gelübde,
n. subst. verb. zu geloben. 11)
die form. 1@aa)
mhd. giengen neben einander ein fem. und n. gelübede, gelübde,
wie in der regel bei diesen bildungen (
auch einfacher gelübe
f. und n., s. vorhin),
ahd. ist nur ein f. gilubida
bezeugt Graff 2, 65,
ein n. gilubidi
daneben doch auszer zweifel. auch nhd. blieb das f., das uns jetzt ganz fremd klingt, bis in neuere zeit: einer gelübd verbunden,
damnatus voti. Dasyp. 338
b; nach der glübd gab er seinem pferd
die sporn.
Aimon C ij; in summa ich wolt die gelübd nicht geben. Götz v. Berl. 84; die gelübd zwang mich, dasz ich .. mich stellte. 205
u. ö.; ihr habt euer herz mit einer unbedachtsamen gelübde beschwert. Musäus
volksm. 1, 156.
nach Adelung
auch bei Rabener
öfter, aus meisznischer mundart. 1@bb)
im md. erscheint neben gelubede, gelubde (Lexer 1, 828)
auch gelobede, gelobde
votum Dief. 629
b,
fedus 229
a,
in den rechtsbüchern, im Leipz. Ssp., in den Magdeburger fragen u. s. w., trûwegelobede
Germ. 6, 61,
mit anschlusz an das einfache md. gelob (
s. d.)
und an geloben
selber, zugleich an nd. gelovede (
s. c).
daneben mit umlaut, wie hd. gelübde
und md. gelobde
vermittelnd, gelöbde, md. und oberd.: Dytterich vormante dy frowe üm das gelöbde.
altd. bl. 1, 302,
Apoll. v. Tyrus 49, 25
Schröder; vadimonium, gelöbde. Dief. 604
c,
sponsio 548
b, gelöbt 405
b (
s. 2,
b); heimliche gelöbde. Luther
von ehesachen B 1
b, gelöbt H. Sachs
dial. 40, 16
mit gelübd
wechselnd (
s. 5,
b),
wie u. 3,
c aus Schwaben. aber merkwürdig auch geläubde font. rer. austr. II, 20
nr. 386 (Lex. 1, 828),
aus Böhmen, geloubde
fedus Schröers
voc. v. 1420 16
a (
neben gelobde
votum 39
b, gelubde 20
b), geloubede
Culm. recht 1, 20
var., d. h. mit gesuchtem anschlusz an geloube
fides, s. die gleiche vermischung unter gelob
und geloben,
dazu die varianten unter 2,
a. noch im 17.
jh. gibt Henisch 1479 gelöbde
neben seiner form gelübd
mit an. rheinisch ist gelobeze
fedus Dief. 229
a (
s. sp. 1616). 1@cc)
mnd. gelovede, gelofte
f. n. Sch.
u. L. 2, 47
a und lovede, lofte
f. n. 734
b,
ebenso mnl. geloefte Oudem. 2, 459
und lofte
f. 4, 172,
noch bei Kilian ghelofte
und lofte (belofte)
promissum, promissio, jetzt nur noch gelofte
f. (
und belofte,
diesz auch nrh., s. u. 2,
d).
dieser wechsel der form mit und ohne das ge-
entspricht der ursprünglichen einheit von loben und geloben (
s. d. 1),
auch md. findet sich lobede
votum Dief. 629
b,
fedus 229
a.
auszerdem altfries. lovethe
billigung (
s. 2,
a) Richth. 913
a,
nur entlehnt dän. schwed. löfte
gelübde, nach dem nd. (
aber mit umlaut wie hd.).
hierher wol auch ags. lyft
n. votum, concessum, donum (
s. 4,
b) Grein 2, 198, Ettm. 176 (left 175). 1@dd)
das hd. u (ü)
zeigt noch den ursprünglichen stammvocal von geloben, loben,
der dort durch das urspr. i
der endung vor der brechung bewahrt blieb (
wie in gebirge
neben berg);
ebenso in altnd. geluvi
consensus ps. 54, 15 (
dem einfachen hd. gelüb
entsprechend),
dazu adj. giluBi
und luBig
bereitwillig Hel. 1221. 2476 (
zur bed. s. 2,
a).
ebenso hatte gelöbnis
länger gelübnis
neben sich, das freilich auch in gelüben
gleich geloben
seinen anhalt hatte, dazu auch gelübdnis. 1@ee)
an gelübde,
das nun den platz behauptet, wurde früh das -e
verschluckt nach oberd. und westd. art, im 15.
jh. gelubd, glubd,
auch gelubt, gelübt Dief. 629
b u. ö., dann auch gelüpt
schon im 14.
jh. (
s. 2,
b hist. bibel),
wie gelupt Dief. 405
b,
auch gelibt
das., daher selbst glipt 16.
jh. (
s. 3,
d),
das ü
ist ja urspr. kurz. im 16.
jh. bei Dasyp. 264
b gelübd
und gelübde
wechselnd, wie bei Henisch 1479,
bei Maaler 166
a aber nur gelübt
n., daher dann auch mit gelübten
Simpl. 3, 375, 29
Kz. (
noch beim jungen Göthe 1, 22 gelübte); mit wahrer demuth, rew und busz und mit gelübt. Weckherlin 6 (
ps. 2, 13).
noch im 18.
jh. gelübd Rädlein 351
a, Aler 889
a,
auch bei md. schriftstellern, also als beste form (
nicht gelübd'): Elmire that daher ein feyerlich gelübd, indem sie sich zur zweyten ehe schickte: sie wollte, wenn es ihr mit ihrem manne glückte, ein hospital für fromme männer baun. Gellert 180 (183),
s. auch 5,
c. d; wann in Iberien ein ewiges gelübd (
klostergelübde) mit ketten von demant ein armes kind umgiebt .. Haller 99 (69
Hirzel); doch ich verstand dich nicht, bis du zum vater die mutter schicktest und schnell das gelübd der fröhlichen ehe vollbracht war. Göthe 40, 251 (
H. u. Dor. 2); beschwöret er ein heiliges gelübd. Uhland
ged. 364 (
bildsäule des Bacchus),
die wiederherstellung des vollen gelübde
gehört also erst unserer zeit an, wo es doch aus dem leben eigentlich entwichen ist und in die bücher geflüchtet. 22)
im alten leben hatte es eine grosze bedeutung. 2@aa)
uns am fernsten steht die bed. gutheiszen, billigung, zustimmung, von der doch die entwickelung ausgegangen ist (
vergl.geloben 1,
a): hûbe unde dînstman .. ne mac der man sînem wîbe nicht gegebin (
zu morgengabe), er ne tuo iʒ mit sînir erbin gelubide unde werde ir vor deme gerichte bestêtigit.
Görlitzer landr. 47, 6, Hom.
Ssp. II, 2, 220 ('
erlaubnis'
s. 243),
vgl. II, 1, 578
im lehnrecht 31, 1,
wie die schenkung des mannes an sein weib mit sîner sune gelübde, globde, lovede
geschieht (
var. gelaub, geloube
u. ä., vgl. geläubde
u. 1,
b und gelauben 2,
erlauben),
im Ssp. selbst erben gelob
genannt (
s. u.gelob); stirbit ein man und hôt anirstorbin (
geerbtes) gût vorkouft odir ûf gebin ôn erbin gelubde, daʒ mugin sein erbin widersprechin.
blume v. Magd. II, 2, 18;
ebenso nd. lofte,
eine busze wird bestimmt nach des gerichtes lofte Homeyer
richtsteig landrechts s. 305:
also wie das altfries. lovethe
u. 1,
c, alts. geluvi
consensus 1,
d, es ist der hd. rest eines alten bedeutungskreises, in den auch das alts. giluBi, luBig
willfährig das. gehören, ahd. gelubeda
favor Graff 2, 65,
altn. lofa
zustimmen, gestatten, Iof
n. zustimmung, erlaubnis (
s. auch gelaubig 3,
willfährig, nachgibig).
mhd. entspricht loben, zustimmen, auf einen vorschlag eingehen (
vergl.loben 9): dô sprach der wilde Hagene'gebt mir daʒ swert enhant, ich wil kurzwîlenmit dem von Sturmlant, ob ich in müge lêrender mînen slege viere, daʒ mirs der recke danke.'daʒ lobete dô der alte Wate schiere.
Gudr. 362, 4.
es wird aus der alten verhandlungssprache stammen, in der sich ja die sprache wesentlich mit entwickelt hat (
vergl. z. b. gelten 9,
a),
wo man den vorschlag eines redners '
lobte',
zugleich pries und '
gut hiesz'
und sich danach zu richten zusagte, zum beschlusz erhob, der daher selbst auch geloben
hiesz (
s. dort 1,
d).
vergl. übrigens mnd. lofte
lob und preis wb. 2, 734
b und unter geloben 1,
wie loben
und geloben
noch lange als eins galten, das ge-
ist gerade hier begreiflich, wo es darauf ankam, dasz alle erben oder alle betheiligten etwas gut hieszen. 2@bb)
daher auch gelübde,
abkommen, vertrag, bündnis, eig. ein gegenseitiges oder allseitiges gutheiszen eines vorschlages, in dem man sich einigte, schon ahd. gelubeda
foedus; noch die vocc. des 15. 16.
jh. geben diese bed. bestimmt an (
die den mhd. wbb. noch fehlt, wie die vorige und folg. auch): gelubde oder geding,
pactum. voc. 1482 l 1
b;
pactum, gelubde, glubde, gelobede, gelupt
u. a., nd. ghelofte, lofte,
auch frides gelöbt, friedis globe, fridsam überkommnus
u. ä. Dief. 405
b (
vergl.gelobter friede
u. geloben 2,
d und gelöbnis
gleich friede),
nd. lovede
n. gl. 275
b,
vergl. gelovede unde vorbunt Sch.
u. L. 2, 47
a; glubd,
votum, promissum, pactio, paccatio, promissio, fedus, voc. inc. teut. h 6
b (g 4
b);
fedus, gelubde, gelobede
u. ä., nd. lofte, lavede. Dief. 229
b,
n. gl. 169
b;
pacisci, amiciciam firmare, compromittere, gelubd machen, frid machen oder verbintnissen.
gemma Straszb. 1518 R 4
b (
also gelübde
auch '
compromiss').
nhd. belege fehlen leider (
vergl. doch gelübdlos,
treulos),
aber mhd.: it. die landlüt sond och dehainen bund noch gelübd under inen selber noch mit nieman andren machen noch tuon in dhainerlei wis an ains abts willen und erloben.
weisth. 1, 188,
aus Appenzell 14.
jahrh.; darnach erschain unser herr aber Abram und sprach zuo im: ich bin der allergewaltigost got ... ich setz min gelüpt zwischen mir und dir und dinem somen nach dir
u. s. w. historienbibel 140
Merzd. (
nachher ich tuon min geding mit dir,
vergl. gelubde oder geding
vorhin),
vulg. ponam pactum meum tecum, Luther bund
1 Mos. 17, 7; ein gelübede und ein sicherheit wart wîlen under iu getân (daʒ
u. s. w.).
Trist. 6368.
entsprechend ist wieder loben, von einem gemeinschaftlichen vorhaben, das aus einem gutgeheiszenen vorschlag hervorgeht: dô si die reise lobtenher in Hiunen lant ..
Nib. 1440, 3; Gunther unde Hagene,die reken vil balt, lobeten mit untriuwenein pirsen in den walt. 859, 2 (
var. rieten); (
der könig) gebôt den rîtâren hin zô der wertschefte (
hoffest), die was gelovit mit krefte.
kön. Rother 1570.
für bindende verabredung, abmachung in den rechtsbüchern: stirbt ein vihe binnen saczunge (
verpfändung) âne jenes schult, der eʒ under ime hât .. her engildet es niht (
braucht es nicht zu vergüten) .. ir gelobede enstûnde anders.
Ssp. III, 5, 5,
sie hätten es denn anders ausgemacht; swer sô phenninge oder silber gelden sal, bûtet her dâ wette vor (
ein pfand), her enist dâr mite nicht ledic, ir gelobede enstûnde alsô. III, 40, 2,
man bemerke ir,
nicht sîn gelobede,
ihr abkommen bei der verhandlung (gedinge
Schwabensp. 212, 2),
eigentlich was sie damals beide guthieszen. auch ahd. gelubeda
für placitum (gedinge Dief. 439
c)
musz dasselbe sein, bemerkenswert auch für judicium, also aus der rechtsübung. mnd. lovede
auch von einer rechtssatzung, s. wb. 2, 735
a,
vergl.geloben 1,
d von einem ratsbeschlusz (
das. gelubde,
busze für den bruch desselben), gelüben 2
von einem ausgemachten zweikampf. 2@cc)
derselbe begriff ist eigentlich gelübde
vom ehegelübde, wieder mit entsprechendem mhd. loben zur seite, der mann lobet
eine maget ze wîbe,
sie ihn ze man (
s. u.geloben 1,
c),
d. h. eigentlich '
du bist mir recht, du gefällst mir' (
als weib, als mann),
und eben diesz loben
als bindende erklärung von beiden seiten im kreis der sippe war von haus aus der eheschlusz selber. daher auch gelübde ursprünglich von der vermählung selber, auch vom beilager mit: luogent, alle minner, in der werlt spil! ich hette (
als ich noch die frau Welt liebte) einen schatten umbfangen, ich hette ein trawm gemahelt, ich hett den wan besessen. eya wa nu des wanes bild, des trawmes gelupte? Suso
briefe 25
Pr. noch im 16.
jahrh. in Luthers
schrift von ehesachen (1530),
wo die heimlichen gelübde
oder verlöbnis
als verderblich bekämpft werden, ist damit wesentlich der eheschlusz selbst gemeint, wenn auch mehr eine art wilder ehe, z. b.: so etliche sich im ehestand finden durch heimliche gelübd, wider der eltern willen zusamen komen .. 5, 242
b, die heimlichen gelübde 240
a. 239
b; wo sichs begibt im zank (
bei entzweiung), das ein öffentlich verlöbnis oder hochzeit durch ein (
älteres) heimlich verlöbnis wird angesprochen und angefochten .. (
da solle dieses nicht gelten) sol auch nichts helfen, ob in der heimlichen verlöbnis gemahlschetze, handgelübde, eide oder pflicht gefallen weren. 243
b,
auch gezwungen verlöbnis 251
b gleich gezwungene ehe 252
a,
durch zwang der eltern (heimlich verloben 239
b u. ö.).
so mnd. ganz deutlich, wenn das lofte
in der kirche geschieht: nyn loffte enschall anders wen in de kerken bescheen.
zeitschr. für lüb. gesch. 2, 516 ('
verlobung'
mnd. wb. 2, 735
a),
vergl. lovelbêr
hochzeitsschmaus, hochzeit (735
b, '
verlobungsfeier'),
wie nl. noch bei Kilian lofte,
sponsalia, espousailles; auch in nd. brûtloft, brûloft Sch.
u. L. 1, 440
b,
nl. bruiloft
f. hochzeit ist der zweite theil als jenes lofte
gefaszt durch umdeutung (
vgl.brautlauf, brautlauft).
s. auch unter gelübdbrecher
noch bei Fischart
am ende des 16.
jahrh. verlobte eheleut,
also die eheschlieszung ein verloben (
so auch Luther 5, 240
a u. öfter, eigentlich gegenseitiges verbinden durch gelübde),
wie er auch mit ehgelübt
Garg. 66
a (
Sch. 110)
nicht die verlobung meint, wie es J. Grimm
ansah, sondern die ehe selber (so man in ehlicher keuscheit gott dienet). 2@dd)
doch wird auch im 15.
jahrh. schon das gelübde
der ehe von der brutschaft, brutlauft
u. ä. getrennt, wie jetzt die verlobung
von der hochzeit:
sponsalia, gelubd
vel verheiszung der zukunftigen ee,
quae fiunt per verba de futuro. Melber y 5
a (
über verba de futuro
und de praesenti
vergl. Luther 5, 240
b fg.); sponsale,
promissio futurarum nuptiarum, gelubd oder kunftige brutlauf,
sed nuptie sint brutlauf die ytz gegenwurtig syn.
gemma Straszb. 1518 AA iij
a,
in der Cölner gemma 1511 U 6
a beloften van tokomenden bruloften (
wie nl. huwelijksbelofte, trouwbelofte
promesse de mariage),
in einem voc. d. 15.
jh. gelobung zukunftiger ee Dief. 548
b.
noch bei Göthe
in Herm. und Dor. gelübd der ehe (
s. u. 1,
e),
vermutlich aus der ihm wolbekannten canzleisprache (ehegelübde
gibt kein wb.),
nicht sowol die festliche verlobung, als die rechtliche festsetzung der künftigen ehe und alles auf mitgift und dgl. bezüglichen. denn auch das war in dem gelübde
sicher mit eingeschlossen, wie in dem entsprechenden geloben,
s. dort 2,
b, β,
wie in Nürnberg im 14.
jahrh. Ulman Stromer eine tochter zu der e gelobet
und zugleich sowol er als der bräutigam ihr so und so viel zu morgengab geloben,
natürlich nach vorausgegangner verhandlung, sodasz das ganze gelübde
zugleich unter den begriff pactum, vertrag tritt (
s. b, vergl. ehepacten);
s. auch aus dem 13.
jh. u. 3,
b aus Mai u. B. 2@ee)
daran wird zugleich deutlich, wie gelübde
in den heutigen begriff zusage einlenken, das loben
gutheiszen in ein geloben
zusagen übertreten konnte oder muszte. schon im 13.
jahrh. ist das erkennbar, wenn es z. b. von Giselher und Rüdigers tochter Nib. 1618, 4
heiszt, er lobte
sie ze minnen,
was freilich immer auch noch '
als geliebte'
verstanden werden konnte, sicher aber im neuen sinn in der änderung in J ze nemen,
d. h. wenn die zeit zum beilager gekommen sein würde, und ebenso ward das geloben
und gelübde
der morgengabe u. s. w. von selbst aus einem gutgeheisznen abkommen für jetzt zu einer bindenden zusage für die kommende zeit der erfüllung, und ebenso bei jedem geloben
und gelübde
als pactum, foedus (
b)
in bezug auf die abmachungen für die zukunft. s. weiter 4. 33)
form und bedeutung des gelübdes. 3@aa)
die form, womit ein gelübde
abgeschlossen wurde, war hauptsächlich ein verknüpfen der hände als äuszeres zeichen der inneren vereinigung für die zukunft, daher auch handgelübde (
s. d.),
im 15.
jahrh.: der selbe greve (
Günther von Schwarzburg) nimit ouch deme hern von Hersfelde (
dem abte) sin marktrecht zu Arnstete, damite bricht her ouch sinen eid und sin hantgelubede und sine brieve. Michelsen
rechtsd. aus Thür. 11,
seine übernommene lehenspflicht; hette ich uch die hantgelubde nit getan, ich wolte itze widderumb riten.
Loher und Maller 66
a (Lexer
nachtr. 227),
wol von einer art urphede, vergl. u. 2,
c bei eheschlieszung handgelübde und eide.
auch ein gelübde
als bündnis (2,
b)
ward so gefestigt mit gesamter
oder gemeiner hand,
d. h. indem alle betheiligten ihre rechte hand wie zu einer einzigen verknüpften (
was der sing. scharf zum ausdruck bringt, vergl. u. ganz
A, 3,
c),
mit worten die das ich lobe,
heisze gut und gelobe enthalten haben müssen (2,
a),
daher eben die bildung mit ge-,
das zusammenloben oder geloben. der handschlag als form des gelobens (
s. d. 2,
c, β)
ist eigentlich von dem alten vorgang nur noch eine seite oder hälfte äuszerlich, wie innerlich das geloben
und gelübde
als zusage, da es eigentlich gegenseitigkeit einschlieszt. 3@bb)
die bedeutung dieses handgelübdes war aber der eines eides gleich, d. h. die denkbar festeste form mit der man sich für die zukunft band und verband. wechseln doch geloben
und schwören
geradezu als gleichbedeutend, z. b.: wie Abrahams knecht Abraham gelopte, das er sinem sun Ysaac kein frowe wolte geben usz irem lande,
nachher aber im texte schwör mir
u. s. w., des schwuor im der knecht.
historienbibel 152
M. (
s. mehr unter geloben 2,
c, α),
und ebenso gelübde;
z. b. in der bed. 5,
d: dor noch swur he gar thüre, das he sinen bart noch sine har nicht welde laszen schern ... bisz he gelebete der zit das he sin töchterchin einem manne gebe zu der ee .. die wunderten sich gar sere eins sülchen groszen gelöbde.
Apoll. v. Tyrus 49, 25
Schröder. von einem ehegelöbnis, das die braut rückgängig machen will: sît ir in solhem gelübede stât, wie stêt iu, ob ir daʒ lât?
Mai u. Beaflor 78, 9; gedenkt daʒ ich iu einen eit swuor und ir mir her wider. 77, 24.
daher auch gelübde
an eides statt, wie geloben (2,
c, α) an eides stat, in eides wise und kraft
u. ä.: unde umbe swele sache ander liute swerent, für die eide sol er (
der deutsche könig) gelübede tuon, daʒ sol man gelouben.
Schwabensp. 101, 2 (122),
vergl. Ssp. III, 54, 2,
d. h. nach seinem ersten und einzigen eide, wenn er dem rîche hulde sweret,
es entspricht eigentlich dem heutigen handgelöbnis mit dem man auf einen früheren eid verwiesen wird. daher auch meineidic sîner gelübede,
z. b. ein ehebrecher Berth. I, 279, 27. 3@cc)
aber gelübde und eide
oft auch verbunden, wie geloben und schwören (
vergl.handgelübde und eide
u. a),
z. b.: darzu sich unser heiliger vatter babest Gregorius vollichlichen erboten sinen glubden und eyden nachzugen.
Frankfurts reichscorr. 1, 146,
brief k. Ruprechts vom j. 1409,
von seinen verpflichtungen gegen die kirche; und da (
zu Pisa) wil der babest das gemein concilium ... verhoren laszen, ob er sime eide und glubden gnung getan habe oder nit .. vindet sich abir, das er sime eide und globden nit gnung getan habe, so wil er zu stunt siner globden und eiden gnung thun. 140; gelubde und eyde zutun
vom gericht auferlegt s. Haltaus 636; alle gelübd und eide zu verbinden den leib zu casteien.
4 Mos. 30, 14,
vulg. si voverit et iuramento se constrinxerit,
vergl. v. 3, gelübd und verbündnis 8, 6; (
die von Füszen) die ir gelübt und ait an uns als irem rechten herrn und obrigkeit (
dem bischof von Augsburg) gebrochen und nit gehalten haben. Baumann
qu. z. gesch. d. bauernkr. in Oberschw. 462,
vorher gelöbt, er und ait
das., sie hatten sich an Österreich übergeben; welcher auch zu Loszpurg sitzt, der soll ain freien abzug haben (
auswandern können), und wann er uber den graben kompt und hinweg will, so soll er glubdt und aid erlaszen sein.
weisth. 1, 349,
seiner pflichten gegen den herrn und die gemeinde, vergl. noch im 17.
jahrh. mit glübd und eid verpflicht Henisch 1462
aus der rechtssprache, im 15.
jh.: die uns und unserm stift (
Mainz) mit eyden und globden verpflicht und gewant sint. Haltaus 636.
es ist die ältere form des gelobens durch nachher zugefügten eid und schwur verstärkt (
daher auch gelübde
in der regel vorangestellt),
s.geloben 2,
c, γ.
aber auch anders: sie stunden uf dem hove und daden ime den eid, als gewonlich nach der globede,
d. i. nachdem ihnen der erzbischof in die hand gelobt, alles feste zu halten. Frisch 1, 618
a aus Serarius
rer. mogunt. 2, 611,
denn auch der herr band sich durch geloben, gelübde
gegen die unterthanen, wie sich z. b. i. j. 1525
der bischof von Augsburg gegen die Füszener, die in sein stift gehörten und abfielen, darauf beruft: dieweil aber uns unser gelübt (
dat. fem.) noch, damit wir unserm stift verwandt sein, nit lenger zuezusehen .. gebüren wil .. Baumann
qu. z. gesch. d. bauernkr. in Obersch. 462. 3@dd)
in diesem gelübde und eid
des unterthanen gegen den herrn, des papstes gegen die kirche u. ä. bezeichnet es zugleich ein dauerndes treupflichtverhältnis (
mit gegenseitigkeit),
zu dem man sich verlobt
hat durch die gelübde,
auch mit gen.: kummet einer adir zwene vor einen sitzenden rat in unsir stat gerichte und verloben sich eines gelubdes .. daʒ si daʒ halden wellen ...
Kulmisches recht 1, 15,
es ist freier entschlusz, ein privates gelübde
gerichtlich zu festigen, was von gerichtswegen befördert wurde (
s. z. b. Ssp. II, 30
u. 4,
b),
wie die kirche das gelübde
der ehe in ihren kreis zu ziehen bemüht war. wie mit dem gelübde
überhaupt die treue
gebunden wurde (
daher auch treugelübde,
md. trûwegelobede
Germ. 6, 61),
so hiesz es auch z. b. einen gefangenen ledig lassen uf seine trewe und gelobde
Magd. frag. s. 172
var., treu und gelübde
eines gemeindedieners, eines undergengers (
der die flurgrenzen zu besichtigen und zu überwachen hatte): und ob einer den undergengern in treu und
glipt frevelich rette, so soll er .. gestraft werden bei der pen so im dorfbrief stat.
weisth. 6, 257,
schwäb. 15.
jh. (
sie muszten den fünfern globen und schweren 256),
in die ausübung ihrer amtspflicht hinein redete (
s. 260 in ihren aid reden
genannt).
so standen in städten die stadtknechte u. a. gemeindediener in treu und gelübde,
z. b. in Nürnberg Tucher
baum. 42, 22 (
s.gelüben 2).
daher gleich huldigung (
vgl.lofte
mnd. wb. 2, 735
a),
auch bildlich: mit ehr, gelübd und dienst wirt er mir bald liebkosen. Weckherlin 737;
in der sprache der höflichkeit: demselben belibe das gelübde seines diners anzunehmen, das er di zeit seines lebens erfunden werden wil, sich eusersten vermögens zu erweisen als seinen beflissenen D.
N. N. Butschky
hochd. kanz. 40,
als briefschlusz, ebenda das gelübde seiner höfllichkeit. 3@ee)
in der kriegssprache das gelübd
der knechte ihrem kriegsherrn und hauptmann gegenüber: daʒ sie (
die hauptleute) von allen iren knechten gelubde nemen (
conj.), daʒ er (
der einzelne) einem erbarn rat, seinem haubtman und gemeiner stat getrew, gewere und gehorsam sein wölle.
Nürnb. chron. 4, 529, 29; die unser hauptmann Alfonsus zuo gelübd aufname. Frank
weltb. 236
a,
in eid und pflicht (
vergl.zu glüb annemen
ins kloster Ayrer 32, 15
u. gelüb); ganze haufen, die alle büberei trieben, urlaubt er und sagt ihnen ihr gelübt auf. Fronsperger
kriegsb. 3, 205
b,
eigentlich noch mit gegenseitigkeit des pflichtverhältnisses, wie der begriff von haus aus war (
vergl. u. a).
auch der im feld gefangene durfte gelübde thun,
mit solcher gegenseitigkeit: nachdem Hans von Sickingen im feld gesagt, ehe er die glubt gethan, er wöll zuvor wissen, wes gefangener er sein soll, wie man in halten wöll, und als ime ein ritterliche gefengnus und dasz er allein des pfalzgrafen gefangener sein soll, zugesagt (
worden), hab er erst gelobt, sich auch darauf gestellt.
Flersheimer chron. 76, 30, gelobt
gleich die glubt gethan,
nämlich das sie sich (
frei gelassen) gehn Lautern stellen wolten,
wie es vorher heiszt (
die zusage des siegers heiszt versprechen 76, 27,
eigentlich sich durch worte binden); in glübd hab ich sie gnomen gar (
die gefangenen) und bevolhen sich zuo stellen dar an den hof zuo der künigin zart.
Teuerd. 91, 9.
das hiesz auch ritterliche glubd. Götz v. Berl. 112. 44)
als zusage, verheiszung, versprechen (
vergl. 2,
e). 4@aa)
schon mhd. in allerlei verhältnissen, z. b.: daʒ er der jârzal vergaʒ und daʒ gelübede versaʒ.
Iwein 3056,
doch hier, wie oft, noch deutlich zugleich als theil eines getroffenen abkommens. daher auch mîne gelübede
nicht blosz was ich gelobt habe, auch was mir gelobt worden ist (
bei jenem abkommen, vgl. mîn gelt, mîn gelter
so zweiseitig sp. 3097): ich enmac es niht irwinden .. enleistet ir mîne gelubede niht. Herbort 15899,
entsprechend dem waʒ sie im gelobet hêten
vorher (
heute entspräche mein versprochenes, mein ausgemachtes);
ebenso von gaben, die nach einer abmachung in empfang zu nehmen sind: daʒ si dare quêmen und ir gelubede nêmen. 15729.
das gelobte land hiesz auch daʒ lant des gelübedes Pfeiffer
übungsb. 131, dat lant des gelovedes
mnd. wb. 2, 47
a,
vulg. terra promissionis.
von gott auch verheiʒunge oder gelübede des vaters, daʒ wir getoufet sullen werden in dem heiligen geiste Eckhart 231, 31. 4@bb)
besonders auch von versprochenen schenkungen, zahlungen u. ä., z. b.: swer sô ime erbe zûsegt nicht von sibbe halben, den von gelobedes halben, daʒ habe man vor unrecht, man enmüge gezûgen daʒ daʒ gelobede vor gerichte gestêtiget sî.
Ssp. II, 30 (
var. gab oder gel., gabe oder gedinge),
vergl. von gelobde geldis
Kulm. recht III, 123,
es geschieht vor richter unde vor scheppen in eime gehegetem dinge,
art. 125 von vrouwen gelubde mit irem manne,
wenn eine frau eine schenkung gelobt
mit gutheiszen des mannes. von versprechungen, z. b. rîch gelubde
pass. H. 330, 43,
um eine gunst zu erwerben. daher bei bestechung, z. b. in dem eide der kurfürsten zur wahl k. Ruprechts im j. 1400: so wil ich geben min stimme und kore ane alle globde, gelt, miete oder wie man das genennen mocht.
Frankf. reichscorr. 1, 526.
im rechtsleben auch für hypothek: ipotheca, ein hoch gelubde. Schröers
voc. 1420 20
b,
vgl. das lat. wort als pfand, underpfant Dief. 308
c und mnd. to loften unde êden stân,
verpfändet sein (
ein schlosz) Sch.
u. L. 2, 735
a,
auch geloben
vom verpfänden eines erbes (
grundstücks)
für eine schuldige zahlung, auch verpfenden
und setzen
genannt Behrend
Magd. fr. s. 164
fg. (257
b),
wo die eigentliche meinung des ausdrucks deutlich wird in der erklärung des schuldigers vor gericht: ich gelobe im (
dem gläubiger) min erbe, das do besser ist wenne das gelt (
die schuld), das ich wil bezalen, als geteilet ist,
bei der erbtheilung (
in einer hs. ich gelobe zu pfande).
auch sich für einen andern verbürgen hiesz für einen geloben (
s. d. 2,
e),
dazu gelübde
bürgschaft: vadimonium, gelöbde (
auch pfant). Dief. 604
c.
s. auch geloben 3,
c für borgen
und gelübden
bürgen. 4@cc)
nhd. meistens für versprechen überhaupt: gelubde, verheiszung,
promissum, promissio. voc. th. 1482 k 7
a,
vgl. Dief. 464
b s. v. promissio (
auch gelup, gelobe, gelobenisse
u. a.); ich will dir lonen gröszlich, geleich will ich krönen dich .. 'ach wie ein guot gelubd ist das.'
fastn. sp. 444, 3; also auch im newen testament hat Christus ein zusagen oder gelübd gethan, an welche wir gleuben sollen. Luther 1, 331
a; und gibt davon wem er will oder der ihm ein geheisz oder gelübd thut. Parac. 2, 291
a; gelöbd, glauben halten,
stare promissis, efficere promissum et conventum (
das ausgemachte). Henisch 1461; gelübd thun,
promittere donum. Schönsleder T 6
b,
es wird aber auch in den wbb. immer mehr von der folg. bed. beherrscht, die nun allein den platz hat. 55) gelübde,
votum, eig. eine feierlich bindende zusage an die gottheit oder was an deren stelle tritt. 5@aa)
schon mhd. früh, wahrscheinlich schon vorher, so religiös gefaszt, z. b. des gelouben gelubde,
was man in der taufe gott gelobt und die damit auferlegte verpflichtung, votum religionis: mich läitet mînes gelouben gelubde, daʒ ich von des tôdes gehugde eine rede fur bringe. Heinr. v. Melk
erinnerung an den tod 1;
vergl. im 15.
jh.: religiose vivere, nach cristenlicher gelubd leben die da geschehen ist im tauf,
religio geistlich gelubd, cristlich gelubdhaltung Melber v 2
a.
der deutsche begriff eignete sich zur wiedergabe des altrömischen votum,
das die kirche ins christliche mit übernommen hatte, durch seine bed. als der eideskraft gleichkommende verpflichtung (3,
b),
und auch der begriff bündnis mit gegenseitiger zusage und verpflichtung widerstrebte der neuen verwendung nicht, da der taufbund, wie er ja noch heiszt, auch göttliche zusagen der ewigen seligkeit u. ä. einschlieszt, die auch gelübde
genannt wurden (
s. z. b. Eckhart
u. 4,
a, vgl. Jehovas gelüpt
mit Abraham u. 2,
b, auch geloben 2,
i). 5@bb)
am schärfsten tritt der begriff auf in den mönchsgelübden, klostergelübden, neben dem priestergelübde: uffenbar globede ist also (
geschieht so), der (
wenn einer) sich durch globdes willen den bischof adir den pristir seynen (
segnen) leszit, adir der ein pristir, monch adir closterfrouwe werdit.
Eisen. rechtsb. I, 45 Ortloff 1, 665 (
unterschieden von heimlicher globde,
die im stadtrecht nicht anerkannt wird);
die klostergelübde hieszen auch kurz die drei g.,
der armut, des gehorsams und der keuschheit: ietz kumt min schwester Irmeltrut .. sie will ouch leben in der gmein und die drei gelübd volbringen. Murner
narrenbeschw. 25, 78
Göd.; sie hon doch die drei glüpten thon und halten ire küscheit schon.
luth. narr, klost. 10, 189; ein gesprech von den scheinwerken der geistlichen (
d. h. mönche, s. geistlich 3,
c, γ) und iren gelübden. H. Sachs
dial. 27
ff.; warumb habt ir ein ander gelübd auf euch genommen und habt euch nit an der tauf bengen laszen ..? 35, 21; ir töricht gelöbt. 40, 16; wär euer gelübde nicht so heilig, ich wollte euch bereden einen harnisch anzulegen. Göthe 8, 14,
Götz zu bruder Martin, die drei gelübde (
das.)
in eins gefaszt. 5@cc) gelübde
in besondern fällen, um gott zu versöhnen, zu gewinnen u. ä., dann auch heiligen, verstorbnen gewidmet: und
Jacob thet ein gelübd und sprach, so gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem wege
u. s. w. so sol der herr mein gott sein und dieser stein .. sol ein gottes haus werden, und alles was du mir gibst, des wil ich dir den zehenden geben.
1 Mos. 28, 20; wenn ein man oder weib ein sonderlich gelübd thut dem herrn sich zu enthalten, der sol sich weins und starks getrenks enthalten .. so lange solch sein gelübd weret.
4 Mos. 6, 2
ff., vergl. 30, 3
ff. gelübd und verbündnis, gelübd und eide; der Teutschen fasten, der mönch studieren, der meerleut gelübt (
in der gefahr) und welsche andacht geschicht über macht.
Garg. 243
b,
Sch. 458 (
sie nehmen sich damit zu viel vor); järliche gelübt,
als wenn einer für die todten jarzeit begadt, annua vota. Maaler 166
a; gelübt und bätt (
gebet)
mit gewüsser form der worten, als wenn einer ein fart zu S. Jacob verheiszt mit zerthonen armen, concepta vota. das., er gibt sogar schlechtweg gelübt,
ein fart, votum, voti sponsio, devotio, seinem gelübt gnuog thuon,
sein fart vollbringen, dissolvere vota, so gewöhnlich war es eine gelobte wallfahrt, vergl. sich geloben (
s. d. 2,
h) zu einem heiligen, zu S. Jacob
u. ä.; er hat ewige gelübden gethan,
deo vota nuncupavit nunquam solvenda. Aler 889
a; seine mutter that in ihrer schwangerschaft ein gelübde, wenn ihr der himmel einen sohn geben würde, so sollte er ein pfarrer werden. Rabener (1755) 1, 132,
vergl. das feyerliche gelübd,
ein hospital zu bauen Gellert
u. 1,
e; nicht dein gebognes knie, nicht thränen, nicht worte, seufzer, psalm und ton, nicht dein gelübd rührt gott, dein sehnen, dein glaub an ihn und seinen sohn. Gellert 2, 100 (75). 5@dd)
auch ins weltliche übergehend: da mit tet Appolonius ain gelüpt, das er weder sinen bart scheren noch das har oder negel beschniden wölte, e das die zit käme das sin tochter manbar were
u. s. w. Apoll. v. Tyrus 113, 3
Schröder, eig. noch das religiöse gelübde der enthaltsamkeit, der selbstkasteiung (
s. u. c 4 Mos. 6, 2),
wie auch folg. noch religiöse farbe hat; schlug an die brust und bat mit weinenden augen und herzbrechenden seufzen umb gnad und verzeihung aller seiner missethaten, mit vielen gelübten und versprechungen, sich hinfort zu bessern und alles den armen mitzutheilen, was er hiebevor seinen nächsten .. abbetrogen hätte.
Simpl. 3, 375, 29
Kurz; die fabel vom kranken hunde .. welcher mitten unter seufzern und gelübden für ein längeres leben seine geizige seele von sich bläst. Rabener 1, 158; es ist nicht wider mein gelübde, wein zu trinken, weil aber der wein wider mein gelübde ist, so trinke ich keinen wein. Göthe 8, 12; hier leg ich dir das gelübde eines beständigen leidens ab. Leisewitz 87 (
J. v. T. 5, 3).
auch von dem was man sich selbst gelobt,
eig. seinen höheren gedanken, oder auch seinem lebensziele, einem vorbilde u. ä. (
vergl.geloben 2,
g): mein herr, rief der poet, es geht unmöglich
an. ich hab aus eigensinn einst ein gelübd gethan, nur das verdienst und nie den namen zu besingen. Gellert 1, 179 (183); hieher (
in Göthes haus) soll man junge leute führen ... hier soll man sie drei gelübde ablegen lassen (
vergl. u. b), das des fleiszes, der wahrhaftigkeit, der consequenz. Freiligrath 3, 13
aus Immermanns
tagebuchbl. über Göthes haus; in Göthes räumen jenes ernste wort! wie eine glocke hör ichs fort und fort! es stürmt auf mich und ruft beständig mir: thu das gelübde! wohl, doch thu ichs hier
u. s. w. 3, 16 (
glaubensbek. 20). gelübde der treue,
z. b. dem vaterlande gethan, der liebe: nachdem sie meinen heiligsten gelübden nachgab. S. Geszner 4, 87;
auch noch als eid zugleich (
s. 3,
c): sprich dann selbst, bei welcher macht, Daphne, soll ich schwören? 'bei dir selbst muszt du mir schwören, soll ich dein gelübde hören.' Gotter 1, 348.
auch noch als feierlich
oder heilig
bezeichnet, wie man sich
etwas feierlich
oder heilig gelobt (
das heilige
in stellvertretung der gottheit): der jüngling schleicht beschämt in sein gemach .. und still in des gemüthes innerstem beschwöret er ein heiliges gelübd (
der umkehr). Uhland
ged. 364 (
die bildsäule des Bacchus). 5@ee)
die geläufigsten wendungen (
zugleich für die vorigen bed. geltend): ein gelübde thun,
noch jetzt, wie mhd., früher auch kräftig ein gelübde geloben (
s. d. 2,
f),
schon in mhd. zeit: nichein gelobede, daʒ her binnen gevengnisse gelobet (
soll gelten).
Sachsensp. III, 41, 1; gelubde daʒ ein man gelobit vor gerichte.
blume von Magd. II, 2, 92,
nd. ên lovede loven
Magd. schöppenchron. 190, 5. ein g. auf sich haben Aler 889
a,
wie auf sich nehmen,
als lastende pflicht: hastu icht glübd auf dir ... die du nit gehalten hast. Geffken
bilderkatech. 2, 56; hat sie aber .. ein gelübd auf ir.
4 Mos. 30, 7. 15,
apost. 21, 24.
das halten hiesz auch bezahlen,
wie eine schuld: ich wil meine gelübde dem herrn bezalen.
ps. 116, 14. 22, 16,
auch ausrichten 2
Sam. 15, 7, erfüllen
Jerem. 44, 25, lösen Gotter 3, 474, leisten Ludwig 731
u. a., dagegen brechen, nicht halten.
vom geloben auch ein gelübde ablegen Klinger 8, 165. Gotter 3, 106, fassen 3, xxx (
einen vorsatz). einen ins gelübd nehmen,
stipulatione alligare Aler 889
b,
vergl. aus dem Teuerdank unter 3,
e, mit gelübde verstricken Haltaus 635, sich mit gelübt verbinden oder versprächen Maaler 166
a,
denn es '
bindet',
früher auch dinge (
abmachungen): unerliche ding bindet kein gelubde.
blume von Magd. II, 3, 46
als rechtssprichwort; daher noch durch ein gelübde gebunden
und einen entbinden seines gelübdes.