun la barca.

Verweisungsnetz

66 Knoten, 61 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Kompositum 50 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kahn

43 Bildungen · 32 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

kahn‑ als Erstglied (30 von 32)

Kahn, Ant. Friedr

DWBQVZ

Kahn, Ant. Friedr. *1713 Echte/Hannover †1797, fechtmeister in Helmstedt.

kahnbar

DWB

kahn·bar

kahnbar , mit kähnen befahrbar: die Regnitz, welche ... kahnbar bei Bamberg mündet. Daniel lehrb. der geogr. 1860 s. 330; die auch kahnbare …

kahnbein

DWB

kahn·bein

kahnbein , n. ein knochen an der handwurzel und am sprungbein im fusz; engl. navicular bone. auch kahnknochen.

Kahnbodden

MeckWB

kahn·bodden

Kahnbodden m. der Boden im Fischerkahn: 'für einen büchenen Kahnboden 3½ mal 16 Zoll à Fuß einen Schilling' (Sägerlohn; 1802) Sa. Land.-Ges.…

Kahnbrett

MeckWB

kahn·brett

Kahnbrett n. ein zum Kahnbau bestimmtes Brett: 'eichene Kahnbretter ¾ mal 18 Zoll' (1802) Sa. Land.Ges. 5, 107.

Kahnbuurd

MeckWB

Kahnbuurd n. die Seitenwand des Kahnes; den Anker darf man nicht œwer Kahnbuurd fallen lassen, er muß geworfen werden, sonst hält er nicht G…

kahneiche

DWB

kahn·eiche

kahneiche , f. eiche aus der man einen kahn machen kann. Frisch 1, 218 b aus d. pomm. holzordn. v. 1717; vgl. baumkahn , einbaum . Arndt ged…

kahnen

DWB

kahnen , kahnfahren: unter den bergen weg nach den seen zu kahnen. Immermann 12, 204 . auch in Sachsen, Schlesien.

kahnfahrt

DWB

kahn·fahrt

kahnfahrt , f. wir hatten eine kahnfahrt verabredet. auch kahnfahren: ich finde vergnügen am kahnfahren.

Kahn, Gustave

Meyers

Kahn, Gustave , franz. Dichter und Romanschriftsteller, geb. 1859 in Paris, besuchte daselbst das Lyzeum, gelangte aber, da ihn nur seine di…

kahnig

DWB

kahnig , s. kahmig.

Kahn II

RhWB

Kahn II -ā-, Pl. -E- nur in der Sprache der Rheinschiff (sonst Nachen, Schiff, Boot ) m.: 1. Lastkahn, Segel- oder Schleppk. von Holz oder E…

Kahnis

Meyers

Kahnis , Karl Friedrich August , luther. Theolog, geb. 22. Dez. 1814 in Greiz, gest. 20. Juni 1888 in Leipzig, habilitierte sich 1842 in Ber…

Kahnknei

MeckWB

Kahnknei n. das Brett, durch welches die Planken des Kahns zusammengehalten werden Ha Boiz .

Kahnrauder

MeckWB

Kahnrauder n. das mit einer Krücke versehene Ruder zum Fortbewegen des Kahnes Ha Bes .

Kahnschipper

MeckWB

kahn·schipper

Kahnschipper m. wie -fuhrmann; die Kahnschipper auf den Elbkähnen trugen Hose und Jacke aus braunem englischem Leder Lu Döm . Kü. 2, 73.

Kahnschüpp

MeckWB

kahn·schuepp

Kahnschüpp f. schaufelförmiges Gerät, mit dem das Wasser aus dem Kahn geschöpft wird Pa Goldb ; Sta NBrand ; Syn.: Ösfatt, Snick.

kahn als Zweitglied (11 von 11)

Bikahn

MeckWBN

bik·ahn

Wossidia Bikahn m. Bei-, Nebenkahn beim Fischen, geführt vom Plümper Sta Stargard@Neubrandenburg NBrand .

Binsenkahn

Wander

binsen·kahn

Binsenkahn Auf einem Binsenkahn übers Meer schiffen. ( Altröm. ) Von denen, die eine sehr schwere Arbeit mit leichter Mühe zu verrichten suc…

Blockkahn

MeckWBN

block·kahn

Wossidia MeckWB Blockkahn m. 2. Fischerkahn mit aus einem Block gehauenem Steven ( Schö @ Dass) Rud. Handb. Boote 34.

Boddenkahn

MeckWBN

bodden·kahn

Wossidia Boddenkahn m. wie Blockkahn ( Sta Stargard@Neubrandenburg NBrand ) Rud. Handb. Boote 34.

fischerkahn

DWB

fischer·kahn

fischerkahn , m. cymba piscatoris: es kommt kein fischerkahn zu uns herüber. Schiller 519 b .

Jagdkahn

MeckWBN

jagd·kahn

Wossidia Jagdkahn m. etwa 3 m langer Kahn, der zur Entenjagd benutzt wurde ( Wi Wismar@Poel Poel ; Rer) Rud. Handb. Boote 87.

Kroppkahn

MeckWBN

kropp·kahn

Wossidia Kroppkahn m. Fischerkahn mit aus einem Block gehauenem Steven ( Schö Schönberg@Dassow Dass ) Rud. Handb. Boote 34.

Landgangskahn

MeckWBN

landgang·s·kahn

Wossidia Landgangskahn m. kleiner Kahn der Fischer zum An- und Abbooten von und zu den im tieferen Wasser verankert liegenden Fangfahrzeugen…

Middelkahn

MeckWBN

middel·kahn

Wossidia Middelkahn m. mittlerer Raum im Fischerboot ( Schö Schönberg@Dassow Dass ) Rud. Handb. Boote 47.

Pommernkahn

MeckWBN

pommern·kahn

Wossidia Pommernkahn m. Heuer, ein Bootstyp, der zu Beginn des 20. Jh. in das Müritz-Elde-Revier eingeführt wurde ( Wa, Pa) Rud. Handb. Boot…

Rüsenkahn

MeckWBN

ruesen·kahn

Wossidia Rüsenkahn m. kleineres Blockstevenboot ( Wa Waren@Ortkrug Ortkr ) Rud. Handb. Boote 58.