Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
grimmen
2 refl. ‘sich grämen, ärgern’
3 ‘(mit den Zähnen) knirschen’ (vgl. grinnen stV., grisgramen und grisgrimmen swV.)
1 ‘brüllen, wüten, toben’ si begunden vaste grimmen / mit slegen durch und durch / und ouf ein ander limmen [mit Geheul aufeinander losgehen] Rab 760,1; darumbe sach man limmen / den bâbest unde grimmen / als ein eberswîn, / daz er den willen sîn / mohte niht volfüeren Ottok 53370; ir vanen si ûf bunden / under iegwederme here. / si grummen alse daz mere, / sô iz di starken winde / trîbent an den unden SAlex 2717; Herb 4575; BdN 121,22; Frl 2:15,1; Mechth 4: 4,39. – und wan sie in im himel wizzent in sô grôzen vreuden sînde, sô grimmet ir herze mit bitterem jâmer DvASchr 351,6. – subst.: vor im muz nider vallen / sterbende vil manic man, / vursten ire riche lan / allez vor sime grimmen Daniel 6181; dô daz grimmen [Lärmen, Aufruhr] wart vernomen, / daz si mit einander heten Ottok 20557; in eyme grossen grymmen Pilgerf 10362; das brummen und das grimmen und das bissen und das nagen Mechth 7: 39,44; Hiob 1650; Vät 1088 2 refl. ‘sich grämen, ärgern’ so grimmet sich ze ware der arme suntare, / deme sin gewizzede daz saget, daz er gotes hulde niene habet AvaJG 9,6; daz [dass jmd. älter wirkt, als er ist] macht anders nicht dann pein, / daz ein mensch sich grimen tuͤt Teichn 321,9 – hierher (?): daz er [ mannes mut ] sich selwet [betrübt] , grimmet / von nötikeit Frl 7:28,9 3 ‘(mit den Zähnen) knirschen’ (vgl. grinnen stV., grisgramen und grisgrimmen swV.): do Lucifer disú mere vernam, do sas der gruntvient und gram mit sinen zenen und grein, das sines zornes fúr úber alle die helle schein Mechth 5: 23,94
MWB 2 929,46; Bearbeiter: Richter