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freien

mnd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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17 in 13 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

freien

Bd. 2, Sp. 764
freien -ai-, –ęi-, ę·i.-, –e·i.-, –ī·ə., –i-, –e- [Sieg auch -ej-; Bitb dou fręχs, Part. gəfrī:jən (auch Bernk); Prüm jəfre·i.ən; sonst gəfre·i.t usf; Sieg auch jəfreχ, Eup-Raeren jəvrekt] schw. (st. s. o.): 1. an einem fr., um eine Person anhalten; weniger das Werben als das Liebesverhältnis betonend; die fr. zesammen (anenander). a. von den jungen Burschen gesagt; Pitter freit an Breuersch Steng; P. on St. fr. anen (aneinander) Rip, Allg.; in Aach auch die zwei fr. sech (veralt.); sech en Mädche fr.; ne Schlag (Stücksje) fr. Aach; op et Fr. (herus)gohn; an et Fr. denke; fas fr. mit guter Absicht Rip, Allg. RA.: Dat Fr., dat wäss (wächst) all so van klein an drin, as den Schmak in den Appel Mörs-Orsoy, Rees. Me kann iah en Louisdor met Fr. verdienen äs en Foss (Kupfermünzen) met Ärbeden Elbf. Et Fr. hot neist ze bedeien, äwer et Kreien Bitb. Fr. es en lügenächteg Handwerk Geld-Wachtendonk. Fr. on Heu drugen (maken, heuen) geschicht (döckes) völl ömmesös Elbf, NBerg, Ruhr, Mörs, — geschütt fake för Pläser Ruhr-Steele, — üs ümmesüs te häwen MülhRuhr, — geschieht ok nit alltits ömsöns Mörs, — mit Forts. mänchmol küt Renswer (Regenwetter) dertösche Bergh-Hüchelhv; en et Heue on en et Fr. darf ken Donnerschull komme Geilk. En dem Rocke, wo drenne gefreit wird, da hirode se net ömmer dren Gummb-Nümbrecht. Der freit schon, on sei Wennele sen noch net drucke Wend. — Vüəlcher (Vögel), die ze fröhch flöte on Mädcher, die ze fröhch fr., krit de Katz Monsch-Rohren. De veracht were well, moss fr.; de geloft were well, moss sterve Jül-Linnich. Hen geht fr., fir net ze kreien vergebens Bitb-Geichl. He freit wie en Kuər (Nachtwächter) der Schwerenöter Kref-Fischeln. — Ratschläge für das Fr. Lang gefreien het sech gekreien Prüm-Ihren. Jongk (fröh) gefreit, hät noch nemmens gereut Rip, Allg. We well fr. kir (wählerisch, fein), de bleif bei de Dir; we well fr. fer (fern), de moss kropen (kratzen) aner Legge (Leute) Scher (Kruste im Kochtopf) Prüm-Waxw. Jonge, goht net fr., wo de Mädche setze on han die Hängk em Schöss! Schleid-Glehn. Jung, duh de Aue of; Fr. es ka Perdskof; kannst demet ka Hannel dreiwen, moss ach emmer bei ihr bleiwen! Westerw. Beim Fr. soll mer net aus der Kihwed (Kuhweide) gohn nicht weiter gehen, als man die Mädchen kennt Prüm-Ihren; en Mädchen us de Köhhot (-hut) fr. Altk-Bachenbg; mer soll nemmen esou weckt (weit) fr. gohn, dat mer de Klocken [] dohem noch hiərt Prüm. Jong, gonn fr., wo en Kar om Mes steht; do hant de Mädsches noch jet an de Föt (Füssen) MGladb-Hockst; gank fr. över der Mes; so weste, wat an er ös! ebd., — wo du büst Ess. Weə sich freit e Nobbeschkengk, deə weəss auch, wat he fengt (findet) Aach, Rip, Nfrk; wennt gej koppt (kauft), dann Nobers Rend; wennt gej fret, dann N. Kend, dann wett (weisst) gej, wat gej häbbt Mörs-Rheinbg; freiet N. Liss, dann wisste, wat de kris Remschd; wer gilt (kauft) des Nobersch Rengk (Rind) on freit des N. Kengk, de krit och kene Lack (Unglück) en der Stall Bergh-Esch; we onbedruage wellt sin, de mott fr. Nobber Kenger on geile N. Renger NBerg. Wenn zwei sich freie onger Dach, dat brengt kleng (klein) Iəhr en gruəss Gemach Aach, Nfrk; fr. onder en Dak es van grot Gemak Klev, Rees. Frei ke Hafe (Haufen) Mist ellän (allein); guck uf fleissig, brav unrän! (nach Rottm.) Simm. We de Doəter (Tochter) han wellt, de moss an der Moder fr. Dür, Allg.; wer die Dochter freit, streicht die Muder Simm-Laub; klen Feisch on grusse Feische schwemme en de Diche; we de Dochter fr. wellt, de moss de Moder striche Dür; wer dat Wechken (Wichtchen, Mädchen) fr. well, mott de Moder püsen Lennep-Radevormwald; fer de Jungen ze kreien, moss me de Alen fr. Bitb-NWeis. — Ennen alde Ketel (Kessel) well ock geputzt sin, sagg en alt Wif, dor frejde sej enne jonge Kerl Mörs-Rheinbg. Jann, wenn dou fr. wis, dann frei dou an mij; ik häbb noch dausend Daler, die schenk ik dij aus einem Volksld. Meiderich, Rees. We an ene Buckel fr. well, mott lange Ärme han MGladb. Den freit mehr an't Gut wie an't Blut Geldheirat Mörs. De freit an jedem Schötzel (Schürze), an alle Dörrestelle Dür-Gürzenich; de freit, wo he en wisse Mötz sieht Dür-Echtz; fr. gohn, wo en Dir opsteht jedermanns Geck sein Bitb; de es ze hüheselig (ungelenk), öm an en Sau ze fr. Dür; gehste fr.? wenn jmd. das Taschentuch heraushängen hat Saarl, Bitb, Wittl, Zell; N. reck (reitet) fr., wobei dem Pferde die Hufe gewichst waren LRip. So oft einem Mädchen das Schürzenband losgeht, freit ihr Liebhaber ein anderes Mädchen Allg. Setzt das Mädchen dem Burschen (oder Freiwerber) zwei Eier vor, so gilt das als eine Schande, bei drei als eine Erkenntlichkeit, bei vier als einen Staat, bei fünf als eine Freiot, bei sechs gibt es eine Heirot Eif; Brot, Käse, Butter, Schnaps als Gabe bedeutet Ablehnung; Eier mit Schinken Annahme Hunsr; Butterbrot mit Käse bedeutet Ablehnung Schleid, Altk, MülhRh; ein Gericht mit Fleisch, bes. der Speckspannekuk, bedeutet Annahme, nur Eier Ablehnung Rees; [] Speckpfannenkuchen bedeutet Annahme, die Aufforderung zum Kartoffelschälen Ablehnung Mettm; Kaffee mit Pannkech (Pfannenkuchen) Absage, ohne P. Annahme Malm. Am ersten Weihnachts-, Oster- u. Pfingsttage, Palmsonntag u. Allerheiligen dürfen die Burschen nicht fr. gehen MGladb-Korschenbr. Einem auswärtigen Burschen, der ins Dorf freien kommt, wird der Hut gelüftet; dabei spricht der jüngste der versammelten Dorfjugend: Wir haben vernommen, bist du ins Dorf gekommen, um uns zu nehmen die schönste Rose aus unserem Garten; nunmehr möchtest du dich bequemen, auf dein Wohl zu trinken mit uns einen Schnaps und entgegenzunehmen von uns einen Klapps. Er erhält einen leichten Schlag mit der Hand an den Kopf WEif. Einem abgewiesenen Freier wird bei der Hochzeit des Mädchens, das ihn abwies, eine Strohpuppe in den Baum am Hause gehängt Verbr.; zu Fastnacht verspottet man ihn: In de Bocks (Hose) hät e gen Kneje (Kniee) on dor woll e mät gonn fr., oho; in den Beus (Rock) hät e gen Mauwe (Ärmel) en dor woll e mät gohn trauwe, oho! Klev, Rees. — b. von Mädchen gesagt; an em Jong fr.; met em J. fr. Allg.; Grit es en got Mäd, äwer et freit jet streng Rip, Allg. RA.: Dat Lämpken borrt (brennt), as wenn de Mad ene Weəver frejet Geld-Leuth. Wenn die Mädsches fr. gonnt, dann send se wie de Rosen; wenn se dann gehirot send, dann send se wie de Knoselen; wenn de Jonges fr. gonn, dann send se wie de Heren; wenn se dann gehirot send, dann send se wie de Bären Kref. Pocke, P., Nommedag, met de decke Lepp; wenn die Mädchere fr. göhnt, da geht die Pock at met Aach. Em Schaltjohr gohn de Mädcher fr. Schleid-Hellenth. Mädche, wenn do fr. wells, dann fr. an kene Schuster; kik dech ens den N. N. an, wat dat es för e Muster! Kref. M., wann de freie wells, frei nur kei Judd; wann de dem sing Nas besiehs, dann lachs de dech kabot! Neuw-Asb. M., wann de fr. wells, dann frei an Bäckersch Jupp; de hät ne lange Keddel an on spelt de Fubbelefupp! Rheinb-Meckenh, — dann fr. en Petterjupp; de hät e leddern Bötzchen (Hose) an, dat geht kavupp, k.! Mülh Rh-BGladb, Wippf, — de hät en linge Keddel an on schleht de Fiddelafupp! Sieg-NDollend, — de hät en Nas wie ene Duddelsack on stenk no Schnufftobak! MGladb. Dernschen, wenn de fr. wes, frei do an den Bäcker; wärme Weck on kalde Botter schmack verdeuwelt lecker! Mörs, Rees, Dür-Gürzenich. Ek freite nich Kellner, eck fr. nich Koch, den Schöttelenspüler, den krieg ik doch noch Gummb-Berghsn. We en Schleiter (Schlächter) freit, de weard en Schleiterschhongk [] NBerg. — c. scherzh. von Hunden Allg. RA.: Frei mar ersch, sät de Scheper (Schäfer) för sinen Hond; dann saste de Stert noch wäll hange lote! Mörs, Sol. — d. von Dingen, Anreizung bieten zum Gefreitwerden Allg. RA.: Hongert Daler on et Lif fr. beəter as dusend en de Kis Kemp-SPeter. Ruət freit wie die Schwerenuət SNfrk. En betsche (bis-chen) scheif freit stärk Mörs-Neuk; e wennig neit freit leit (leicht) MGladb. — 2. an einer Sache fr., sie gerne haben mögen; do frei ech at (schon) lang an Rip, Allg.; eich hon eweil Johre lang ön er Kutsch gefrijen Bitb; he vreide de ganze Tit, för dat Höndje te krige Eup. — 3. en Gefreiter (-den, –de) Soldat, in der über dem gewöhnlichen S. zunächst stehenden Rangstufe, der die G.knöpp hat. — Wer vorn am Hosenlatz Knöpfe aufstehen hat, is G., is G. wuərde; beste G. wurde? Rip, Allg.
8373 Zeichen · 167 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    freiensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    freien , sw. V. Vw.: s. vrīen (2)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Freienv., trs

    Campe (1807–1813) · +6 Parallelbelege

    1. Freien , v. trs . frei machen, befreien. Denn daß er starb und aufersteht, das frei't uns vom Tode. Klopstock. Dann, …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    freien

    Goethe-Wörterbuch

    freien auch -ey- 1 werben, um jds Hand anhalten; vereinzelt subst [ Thomas zum Knaben: ] Er falle, wenn er jemals freit,…

  4. modern
    Dialekt
    freien

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    freie n [frèiə Lützelstn. Wh. ] 1. um eine Frau werben, für sich und andere. s Fr. is t e schlëchtes Handwërk; wann's gu…

  5. Sprichwörter
    Freien

    Wander (Sprichwörter)

    Freien 1. Am freyen liegt eines Mannes gedeyen. – Henisch, 1207; Petri, II, 13. D.h. von der Wahl seiner Gattin ist sein…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit freien

29 Bildungen · 10 Erstglied · 15 Zweitglied · 4 Ableitungen

freien‑ als Erstglied (10 von 10)

Freienhagen

Meyers

freien·hagen

Freienhagen , Stadt in Waldeck, Kreis der Eder, an der Wetter zwischen großen Waldungen, hat eine evang. Kirche und (1900) 820 evang. Einwoh…

freien II

RhWB

freien II vre·i.ə (im Gegens. zu -i- freien I) Eup schw.: machen, tun; he freide ; ich han gefreit; frei! tue das; auch als Verstärkung des…

freienszeit

DWB

freien·s·zeit

freienszeit , f. nubendi tempus: o der süszen freienszeit, voller lust und frölichkeit. Rist parn. 383 .

Freienvogel

RhWB

freien·vogel

Freien-vogel frę·i.əføjəlχə Schleid-Floisd n.: Marienkäfer, Siebenpunkt; s. Frauen-, Freuden-.

Freienwalde

Herder

freien·walde

Freienwalde , preuß. Stadt im Reg.-Bez. Potsdam, an der Oder mit 4100 E., königl. Lustschloß, Bergbau auf Alaun und Braunkohlen, eisenhaltig…

freien als Zweitglied (15 von 15)

abfreien

DWB

abfreien , sich, liberare se: sich abfreien mit 24 pfenigen. weisth. 3, 712.

anfreien

DWB

anfreien , procare, uxorem ducendo acquirere, freien und sich erfreien: ich habe ihm meine nichte angefreit, er freite sich ein beträchtlich…

auffreien

RhWB

auf·freien

auf-freien: durch Freien erlangen, in dem Sprichw.: E Weit (Mädchen), flück füər den Tit, sech selde ene Mann opfrit Seltk.

Ausfreien

Campe

aus·freien

Х Ausfreien , v. intrs. aufhören zu freien. Er hat ausgefreiet, er ist nun in den Jahren, wo man ans Freien nicht mehr denkt. Das Ausfreien.

befreien

DWB

befreien , liberare, lösen, entbinden. 1 1) persönliches befreien, ἐλευθεροῦν drückte die alte sprache durch frei lassen, frei geben, frei m…

einfreien

DWB

ein·freien

einfreien , innubere, einheiraten: in ein geschlecht, in ein haus einfreien; er hat sich in das bäckerhandwerk eingefreit.

entfreien

DWB

ent·freien

entfreien , liberare, befreien, entledigen, ein ehdem übliches, jetzt abgekommnes wort. Stieler 560 . 1 1) transitiv, einen seines gelübdes …

erfreien

DWB

erf·reien

erfreien , 1 1) matrimonio sibi jungere, heiraten: darzu so kam ein reuter gegangen, er freiet des königs tochter, er freiet sie lenger denn…

fortfreien

DWB

fort·freien

fortfreien , pergere uxorem ducere: er läszt immer fort zu frein sich die mühe nicht verdrieszen, setzt, den antrag zu versüszen, stets die …

nichtfreien

DWB

nicht·freien

nichtfreien , n. : nichtfreien ist öfters nicht übel gethan. doch mit einem mann ist man besser daran. Gotter 3 , lxxvi .

umfreien

GWB

umfreien [bisher nicht publizierter Wortartikel]

verfreien

DWB

ver·freien

verfreien , verb. vermählen, verheiraten; zusammensetzung zu freien ( s. theil 4, 1, 106), dessen bedeutung die vorsilbe nicht wesentlich än…

wegfreien

DWB

weg·freien

wegfreien : bald danach ist jener schöne jüngling wieder ... gekommen und hat das prächtige Mühlenhannchen ohne viele umstände weggefreit So…

weltbefreien

DWB

welt·befreien

-befreien : weltbefreien kann die liebe nur, nicht der hasz, der sklave der natur Lenau s. w. 588 Barthel;

zufreien

DWB

zufreien , v. , wort des 17. u. 18. jhs., öfter in lustspielen belegt, von eltern, vormündern u. ä., die ein mädchen einem mann zur ehe gebe…

Ableitungen von freien (4 von 4)

befreien

DWB

befreien , liberare, lösen, entbinden. 1 1) persönliches befreien, ἐλευθεροῦν drückte die alte sprache durch frei lassen, frei geben, frei m…

entfreien

DWB

entfreien , liberare, befreien, entledigen, ein ehdem übliches, jetzt abgekommnes wort. Stieler 560 . 1 1) transitiv, einen seines gelübdes …

erfreien

DWB

erfreien , 1 1) matrimonio sibi jungere, heiraten: darzu so kam ein reuter gegangen, er freiet des königs tochter, er freiet sie lenger denn…

verfreien

DWB

verfreien , verb. vermählen, verheiraten; zusammensetzung zu freien ( s. theil 4, 1, 106), dessen bedeutung die vorsilbe nicht wesentlich än…