lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Fülle

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
51
Verweise raus
33

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Fülle

Bd. 2, Sp. 347
Die Fülle, plur. die -n, welches das Abstractum so wohl des Beywortes voll, als auch des Zeitwortes füllen ist. 1. Der Zustand, da ein Ding von einem andern voll oder mit demselben angefüllet ist; ohne Plural. 1) Eigentlich. Die Fülle eines Fasses, eines Gefäßes. 2) Figürlich. (a) Die Fülle des Herzens, der Zustand desselben, da es voll Empfindungen ist. Mein Herz ist voll, es kann seine Fülle nicht mehr fassen, Dusch. Sich seinem Freunde mit Fülle des Herzens entdecken. (b) Überfluß, in der höhern Schreibart.[] Man wird vergessen aller solcher Fülle in Ägyptenland, 1 Mos. 41, 30, 31. Der Verstörer Hütten haben! die Fülle, Hiob 12, 6. Reichthum und die Fülle wird in ihrem Hause seyn, Ps. 112, 3. In diesem Verstande gebraucht man es im täglichen Umgange nur noch wie das Wort Menge. Gott gebe dir Korn und Wein die Fülle, 1 Mos. 27, 28. Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben (Luc. 15, 17. Und gibt doch Speise die Fülle, Hiob, 36, 31. Er tränkte sie mit Wasser die Fülle, Ps. 78, 15. Ich fühle Gluth die Fülle, Opitz. Der Boden hat Feuchtigkeit die Fülle. Ingleichen mit der zweyten Endung. Brots die Fülle, 3 Mos. 26, 5; Sprichw. 12, 11. Wassers die Fülle, Ps. 65, 10. Die Hülle und die Fülle, im gemeinen Leben, Kleidung und überflüssige Nahrung. (c) Reichthum von allerley Art, in der biblischen Schreibart. Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade, Joh. 1, 16. Die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, Röm. 5, 17. Allerley Gottes Fülle, Ephes. 3, 19. (d) Vollkommenheit; auch nur in der Deutschen Bibel. Die Fülle der Herrlichkeit Jerusalems, Es. 66, 11. Daß in ihm alle Fülle wohnen sollte, Col. 1, 19. In ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, Kap. 2, 9. Ingleichen was diese Vollkommenheit ausmacht, in der höhern Schreibart. Die Fülle meines Glücks seyd ihr, ihr anmuthsvollen Kinder, Geßn. 2. Dasjenige, womit eine andere Sache gefüllet wird; gleichfalls ohne Plural, außer von mehrern Arten. 1) In den Küchen, dasjenige, womit eine Speise gefüllet wird; im gemeinen Leben das Füllsel. Die Fülle einer gebratenen Gans, eines Hauptes Kohl u. s. f. 2) Der Füllwein, das Füllbier wird gleichfalls zuweilen nur schlechthin die Fülle genannt. 3) * In Luthers Deutschen Bibel ist Fülle die Erstlinge aller Früchte, besonders der harten, welche Gott geopfert wurden, weil damit die Hände der Priester gleichsam gefüllet wurden. Deine Fülle und Thränen sollt du nicht verziehen, 2 Mos. 22. 29, wo Thränen die Erstlinge der weichen Früchte, als Weintrauben, Öhlbeeren u. s. f. bedeutet; die Erstlinge von deiner Dröschdele (Dreschtenne, Tenne) und Kelter zu bringen, sollt du nicht anstehen lassen, Michael. Fülle der Kelter, 4 Mos. 18, 27. Daß du nicht zur Fülle heiligest, solchen Samen u. s. f. 5 Mos. 22, 9. Ingleichen bey Einweihung der Priester, das erste Opfer, womit die Hände eines neu geweiheten Priesters gefüllet wurden. Denn es ist ein Widder der Fülle, Kap. 29, 22, 27; welcher V. 31, ein Widder der Füllung, und bey Michaelis der Einweihungswidder heißt. S. Füllopfer. 3. Dasjenige, was ausgefüllet werden muß. In diesem Verstande pflegen nur die Köhler die Grube, welche an denjenigen Örtern eines Meilers entstehet, wo das Feuer am stärksten arbeitet, eine Fülle zu nennen, weil sie zugefüllet werden muß. Anm. Schon bey dem Kero bedeutet Fullii den Zustand der Sättigung. In den übrigen Bedeutungen lautet dieses Wort bey dem Notker Fulli, im Isidor Folnissa, im Angels. Fyll, Fulnessa, im Engl. Fill, im Schwed. Fyllest, im Dän. Fylde.
3533 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fülle

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Fülle , plur. die -n, welches das Abstractum so wohl des Beywortes voll, als auch des Zeitwortes füllen ist. 1. Der …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fülle

    Goethe-Wörterbuch

    Fülle Rund 300 Belege, mehrf apokopiert. — Ganz überwiegend iSv 2. Neben ‘Drang’, ‘Dumpfheit’ u ‘Kraft’ einer der zentra…

  3. modern
    Dialekt
    Fülle

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Fülle II f. ein Stück Fleisch, das mit Petersilie, Lauch, geschmorten Zwiebeln und dergl. gefüllt und gekocht wird Stein…

  4. Sprichwörter
    Fülle

    Wander (Sprichwörter)

    Fülle 1. Die fülle dess Reichen lasst jhn nicht schlaffen. – Henisch, 1284, 30. 2. Ein füll bringt die ander. – Franck, …

  5. Spezial
    Fülle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fül|le f. (-) 1 (große Menge) gran cuantité f. 2 massa (masses) f. 3 plenëza (-zes) f. 4 (Reichtum) richëza (-zes) f. 5 …

Verweisungsnetz

71 Knoten, 73 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 8 Hub 1 Kompositum 55 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fuelle

82 Bildungen · 78 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

fuelle‑ als Erstglied (30 von 78)

fülleblümel

DWB

fuelle·bluemel

fülleblümel , n. blümlein, das begossen und so » gefüllt « wird. das wort dauert nur in dem namen eines elsässischen pfänderspiels fort, das…

fülleborn

DWB

fuelle·born

fülleborn , m. , ein in Nieder- und Mitteldeutschland entsprungener eigen- oder vielmehr familienname, dessen erster theil fülle der imperat…

Füllede

WWB

ful·lede

Füllede f. 1. große Menge. Eärappeln de Fülde Kartoffeln im Überfluß ( Dor Wl ). — 2. Düngung, Fettung (WOEN).

füllefasz

DWB

füllefasz , n. kleines fasz zum nachfüllen der groszen fässer? in einer oberrheinischen, dem 15. jh. angehörigen verordnung für die zollbeam…

Füllefeªder

WWB

Fülle-feªder f. Füllfiarn Füllfeder(-halter) ( Hal Bh).

Fülleform

GWB

fuelle·form

Fülleform Wie keusch sie mir, mit liebevollem Fügen, | Des süßen Körpers F. gewährte! 5 2 ,347 Das Tagebuch 92 Gertrude Harlass G. Ha.

füllegedanke

DWB

fuelle·gedanke

füllegedanke , m. ein ganz erfüllender gedanke, ein gedanke der ganz die seele füllt: wie lange hauch von gott, wie lange menschenseele dase…

Fülleholt

WWB

fuelle·holt

Fülle-holt n. [Ahs, verstr. Stf Kos] (kleiner) Holzkeil, -klotz zum Festmachen der Holzschuhe auf der Bohrbank.

fülleimer

DWB

fuell·eimer

fülleimer , m. in den salzwerken zu Halle ein hölzerner eimer, der zum » füllen « der sole aus den solfässern in die pfannen und bei den vor…

fülleimerlein

DWB

fuelleimer·lein

fülleimerlein , n. , dim. des vorigen, aber auch vom groszen fülleimer gesagt: als bald füllen die knecht ausz dem sahlfasz ( solfasz ) in d…

füllein

DWB

fuell·ein

füllein , n. was füllen n., ahd. fulin, mhd. vüln, neben welcher mhd. form aber auch eine mit schwer gewordenem i, vulîn, sich entwickelt ha…

Fülleisen

Meyers

fuell·eisen

Fülleisen ( Plessit ), eine Nickeleisenlegierung des Meteoreisens, s. Meteorsteine .

Füllekraft

GWB

fuelle·kraft

Füllekraft Und fand als ich mich aufgerafft | Verschüttet ach in meinem Bette | Des Lebens Balsams F. | Womit ein Fürstenkind sich wohl begn…

füllelein

DWB

fuelle·lein

füllelein , n. , dim. von fülle, füll. Schmeller 1, 525 . bair. füllel ( s. fülleln ).

Fülleliᵉpel

WWB

Fülle-liᵉpel m. [verstr. nördl. OWestf SWestf] 1. Schöpflöffel. — 2. Suppenlöffel. De Füll-lïepel is ganz drïeterig (schmutzig) ( Isl Ha).

fülleln

DWB

fuell·eln

fülleln , ein füllen ( fohlen ) gebären. bairisch, s. Schmeller 1, 525 . abgeleitet von dem bair. dim. füllel n., kleines füllen.

Füllels

MeckWB

fuell·els

Füllels Fülles, Füllers, Füllsel n. Füllung, z. B. von Geflügel Nd. Kbl. 4, 52; von Wandnischen: de Apostel wiren as Füllels anbröcht Ro Kes…

füllenberühmt

DWB

fuellen·beruehmt

füllenberühmt , adj. berühmte füllen habend: du sollst, von meinem speere gebändigt, ruhm mir gewähren, die seele dem füllenberühmten Aidone…

füllenfleisch

DWB

fuellen·fleisch

füllenfleisch , n. das fleisch eines füllens: das schlimmste, was ihnen ( den pferde angreifenden wölfen in den steppen Südruszlands ) begeg…

füllenfresser

DWB

fuellen·fresser

füllenfresser , m. ein reiszendes thier, von welchem ein füllen gefressen wird. so vom wolfe: ich sah es wol, wie der bösewicht das arme fül…

füllenfusz

DWB

füllenfusz , m. der gemüseportulak, portulaca oleracea. Holl 113 a u. 287 b . woher der name? beruht er etwa auf dem gebrauche des krautes o…

füllengarte

DWB

fuellen·garte

füllengarte , füllengarten , m. ein eingezäunter platz zum weiden und springen für die füllen. vgl. füllenweide .

Füllengarten

Adelung

fuellen·garten

Der Füllengarten , des -s, plur. die -gärten, ein eingezäunter Platz, welcher zur Weide für die Füllen dienet; in den gemeinen Mundarten ein…

Füllengaul

PfWB

fuellen·gaul

Füllen-gaul m. : = Füllenstute , -gaul [ KU-Schmittw/O Roßb KL-Siegb PS-Schmalbg KB-Albish LA-Gommh Gal-Dornf ]. Südhess. II 1000 ; Rhein. I…

fuelle als Zweitglied (1 von 1)

maulfülle

DWB

maul·fuelle

maulfülle , f. fülle fürs maul, soviel ins maul geht: maulfülle, offa Serz 96 b ; wenn ich kleider und maulfüll hab. H. Sachs 2, 1, 29 c .

Ableitungen von fuelle (3 von 3)

erfülle

FWB

1. s. erfüllen 3.; 2. s. erfüllen 5.

unfülle

DWB

unfülle , f. (un IV D) E. Jahn Albin Indergand 64 . —

urfülle

DWB

-fülle Herder 7, 178 S. —